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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Amerika
Eingestellt am 18. 06. 2005 16:42


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moehrle
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Amerika

I.
In seiner Phantasie hatte alles so großartig ausgesehen.
Die Bar, von der er lange getrĂ€umt hatte, war in einen hellen Glanz getaucht, der ihn und seine GĂ€ste völlig einnahm. Das Amerika hatte ein Ort des Kennenlernens sein sollen, wo jeder Charakter, jede Meinung willkommen war. Ein Ort an dem Menschen sich wohlfĂŒhlen wĂŒrden. Sein Ort.
In der RealitĂ€t hatte es natĂŒrlich ganz anders ausgesehen.
Roberts Glaube an sein eigenes Phantasiegebilde war mittlerweile zu einem kĂŒmmerlichen Haufen in der hintersten Ecke seines Verstandes geworden und was er gerade gehört hatte, trat noch mit schweren, eisernen Stiefeln auf dieses HĂ€ufchen ein.
Er war schockiert.
Nicht ĂŒber das was er gehört hatte, sondern darĂŒber wie wenig ihn das ĂŒberraschte. Einer seiner StammgĂ€ste, ein Mann, den er tĂ€glich sah, hatte seine eigene Tochter gesteinigt.
Ein anderer Stammgast, der jeden Mittag auf ein paar Drinks vorbeikam, hatte es ihm gerade mehr oder weniger beilÀufig erzÀhlt.
„Sie war im dritten Monat.“, sagte er, ohne jegliche GefĂŒhlsregung.
„Dann hatte sie abgetrieben, als er das erfuhr ist Norbert völlig ausgeflippt. Man konnte sie bis runter auf die Hauptstraße schreien hören.“
Der Mann, der Erwin hieß und, obwohl er seit vielen Jahren arbeitslos war, stets einen zerknitterten Anzug trug und mit einer Aktentasche bewappnet war, von der nur er wusste, was sie enthielt, nippte an seinem Bier und versuchte sich an einer mitfĂŒhlenden Geste, wobei er die Mundwinkel theatralisch nach unten zog.
Robert stand hinter seinem Tresen und trocknete gespĂŒlte GlĂ€ser ab.
Er zitterte am ganzen Körper.
„Dann haben ihre Nachbarn die Polizei gerufen. Eine Bekannte von mir war dabei, als sie ihn geholt haben. Er brĂŒllte wie ein VerrĂŒckter und behauptete Jesus sei ihm erschienen und hĂ€tte ihm die Steinigung befohlen. Sie haben ihn in die Klapse geschickt, war wahrscheinlich besser so. Machst du mir noch eins ?“
Robert starrte vor sich hin und bekam nur am Rande mit, dass Erwin ihn etwas gefragt hatte.
„Was ?“, fragte er verstreut, als wĂ€re er gerade erst aufgewacht.
Der Mann im Anzug deutete lÀchelnd auf sein leeres Glas.
Die Jukebox machte sich gerade daran zum dritten, oder vierten Mal an diesem Tag „My achy-braky heart“ zu spielen, als Robert das Glas seines einzigen Gastes an diesem Mittag nachfĂŒllte.

II.
Die Tische zu sĂ€ubern war fĂŒr Robert eher eine Art Meditation, als eine zweckmĂ€ĂŸige Arbeit, denn er rechnete nicht damit, dass an diesem Abend mehr als die ĂŒbliche Handvoll StammgĂ€ste kommen wĂŒrde.
WĂ€hrend Erwin selig mit dem Kopf auf dem Tresen eingenickt war, betrachtete Robert angeekelt die Souveniers, die er vor vermeindlich ewigen Zeiten voller Optimismus an die WĂ€nde gehangen hatte.
Nummernschilder aus verschiedenen amerikanischen Bundesstaaten, einen ausgestopften Elchkopf, Filmplakate alter Hollywoodschinken und weitere Geschmacklosigkeiten, von denen er geglaubt hatte, dass sie einfach in eine Bar mit diesem Namen gehörten.
Zum ersten Mal fragte er sich, ob es vielleicht an dieser Bar lag, dass Norbert durchgedreht war.
So an den Haaren herbeigezogen ihm dieser Gedanke im ersten Moment vorkam, so schockiert war er, als er feststellte das er es nachvollziehen konnte.
Die AtmosphÀre dieser Bar, die einst sein Traum gewesen war, machte ihn nun krank.



Seit dem Tag, an dem er festgestellt hatte, dass sie nicht, wie erhofft ein Platz des Austausches der verschiedensten Gedanken, sondern Sammelstelle der verschiedensten psychischen Krankheiten geworden war, brodelte in ihm ein unterdrĂŒckter Hass auf diesen Ort und die Menschen darin, dem er sich nur sehr bedingt bewusst war.
Das Amerika sollte fĂŒr ihn ein StĂŒck Freiheit bedeuten, war aber stattdessen zu einem GefĂ€ngnis fĂŒr seinen Verstand mutiert.
Von den finanziellen Einbußen, die es mit sich brachte einmal abgesehen. Er wollte mit der Bar so viel Geld verdienen, dass er sich in auf der anderen Seite des Ozeans, im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, eine Existenz aufbauen könnte. Die Pacht fĂŒr dieses etwas abgelegene GebĂ€ude war recht niedrig, und es war ihm wie ein gĂŒnstiger Wink des Schicksals vorgekommen.
Doch die GĂ€ste waren weitgehend ausgeblieben.
`Es muss sich erst herumsprechenÂŽ, hatte er sich damals gedacht, doch zwischenzeitlich hatten ihn die Nebenkosten fast erdrĂŒckt.
Das war Jahre her und wer Robert von frĂŒher her kannte, konnte kaum fassen, was aus dem jungen, idealistischem Kerl geworden war.
Wenn Robert heute in den Spiegel sah, erblickte er nicht mehr sich, sondern einen mĂŒrrischen Mann mittleren Alters.
Es war als hĂ€tte dieser neue Robert den alten wie eine Staubschicht ĂŒberlagert.
BetĂ€ubt starrte er auf den Wischlappen in seiner Hand und wĂŒnschte sich, dass er diesen Staub genauso leicht wegwischen könnte, wie den Dreck auf den Tischen. Er wĂŒnschte er könnte einfach von hier verschwinden. Weg von dem schleichenden Wahnsinn um ihn herum, der auch auf ihn ĂŒberzuspringen drohte.
Doch er wusste, dass dies nicht so einfach war.
Hinter ihm stöhnte Erwin im Schlaf und Robert ĂŒberlegte ihn rauszuschmeißen.
Aber er brauchte das Geld, dass der Mann im Anzug jeden Tag bei ihm ließ.
Er wischte noch einmal ĂŒber den Tisch und schleuderte den Lappen angewiedert zurĂŒck in den Putzeimer.

III.
Robert hatte nicht erwartet, dass ĂŒberhaupt noch jemand kommen wĂŒrde, nachdem was an diesem Tag im Ort geschehen war, doch gegen Abend hatten sich die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen eingefunden. Paul und Anne Prokoph saßen wie fast jeden Tag an der Ă€ußersten Ecke der Theke. Sie waren ein seltsames Paar, fand Robert. Wie er waren auch sie zugezogen und wĂŒrden hier somit ewig Fremde bleiben, selbst wenn sie schon seit Jahrzehnten hier wohnten.
Sie schienen in die Jahre gekommene, doch lebensfrohe Menschen zu sein, die meißten Leute im Ort schienen sie zu mögen, auch Robert hatte sie zu Anfang gemocht.
Allerdings war ihm spÀter etwas aufgefallen, dass ihn etwas beunruhigte. Niemals in all der Zeit hatte er die Beiden sich unterhalten sehen.
Mit den anderen GĂ€sten waren sie oft in angeregte GesprĂ€che vertieft, besonders wenn sie ihren Pegel an alkoholischen GetrĂ€nken erreicht hatten. Da lachten sie und hatten offensichtlich Spaß.
Miteinander hatten sie jedoch, soweit er sich erinnern konnte, in seiner Bar nie ein Wort miteinander gewechselt.
Es hatte den Anschein, als hÀtten sie sich in ihrem Leben bereits alles gesagt, was sie zu sagen hatten.
Genau wie sie gehörte auch Paul Marx zum allabendlichen Dekor des Amerika. Er gehörte zu der Sorte Mensch, die ihr Gehirn nicht zwischen der SchĂ€deldecke aufbewahren, sondern verstreut im ganzen Körper. Ein StĂŒckchen in jeder Faust und den grĂ¶ĂŸten Teil zwischen den Beinen.
Robert hÀtte lieber eine Horde Wildschweine in seine Bar gelassen als ihn, aber im Gegensatz zu Wildschweinen (die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zivilisierter benommen hÀtten), hatte Paul, der als KFZ-Mechaniker in der örtlichen Tankstelle arbeitete, immer Geld.



Robert versuchte sich seinen missmutigen Blick nicht anmerken zu lassen, als er hinter der Theke stand und Paul beobachtete, der schwankend mit zwei GlĂ€sern Jack-Daniels-Whiskey in den noch ölverschmierten HĂ€nden auf den Tisch zuwackelte, an dem Horst saß.
Wie immer beschwerte sich Horst, dass er lieber einen Korn getrunken hÀtte. Einen Typ wie Horst gibt es wohl in jedem kleineren Ort. Eigentlich war er schon in Rente, doch niemals sah man ihn ohne seinen Blaumann, in dessen vielen Taschen stets der eine oder andere Flachmann versteckt war. Darunter trug er das obligatorische karierte Hemd. StÀndig sah man ihn kleinere Arbeiten im Dorf verrichten, mit denen er sich seine Rente aufbesserte und im Allgemeinen waren sich alle einig, dass er ein alter Suffkopp war. Ein hart arbeitender zwar, aber trotz allem ein Suffkopp.
Robert war der Meinung, dass jeder in der Bar ein Alkoholiker war,
doch im Gegensatz zu allen anderen StammgĂ€sten gab es an Horst nichts, was Robert ihm hĂ€tte vorwerfen können. Außer vielleicht, dass er das standardisierte Bild vom hart arbeitenden und hart trinkenden, alten Dörfler so perfekt bestĂ€tigte.
Zusammen mit Erwin, der inzwischen wieder, mit dem Kopf auf der Theke, eingeschlafen war, waren diese vier die einzigen GĂ€ste.
Die Jukebox spielte irgendeinen Song von Hank Williams und das grölende Lachen von Paul und Horst, die heute wesentlich frĂŒher besoffen waren als sonst, hallte durch den Raum. Robert fĂŒhlte sich unwohl, so unwohl, dass er ĂŒberlegte fĂŒr eine Weile an die frische Luft zu gehen.

IV.
Er saß vor der EingangstĂŒr auf dem Holzbalken, den er selbst zusammengezimmert hatte. Es sollte aussehen, wie die Anbindestellen fĂŒr Pferde, die man in Wildwest-Filmen immer vor den Saloons sieht.
Heute kam ihm das wie ein schlechter Witz vor.
Sein SchÀdel dröhnte und unheilvolle Gedanken schlichen durch seine Gehirnwindungen. Immer wieder musste er an Norbert denken, der einen recht soliden Eindruck gemacht hatte. Wenn einer wie er schon fÀhig gewesen war seine eigene Tochter zu steinigen, zu welchen monströsen Taten wÀre dann ein Mann wie Paul Marx fÀhig ?
Robert erschauderte bei diesem Gedanken.
Ein anderes Bild schoß ihm durch den Kopf. Es war das von Norberts Tochter, die ihren Vater hin und wieder auf Geheiß ihrer Mutter aus der Bar abgeholt hatte, vor allem aus Angst davor, dass der im volltrunkenen Zustand das Auto benutzen wĂŒrde.
Das Bild vor seinen Augen war verschwommen, er konnte sich auch nicht mehr an ihren Namen erinnern. Sie war ungefĂ€hr zwanzig, nicht besonders groß, aber hĂŒbsch, mit glĂ€nzenden, intelligenten Augen.
Er konnte sich noch erinnern, dass die einfĂŒhlsame, sanfte Art, wie sie mit ihrem betrunkenen Vater sprach, einen großen Eindruck auf ihn gemacht hatte. Robert kam es urplötzlich hoch.
Er ĂŒbergab sich wĂŒrgend auf seine eigenen Schuhe, als er aus der Ferne das knatternde GerĂ€usch eines Motorrollers hörte.

V.
Die Jeansjacke des jungen Mannes, der auf den Parkplatz des Amerika zugefahren kam, flatterte im Wind. Ein hagerer Bursche , mit Lederstiefeln und einer dick gepolsterten Motorradhose, in der er auf dem kleinen Roller geradezu lÀcherlich aussah. Sein Helm mutete an, wie ein japanischer Fliegerhelm aus dem zweiten Weltkrieg.
Quitschend und bockend brachte er seine Maschine neben dem Eingang zum Stehen. In einer anderen Stimmung hÀtte Robert laut losgelacht.
Es war Rich.
Eigentlich hieß er Richard, doch aus irgendeinem Grund bestand er darauf Rich genannt zu werden. Ab und zu kam er am Wochenende ins Amerika.
Robert sah Rich fassungslos an, als der abstieg und sein Roller einen Moment spÀter krachend auf dem Kiesboden landete.
Rich sah nicht einmal hin. Er nahm seinen Helm ab und schleuderte ihn hinter sich.
„Was ist los ?“, fragte Robert, der inzwischen aufgestanden war und sich etwas verschĂ€mt vor die Lache gestellt hatte, die er auf dem Boden hinterlassen hatte.
Rich reagierte nicht darauf.
„Ist dieser Marx hier ?“, fragte er, ohne Robert anzusehen.
„Ja, aber was...“
Ohne ein weiteres Wort stapfte Rich mit starren Blick in das Amerika hinein und Robert drehte sich der Magen um.
Er hatte keine Ahnung was hier vor sich ging, aber die grausame Gewissheit, dass hier gleich etwas Schreckliches passieren wĂŒrde.
Er wollte hinterhergehen, um das Schlimmste zu verhindern, aber seine Beine waren steif und mit dem Boden verwachsen und so konnte er nur hören was passierte.
Ein Glas zersplitterte, jemand kreischte.
Er konnte Rich schreien hören:
„Was hast du meiner Freundin angetan, du Sau !?“
Erst jetzt wurde ihm klar, dass Rich, soweit er wusste, mit Norberts Tochter zusammen gewesen war.
Aber warum Paul Marx ?
Er hörte Pauls Stimme und stellte erschrocken fest, dass der nur ein besoffenes Lachen von sich gab.
Noch jemand lachte, wahrscheinlich Horst.
Ein Stuhl fiel um, vielleicht auch ein Tisch.
Dann flog die EingangstĂŒr auf und Rich stĂŒrzte hindurch, hinter ihm stand Marx lachend im TĂŒrrahmen. Er nahm kurz Anlauf und trat dem wehrlosen Rich von hinten in die Nieren.
„Ich brauch noch nen verdammten Jacky !“, verkĂŒndente er lallend und torkelte zurĂŒck in die Bar, wĂ€hrend sich Rich voller Schmerz auf dem Kiesboden wand.
Robert fĂŒhlte sich wie in einem schlechten Film und stand noch immer an derselben Stelle. Völlig regungslos.
Rich schleppte sich zu seinem umgestĂŒrten Roller und öffnete das Helmfach ĂŒber dem GepĂ€cktrager. Erst als Robert sah, was er da herauszog, konnte er sich aus seiner Starre befreien.
Ein Jagdmesser, fast einen halben Meter lang, dessen Klinge im Neonlicht glÀnzte.
„Nein.“, sagte er, mit flehender, brĂŒchiger Stimme.
Rich richtete sich taumelnd und mit zittrigen Knien auf.
Er wischte sich mit dem Ärmel seiner Jacke das Blut vom Gesicht.
Seine Nase blutete stark und war wahrscheinlich gebrochen.
„Oh, doch.“, sagte er mit einer eisernen Entschlossenheit.
„Diese Mistsau hat meine Freundin vergewaltigt, dafĂŒr wird er sterben. Ihre Mutter hat es mir gerade erzĂ€hlt.“
Endlich fand Robert die Kontrolle ĂŒber seine Beine wieder und stakste auf den jungen Mann zu.
„Heute sind schon genug Menschen gestorben.“, sagte er mit leiser Stimme, doch Rich stieß ihn zur Seite.
„Noch nicht.“, murmelte er und humpelte in die Bar zurĂŒck.
Robert blieb zurĂŒck und die Worte `Noch nichtÂŽ hallten in seinem Kopf wider. Er fĂŒhlte sich wie der einzig Normale in einem Kosmos voller Wahnsinniger. Er wusste, dass er die Situation irgendwie beruhigen musste, doch er zweifelte daran, dass dies möglich war.
Etwas keimte in ihm. Ein Gedanke.
Zögernd setzte er sich in Bewegung und sein Weg fĂŒhrte ihn nicht in die Bar zurĂŒck, sondern in den Schuppen hinter dem Haus.

VI.
In dem GerÀteschuppen fand er schnell, wonach er suchte.
Als er wieder vor dem Eingang stand, erschĂŒtterten ihn die GerĂ€usche die von Innen kamen. Nicht das Scheppern von Glas war es, das ihn zutiefst beunruhigte, sondern die lauten Rufe.
Anfeuerungsrufe.
Der alte Horst und die Prokophs feuerten Paul Marx frenetisch an, die Rufe wurden nur von Richs Schmerzensschreien und einem gelegentlichen betrunkenen Lachen unterbrochen.
Das bestÀrkte Robert in seinem Entschluss.
Mit einem Benzinkanister in jeder Hand stand er kopfschĂŒttelnd vor dem Amerika. Den ersten Kanister entleerte er fast ganz vor dem Eingang. Mit dem restlichen Benzin legte er eine Spur rund um das Amerika.
Dann stand er wieder auf dem Parkplatz und wĂ€hrend von innen immer noch Schreie zu hören waren, hob er eine zusammengeknĂŒllte Zigarrettenschachtel vom Boden auf und zĂŒndete sie mit seinem Feuerzeug an.
Er zweifelte nicht daran, dass es falsch war, was er tat.
Er zweifelte auch nicht daran, dass es richtig war.
Robert zweifelte ĂŒberhaupt nicht mehr.
Er warf die brennende Schachtel im hohen Bogen vor den Eingang und das Benzin entzĂŒndete sich auf der Stelle.
Schnell war das ganze GebÀude von einem Feuerring umgeben.
Alles was Robert besaß wĂŒrde bald in Flammen stehen.
Er wandte seinen Blick ab, drehte sich um und fĂŒhlte sich plötzlich frei. Der Wahnsinn hat ein Ende, dachte er und war froh das er ihn selbst verschont hatte. HĂ€tte er sein Gesicht in diesem Augenblick gesehen, er hĂ€tte laut aufgeschrien.
Zufrieden lÀchelnd ging er davon. Der warme Wind hinter ihm trug ihn Richtung Westen.

ENDE

__________________
moehrle

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herb
???
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hallo moehrle,

ich finde deine Story gut geschrieben. Diese Tristesse entdecke ich hier bei vielen Bars und Kneipen, die so vor sich hindĂŒmpeln, diese seltsame Apathie der Menschen ohne Hoffnung, auch in einer Großstadt, in der man doch eigentlich Lebendigkeit vermuten sollte.
Deine Bar ist wohl in einem kleinen Ort angesiedelt, am Arsch der Welt wahrscheinlich, grins.
Deprimierend glaubhaft, die AtmosphĂ€re zieht einem hinein, ob man will oder nicht, es ist abstoßend.
Die Story von der Steinigung ist nach meiner Ansicht gar nicht notwendig, da passiert ja viel zu viel, andererseits erzĂ€hlst du es so gekonnt mĂŒde, smile, dass selbst diese Sensation nicht wirklich aufrĂŒttelt, na und, dann wird das Ding eben abgefackelt, krĂ€ht eh kein Hahn nach...

Gruß
herb
__________________
hier Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. KĂ€stner

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