Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92255
Momentan online:
290 Gäste und 20 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Am Fenster
Eingestellt am 24. 11. 2005 23:15


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
Kommentare: 9781
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Am Fenster


Am kalten Tag mag sich der Winter zeigen,
Mit Schnee und Eis, mit Sturm und Turbulenz.
Er f├Ąhrt durch mich hindurch mit Vehemenz.
Die Tannen sieht man ihre Spitzen neigen.

Am Fenster steh ich, sp├╝r die Divergenz
Zum warmen Raum. Ich seh die Kr├Ąhen steigen.
Die Flocken tanzen mit den Bl├Ąttern Reigen.
Nie ferner schienen Sonne und der Lenz.

Das Wollen ist viel st├Ąrker als das Handeln.
Es tr├Ągt in sich nicht mehr als den Beginn.
Das Wollen mit dem M├╝ssen zu verbandeln,

Das ist die Kunst, es gibt dem W├╝nschen Sinn.
Am Fenster seh ich Traum und Welt sich wandeln,
Den Fr├╝hling sich entfalten in mir drin.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

Werke: 1029
Kommentare: 3097
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Perry eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Walther,
inhaltlich und formal sehr ansprechend gemacht.
Gef├Ąllt mir dein Sonett.
LG
Manfred

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
Kommentare: 9781
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Guten Abend, Perry,

was soll man als Dichter dazu noch sagen? Das Lob ist angekommen, und ich bin, wie alle nach Anerkennung lechzende Feierabendlyriker, sehr dankbar daf├╝r. Sich selbst auf die Schulter zu klopfen, wird auf Dauer langweilig.

Und doch m├Âchte ich zur Gedichtform noch etwas beitragen, weil manchem, der das Reimen nicht so f├╝r sich entdeckt hat, ohne da├č das etwa abwertend gemeint w├Ąre, auch ich schreibe ja die freie Form, eventuell das eine oder andere Schmankerl dieses Eintrags entgeht.

Ich habe im Gedicht ganz traditionell Friedrich R├╝ckert und August von Platen der Form nach aufgegriffen. Der f├╝nfhebige Jambus ist streng durchgezogen. Er endet im Wechselspiel auf einer Hebung oder einer Senkung. Das Schema abba baab cdc dcd geh├Ârt zu den schwierigeren ├ťbungen, vor allem, wenn danach nicht l'art pour l'art, sondern ein echter Inhalt transportiert werden soll.

Auch vom Inhalt her habe ich durchaus die romantisierende Stimmung der damaligen Zeiten aufgenommen. Auch habe ich das Wechselspiel ÔÇ×Natur-IndividuumÔÇť bewusst thematisiert. Dennoch ist das Gedicht ein Beitrag von heute. Denn das Zusammenspiel von Wollen, M├╝ssen und Handeln, von W├╝nschen und Sinn, das ist eine Beschreibung der Istzeit.

Denn wenn uns etwas abhanden gekommen ist, dann ist das die Gewissheit, was sinnstiftend ist und was nicht. Und es ist der Sinn daf├╝r, dass der Wunsch selbst schon etwas ist, das den Mensch ├╝ber den Rest der Sch├Âpfung erhebt. Und dass W├╝nschen und Tr├Ąumen durchaus eigene Qualit├Ąten und Werthaltigkeiten haben. Denn das Sch├Ânste am Wunsch ist der Traum seiner Erf├╝llung. Die eigentliche Erf├╝llung entt├Ąuscht oft und schmeckt merkw├╝rdig schal.

Lieben Abendgru├č

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Brigitte Pulley-Grein
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2000

Werke: 121
Kommentare: 103
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Am Fenster

Hallo Walther,

wenn ich Dir sage, da├č mir Dein Sonett sehr gut gef├Ąllt, dann wei├čt Du genau, da├č ich ├Ąhnlich denke und empfinde!
Und ich bin auch Deiner Meinung, da├č es am sch├Ânsten ist, davon zu tr├Ąumen, da├č ein Wunsch in Erf├╝llung geht. Nicht immer, aber manchmal ist die Realit├Ąt, die Wunscherf├╝llung tats├Ąchlich eher ern├╝chternd.
Einen sch├Ânen ersten Adventsonntag w├╝nscht Dir,

Brigitte.
__________________
Ich glaube an die Magie der Liebe (Hermann Hesse)

Brigitte Pulley-Grein

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1537
Kommentare: 9781
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Moinmoin, Brigitte,

danke f├╝r Deine guten W├╝nsche zum Advent, die ich gerne zur├╝ckgebe. Die Naturdichter werden immer wieder ein wenig "verlacht2, weil man meint, die romantisieren doch nur. Wie wir sehen, ist dem nicht so.

Der Reflex des Literaten ist zumeist eine Reaktion auf seine Umgebung. Diese ist h├Ąufig st├Ądtisch gepr├Ągt. Dort tritt die Natur eher als Randerscheinung, die sich in Regeng├╝ssen, Schneegest├Âber und Himmelsausschnitten dokumentiert, in den Alltag. Nachts in den In-Clubs der St├Ądte ist sowieso das Wetter immer gleich.

Der moderne Mensch hat es, nicht erst seit der Zeit der medialen Dauerberieselung, die gerne eine virutelle Ersatzwelt vorspiegelt, nicht mehr so sehr mit der Natur. Vor allem scheint er zu glauben, er und sein Leben seien kein Teil mehr von ihr, h├Ątten sie sogar ├╝berwunden. Das aktuelle Schneechaos zeigt, da├č es nicht unbedingt der entfernte Tsunami sein mu├č oder das Erdbeben in Kaschmir, damit uns die Grenzen aufgezeigt werden.

Nun denn, la├čt uns weiter die Natur bedichten.

Liebe Gr├╝├če W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
Kommentare: 8220
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Walther,

ich mag diesen Text gar nicht.Zum einen kommts mir vor wie
"reim Dich oder ich fress Dich" und ich denke mal, es entspricht nicht dem einfachen Geist eines Dichters so derart konzipiert zu sein, in solch Moment.

Ok..das einfach..spontan.
Mir gef├Ąllts nicht, was nix heissen muss. *smile*

Unten nur zu Anfang mal ne Idee.

Einen sch├Ânen Tag Dir
lG
Sanne

Im Winter mag sich der kalte Tag zeigen,
mit Schnee und Eis, mit Sturm und Turbulenz.
Er f├Ąhrt durch mich hindurch mit Vehemenz.
und man sieht der Tannen Spitzen neigen.
Am Fenster steh ich, sp├╝r die Divergenz
(WELCHER normale Leser wei├č,was DAS is??)
Zum warmen Raum. Ich seh die Kr├Ąhen steigen.
(unlyrisch, find ich..."steigen")
Die Flocken tanzen mit den Bl├Ąttern Reigen.
Nie ferner schienen Sonne und der Lenz.
(Die Sonne ist auch im Winter super nah und bis hei├č,grad in den Bergen..aber auch hier warm)

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!