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Leselupe.de > Science Fiction
Almorosa und ihr Karl (2)
Eingestellt am 24. 10. 2001 18:52


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nannaog
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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Wer hoch vom Felsen das Land √ľberblickt, sieht Weite. Wiesen und W√§lder.
Keine Menschen, aber Tiere. Die einzige von Menschen erbaute Behausung ist die H√ľtte der alten Frau. Und diese Frau meidet Menschen so gut es geht.
Almorosa hat viele Jahre gebraucht, bis sie diesen Ort fand.
Und als sie hier ankam, sollten sich die Tr√§ume von Karl erf√ľllen.

Es k√ľndigte sich schon lange vorher an, dass gro√üe Ereignis. Der Wind brachte Nachrichten von einem Menschen.
‚ÄěEin Mensch? !‚Äú Fragten sich die Bewohner ‚ÄěEin Mensch hier? !‚Äú Es war unglaublich! Alle wussten, das Wind oft und gern Schabernack trieb, aber alle wussten auch, dass der Wind noch niemals gelogen hatte. Manchmal verschwieg er etwas oder er dichtete der Wahrheit etwas dazu, das schon, aber gelogen? ‚Äď Nein, noch nie!
‚ÄěWoher kommt dieser Mensch?‚Äú ‚ÄěWie sieht er aus?‚Äú So stellten sie ihm Fragen. Die j√ľngeren Pflanzen und Tiere wollten wissen: ‚ÄěWie sieht √úBERHAUPT ein Mensch aus?‚Äú Alle waren neugierig.
Und Karl wurde unruhig. Er wurde furchtbar unruhig. So sehr, dass er lange vor der Zeit seine Blätter verlor.

Karl sah seine Chance kommen, vielleicht die Einzige, die er jemals haben w√ľrde. Er passte auf, so gut es eben ging, dass er nicht austrocknete. Er √§rgerte sich dar√ľber, dass er schon viel zu hoch am Baum war. Er hatte keine Ahnung, wie gro√ü Menschen waren. Doch die Alten hatten ihm erz√§hlt, Menschen h√§tten eine Art Vorderpfoten, und damit k√∂nnten sie noch geschickter umgehen, als die Eichh√∂rnchen. Mit diesen Pfoten, k√∂nnen sie greifen und Dinge halten. Sie k√∂nnen damit sogar B√§ume zum Umfallen bringen. Nicht, das so etwas in ihrer Gegend schon einmal vorgekommen w√§re, der Himmel bewahre, aber geh√∂rt hatten sie davon.
Der Wind bringt oft solche Geschichten mit, ob sie allerdings stimmten, oder ob Wind sie nur veralbern wollte, oder vielleicht selber veralbert worden war, das konnte keiner sagen. Warum sollte denn jemand wollen, dass ein Baum umf√§llt? Wenn durch Unwetter √Ąste abbrachen und B√§ume einem starken Orkan nicht widerstehen konnten, war das schon schlimm genug. Und die jungen Pfl√§nzchen, die in ihrem Schatten wuchsen, waren nun schutzlos der Sonne ausgeliefert, und k√∂nnten vertrocknen. Auch die V√∂gel, denen die umgest√ľrzten B√§ume als Wohnstatt dienten, mussten sich ein neues zu Hause suchen und oft genug waren sie selber verletzt.

Keiner wusste so recht, was er von dieser Neuigkeit, ein Mensch wäre in der Gegend, halten sollte. Alle waren gespannt. Und alle verhielten sich sehr ruhig.

Almorosa suchte einen Platz f√ľr ihre H√ľtte, und sie war sehr darauf bedacht, diesen Ort nicht mit anderen Menschen teilen zu m√ľssen. Sie glaubte, dass sie ihr Ziel nun fast erreicht hatte,denn die Pflanzen und Tiere die ihr begegneten, wussten immer weniger von Menschen. Kaum mehr als wage Vorstellungen davon, wie sie aussahen, hatte in dieser Gegend niemand. Und was sie wussten, hatten sie vom Wind.
Noch war sie nicht weit genug gegangen, aber wenn sie zu weit gehen w√ľrde, k√§me sie dann nicht vielleicht schon wieder in die N√§he von Menschen?
Nun, sie w√ľrde es fr√ľhzeitig erfahren und umkehren k√∂nnen.

Das Gehen erm√ľdete sie mit der Zeit immer mehr. Oft machte sie Rast und sah sich den Platz, an dem sie sich gesetzt hatte, genauer an. Und wieder beschloss sie, noch ein wenig zu laufen.
W√§hrend sie lief, nahm sie die Umgebung in sich auf, drehte sich um und betrachtete den zur√ľckgelegten Weg aus r√ľckw√§rtiger Sicht.
Regenwetter und dunkle, sternenlose N√§chte f√ľrchtete sie nicht, gro√üe Hitze dagegen machte ihr schon eher zu schaffen. Aber auch damit kam sie klar, denn sie hatte f√ľr fast alles ein Mittelchen, selbst wenn dieses Mittelchen aus einem alten, zerfransten schwarzen Schirm bestand.


Fortsetzung folgt...

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