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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Am Abend
Eingestellt am 30. 07. 2001 21:19


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fangor
Möchtegern-Schreiber
Registriert: Dec 2000

Werke: 26
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Herr Hut rĂŒckte seinen schicken Anzug ins rechte Licht. Es war Abend, die Zeit, die im Tagesverlauf oft eintritt, wenn man sie nicht erwartet.Hut nahm Hut und Regenschirm, stolperte auf die Strasse. Hier draussen war es nass und kalt dazu. Der Winter schien sich nun anzubahnen, dabei war es noch Herbst- sagte jedenfalls der Kalender!
Die Strasse beherbergte eine Vielzahl von Untoten, Leute, die nicht mal wissen, dass sie bereits inexistent sind.
Alfons Hut, ein Mann von Welt, beachtete sie jedoch nicht, sein Ziel lag vielmehr im, in der Ferne fahl schimmernden Etablissement mit Namen "Jochens Polizisteneck". Ja, er war Polizist, Herr Hut!Im Eck fand, wie jeden Donnerstag, ein zĂŒnftiges Beisammensein gealterter Beamter statt.
Jedes mal das gleiche, BesÀufnis bis zum Koma, Hinterher wurde stets der Arzt, Doktor Huxley vom oberen Stockwerk, zurate gezogen. Die Beamten kannten eben keine Grenzen!
Dann und Wann wurde zur allgemeinen Erbauung eines dieser jungen, leichtbekleideten Dinger hereingefĂŒhrt, zwecks Verhör versteht sich.
Hut ĂŒberquerte zwei Strassen, entzĂŒndete sich eine lecker schmeckende Zigarrette, eine von denen, die laut Aussage des Arztes besonders bekömmlich wĂ€ren und hielt kurzzeitig inne. Seine Gedanken schwiffen ab, seiner Neigung ganz unĂŒblich musste er plötzlich an die Verhaftung am Mittag denken: ein gewisser Koberik, Friedemann,37,Gieberichsweg 18a.
Er hatte ihn, wie es sich fĂŒr einen solchen Deliquenten gehört, ohne viel Aufhebens ordentlich vermöbelt, seine ganze Alltagswut hineingezimmert. Ja, das war sein Leben, Alltagswut hineinzimmern! Isolde, seine Frau, scherzte oft, wenn er von der Behandlung straffĂ€lliger Individuen sprach und diese dann "Hospitalisierung" nannte.
Der Umstand, dass er sich jetzt auf dem Weg zum Eck an diese Begebenheit erinnerte, wunderte ihn irgendwie.
Wie sonst hatte er den mutmasslichen TĂ€ter direkt von hinten eine saftige Kelle ĂŒbergebraten, eine seiner LieblingsĂŒbungen, dann zwei, drei Hiebe mit dem Keilriemen von seinem alten Wagen. Sonderbar war nur, fiel ihm jetzt auf, dass der Typ keinen einzigen Mukser von sich gegeben hatte, er blieb trotz schwerster Tortur still und artig. Ja, er antworte sogar höflich auf die -formal gestellten- Fragen.Nicht einmal ein Zeichen von Angst war ersichtlich, Hut schauderte. Ein solches Verhalten war ihm unverstĂ€ndlich, geradezu abnorm. Ich sich hineinlachend murmelte der vor Pension stehende Polizeibeamte der alten Schule so etwas wie: "Dich hĂ€tte man gleich hĂ€uten sollen!"
Schmunzelnd bog der Mann durch den Regen, von weitem hörte man HundegeklÀffe, der Abend war gekommen.

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Korina
Hobbydichter
Registriert: Jul 2001

Werke: 1
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Hallo Fangor,

die Formulierung des Satzes...
Alfons Hut, ein Mann von Welt, beachtete sie jedoch nicht, sein Ziel lag vielmehr im, in der Ferne fahl schimmernden Etablissement mit Namen "Jochens Polizisteneck".
... lĂ€ĂŸt mich etwas stutzen.

Weiter fand ich die Ausdrucksweise fĂŒr simple Dinge oder einfache Situationen schlicht ĂŒbertrieben. Um ein Beispiel zu nennen:

Die Strasse beherbergte eine Vielzahl von Untoten, Leute, die nicht mal wissen, dass sie bereits inexistent sind.

Gruß
Korina.

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fangor
Möchtegern-Schreiber
Registriert: Dec 2000

Werke: 26
Kommentare: 135
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Das mit der Formulierung ist schon richtig so, jedenfalls war und ist es meine Absicht, zu unterhalten UND zu verwirren!
Einen guten Tag von mir!
(Nebenbei bemerkt ist dieses Werk natĂŒrlich sehr spontan in die Tasten gehauen worden...)
;-)


Good luck!


P.S. Ach, wieso sind lebende Tote eigentlich Belanglosigkeiten, bzw. der Umstand, dass sie sich des eigenen Nicht-Existierens nicht bewusst sind?

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Breimann
???
Registriert: Dec 2000

Werke: 38
Kommentare: 169
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Hallo Fangor,
die Aussage: "Nebenbei bemerkt ist dieses Werk natĂŒrlich sehr spontan in die Tasten gehauen worden!", erklĂ€rt manches (Zeitenwechsel vom 1. zum 2. Satz, Tippfehler etc)
- aber nicht alles!
Aber das ist nicht so wichtig, wie die mit dieser Aussage verbundene Denke.
Gab es einen Redaktionsschluss fĂŒr dieses "Werk"? Doch wohl nicht!
Wenn das also nicht der Fall war, was fĂŒr einen Grund kann es noch geben, eine nicht durchdachte, nicht redigierte, nicht korrigierte, nicht kritisch ĂŒberdachte Arbeit einem großen Publikum vorzustellen?
So sollte man diese Möglichkeit der Veröffentlichung nicht billig machen.
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
eduard


__________________
Ich schreibe - also bin ich.

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