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Leselupe.de > Anonymus
Alles still in süßer Ruh
Eingestellt am 20. 11. 2005 12:28


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Alles still in süßer Ruh

Ich habe dich erkannt, du warst der Engel für das fröhliche Mädchen.

Alles still in süßer Ruh,
drum, mein Kind, so schlaf auch du!
Draußen säuselt nur der Wind,
su-su-su, schlaf ein, mein Kind!

(Ein Wiegenlied von Hoffmann von Fallersleben 1827)

Du warst der Engel und wolltest leben.
Bist ein Engel und willst leben?
Hattest Flügel
die musstest du geben
an den
für den, der sein Leben für dich ließ?
Denn als Mensch konntest du nicht fliegen, musstest auf deinen Beinen gehen.
Ausgelassene Kinderbeine wollte der Boden,
staunende Augen,
der Himmel.
Du teiltest im Wasser den Sand mit deinen Füßen und die Wellenbewegungen spülten die Spuren wieder fort. Wie die einst, des kleinen Mädchens, dass seine Füße mit einer stetigen Wiederholung fröhlich in das warme Wasser setzte. Auf dem Wasser glitzerte die Sonne und der staunende Blick über so viel Glanz, ließ auch ihre Augen strahlen.
Sie war ein so fröhliches Mädchen. Ganz ungläubig sah sie in den Himmel, denn sie hatte die Engel entdeckt, die sie dort schon immer vermutete. Einer flüsterte ihr zu, “gehe weiter und bleib nicht stehen. Wirf ruhig einen Blick zurück, denn jeder Blick zurück, treibt dich
vorwärts. Aber geh!“
Während das Mädchen die Worte aus dem Himmel zu verstehen versuchte, hast du etwas lauter geflüstert, ich hörte es ganz genau , “aber ich, ich will mit dir in diesem warmen Wasser gehen. Noch nie zuvor hat sich Wasser an meine Beine geschlängelt. Ich will, dass es auch an meinen Füßen kitzelt. Kitzelt es an den Füßen, wenn du im Wasser gehst?“
Mutig fasste das Mädchen hin und nahm sich dich vom Himmel. Zu wissen, dass da noch viele Engel waren machte sie ganz selig. Und du schmiegtest dich mit einem glucksenden Raunen an ihre Brust und hörtest das Wiegenlied ihrer Mutter.

Schließ du deine Äugelein,
laß sie wie zwei Knospen sein!
Morgen, wenn die Sonn' erglüht,
sind sie wie die Blum' erblüht.

Und die Blümlein schau ich an,
und die Äuglein küß ich dann,
und der Mutter Herz vergißt,
daß es draußen Frühling ist.

(Hoffmann von Fallersleben 1827)

Du wolltest, dass es ein Strom wird, der sich endlos fortsetzt. Du wolltest, dass das Mädchen dich für immer wärmt, aber das Wasser ist zum Strom geworden und hat sie fortgeschwemmt.
Darum darf ein Engel nicht gehen, Hieronymus, denn wenn der Engel nicht mehr fliegt,
für wen singt Mutter dann das Wiegenlied?

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