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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Am Strand
Eingestellt am 05. 11. 2017 16:30


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Karinina
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Am Strand

Sie gingen zwischen den Heckenrosen entlang Richtung Stolteraa.
Die Sonne war lange untergegangen und tiefe Dunkelheit lag ├╝ber dem Meer, das sie vorerst noch nicht sahen, dessen leises, gleichm├Ą├čiges Schlagen an den Strand aber die ganze Zeit zu h├Âren war.
Er hatte seinen Arm um ihre Taille gelegt. Beim Gehen sp├╝rte er die sanfte Bewegung ihrer H├╝fte. Manchmal beugte er sich zu ihr und k├╝sste sie.
Sie schwieg die ganze Zeit. Sie ging zwar eng neben ihm, aber irgendwie hatte er den Eindruck, als wolle sie sich l├Âsen, als h├Ątte sie die unweigerliche Absicht, etwas zu beenden, was ja eigentlich noch gar nicht begonnen hatte.

Er hatte sie im ÔÇ×AtlantikÔÇť gesehen, als sie etwas verloren zwischen den Tischen entlang gegangen war, als suche sie jemanden, der versprochen hatte zu kommen, und doch nicht gekommen war. Dann hatte sie den Saal verlassen und er war ihr gefolgt.
Sie ging nicht zum Strand hinunter, wie er angenommen hatte, sie verlie├č einfach die Promenade und schritt, so vermutete er, ziellos in den Ort hinein.
Etwas an ihrer Art, wie sie den Kopf hielt, leicht gesenkt, irgendwie sch├╝chtern, und wie sie sich bewegte, sanft, z├Âgerlich, weckte in ihm den Besch├╝tzerinstinkt, er musste ihr einfach folgen.

ÔÇ×Sind Sie allein hier?ÔÇť hatte er sie schlie├člich gefragt, als sie sich leicht nach ihm umdrehte.
ÔÇ×Ja,ÔÇť sagte sie, ÔÇ×ganz allein.ÔÇť
Ihre Stimme hatte etwas merkw├╝rdig Schlichtes, nichts Aggressives.




ÔÇ×Wollen wir ein St├╝ck aus der Stadt hinausgehen?ÔÇť
Ohne jede gek├╝nstelte Ziererei hatte sie genickt.

Warum also, fragte er sich, wollte sie jetzt nicht mehr?
Als der Weg sich ├Âffnete, gingen sie zwischen den mit Strandhafer bewachsenen D├╝nen hinunter zum Strand. Er zog seine Jacke aus. Sie setzten sich darauf. Der Sand war noch warm.
Langsam zog wohl Nebel ├╝ber dem Meer auf. Von Warnem├╝nde her h├Ârten sie diesen eigenartigen, dumpfen Ton des Nebelhorns, der in gleichm├Ą├čigen Abst├Ąnden ├╝ber das Wasser her├╝ber strich.

Lange sa├čen sie und schwiegen. Je l├Ąnger sie schwiegen, desto merkw├╝rdigere Gedanken suchten ihn heim. Etwas schien nicht in Ordnung zu sein. Etwas war anders, als es h├Ątte sein m├╝ssen, es war keine bemerkbare Abwehr, die von ihr ausging, aber es war auch keine Hinwendung zu ihm, kein Verlangen. Es war etwas, was au├čerhalb seiner Erfahrung lag, und das irritierte ihn.

Pl├Âtzlich sagte sie : ÔÇ×Ich bin so allein.ÔÇť
Er legte seine Hand in ihren Scho├č und mit der anderen Hand zog er ihr Gesicht zu sich heran. Ihre Wange lag an seinem Mund, und w├Ąhrend er sie k├╝sste und ihren zarten Duft einatmete, der ihn an Fr├╝hling und Maigl├Âckchen erinnerte, fragte er sanft:
ÔÇ×Sp├╝rst du mich nicht?ÔÇť
ÔÇ×Doch,ÔÇť sagte sie, ÔÇ×ich sp├╝re dich.ÔÇť
Es schien ihm, dass sie nachgab, und dr├Ąngender fl├╝sterte er:
ÔÇ×Und jetzt, wie ist es jetzt?ÔÇť
ÔÇ×Ja,ÔÇť sagte sie, ÔÇ×ja, ...ja , ich sp├╝re dich sehr... aber ich bin so allein...ÔÇť
W├Ąhrend er sie an sich dr├╝ckte und k├╝sste, nicht mehr nur auf die maigl├Âckchenduftende Wange, sondern tiefer, immer tiefer hinab, str├Âmte dieser bet├Ârende Duft aus ihrer weichen, warmen Haut und sie fl├╝sterte immer wieder:
ÔÇ×Ja ...ja ...aber ich bin so allein...so allein..ÔÇť

Unentwegt rollten die flachen Wellen an den Strand. Obwohl kein Luftzug sich regte, wurde es k├╝hler und k├╝hler .
Gegen drei Uhr morgens tauchte in der Ferne die dunkle Silhouette der F├Ąhre auf. Geisterhaft, lautlos, glitt sie auf die Mole zu und pl├Âtzlich flammten ihre riesigen Scheinwerfer auf. Sie schwamm in den alten Strom hinein. Vorn, unterhalb des Kurhauses, sa├čen noch P├Ąrchen in den Strandk├Ârben. Sonst aber war der Strand leer und einsam. Nur das eint├Ânige Nebelhorn drang weit ├╝ber die D├╝nen hinaus, verlor sich irgendwo ├╝ber dem dunklen leichtbewegten Wasser.

Es war kein Zufall, dass man ihn fand. Seit Tagen wurden mit dem ersten Morgenlicht die Str├Ąnde im Umkreis von Warnem├╝nde kontrolliert. Er war der f├╝nfte in dieser Saison. Dr├╝ben, zwischen Hohe D├╝ne und Markgrafenheide waren es drei gewesen, auf dieser Seite war er der zweite.
Was immer diese jungen M├Ąnner get├Âtet hatte, feststellen lie├č es sich nicht. Au├čer einem merkw├╝rdigen Geruch nach Maigl├Âckchen, der ihren Sachen, ihren Haaren und ihrer Haut anhaftete, schien es nur ein allzu tiefer Schlaf zu sein, der sie umfangen hielt...

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