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Leselupe.de > Ungereimtes
Am Ende
Eingestellt am 27. 04. 2004 16:48


Autor
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Aceta
???
Registriert: Apr 2002

Werke: 122
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Am Ende ...

Alt bin ich, unendlich alt -
mein K├Ârper ohne Kraft,
mein Geist m├╝de, aber klar.

Einsam bin ich, meine Freunde tot,
meine Familie selten,
mein Alltag leer.

Warten muss ich - auf die Pflegerin,
auf das Essen, Hilfe beim Kleiden,
Hilfe bei allem - selbst auf dem Klo -

rufe ich, weil es mich dr├Ąngt,
haben sie keine Zeit
es ist schmerzhaft und dem├╝tigend

es schlie├člich nicht mehr halten k├Ânnend,
fluchen sie und schimpfen, und sagen:
"die Alte ist inkontinent!"

- ich bin es nicht - habe mich doch bem├╝ht
und rechtzeitig vorher gerufen - gejammert,
geschrien sogar - nur alles verhallt !!

Einsam bin ich, Tag f├╝r Tag, sehe den
zweiundneunzigsten Sommer kommen
und sp├╝re einfach keine W├Ąrme mehr.

__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

Werke: 3
Kommentare: 2501
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Hallo, Aceta!

Alt werden ist eine Kunst. Zeit haben f├╝r die Alten auch. Gegenseitiges Verst├Ąndnis darf man nicht mehr erwarten, weil bei einem alten Menschen, welcher ein dementes Verhalten aufweist, andere Denkprozesse ablaufen. Einer Regression, die kleinkindliche Verhaltensformen annimmt bei einem Alten, sollte man die gleiche F├╝rsorge zukommen lassen k├Ânnen wie bei Kindern ... Das Schwierige dabei ist wohl, dass man erwachsene Leute vor sich hat.

Gerade jene aber, die geistig noch topfit sind, die leiden am meisten unter der "Vernachl├Ąssigung" ihrer k├Ârperlichen Bed├╝rfnisse. Auch hier macht sich der Vergleich zu Kindern wieder sichtbar. Ein Kind, das Urindrang hat, muss innerhalb der n├Ąchsten Minuten sich davon befreien k├Ânnen, sonst geht's bildhaft "in die Hose"! Bei Alten ist das auch so ...

Du hast sehr treffend die Problematik herausgearbeitet.

LG
Schakim
__________________
┬ž┬ž┬ž> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufbl├╝hen <┬ž┬ž┬ž

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IKT
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Aceta, inhaltlich ber├╝hrt Dein Gedicht sehr.
Du sprichst von einer alten Frau (die ├╝brigens nicht dement ist liebe Schakim), dei auf Hilfe angewiesen ist.

quote:
Alt bin ich, unendlich alt -
mein K├Ârper ohne Kraft,
mein Geist m├╝de, aber klar.
Das Schlimme ist, es gibt Personen, die helfen k├Ânnen/sollen, aber oft ├╝berlastet sind. Das passiert 1000-fach in den Krankenh├Ąusern, Pflegeheimen usw.
Ich mu├č Schakim recht geben: Du hast die Probleme kritisch benannt.
Ein kleiner Hnweis noch:
quote:
rufe ich, weil es mich dr├Ąngt,
haben sie keine Zeit
es ist schmerzhaft und dem├╝tigend

es schlie├člich nicht mehr halten k├Ânnend,
fluchen sie und schimpfen, und sagen:
"die Alte ist inkontinent!
"
wenn man das blau gef├Ąrbte liest, h├Ârt es sich so an, als k├Ânnten die , die fluchen es nicht mehr halten.

Eine kleine Umstellung w├╝rde dies ├Ąndern.
"es schlie├člich nicht mehr halten k├Ânnend.
Sie fluchen
und schimpfen, und sagen:
"die Alte ist inkontinent!"

So, dass war aber auch alles, was es zu "meckern" gibt.
Dir w├╝nsche ich noch einen sch├Ânen Tag! IKT

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Aceta
???
Registriert: Apr 2002

Werke: 122
Kommentare: 715
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Hi,

inzwischen ist sie gestorben, meine Gro├čmutter, durch deren Augen ich sah, was in diesem Gedicht beschrieben.
Ich danke Euch f├╝r Eure konstruktive Auseinandersetzung damit - mir hat es geholfen, diese Texte geschrieben zu haben.

Die vorgeschlagene ├änderung ├╝berzeugt mich nicht v├Âllig, da der Punkt die Strophe irgendwie zu sehr trennt. M├Âge der Kontext helfen zu verstehen, da├č nicht des Pflegepersonals Harnblasen ├╝berliefen!

*l├Ąchel*

Aceta


__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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