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Leselupe.de > Kindergeschichten
Als die Hühner streikten - eine Ostergeschichte
Eingestellt am 01. 04. 2004 16:00


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tinta
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Hallo, viel Spaß beim Eiersuchen wünscht Euch Tinta Thurau :-)

Der Osterhase traute seinen Ohren nicht. Und dass, obwohl sie, wie bei jedem anderen Hasen auch, ziemlich lang waren und der Osterhase überdies auch ziemlich gut hören konnte.
„Wir streiken“, krähte Kawumm, das Oberhuhn. Im Hühnerstall herrschte aufgeregte Stimmung. Keines der Hühner hatte sich die Mühe gemacht, für Ordnung zu sorgen. Es war nicht gefegt worden, überall war Stroh wild über dem Boden verstreut. Die morgendliche Zeitung lag unangerührt auf dem klitzekleinen Tisch im Hühnerwohnzimmer. Und die Nester waren leer.
„Genau!“ krächzten die anderen Hühner. „Wir legen keine Eier mehr, keine Eier mehr.“
Der Osterhase kratzte sich am Ohr. Kein Zweifel, er hatte richtig gehört.
„Aber warum denn? Warum wollt Ihr keine Eier mehr legen?“ fragte er, sichtlich verwirrt.
Kawumm, das Oberhuhn, schüttelte unwirsch den Kopf. Die anderen Hühner taten es ihm nach.
„Wir streiken und dafür haben wir unseren Grund. Wir legen keine Eier mehr. So!“
„Wir legen keine Eier mehr, keine Eier mehr. So!“, gackerten die Hühner. Jedes von ihnen hatte seinen eigenen Schlafplatz. Wie kleine Zimmer waren die Schlafplätze durch Wände voneinander getrennt. Das hatte Kawumm vor langer Zeit einmal durchgesetzt. „Wir Hühner wollen auch mal allein sein“, hatte Kawumm behauptet. Und so bekam jedes Huhn sein eigenes Zimmer. Die Wände zierten Bilder von winzigen Küken. Im Zimmer von Kawumm war kein Kükenbild. Vielmehr hing da an der Wand ein Poster von einem stolzen Hahn.

Mit dem einen Flügel wies Kawumm nun auf dieses Bild, mit dem anderen Flügel wies das Huhn auf das einzige unbewohnte Hühnerzimmer. Vorwurfsvoll sprach Kawumm aus, was die anderen Hühner dachten.
„Du hast Luciano vertrieben.“
„Er hat Luciano vertrieben, Luciano vertrieben“, echoten die Hühner.
„Was denn? Ihr meint diesen lauten, eingebildeten Hahn?“ rief der Osterhase. „Der, der zehn Mal am Tag und zwölf Mal in der Nacht gekräht hat?“
„Luciano war ein gefeierter Opernsänger. Er sang für uns die schönsten Arien“, gackerte Kawumm.
„Opernsänger, schöne Arien, schöne Arien“, ereiferten sich die Hühner.
„Das war ein verrücktes Federviech, dass die Uhr nicht lesen konnte“, antwortete der Osterhase trocken.
Kawumm kniff die Augen zusammen und plusterte sich auf.
„Du hast ihm gesagt, er solle nur noch drei Mal am Tag singen. Tsstsss. Wie kann man einem Opernsänger nur solche Vorschriften machen? Der Ärmste musste sich das Singen verkneifen. Wir mussten ihm den Schnabel zubinden. Am Ende konnte er nur noch krächzen und hat sich aus dem Staub gemacht.“
„Aus dem Staub gemacht, der Ärmste, der Ärmste“, plapperten die Hühner.

„Pah, das war ein verrückter Hahn, der bloß dumm gekräht hat. Und das so laut und so schief, dass es zum Jammern war.“ Der Osterhase hatte wahrlich gelitten in der Zeit, als Luciano sein Unwesen trieb. Mitten in der Nacht hatte der Hahn gekräht und zwar so laut und anhaltend, dass der Osterhase vor Schreck aus dem Bett geplumpst war. Oh, er hatte es versucht. Hatte sich Watte in die Ohren gestopft, um das Gekrähe zu ertragen. Doch es hatte nichts genützt, Luciano war einfach zu laut. Darauf hin hatte der Osterhase neue Regeln aufgestellt. Luciano sollte nur noch drei Mal täglich krähen und nachts am besten gar nicht. Daraufhin hatte Luciano seine Siebensachen gepackt und hatte das Weite gesucht.

„Wie dem auch sei, Ihr seid die Hühner des Osterhasens und habt eine wichtige Aufgabe...“ erklärte der Osterhase beschwichtigend, doch Kawumm unterbrach ihn.
„Und du bist ein Osterhase ohne Eier.“
„Osterhase ohne Eier, ohne Eier.“
Damit kehrten die Hühner dem Osterhasen den Rücken und taten so, als sei er gar nicht da. Kawumm machte es sich im großen, knallroten Ohrensessel bequem und schnappte sich die Zeitung. Die Hühner gönnten sich am Hühnertisch ein Tässchen Tee und ein paar Körner und palaverten ungerührt über die lieben Kleinen. „Mein Küken hat gestern einen ersten Flugversuch gemacht“, plapperte die eine Henne. „Ach, nein, wirklich?“, gackerte eine andere.

Schulterzuckend trollte sich der Osterhase. Draußen an der frischen Luft dachte er nach. Irgend etwas musste ihm einfallen und zwar bald. Wenn die Hühner keine Eier legten, was sollte er dann bloß tun? Bald war Ostern und die Kinder wären sicher enttäuscht, wenn es keine Ostereier gäbe. Noch dazu drängte die Zeit, denn die Eier mussten nicht nur gelegt, sondern auch angemalt werden. „Hach, herrjeh, herrjeh“, seufzte der Osterhase. „Was soll ich nur tun?“

Den ganzen Tag zerbrach sich der Osterhase den Kopf. Sollte er versuchen, Luciano zu finden? Wahrscheinlich war der schon längst über alle Berge. Niemand konnte wissen, wem er jetzt mit seinem überlauten Gekrähe auf die Nerven fiel. Ja, musste es überhaupt Luciano sein? Er könnte auch einen anderen Hahn bitten, das Oberkommando im Stall zu übernehmen. Nachdenklich knabberte der Osterhase an einer Möhre. Dann hatte er plötzlich eine Idee.
„Ich suche mir einen netten Hahn. Einen, der mich nicht die ganze Nacht aus dem Bett kräht. Das ist es! Ich werde einfach zum Hugo pesen und ihn bitten, mir einen Hahn auszuleihen.“

Es war früher Abend, als der Osterhase in rasend schnellem Tempo loshoppelte. Er musste dringend zu Hugo. Das war der Bauer, der ganz in der Nähe vom Osterhasen einen großen Hof hatte. Die Kühe sahen den Osterhasen schon vom weitem.
„Ja, ist es denn schon Ostern?“ fragte die schokoladenbraune Kuh die schwarzweiß-gefleckte. „Nöööö“, antwortete diese.
„Hmmmmmuh“, machte die andere und kaute weiter Gras. Damit war der Fall für sie erledigt.

Hugo war gerade dabei, den Schweinestall auszumisten. Atemlos erklärte der Osterhase Bauer Hugo, was passiert war.
„Meine Hühner streiken, weil sie keinen Hahn mehr haben.“
Hugo hatte aufmerksam zugehört. Er stellte die Mistgabel ab und stemmte die Hände in die Hüften. „Tja, so wie ich das sehe, ist die Sache leicht zu regeln. Du brauchst einen Hahn.“ Die Schlappohren des Osterhasens richteten sich auf. „Genau“, lachte er. „Ich brauche einen Hahn!“ Hugo runzelte die Stirn. Sofort knickte ein Ohr des Osterhasens wieder ein und hing schlaff nach unten. „Hättest Du denn einen Hahn für mich?“ Hugo zog die Stirn in Falten. „Das schon. Aber... hm.. wie soll ich sagen. Der Hahn kräht nicht.“
„Na, das ist doch wunderbar“, rief der Osterhase und sein Ohr richtete sich schlagartig wieder auf. „Das ist doch ganz wunderbar!“
So kam es, dass den Osterhasen auf seinem Rückweg zum Hühnerstall ein stummer Hahn begleitete. Keinen Mucks machte er.
„Wie heißt denn Du?“ fragte ihn der Osterhase. Der Hahn antwortete nicht. „Kannst Du nicht sprechen?“ Keine Antwort. „Gut. Ich werde Dich einfach Silencio nennen. Gefällt Dir das?“ Der Hahn zeigte keine Reaktion. „Du wirst Dich bei uns sicher wohl fühlen. Meine Hühner werden Dir gefallen. Sie sind, nun ja, sie sind manchmal ein bisschen eigenwillig, aber eigentlich sind sie ganz lieb. Außerdem gibt es keinen Hahn. Sie werden froh sein, dass Du bei ihnen bist.“ Silencio folgt ihm ohne zu murren.

Als sie an der Kuhweide vorbeikamen, blieb das natürlich nicht unbemerkt. Die schokoladenbraune Kuh sah kurz auf. „Ja, ist denn schon Ostern?“
„Nöööö.“ Die schwarzweißgefleckte Kuh zermalmte weiter Gras.
„Was will er denn mit dem stummen Hahn?“ Die schokoladenbraune Kuh sah den beiden nach.
„Bestimmt will er ihm das Krähen beibringen, hmmmuuuh“, brummte die schwarzweißgefleckte Kuh und damit war die Sache erledigt.

Schon von weitem hörten sie das aufgeregte Geschnatter im Hühnerstall. „Er hat einen Hahn dabei, einen Hahn“, gackerte das Huhn auf seinem Wachposten. „Einen Hahn, einen Hahn“, schnatterten die anderen.
„Ist es Luciano?“ Kawumm richtete sich auf dem Ohrensessel auf.
„Nnn-nein. Das ist nicht Luciano.“
„Nicht Luciano, nicht Luciano.“
“Alle zurück auf ihren Posten”, herrschte Kawumm die Hühner an. „Und keinen Ton“, zischte Kawumm.
„Sie kommen“, gackerte der Wachposten.

Der Osterhase und der Hahn betraten den Stall. Alles sah so aus wie am Morgen, als der Osterhase den Hühnerstall verlassen hatte. „Mein Küken hat gestern einen Flugversuch gemacht“, gackerte eine Henne. „Ach, nein, wirklich“, gackerte eine andere Henne. „Also, mein Küken... ooooh, wen haben wir denn da?“ Alle Hühner starrten neugierig auf die Besucher. So, als seien sie völlig überrascht.
„Liebe Hühner“, begann der Osterhase mit feierlicher Stimme. „Ihr habt mich überzeugt. Ihr wolltet einen Hahn. Das verstehe ich natürlich. Ich freue mich, Euch Silencio vorstellen zu können. Ein prachtvoller Hahn, der Euch ab heute Gesellschaft leisten wird. Er ist ein wenig still, aber .. na ja.“ Er stupste Silencio ein wenig an, dieser machte einen Schritt nach vorn, reckte den Hals und krähte laut und vernehmlich.
„Äh-ähähähäääää! Äh-ähähähääääää!“ Dem Osterhasen dröhnten die Ohren.
„Guoah, wie schön der krähen kann!“ schrieen die Hühner verzückt. „Silencio, was für ein schöner Name! Guoah, schöner Name, schöner Hahn!“
Silencio stolzierte einmal im Kreis. Er erntete allseitige Bewunderung. Selbst Kawumm riss es vom Ohrensessel. Sie schnappte sich den Besen. „Los, los, wir müssen hier aufräumen. Was für ein Schweinestall hier! Das geziemt sich nicht für einen solch stolzen Hahn! Was für ein Schweinestall“ krähte Kawumm und trieb die anderen eilig zur Arbeit an.
„Schweinestall, Schweinestall“, gackerten die Hühner.
„Nein, nicht Schweinestall, das ist ein Hühnerstall“, krächzte Kawumm verwirrt. Ein hektisches Treiben begann. Silencio wurde zum Ohrensessel geleitet, von wo aus er hoheitsvoll alles überblickte.
„Na, dann könnt Ihr ja jetzt wieder Eier legen“, rief der Osterhase erleichtert. Kawumm stellte abrupt den Besen in die Ecke.
„Legen wir jetzt wieder Eier?“ krähte Kawumm. Die Hühner hielten kurz inne. Keine wagte zu gackern. Totenstille im Hühnerstall. Alles sah zu Silencio. Dieser nickte huldvoll. „Jawohl, wir legen wieder Eier!“ rief Kawumm.
„Legen wieder Eier, Eier“, gackerten die Hühner aufgeregt.
Erleichtert lächelte der Osterhase und trat hinaus an die frische Luft.
„Puh, noch mal Glück gehabt“, seufzte er. Die Sonne war bereits untergegangen und er beschloss, es für heute gut sein zu lassen und sich aufs Ohr zu legen.

Am nächsten Morgen um 5 Uhr weckte ihn ein ohrenbetäubender Lärm. Vor lauter Schreck flog der Osterhase aus dem Bett. „Herrjeh, herrjeh, was ist denn jetzt schon wieder los?“ brummte er und rappelte sich hoch.
„Öhöhöhöhööööö“, krähte Silencio in einem fort. „Öhöhöhöhöööö.“
„Das kann ja heiter werden“, murrte der Osterhase.

Wenig später betrat er den Hühnerstall. Er war blitzblank sauber gefegt. Die Hühner hatten sich um Silencio geschart. Dieser lümmelte sich auf dem Ohrensessel herum, an jeder Seite eine Henne, die er freundschaftlich im Arm hielt und dabei Geschichten zum besten gab.
„Und dann hörte ich, wie der Osterhase meinem Hugo erzählte, dass ihr einen Hahn hattet, der immerzu gekräht hat.“
„Immerzu, immerzu“, gackerten die Hühner und rollten dabei mit den Augen.
„Ihr müsst wissen, dass alle mich für stumm hielten. Ich habe nämlich nie gekräht.“
„Nie gekräht, nie gekräht?“ Das verwirrte seine Zuhörerschaft.
„Bei Hugo waren nur ganz dumme Hühner. Oh, das waren schlimme Zeiten bei Hugo“, sinnierte Silencio. „Den ganzen lieben langen Tag hatte ich nur dumme Hühner um mich herum. Meine Lieben, da waren weit und breit nicht so tolle Hennen wie Ihr.“
„Tolle Hennen wie wir, tolle Hennen wie wir“, schnatterten die Hühner sichtlich erfreut.
„Jetzt machst Du mal nur keinen Fehler, alter Junge, dachte ich mir, als ich hörte, wie sich der Osterhase über Luciano beschwerte. Und ich hielt meinen Schnabel.“
„Wie schlau von Dir!“ gackerte Kawumm entzückt.
„Schlauer Hahn, schlauer Hahn“, echoten die anderen.
„Ja, das war schlau. Denn jetzt bin ich bei Euch. Und so soll es auch bleiben.“
Bevor die Hennen ihm beipflichten konnten, trat der Osterhase hinzu.
„Guten Morgen, liebe Hennen. Wie ich sehe, hat jedes Huhn ein Ei gelegt. Hervorragend, ich bin sehr stolz auf Euch.“
„Stolzer Hase, Osterhase!“ gackerten die Hühner.
„Ich werde sie jetzt einsammeln und bitte Euch, schön weiter Eier zu legen, damit wir zu Ostern genügend Eier zusammen haben.
„So soll es sein“, mischte sich Silencio hoheitsvoll ein.
„Ab sofort legt jedes Huhn ein Ei, am besten täglich zwei.“
Kawumm runzelte die Stirn, wagte sich jedoch nicht, hiergegen etwas einzuwenden. Der Osterhase sammelte die Eier ein und legte sie in einen Korb. Zufrieden wandte er sich an die Hühner. „Wie wäre es, wenn Ihr mir helft, die Eier zu bemalen?“
Keines der Hühner antwortete. Fragend sahen sie zu Silencio.
„Wir sind nicht nur zum Arbeiten hier“, krähte dieser.
„Eierbemalen ist keine Arbeit. Ihr werdet sehen, das macht sogar richtig Spaß.“
Gespannt warteten die Hühner auf die Antwort Silencios. Dieser wiegte nachdenklich den Kopf. „Ich werde darüber nachdenken“, antwortete dieser und hüllte sich in Schweigen.
„Er wird darüber nachdenken, schlauer Hahn, schlauer Hahn“, palaverten die Hühner. Der Osterhase zuckte die Achseln.
„Mach das ruhig, noch haben wir ohnehin nicht genügend Eier zusammen.“ Damit verließ er den Stall.

Am nächsten Tag hatten die Hühner wieder Eier gelegt, manche Henne hatte tatsächlich zwei Eier in ihrem Nest hinterlassen. Am Tag darauf folgten weitere Eier, tags drauf noch mehr Eier.
„Ostern rückt näher“, erklärte der Osterhase. „Wir sollten mit der Verzierung der Eier beginnen. Helft Ihr mir dabei?“ Der Osterhase warf dem Hahn einen fragenden Blick zu. Silencio nickte huldvoll.
„Oh ja. Ich bin zu einem Entschluss gekommen. Wir werden dem Osterhasen helfen, die Eier zu bemalen. Denkt nur an die Kinder, wie sie sich freuen, wenn sie bunte Ostereier finden.“ Die Hühner nickten begeistert.
„Wie die Kinder sich freuen, wie sie sich freuen“, plapperten sie.

Und so kam es, dass der Osterhase jede Menge Pinsel zum Hühnerstall schleppte, unzählige Farbtöpfe, winzige Aufkleber, außerdem einen Kassettenrekorder und eine Extraration Hühnerfutter, denn Silencio hatte eine einzige Bedingung gestellt für die Malaktion:
„Wir machen eine Eiermalparty!“ hatte er verkündet. Und so sollte es sein.

Aus dem Hühnerstall dröhnte laute Musik, lautes Gegacker und das Lachen vom Osterhasen. Der Wind trug sie fort bis zur Kuhweide beim Bauer Hugo.
Die schokoladenbraune Kuh horchte auf. „Ja, ist denn schon Ostern?“
„Nöööö“, brummte die schwarzweißgefleckte Kuh.
„Aber bald. Hmmuuuh“, gab sie noch von sich. Dann wandte sie sich wieder dem Gras zu und damit war die Sache für sie erledigt.

Bis tief in die Nacht ging die Eiermalparty. Jedes Huhn hatte einen Pinsel im Schnabel und bemalte nach Herzenslust die vielen, vielen Eier. Gitarrenmusik tönte aus dem Rekorder und Silencio sang voller Inbrunst zur Musik mit.

Du hast es ja gesehn,
der Osterhase kann bald gehen,
den Kindern die Eier bringen,
lasst uns alle zusammen singen.
Das ist der Ei-Ei-Eier-Rock,
das ist der Ei-Ei-Eier-Rock.

Das Lied, das find ich cool,
das reißt mich glatt vom Stuhl,
malt hurtig weiter, weiter,
das macht mir Spaß, macht mich heiter.
Das ist der Ei-Ei-Eier-Rock,
das ist der Ei-Ei-Eier-Rock.


Die Eier sind schön bunt,
ich gebe es hiermit kund
Ostern wollen wir feiern,
mit vielen bunten Ostereiern.
Das ist der Ei-Ei-Eier-Rock,
das ist der Ei-Ei-Eier-Rock.

Am Ende waren tatsächlich alle Eier bemalt. Kunterbunte Ostereier legte der Osterhase vorsichtig in seinen Korb.
„Danke, dass Ihr mir geholfen habt.“ Er lächelte. „Bei Sonnenaufgang werde ich die Eier verteilen. Toll, dass wir das alles geschafft haben“, sagte er. „Das muss gefeiert werden. Los, Silencio, sing es noch einmal für uns.“

Und so kam es, dass Silencio, der Osterhase und die Hühner den Eier-Rock sangen. Der Wind trug das Lied fort zur Kuhweide beim Bauern Hugo. Selbst der Hahn hatte aufgehört zu krähen, als er das Lied hörte. Es war übrigens Luciano, der Unterschlupf bei Hugo gefunden hatte. Den ganzen Tag krähte er nach Herzenslust. Die Kühe ließen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Mitten auf der Weide horchte die schokoladenbraune Kuh auf.
„Ja, ist denn schon zu Ostern?“
„Hmmmmuuuuuh“, antwortete die schwarzweißgefleckte Kuh. Und damit war der Fall für sie erledigt.




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Penelopeia
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Hallo Tinta,

das ist ja eine köstliche Geschichte! Klug aufgebaut, mit sehr viel Witz und Charme... Ich werd sie mal meinen Kindern vorlesen, die werden sicher viel Freude dran haben.
Einige ganz kleine Bemerkungen: Zwei Fehlerchen sind mir beim Lesen aufgefallen, einmal schreibst Du "..., den zehn Mal am Tag..." - sicher soll es heißen: "Der, der zehn Mal..."; die zweite Stelle lautet "vom weitem..."
Sind aber Marginalien, insgesamt ist die Sprache einfach, aber sehr wirkungsvoll, gut strukturiert und für Kinder nachvollziehbar. Einen solchen Text wünscht man sich doch glatt als Kinderbuch!

Liebe Grüße

Pen.

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hera
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Hallo tinta,

ich bin hellauf begeistert von deiner Oster-Geschichte. Sie liest sich einfach wunderbar. Deine Sprache ist außergewöhnlich bildhaft. Die gackernden Hühner mit ihren typischen Charaktereigenschaften oder die Kühe, die so leicht nichts aus der Ruhe zu bringen vermag, sind Beispiele dafür.
Die Geschichte wird Kindern gut gefallen. Ein gelungener Lesespaß!

Viele Grüße, hera

PS: Ein paar kleine Fehlerchen haben sich noch eingeschlichen. Beispielsweise wird die Anrede klein geschrieben und auch bei der Interpunktion stimmt es noch nicht ganz. Ich setze mal ein paar Beispiele drunter.

„Genau!“ krächzten die anderen Hühner.

Richtig: „Genau!“, krächzten die anderen Hühner.
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„Und Du bist ein Osterhase ohne Eier.“

Richtig: „Und du bist ein Osterhase ohne Eier.“
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„Ach, nein, wirklich?“ gackerte eine andere.

Richtig: „Ach, nein, wirklich?“, gackerte eine andere.

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tinta
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Danke an Pen und Hera

Liebe Pen, und liebe Hera,

ich war schon länger nicht mehr in der Leselupe unterwegs, daher bin ich mir nicht sicher, ob ich das richtig mache mit dem Anklicken des ANTWORT-Buttons. Sicherheitshalber schreibe ich Euch beiden.
Vielen Dank für Eure superschnelle Reaktion. Ich hatte schon die Befürchtung, dass die Länge der Story die Leser abschreckt. Ich habe die Geschichte bereits 2 Mal vorgelesen, einmal in einer Grundschule (1. Klasse) und einmal in einem Buchladen. In der Grundschule war es besonders toll: Die Kids wussten natürlich immer schon gleich, was die Kühe sich zu erzählen haben... und muhten kräftig mit. Herrlich! Der Ei-Ei-Eier-Rock ist super angekommen und ich musste ihn ein paar Mal mit den Kindern zusammen singen. Es ist übrigens eine fetzige Melodie, die ich mir mit einer Sängerin zusammen ausgedacht habe. So richtig rockig...
Vielen Dank auch für die Rechtschreibtipps, ist mir glatt durchgegangen. Wenn ich bloss wüsste, wie ich den Text online korrigieren kann...

Liebe Grüße, Tinta


PS: Das war meine erste Antwort. Leider habe ich Greenhorn sie völlig falsch untergebracht. Dank Hera weiß ich jetzt, wie es geht. Danke, danke, danke
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Henry
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Hallo Tinta,

wunderschöne Ostergeschichte, hat mich richtig gefesselt.
Ich werde sie meinem Neffen vorlesen.

Den Schluss der Geschichte finde ich ein wenig abrupt, könnte ein wenig harmonischer ausklingen.

Auf jeden Fall werde ich dieses Jahr Ostereier mit einem ganz anderem Bewußtsein verspeisen.

Gruß
Henry

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tinta
Manchmal gelesener Autor
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Lieber Henry,

vielen Dank für Deine lieben Zeilen. Ich hoffe, Dein Neffe hat Spaß an der Geschichte. Habe sie gestern rund 30 Kids vorgelesen. Darunter waren unter anderem auch Geschwister-Kinder um die 2-3 Jahre alt. Puh..., ganz schön anstrengend, die Rasselbande bei Laune zu halten. Aber Spaß hatten sie doch, und spätestens beim Ei-Ei-Eier-Rock haben sie alle mitgegroovt. Ich finde es immer wieder schön, Kindern eine Geschichte vorzulesen und mit ihnen Quatsch zu machen. In diesem Sinne, ein schönes Hasenfest,
lieben Gruß, Tinta
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