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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Alte Liebe
Eingestellt am 18. 04. 2015 13:54


Autor
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Ustrarisa
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2014

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Leise f├Ąllt ein altes Bild im w├╝rdevollen Flug, schaukelnd und langsam in meine Zeit,
um mich in nicht vergessene Erinnerungen abzuholen, als w├Ąren sie heute wieder auferstanden.
Die Gegenwart verblasst und das schwarzwei├če Bild bekommt wieder strahlend sch├Âne Farben, nur sichtbar f├╝r mich.
Ein junges Paar schlendert fr├Âhlich t├Ąnzelnd und scheinbar ein wenig ziellos am Waldrand dahin. Beim n├Ąheren Betrachten sind sie ├Ąu├čerlich sehr verschieden. Er ist ein ziemlich gro├čer, fast zwei Meter langer junger Mann, fast schlaksig mit um die Beine wedelnden Hosen, weil sie den braunen Stoff nicht ausf├╝llen. Sein schmales Gesicht m├╝ndet in einem rotbraunen Vollbart. Er scheint um die drei├čig zu sein und sie daneben, immer plaudernd, tr├Ągt ein beiges Kleidchen im helenischen Stil und ihre Haare flattern hellblond und wellig um ihre schmalen Schultern. Sie ist j├╝nger, wesentlich kleiner als er, Anfang zwanzig und mit noch fast kindlichen Gesichtsz├╝gen. Sie unterhalten sich angeregt, als sie pl├Âtzlich lachend wie verr├╝ckt hin und herspringen, so, als w├╝rden sie etwas unbedingt und mit kindlichem Eifer fangen wollen. Schmetterlinge k├Ânnen es um diese Zeit nicht mehr sein, dazu ist es einfach schon zu dunkel. M├╝ckenjagen aber kann es auch nicht sein, dazu schlagen sie nicht hektisch genug um sich.
Er h├Ąlt in seinen H├Ąnden einen kleinen Strau├č von eigenh├Ąndig gestohlenen Heckenr├Âschen und fuchtelt damit wild umher. Ein bisschen seltsam mutet diese Szene doch an und die wenigen vorbeiziehenden Spazierg├Ąnger drehen sich noch einige Zeit am├╝siert um, um das Schauspiel nicht zu verpassen.
Doch sie erfahren nie, was f├╝r ein sch├Ânes Geschenk hier f├╝r immer in dem Ged├Ąchtnis der Beiden eingebrannt bleiben wird.
Zu Hause angekommen stellen sie das Str├Ąu├čchen in eine kleine Vase und machen das Licht aus.
Und da ist es!
Die Heckenrosen fangen punktf├Ârmig an zu gl├╝hen und die Punkte bewegen sich! Was ist das denn?
Viele, ganz viele kleine Gl├╝hw├╝rmchen schwirren um die R├Âschen herum und suchen ihr Zuhause oder ihre Geliebte! Dieses Taumeln und Gl├╝hen l├Ąsst sie mit angehaltenem Atem stillstehen, damit die fliegenden Liebesboten nicht verschreckt werden, aber bald tun sie es den Gl├╝hw├╝rmchen gleich...
In dieser, meiner Erinnerung tauchen sie wieder auf, drei├čig Generationen vor den heutigen, kleinen, gl├╝henden Wesen, und sie tanzen noch einmal vor mir, ihren vergangenen Hochzeitstanz.

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ustrarisa

Version vom 18. 04. 2015 13:54

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