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Leselupe.de > Gereimtes
Als ein Sandkorn
Eingestellt am 06. 01. 2008 18:51


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Walther
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Als ein Sandkorn


Ich steh am Ufer unverr├╝ckt
Steine w├Ąren zu bewegen
Will das Leben widerlegen
Dass endlich wieder mal was gl├╝ckt

Tropfen aus dem wilden Regen
Sie flie├čen Quell in Bach in Fluss
In See ins Meer ich steh und muss
Widerspiegeln mich entgegen

Allen Flie├čens Richtung weiter
Warten werde nicht gescheiter
Denn der sich gegen M├Ąchte stemmt

Und der das Wasser d├Ąmmt und hemmt
Wird geschliffen und zerkl├╝ftet
Als ein Sandkorn abgedriftet

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Spaetschreiber
Guest
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K├╝rzer

Klasse! Klasse! Klasse!

Die ersten beiden Strofen sind so unglaublich, dass sich der Rest er├╝brigt. (f├╝r mich, als jemanden der sich seine Bilder malt). Billy Wilder sagte mal: "gib den Leuten Zeit". In diesem Falle auch. Gib ihnen Zeit, zum zur├╝cktreten, denn erst dann sieht man das ganze Bild.

Wirklich sch├Ân Walther, wirklich.

LG
Tom

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Walther
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Hallo Spaetschreiber,

das ist mir so "rausgerutscht". Es geh├Ârt zu den Orchideensonetten (das erste kam gar nicht an). Es sind schon weitere geschrieben, die vielleicht noch den Weg in die Lupe finden.

Mal sehen, was sich noch tut, wenn sichs tut.

Danke f├╝r die lobende Erw├Ąhnung. Immer wenn man sich an eine neue Form wagt, ist gerade solch ein kleines (!) Lob unglaublich wichtig.

Lieber Gru├č und sch├Âne Woche

der W.
__________________
Walther
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Walther
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Hallo Marie-Louise,

wie ich sagte, spiele ich ein wenig mit der Form. Daher kann das eine oder andere durchaus diskutiert und moniert werden.

(1) Warum keine Satzzeichen

Zum Einen, weil sich dadurch zus├Ątzliche Bedeutungen ergeben. Das ist insbesondere bei Enjambements zu beobachten. Zum Zweiten, weil der Text dadurch - ebenso wie er Geschwindigkeit verliert zugleich - Geschwindigkeit gewinnt, wenn man sich dem Rhythmus ├╝berl├Ą├čt.

(2) Bedeutung

Letztlich ist es das alte Bild des Scheiterns dessen, der sich gegen die Wasser (welche auch immer) stemmt. Er wird zermahlen.

Auf den konkreten Punkt eingehend: Regen(wasser) flie├čt in den Quell, der in den Bach, der in den Flu├č, der in den See oder oder das Meer. Eigentlich denkbar einfach, so aber wird das Kataraktartige des Flie├čens betont, man sieht das Wasser regelrecht.

(3) Herangehensweise an diese Texte

Man sollte sich einfach dem Flow (= dem Flie├čen) der Sprache ├╝berlassen und erst bei zweiten Lesen den Sinn in seinen Teilen zu erschlie├čen versuchen. Wie sagt unser aller Herbie? Kopf aus - tanzen!

Lieber Gru├č W.
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Walther
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Gerd Geiser
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Hallo Walther,

ein sehr sch├Ânes Gedicht, weil es eine tiefe Wahrheit quasi flie├čend transportiert. Und gerade die "Quell in Bach" Stelle finde ich besonders gelungen, hier beginnt das Flie├čen bzw. das Leben. Allein die Vokabel "abgedriftet" st├Ârt f├╝r mein Empfinden ein bischen den Sprachductus.

wird geschliffen nach Belieben
und als Sandkorn aufgerieben

wird geschliffen und gerieben
und als Sandkorn fortgetrieben

Ich nehme mal an, dass ein weiblicher Reim am Ende garnicht zul├Ąssig ist.

Oder lass es, wie es ist, es ist gut.

LG,
Gerd

__________________
Es ist schon alles gesagt. Nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

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Walther
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Hallo Gerd,

Deine Formulierungen l├Âsen in der Tat eine Problemstellung, die mich umgetrieben hat. Als Alternativversion eine richtig gute Idee.

Irgendwann habe ich dann gesagt, la├č das Kantige doch einfach stehen. Es baut auch sprachlich diesen starren Widerspruch zwischen dem Flie├čen, das gewinnt, gegen das St├Ârrische, das da steht, als ob es gewinnen k├Ânnte, auf.

Danke f├╝r den Tip, den ich sicherlich noch eine Weile in mir hin- und herbewegen werde.

Lieber Gru├č W.
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Walther
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Walther
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Auch hier die rechtgeschriebene Version:

quote:
Ich steh am Ufer unverr├╝ckt -
Steine w├Ąren zu bewegen -,
Will das Leben widerlegen,
Dass endlich wieder mal was gl├╝ckt.

Tropfen aus dem wilden Regen,
Sie flie├čen: Quell in Bach in Fluss
In See ins Meer; ich steh und muss
Widerspiegeln mich, entgegen

Allen Flie├čens Richtung weiter
Warten; werde nicht gescheiter:
Denn der sich gegen M├Ąchte stemmt

Und der das Wasser d├Ąmmt und hemmt,
Wird - geschliffen und zerkl├╝ftet -
Als ein Sandkorn abgedriftet.
Lieber Gru├č W.
__________________
Walther
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