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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Am seidenen Faden
Eingestellt am 09. 10. 2011 12:28


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DocSchneider
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Ein Bergsteiger. Er klettert eine steile Felswand hoch und klopft die Haken in die Wand, zieht sich hoch, schweiĂŸĂŒberströmt.

Wieder und wieder rutscht er ein StĂŒck ab. HĂ€ngt am Seil, fĂ€ngt sich, bringt die Haken erneut an.

"Ich bezwinge dich!" schreit er den Berg an. Der Berg antwortet nicht. Wie kann er auch?

Es wird schon dunkel. Das Wetter droht umzuschlagen. Das Licht an der Lampe des Bergsteigers flackert unruhig. Viel Kraft hat es auch nicht mehr.

Da stĂŒrzt der Mann erneut ab. Haken brechen aus der Wand, er fĂ€llt tiefer und tiefer, noch tiefer .... plötzlich strafft sich das Seil und er baumelt hilf- und orientierungslos hin und her. Kann nichts mehr sehen, die Dunkelheit umgibt ihn mit gnadenloser SchwĂ€rze. Die Lampe an seinem Helm ist erloschen.

Er schreit um Hilfe.

Noch einmal.

Keine Antwort.


Da bricht es aus ihm heraus:

"Hilf Du mir, Gott!"

Stille.

Dann hört er eine Stimme:


"Ich soll Dir helfen? Meinst Du, das kann ich?"


"Ja! Wer denn sonst?"


"Dann kapp das Seil!"


"NEIN!"

ist die Antwort.


Am nÀchsten Morgen.

Die Sonne beleuchtet den erfrorenen Leichnam eines jungen Mannes, der in einem Seil hÀngt.


Einen Meter ĂŒber dem Boden.


Version vom 09. 10. 2011 12:28

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Ralf Langer
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hallo doc,

gefÀlltmir ausnahmslos gut.
die fragmentierung ist ein bischen sehr gewollt,
aber .. das ist sch.. egal.

schöne schnelle geschichte ĂŒber einen der auszog
seine grenzen auszuloten, gott kennenlernte und auch seine
grenzen.
die des glaubens und die seines körpers!

gibt neun punkte

lg
ralf
__________________
RL

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo DocSchneider,

um meine Bewertung aufgrund deiner Nachfrage ein bisschen zu fundieren:

Ich finde den Text von der Idee her sehr gut, aber den (geschriebenen) Weg dorthin teilweise zu umstĂ€ndlich formuliert. Ist natĂŒrlich Lese(Ansichts-)sache, aber anbei mal ein paar Hinweise, was ich meine:


quote:
Ein Bergsteiger. Ein Extrem-Bergsteiger. Er klettert eine steile Felswand hoch, alleine. Er klopft die Haken in die Wand, zieht sich hoch, immer weiter, schweiĂŸĂŒberströmt.

Das birgt mir persönlich zu viele Worte.
ZunĂ€chst ist mir als Leser klar, dass es um einen Bergsteiger geht. Der Hinweis auf "Extrem"- ... - ist m.M.n. ĂŒberflĂŒssig. Dass er "allein" klettert, ist mir spĂ€testens nach den ersten zwei Worten der Geschichte klar. "Ein" Bergsteiger"!
Er zieht sich hoch - alles klar, hab ich verstanden,
"immer weiter" ist schon wieder ĂŒberflĂŒssig, da er sich ja logischer Weise bereits hochzieht und das bedeutet zwangslĂ€ufig, dass er immer weiter hoch kommt.

Beispielhafte Idee:
Ein Bergsteiger klettert eine steile Felswand hoch. Er klopft Haken in WĂ€nde, schweiĂŸĂŒberströmt ...


quote:
Wieder und wieder rutscht er ein StĂŒck ab. HĂ€ngt am Seil, fĂ€ngt sich wieder, bringt die Haken erneut an.

In zwei aufeinander folgenden SĂ€tzen verwendest du 3x "wieder", was nicht nur das Lesen holprig macht. Eine dermaßen spannungsgeladene Situation wird so passiviert und nahezu vollstĂ€ndig zum Erliegen gebracht. Bleibst du beim erzĂ€hlerischen Moment, dann anbei ein Beispielvorschlag:

Immer wieder rutscht er ein StĂŒck ab, hĂ€ngt am Seil, bringt neue Haken an

quote:
"Ich bezwinge dich!" schreit er den Berg an. Der Berg antwortet nicht. Er scheint mÀchtiger zu sein als dieser kleine verbissene Mensch.

1. Satz ist (m.M.n.) sehr gut, ab dann wird es "fabel"-haft. Der Berg antwortet nicht - ist redundant - wie sollte er auch.
"Er scheint mĂ€chtiger zu sein als dieser kleine verbissene Mensch" - dieser Vergleich ist ĂŒberflĂŒssig. ZunĂ€chst wird die bisherige erzĂ€hlerische Perspektive neu definiert ... dieser kleine verbissene Mensch (wer denkt das???), und dann steht ein solcher Vergleich ohnehin außer Frage. Berg und Mensch - das ist nicht vergleichbar (m.M.n.)

quote:
Es wird schon dunkel. Das Wetter droht umzuschlagen. Das Licht an der Lampe des Bergsteigers flackert unruhig. Viel Kraft hat es auch nicht mehr.


Nicht erzÀhlen, dass etwas passiert - lass es einfach passieren. Direkt und mit entsprechendem Spannungsbogen.

Bis hierher erst mal Schluss. Weißt du, was ich meine? Ist natĂŒrlich subjektives Empfinden (von mir) - andere lesen es auch wieder anders.

Bin mal gespannt auf deine Antwort,

LG kageb

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DocSchneider
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Rosa: Vielen Dank! Wundere mich, dass keine theologische Diskussion ausgelöst worden ist.

KaGeb:
Das sind sehr gute VorschlÀge. Am Anfang wollte ich klarmachen, dass es auf jeden Fall nur ein einzelner Bergsteiger ist, deshalb dieses Fokussieren auf den Einen.

"Wieder und wieder" ist natĂŒrlich bewusst, um das Anstrengende fĂŒr ihn auszudrĂŒcken - und das Vergebliche. Aber ein Mal wieder werde ich streichen.

Das mit dem Berg und dem kleinen Menschen weiß der allwissende ErzĂ€hler. Der Vergleich sollte eigentlich die Macht des Berges ausdrĂŒcken und die Ohnmacht des Menschen, vor allem, da der Mensch sich alles untertan machen will. (Das ist jetzt natĂŒrlich eine ganz neue Perspektive und die mĂŒsste noch mehr herauszuarbeiten sein.)

Ich Àndere jetzt ein bisschen etwas und dann sehen wir weiter. ;-)

Vielen Dank, dass Du Dir so viele Gedanken machst.

LG Doc

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