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Leselupe.de > Humor und Satire
Aloha - Hawaii
Eingestellt am 24. 07. 2005 21:03


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Marius Speermann
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Ein kleiner Bub aus Wien kommt herum in der Welt und beschreibt, was ihm dabei so auff√§llt. Gemeinsam mit seiner kleinen Freundin Natasha, die aus Russland stammt und scheinbar alles weiss, versucht er die Situationen und Widerspr√ľchlichkeiten zu verstehen. Dabei bleibt zuerst Mal der Ernst auf der Strecke...

Auf dem Globus, den mein Papa in seinem B√ľro stehen hat, ist Hawaii nicht gr√∂sser als wie der Kaugummi, den mein bester Freund Michi unserer Lehrerin, der Frau Nestler auf den Sessel gelegt hat. Also das war nat√ľrlich, bevor sie sich draufgesetzt hat. Nachher war der Kaugummi so gross wie √Ėsterreich. Hawaii, sagt mein Papa, war ein K√∂nigreich, aber dann sind die USA von Hawaii erobert worden und daf√ľr haben sie einen Pr√§sidenten bekommen und viele Amerikaner, die jetzt in Hawaii Urlaub machen d√ľrfen.
Meine Freundin Natasha sagt, das stimmt alles nicht. Aber woher soll die das wissen, die kommt ja aus Russland, da sind die Zeitungen und das Fernsehen gezensort.

Die Hawaiierer haben alle lustige lange Namen. Ein König dort hiess einmal Kamehameha, oder eine Königin sogar Liliuokalani. Bei uns haben die Könige einfachere Namen: Franz Josef oder Maria Theresia. Viel weniger Buchstaben, und gar nicht lustig. Nur fad. In der Schule will die Lehrerin immer die Königsnamen wissen und welche Nummern sie gehabt haben. Die Kinder in Hawaii haben sicherlich viel mehr Spass in der Schule bei solchen Namen. Jetzt haben sie einen Präsidenten, der auch einen lustigen Namen hat: Bush, wie der Strauch.

Gemeinsam mit meinem Papa und meiner Mama sind wir dann am Abend im Hotel vor der B√ľhne gesessen. Die B√ľhne war auch von einem Strauch umgeben, der war aber kein Pr√§sident, sondern gr√ľn. Die Musik hat zu spielen begonnen. Das war aber unfair, weil die hat allen gefallen. Wie ich zuhause einmal mit dem Schallplattenspieler solche Ger√§usche gemacht habe, habe ich zur Strafe zwei Wochen keine Nachspeise bekommen. Aber vielleicht essen die Hawaiierer-Kinder keine Nachspeise oder nur so gebratene W√ľrmer, wie das die wilden V√∂lker tun.

Ein dicker Musikant hat eine ganz grosse Bl√§tterkrone aufgehabt, und auf einer Trommel getrommelt. Die hat ausgesehen wie ein aufgeblasener K√ľrbis, war aber braun und eigentlich geformt wie ein Schneeman ohne Kopf.

Und dann kamen einige Hawaiierer-M√§dchen auf die B√ľhne und haben getanzt und gesungen. Sie haben R√∂cke aus Bast oder so, die ausschauen, wie diese R√∂cke in der Bananenwerbung. Bananenr√∂cke sind aber viel praktischer, die kann man aufessen und keiner schimpft, wenn sie schmutzig geworden sind. Papa hat gesagt, die R√∂cke heissen \"pa\'u\", aber das kann nicht sein, so heissen nur die V√∂gel mit den grossen Federn.
Die Blumengirlanden um den Hals und die Arme und die Beine, die die M√§dchen in Hawaii den ganzen Tag tragen m√ľssen, w√ľrden mich st√∂ren. Dem Papa hat\'s aber gefallen. Der hat die M√§dchen ganz lieb angel√§chelt und sie zur√ľck. Nur die Mama hat b√∂se geschaut und dem Papa unter dem Tisch aufs Schienbein getreten.

Die Hawaiierer tanzen Hula und das soll \"Tanz\" heissen, sagt Papa, aber Papa hat sicher nicht recht. Hula kommt vom Hula-Hoop-Reifen, sagt Natasha. Meine Freundin Natasha kann das, sie kann den Reifen f√ľnf Millionen Mal um den Bauch herumkreisen lassen, ohne aufzuh√∂ren. Bei mir f√§llt er immer runter. Hula-Hoop ist bl√∂d. Die Natasha ist eine Angeberin.

Am coolsten waren die Hawaiierer-M√§nner. Die brauchen keine T-Shirts anziehen, malen sich im Gesicht und auf den Armen an. Sie d√ľrfen auch alle furchtbar laut sein und mit den F√ľssen stampfen und den St√∂cken klopfen oder auf Trommeln trommeln, ohne dass sie ausgeschimpft und aufs Zimmer geschickt werden. Und einer hat sogar einen Feuerstab herumgedreht, immer schneller. Muss ich zuhause mit dem brennenden Hula-Hoop-Reifen von meiner Freundin Natasha ausprobieren. Wenn ich gross bin, werde ich Hawaiierer.
Die Mama hat den Hawaiierer mit dem Feuerstab ganz lieb angelächelt, und der Papa hat bös\' geschaut. Wahrscheinlich hat ihm noch das Schienbein wehgetan.

Mein Papa hat gesagt, dass die Tänze alle furchtbar komplizierte Namen haben und ich einen Knoten in der Zunge kriege, wenn ich versuche die auszusprechen. Ich habe das gleich probiert und hunderte Male versucht, aber ich habe keinen Knoten zusammengebracht. Mein Freund Michi wär\' sicher ganz neidisch, wenn ich mit so einem Zungenknoten nach Hause käme. Aber \"Ka Wa Pa Ka Na`au\" war vielleicht kein Name, der Knoten macht und Papa hat mich angeschwindelt.

Am Ende habe ich den dicken Trommler gefragt, was denn \"Du bist ein dicker Trommler\" auf hawaiiisch heisst, aber Mama und Papa haben ganz erschrocken geschaut, sind rot angelaufen und wir sind ganz rasch in unser Zimmer gegangen. Ganz böse Grimassen haben Mama und Papa geschnitten, wie sie mich angeschaut haben, und mit den Armen herumgefuchtelt. Manchmal muss ich mich wundern, warum sie sich immer die Abendessentanzereien in den Hotels anschauen, wenn sie sich dabei so aufregen.

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Und hier ein paar Illustrationen zum Text;
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dennis petsch
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also, da haben sich schon etliche leutchen hier durch deinen text geklickert & keiner f√ľhlte sich gen√∂tigt, einen kommentar abzulassen... dann werd' also ich nun mal eine lanze f√ľr unsere alpinen nachbarn brechen und in die rolle des defloreurs schl√ľpfen...

wei√ü nicht, ob's daran liegt, da√ü ich zzt. auf meinem retro-eav-trip bin, oder schon seit geraumer zeit mit dem gedanken schwanger geh, mal f√ľr ein j√§hrchen nach wien auszuwandern und somit eventuell ein wenig vorbelastet bin, aber ich ich finde deinen text nur noch klasse!

ohne jetzt gro√üartig einen auf belesen zu machen hat das ganze f√ľr mich schon einen ziemlichen touch von ludwig thoma, nur eben kindlich-unschuldig in √∂sterreich zuhause.
u.a. gezensort, hawaiierer und die als wie-sachen sind spitze!

hab hier wirklich schon etliche außergewöhnlich gute texte gelesen, vor deren urhebern und ihrem umgang mit worten ich nur noch auf die knie gehen mußte... aber bei aller schlichtheit hab ich bei deinem am herzhaftesten gelacht...& das nicht nur einmal!

verzeih mir den ausdruck, aber ein hoch auf den schluchtenscheißer marius!
hoff, daß sehn hier noch andere piefkes so als wie ich!

lg & baba...
-dennis-


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flammarion
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bitte

bitte mehr davon! hawiiianisch - köstlich! wo hat man denn sonst drei selbstlaute hintereinander?
ganz lieb gr√ľ√üt
__________________
Old Icke

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