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Leselupe.de > Ungereimtes
Alltäglicher Tod
Eingestellt am 27. 01. 2011 21:11


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Walther
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All.täglicher Tod


Der Orchideenspiere nach
Hangeln sich Blicke um ins Blühende
Zu tauchen zu fallen die Versuchung
An die Wand geschrieben
Das Bild auf der Netzhaut
Bewegt sich im Zug der Zeit

Es ahnen die Ahnungslosen
Schweres kommt weil Leichtes
Fällt ein Los wird gezogen und
Ein Würfel geworfen die Orchideenblüten
Auch dieser Traum aus
Farbenfrohem Nichts löst

Sich auf und ab Lösungen sind
Losungen und die Zungen
Schnalzen während das Leben
Verfällt die Winter die Winde
Bespielen machen dass die Rose ihrem
Ende zuschaut während die Orchidee

Den Raum ausfüllt der so voll ist
Von Farblosigkeit dem Los
Das alles ereilt weil Schönheit
Keine Schonzeit hat und es schon
Wieder Zeit geworden ist für den
Alltäglichen Tod

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 27. 01. 2011 21:11
Version vom 28. 01. 2011 09:12

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Pelikan
Guest
Registriert: Not Yet

@ Walter
dieses Gedicht fasziniert mich, doch bin ich nicht solch
ein Lyrikdeuter, der hier vielleicht das vom Schreiber Beabsichtigte herauszuholen imstande ist, leider.
Aber ich lese, in meiner Beschränkung eine Kritik an der Gesellschaft, die zum Luxus, zum sich luxuriösen Ausleben tendiert (Orchidee ist eine Luxusblume, künstlich gezüchtet)
und dabei zu vergessen sucht/vergißt, das alles Leben endlich ist,jede Schönheit, auch die kostbarste vergänglich.
Durch ein Streben nach Luxuriösem/irgendwie künstlichem wird
wahre Schönheit (hier denke ich mir die Rose)vernachlässigt, vernachlässigt wie das echte Leben - ein Leben das ja keine Orchidee ist. Das Leben ist auch keine Rose, aber ich sehe
diese Blume vielleicht stellvertretend für höhere Werte,
irgendwie, die man langsam vergißt, abtut...
Wahrscheinlich liege ich mit meinem Geschwätz voll daneben
aber eines hat dieses Gedicht ganz bestimmt nicht verdient
und zwar eine derart niedrige Bewertung - schon der Sprache und des Handwerklichen wegen nicht!
LG Pelikan

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Lb. Pelikan,

danke für Dein Engagement. Diese Art von "Stream of Thinking" Lyrik ist Geschmacksache. Wie sagte ein - in diesem Falle sogar begeisterter - Leser: Diese Art von Lyrik, auf die muß man sich einlassen. Wenn man das tut, gewinnt man einen interessanten Gedankenraum. Wenn nicht, sagt einem dieses Gedicht gar nichts. Quod erat demonstrandum: Die Wertung zeigt es.

Dieses Risikos bin ich mir bewußt, aber da ich Spaß an dieser Art des Sprachspinnens und -spintisierens habe, mache ich mit mir - und meiner hoffentlich nicht zu leidenden Umwelt - dieses Gedankenexperiment hin und wieder. Die Methode nenne ich für mich "Dichtung auf Speed". Das Ergebnis soll Leser/Leserin in einen Mahlstrom an Assoziationen saugen und hinten mit neuen Gedanken wieder quasi "ausspucken".

Ich überlasse daher auch dem Leser absichtlich die Interpretation dessen, was der Anlaß für den Faden ist, den ich da begonnen habe zu spinnen, weil der Leser das gesamte Bild ja selbst fertigweben soll. Daher muß Raum für Auslegung, für Assoziationen, für das eigene Weiterentwickeln der Anstöße bleiben.

Als Grundidee habe ich Elemente aus der Haikudichtung und der Bildcollage genommen und diese zu einem Verfahren verwurstelt, daß man hier nun immer wieder einmal lesen. Diese Art von Lyrik läßt sich nicht "herstellen". Sie kommt, wenn es soweit ist, sozusagen "über einen". Daher bleibt es auch bei längeren Abständen, die zwischendrin anders gefüllt werden.

Es freut mich, Dich inspiriert zu haben.

LG W.


__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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