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Leselupe.de > Ungereimtes
Am Fenster
Eingestellt am 27. 04. 2006 11:48


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HFleiss
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Am Fenster

Traurig wie der Katze,
Die durch die Gärten streunt,
Nässt der späte April
Der Straße das Fell.
Ein Fl√ľstern und Wispern
In den Wipfeln der Ahornbäume
Ein Fl√ľgelschlag in den Zweigen,
Trostlos das angstvolle Zwitschern
Der Sperlinge auf den Dächern
Und aus der Regenrinne
springt ein schauriger Schatten.


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Inu
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Liebe Hanna

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Traurig wie der Katze,
Die durch die Gärten streunt,
Nässt der späte April
Der Straße das Fell.
Ein Fl√ľstern und Wispern
In den Wipfeln der Ahornbäume
Ein Fl√ľgelschlag in den Zweigen,
Trostlos das angstvolle Zwitschern
Der Sperlinge auf den Dächern
Und aus der Regenrinne
springt ein schauriger Schatten.


Das letzte kann ich nicht nachvollziehen. Ein 'schauriger Schatten' ist mir zu vage. Die Sperlinge haben vor etwas Angst. Es k√∂nnte die Katze sein, ist es aber nicht weil sie erstens: springend, mehr als ein Schatten w√§re. Weil sie zweitens: gerade dabei ist, durch die G√ĄRTEN zu streunen. Sie kann also nicht gleichzeitig in der Regenrinne auf dem Dach lauern. Wer oder was k√∂nnte es sonst sein? ein Raubvogel? Nur einfach 'schauriger Schatten' zieht mir das Gedicht zu sehr ins Vage, Gespensterhafte und das passt nicht zu den √ľbrigen Zeilen.

Auch kann ich 'trostlos' und 'angstvolles Zwitschern' gef√ľhlsm√§√üig nicht zusammenbringen. Die Atmosph√§re, die die beiden Begriffe verstr√∂men, ist zu verschieden. trostlos ist ein fast nicht endender depressiver Zustand, w√§hrend ein angstvolles Zwitschern voller Leben, L√§rm und Bewegung ist.

Die ersten vier Zeilen finde ich wunderbar

Liebe Gr√ľ√üe
Inu

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HFleiss
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Liebe Inu - schon mal was von Ratten geh√∂rt? Oder ganz √§hnlichem Viehzeug? Das alles gibt es in der Stadt. Das trostlos bezieht sich nicht auf das Zwitschern der Spatzen, wie du annimmst, sondern auf die Gef√ľhlslage des LI, wie es √ľbrigens das ganze Gedicht tut. Einen lieben Gru√ü an dich.

Hanna

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Inu
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Liebe Hannah

Ja, wie Du das jetzt so erläuterst, passt das 'trostlos' dann doch. Auch der Schatten bekommt nun Sinn.

Aber so hatte ich das Gedicht beim ersten Lesen nicht empfunden, eher wie eine Schilderung dessen, was jemand ( als sachlicher Beobachter am Fenster ) sah und hörte.

Mein reines Bauchgef√ľhl fand da keinen so ganz richtigen Zugang.
Aber, wie so oft, nach einer kleinen Erl√§uterung des Autors und nochmaligem Lesen wird vor meinem inneren Auge das ganze Bild doch bedeutend runder. Vielleicht solltest Du im Titel die Gem√ľtslage dieser beobachtenden Person schon andeuten??

ich gr√ľ√üe Dich
Inu

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HFleiss
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Inu, nat√ľrlich stimmt beides, sowohl als auch. Ich wei√ü nicht, ob es Sinn gibt, wenn man bei einem Gedicht jede Aussage hinterfragt und sie dann w√∂rtlich nimmt. Mir gefallen zum Beispiel Gedichte viel mehr, wo ich im Grunde nichts Konkretes wei√ü, worum es eigentlich geht (starkes Beispiel Ingeborg Bachmann), ich achte aufs Metrum, ungew√∂hnliche W√∂rter, die Stilebene, Wortverkn√ľpfungen, Neubildungen usw. und muss mir den Sinn selbst erarbeiten, mir darf nichts serviert werden. Das Letztere scheint mir am wichtigsten sein, im Grunde braucht man nur einen Anhaltspunkt. Ich wei√ü nat√ľrlich nicht, ob das ein zu freies Herangehen an Lyrik ist, wobei ich √ľberhaupt nicht wei√ü, weshalb ich mich mit einem Gedicht abplage statt mit einem Prosatext (bei dem ich viel besser durchsehe) und W√∂rter finde, die ein bestimmtes oder sogar unbestimmtes Anliegen halbwegs pr√§zise ausdr√ľcken. Vorteil der Lyrik gegen√ľber der Prosa scheint mir das "Ding dazwischen" zu sein, in der Lyrik kann man ausdr√ľcken, was man in der disziplinierten Prosa sich im Grunde verbietet. Ungef√§hr so sehe ich das, und so gehe ich eben an Gedichte heran. Liebe Inu, zerbrich dir nicht den Kopf, lass das Gedicht wirken (wir sind doch alle keine Germanisten), und wenn du eine einzige Zeile findest, die dir etwas gibt, dann ist es wohlgetan.

Lieben Gruß
Hanna

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