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Leselupe.de > Kurzprosa
Als der Herr Jesus zu Gast war beim feinen Herrn von Gutenberg
Eingestellt am 12. 01. 2012 23:35


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HerbertKalk
Festzeitungsschreiber
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1. Es war 2012, und die Menschen wunderten sich, was der Mann im Kaftan da so trieb, der herumging und den Leuten das Blaue vom Himmel herunter erzÀhlte.
2. „Ein komischer Vogel!“, sagten die einen, „Ein kluger Mann!“, die anderen, aber keiner wusste wirklich, wer der Fremde war.
3. Einmal, als er so herumging und predigte, kam eine schwarze Limousine vorgefahren; darin saß der Herr von Gutenberg, den alle Welt verpönte, und ĂŒber den sich die Medien tagtĂ€glich das Maul zerrissen.
4. Der Wagen hielt am Straßenrand; er ließ die Scheibe runter, und der Fremde beugte sich zu ihm hinein:
5. „Wie heißt du, mein Freund?“, erkundigte er sich, und der Herr von Gutenberg antwortete: „Ich bin der Herr von Gutenberg, und ich will, dass du heute mein Gast bist!“
6. Da nickte der Fremde und setzte sich neben ihn in den Wagen, wÀhrend die Leute dastanden und gafften.
7. „Ich bin der Herr Jesus, weißt du!?“, stellte sich der Fremde vor, und der andere erwiderte: „Ich weiß, deshalb bin ich ja da; du sollst mich von meinen SĂŒnden lossprechen, damit ich wieder kandidieren kann!“
8. Wieder nickte der Herr Jesus, diesmal aber sprach er: „Schon klar, aber glaubst du, das Ă€ndert etwas daran, was die Leute von dir halten!?“
9. Der feine Herr von Gutenberg senkte sein gegeltes Haupt: „DarĂŒber habe ich noch gar nicht nachgedacht“, gestand er etwas kleinlaut.
10. „Siehst du!“, machte der Herr Jesus und klopfte ihm den RĂŒcken, „und genau das ist dein Problem: Dir sollte egal sein, was die Leute von dir halten, viel wichtiger ist nĂ€mlich, wie du dazu stehst!"

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Moony
Guest
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Hallo HerbertKalk,

grundsĂ€tzlich ist die Idee, einen politischen Zeitgenossen mit dem Neuen Testament zu konfrontieren, keine schlechte. Allerdings ist man bei der Adaptation von Bibelstellen rasch auf dem Glatteis, denn es wimmelt allenthalben von Schriftgelehrten. Falls Dir Lukas 19, 1-10, als Vorlage gedient haben sollte: Der dortige Guttenberg (Guttenberg bitte mit zwei t!) ist kein gegelter, arroganter Yuppi, sonder ein reuiger SĂŒnder, der die HĂ€lfte seines Vermögens den Armen verspricht und deshalb, trotz seines miesen Standes, der himmlischen Gnade teilhaftig wird. Ganz entscheidend: Nicht der Zöllner lĂ€dt ein, sondern Jesus gibt sich von selbst die Ehre.

Ich glaube, lieber HerbertKalk, du hast, ebensowenig wie KT, verstanden, was Buße ist und was sie bewirkt. WĂ€re ich Guttenbergs Berater gewesen, dann hĂ€tte ich ihm seinerzeit empfohlen, zu bekennen („ja, ich habe beschissen!“), danach öffentlich Buße zu tun und medienwirksam in einem Kloster zu verschwinden, um dortselbst bei Wasser und Brot Unkraut zu jĂ€ten, Waisenkindern die WĂ€sche zu waschen und den Hof zu kehren. ErklĂ€rtermaßen fĂŒr mindestens ein halbes Jahr, derweil sein Ehegespons nur in grobem Rupfen unterwegs und jeder Lustbarkeit entsagend mit die Zerknirschte gibt.

Das Volk hĂ€tte das halbe Jahr niemals ausgehalten, sondern den Gutten spĂ€testens nach sechs Wochen wieder an Herz zu drĂŒcken verlangt und Aufrufe verfasst, er möge doch baldestmöglich als verlorener Sohn heimkehren („es reicht, KT!!“), um wieder an der Rechten des Vaters zu sitzen.
Dass Guttenberg diese Chance vertan hat, ist der eigentliche Fehler seines Lebens – nicht der mit der gekauften Diss.

Doch zurĂŒck zu Deinem Versuch. Ich halte ihn deshalb fĂŒr missraten, weil er nicht wirklich Bezug auf die Botschaft der „Heiligen Schrift“ nimmt. Es entstand leider keine Satire, sondern etwas belanglos-banal Unwitziges. Und dafĂŒr, finde ich, ist das Evangelium denn doch zu schade.
Lg

Moony

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HerbertKalk
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2011

Werke: 18
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@Moony: Ich glaube, DU hast nicht verstanden, worum es in der Bibelstelle geht. Es geht hier nicht um das Bußetun. Es geht um die Begegnung mit Jesus, den daraufhin folgenden Geisteswandel. Und um die Leute, die nicht verstehen.
Ich finde nicht schlimm, was der Herr von Gutenberg/Guttenberg gemacht hat. Er muss deswegen auch nicht ins Kloster gehen. Entscheidend is seine ĂŒberhebliche Art, sein ĂŒberbortendes Selbstbewusstsein, das man als Politiker ja auch doch irgendwie braucht, aber trotzdem ... Er WOLLTE das alles viel zu sehr, und hat darĂŒber hinaus anscheinend ganz vergessen, was es eigentlich heißt, Mensch zu sein oder fĂŒr ein Volk einzutreten. Aber auch die Leute haben vergessen, dass er doch auch nur ein Mensch ist.
Der Text soll außerdem keine Satire auf der Evangelium sein, sondern vielmehr nur eine kleine Variation der Stelle ins Heutige ĂŒbertragen. Dass Gutenberg/Guttenberg drin vorkommt, ist eigentlich irrelevant. Könnte auch der Wulf sein. Ging um die öffentliche Person, auf die die Leute "sauer" sind, obgleich wegen welcher Lapalie, und die dabei ganz das Menschsein vergessen, und dass es manchmal nur eines kleinen Anstoßes bedarf.

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