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Leselupe.de > Kurzprosa
Als die Lichter erloschen
Eingestellt am 02. 05. 2001 20:10


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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2001

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Mit dieser letzten Geschichte aus Menschenhand endet alles. Die finalen Worte des einzig ├╝brig gebliebenen Menschen in diesem Universum:
├ťberall ist Feuer, ├╝berall ist Flut. Menschen ertrinken in der Glut und zerschmelzen im Wasser. Sturm rei├čt Felsen und Steine fort und zertr├╝mmert damit Landschaften und H├Ąuser. St├Ądte lodern in Feuersbr├╝nsten, Vulkangestein rafft Inseln und umliegende Gebiete dahin und Erdbeben vernichten gro├če Br├╝cken und hohe Geb├Ąude.
Die Naturkr├Ąfte haben sich gegen diesen Planeten und damit gegen sich selbst verschworen. Die Welt begeht Selbstmord und wir Menschen stecken da mit drinnen. Nun sind alle tot, bis auf mich einsame Seele. Doch auch ich werde bald von einem gl├╝henden Felsbrocken oder von einer Flutwelle ├╝berlistet werden. Dabei wehre ich mich nicht einmal. Ich sitze einfach nur da und sehe den brennenden ├ťberresten von H├Ąusern, Autos und Menschen zu, wie sie tot und unbrauchbar an ihrer Stelle in dunklem Rauch zum roten Himmel aufsteigen. Ich habe keine Angst und keine Sorgen, bin nur ersch├Âpft. Ersch├Âpft von den Gedanken die mich noch vor einigen Stunden ├╝berrannten, ehe der Weltuntergang so ├╝berraschend losbrach. Ich mu├čte mir Sorgen machen um meine Arbeit, meine Beziehungen zu Menschen, um die soziale Situation unserer Wirtschaft, um den Schmerz den so viele Menschen t├Ąglich verbreiten und verursachen, um die Zukunft, um die Vergangenheit, ...
Jetzt ist es vorbei und ich bin erleichtert als ich daran denke. Im Hintergrund h├Âre ich das zischen des Windes der zwischen meinem Schutzwall aus Autoreifen und einer zerst├Ârten Mauer hindurchdringt. Meine Kleidung ist verrissen und dreckig von der Asche die sich auf dem Asphalt verteilt hat. Mein Sweatshirt und die Hose flattern mit den Flammen im Hintergrund synchron zu einem steifen Windsto├č.
Wir Menschen haben viel falsch gemacht. Doch wir waren selbst daran schuld. Bevor sich die Weltm├Ąchte mit Atomwaffen vernichten konnten hat der Planet selbst die Initiative ergriffen. Er hat rebelliert gegen die unertr├Ąglichen Menschen. Dabei h├Ątte er uns sicher noch viele Jahre erdulden k├Ânnen. Die Natur war immer m├Ąchtiger als der Fremdk├Ârper Mensch. Zu jeder Zeit. Ich denke der Planet hatte einfach Lust auf einen Neuanfang. Ihm hat der Hintern gejuckt und nimmt darum jetzt eine komplette Dusche. Er l├Ąsst sich eine neue Frisur schneiden. Sein Gesicht gefiel ihm nicht mehr und l├Ąsst sich gerade chirurgisch ein neues zurechtbasteln. Darum l├Ąsst die Natur gerade die H├Âlle los. Wir Menschen haben einfach ausgedient. Wir sind nicht mehr interessant oder n├╝tzlich. Wir haben schon alles gesehen und ertragen m├╝ssen. Wer hatte eigentlich noch Angst vor der Apokalypse?
Ich lehne mich immer noch an meine Autoreifen und frage mich warum ich keine Furcht vor meinem bevorstehenden Ableben habe. Dann kommt mir die Antwort: Weil mir jetzt niemand mehr etwas anhaben kann. Ich bin auf mich alleine gestellt und mu├č mich vor niemandem mehr rechtfertigen. Ich habe mich selbst ├╝berwunden. Ich bin frei!
Ich sehe senkrecht hinauf und sehe das gro├če rauchende Geb├Ąude hinter mir wanken und erkenne wie es den Gesetzen der Schwerkraft nicht mehr wiederstehen kann, sich ├╝ber mich beugt und dann beginnt zu fallen. Ich l├Ąchle nochmals anhaltend weil ich das Gef├╝hl bekommen habe, das ich in meinem Leben bis zu diesem Zeitpunkt immer vermisst habe.
Und das Licht der Welt erlischt.

__________________
Sch├Ân, dass wir einmal dar├╝ber sprechen konnten...

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