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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Am Morgen
Eingestellt am 18. 02. 2014 19:32


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Vagant
???
Registriert: Feb 2014

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Am Morgen

Warum musste es ausgerechnet wieder vor seinem Fenster geschehen? Ein Dutzend vorlauter Amseln machten sich daran den Tag auszupacken, und das Ticken des Weckers, dieses monotone Tock-tock tock, welches in seinem Kopf zu Baustellenlärm anschwoll, ließen ihn früh erwachen. Es ist zu hell, dachte er sich, und beobachtete die gleichmäßigen Streifen Sonne an den Wänden. In diesem Licht war keine Bewegung zu erkennen. Ruhig und gleichmäßig, wie ein an die Wand geklebter Morgen erhellte es den Raum. Hätte man doch wenigstens die Jalousien bis zum Aufschlagen geschlossen. Aber so, das wusste er, wird das nichts mehr. Von nun an war an Schlaf nicht mehr zu denken. Er spürte Harndrang, aber dem nun nachzugeben, würde bedeuten, dass die Nacht unwiderruflich zu Ende sei. Stünde er nun auf, bräuchte er nicht wieder zurück ins Bett. Aber er spürte nicht nur den Harndrang. Auch spürte er eine Spannung im Schwanz. Dieses schwerelos Raum ergreifende, welches seine pralle Eichel wie einen Satellit schweben ließ. Abgekoppelt und losgelöst schien sie im Raum zu stehen, und er musste sich mit einem prüfenden Griff der Existenz seines Schwanzes vergewissern. 

Vorsichtig hob er die Decke seiner Frau, rückte näher heran und empfing eine Art lustvoller Wärme, die nur dafür gemacht zu sein schien seine Erektion zu feiern. Eine vulgäre Erektion, der Uhrzeit und den Umständen entsprechend, die zu dieser Tageszeit fast schon wie ein ungebetener Gast erschien, und meist schon auf dem Weg zur Toilette ihren Mut verliert. Aber diese schien aus einem ganz anderen Holz zu sein. Hier hatte er es mit etwas wirklich Grundehrlichem zu tun. Diese Erektion ließ keine Zweifel zu. Kein falsches Spiel, kein Verstecken, offenes Visier . Ein Schwanz wie ein Aussagesatz, Punkt. Mit mir ist noch zu rechnen, Punkt. Immer dort wo's nottut, Punkt.
Er schob langsam seine Hand unter ihren Slip, kraulte den getrimmten Flaum, und schob Ring- und Zeigefinger auf ihre Klit. Plötzliche südliche Wärme durchfuhr ihn und entführte seine Gedanken auf eine apulische Piazza, die Beine lang von sich gestreckt, die Sonnenbrille auf die Stirn geschoben, und mit blinzelnden Augen den Ragazze, die auf ihren Vespas immer die gleichen Kreise zu drehen scheinen, hinterher zu schauen. Und als gelte es fünf Stückchen Zucker in einem Espresso aufzulösen kreisten seine Finger entlang der feuchten Wärme. Er legte seinen Schwanz zwischen ihre Beine, schmiegte sich an ihren Rücken und rührte gleichmütig, ja fast weltvergessen, weiter und war nun kurz davor wieder in ein leichtes Vor-sich-hin-dösen zu verfallen.





„Wie spät ist es?“, hörte er sie sagen.
„So viertel vor Sechs.“
„Fällt dir um diese Uhrzeit nichts anderes ein? Ich hätt' noch gut zwanzig Minuten schlafen können.“
„Backgammon vielleicht. Best of five, da müssten wir aber Licht machen.“
„Komm lass mich noch ein bisschen“, sagte sie. „Ich habe heute einen langen Tag vor mir.“
„Aber heut' iss DER MORGEN“, sagte er. „Ich hab's im Blut.“
„Was für'n Morgen?“
„Der ich-leck-dich-in-den-Tag-Morgen.“
„Vergiss es“, sagte sie. „Ich brauch dann erst mal 'ne Dusche, en schnellen Kaffee, und dann muss ich zur Arbeit.“
„Ach komm: der frühe Vogel ...“
„Scheiße, der frühe Vogel kann mich mal“, grätschte sie ihm ins Wort und zog sich die Decke über den Kopf.

Aus dem Badezimmer drangen die Geräusche allmorgendlicher femininer Instandsetzung. Die Dusche trommelte wie ein Regenguss, der Föhn hauchte seine kehlige Version von Ellingtons 'Sophisticated Lady', und das hartplastige Klappern von Kajal und Lipgloss klang wie hartplastiges Klappern von Kajal und Lipgloss. Er ging in die Küche, füllte Wasser und Pad in den Kaffeeautomaten und zündete sich eine Zigarette. Die Sechsuhrnachrichten waren nicht dazu angetan, irgend jemanden zu beunruhigen. Sommerloch. Die Wettervorhersage ermunterte das seit Tagen stabile Azorenhoch zum Durchhalten und der Verkehrsfunk hatte, trotz Ferienzeit, noch keine Meldungen zu verlesen. Sie standen am Tresen ihrer Frühstücksecke, er in Boxershort, sie nun geduscht, geschminkt und fertig für den Tag, rauchten und tranken schweigend zum Radiogedudel . Morgenroutine, letzte Verschnaufpause, Seligkeit . Sie schmiss ihren Stummel in den Aschenbecher, küsste ihn kurz auf die Wange, drehte auf der Stelle und ließ die Absätze übers Parkett klacken. An der Tür blieb sie noch einmal stehen und drehte sich zu ihm. Er sah, dass sie lächelte. Dieses verschmitzte, kumpelhafte Lächeln, welches er so an ihr liebte.
Und sie sagte: „Falls das Azorenhoch bis in den Abend hinein stabil bleiben sollte, könnte es ja noch zu einer Verkehrsmeldung kommen. Ist auch mal schön in-die-Nacht-geleckt zu werden“.
Sie öffnete die Tür, und ihr „ciao, ich lieb' dich“ war schon kaum noch zu hören.
Was fĂĽr ein Morgen, dachte er, senseosierte noch einen Kaffee und ging hinaus auf die Terrasse um den Amseln beim Auspacken des Tages behilflich zu sein.

Version vom 18. 02. 2014 19:32
Version vom 26. 02. 2014 18:27
Version vom 26. 02. 2014 18:28
Version vom 26. 02. 2014 18:29
Version vom 28. 02. 2014 16:42
Version vom 25. 03. 2014 19:29
Version vom 05. 06. 2014 21:15

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Grauschimmel
Häufig gelesener Autor
Registriert: Sep 2012

Werke: 17
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Guten Fastmorgen Vagant,
ja Dein Text ist spritzig-witzig, die Klischees so überhöht, dass sie im Schmunzeln untergehen. Die „Hiebe“ werden gleichmäßig verteilt, nicht mal das beruhigte Steuer der Alice würde in Frauenfeindlichkeit abgleiten können.
Im Gegenteil, da fällt aus Selbstironie schon die Waage… und darum solltest Du eine Ungenauigkeit im Text noch ausmerzen. Nicht: „ Der frühe Vogel kann mich mal…“, eher: „Müdes Picken deines Wurms lässt in den nächsten 20 min eh meine Bettdecke nicht abheben!“ So stark sind die Frauen in der Bekämpfung der Langeweile ihrer Männer… das kann auch erotisch sein! Ein stabiles Hoch!
Nun ja, ein paar Sätze sind noch unvollendet, es gibt eine Wortwiederholung deren Sinn sich mir nicht erschließt… egal, Haselnüsse für die Ams… nee Eichhörnchen sollen sie einpacken!
Gern gelesen, GruĂź Grauschimmel!

__________________
Ich will dem Namenlosen in mir Worte schenken, dass ich verstehe und zu hören bin.

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Vagant
???
Registriert: Feb 2014

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Danke

Hallo Grauschimmel, Vera, Susi M. Paul und Doc

Vielen Dank fĂĽr die lieben Kommentare.
Ihr habt es ja bemerkt; diese Ding wurde mit einem „Augenzwinkern“ geschrieben. Es ist schön, dass dies beim Leser auch so angekommen ist. Es handelt sich ja nur um eine kleine, triviale Szene bei der sich jede weiter Textanalyse erübrigt. Die kritischen Anmerkungen von Vera ( Korrektur) werde ich noch verarbeiten. Danke dafür.
An DocSchneider: du kennst die Geschichte vielleicht von KG.de. Ich habe sie letztes Jahr dort schon einmal gepostet.
Mich hat euer Feedback sehr gefreut.

Liebe GrĂĽĂźe, Vagant.

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USch
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Vagant,
Köstlich Deine Schreibe ist eine sehr schöne Bereicherung hier bei den Erotikern

Wenn du magst ein paar kleine Korrekturen.

quote:
Vorsichtig hob er die Decke seiner Frau, rückte näher heran und empfing eine Art lustvoller Wärme, die nur dafür gemacht zu sein schien seine Erektion zu feiern.
quote:
quote:
Er legte seinen Schwanz zwischen ihre Beine,
quote:
ein leichtes Vor-sich-hin-dösen zu

LG USch

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Mama Miracoli
???
Registriert: Feb 2014

Werke: 8
Kommentare: 57
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Hallo Usch,
naja, normalerweise tassimot man sich doch in so einer Situation erstal einen, oder nicht?

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Susi M. Paul
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Oct 2013

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Sommerzeit: Tatort-Wiederholungszeit, Zeit für die "Das-Beste-aus"-Zusammenschnitte auf allen Kanälen. Zeit auch hier in der Leselupe, schon angestaubte Juwelen wieder auszugraben? Ich finde, ja. Deshalb wage ich es, einen meiner Favoriten auf die erste Seite zu holen, in der festen Hoffnung, dass die Geschichte das Wiederlesen unbeschadet übersteht.

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