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Leselupe.de > Gereimtes
An alle Fremden
Eingestellt am 24. 11. 2001 17:44


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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

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Bei├čend kroch das Gef├╝hl unaufhaltsam meinen Hals hinauf. Mein Herz pochte so stark wie eine ungeduldige Faust, die gegen eine verschlossene T├╝re schl├Ągt. Meine Augen suchten, aber sie fanden nicht. Tr├Ąnen trockneten auf meinen Wangen und schon wieder rannen sie wie prophezeiendes Unheil aus meinen Augen. Ich wollte nicht, doch konnte ich nicht. Stumm hockte ich am Boden, mit dem R├╝cken gegen die hei├če Heizung gelehnt. Ich sp├╝rte den brennenden Schmerz schon gar nicht mehr. Eher der Schmerz, der mich darniederschlug ├╝berspielte diese unbedeutende, aber doch existierende Empfindsamkeit. Ich sah direkt mit meinem von Tr├Ąnen verschwommenen Blick auf die Wand, doch sah ich dort ein Loch, dass mich woanders hinf├╝hren sollte.
Meine Hand zitterte und mein Mund war trocken, als g├Ąbe es nichts, dass dies h├Ątte ├Ąndern k├Ânnen. Wie ein zerbrochenes Scherbenglas, dass auf dem Boden gl├Ąnzte, so gl├Ąnzte ich durch meine innerliche Tragik, die mich zu zerrei├čen schien. Ich kannte dieses Gef├╝hl. Es war schon einmal da, vor langer Zeit, die weit hinter mir liegt. Ich habe sie erfahren, diese Entscheidung, und ich hatte sie akzeptiert, doch mein Herz und die Seele, die mich auf meinen Pfaden begleitete, sie verstand es nicht. Sie verstand es nicht zu akzeptieren, abzuschlie├čen, zu vergessen, neu zu beginnen.
Ich dachte an einen dicken Zaunpfahl, der mich mitten ins Herz traf. Es gab aber leider keine treffendere Bezeichnung f├╝r dieses Gef├╝hl, dass an mir haftete.
Es war jetzt soweit. So viele Jahre hat es mich ber├╝hrt, so lange mich besch├Ąftigt und nie mehr losgelassen. Zu gewinnen und zu verlieren, es sind Dinge, die mir sehr nahe gegangen sind und Dinge, die mich nicht mehr verlassen konnten.
Zweimal hatte meine Seele ihren Frieden gefunden. Zweimal habe ich das Gl├╝ck gehabt, zu lieben, doch war dieses Ungl├╝ck, welches wie eine schwarze Wolke ├╝ber mich schwebte, immer allgegenw├Ąrtig.
Kein Alkohol dieser Welt konnte diesen Schmerz in mir lindern, der mich nach und nach auffra├č. Eine bittere Tr├Ąne nach der anderen, die ich verlor. Eine bittere Tr├Ąne, eine wie jede andere, die Zeugnis dessen war, was mir wiederfuhr.
Ich hatte Angst, doch war ich mir Gewiss, was ich tun wollte. Es ist nur noch ein einziger Weg, der mich an mein Ziel f├╝hrt, an das ich so viele Jahre geglaubt habe. Ich bin traurig und ich bin allein. Ich schreie laut, doch niemand kann mir helfen. Ich suche Hilfe, doch niemand ist da. Ich suche Hoffnung, doch niemand gibt sie mir.
Immer habe ich geglaubt, dass sich alles ├Ąndern wird. Immer habe ich an dem Glauben festgehalten, dass ich gl├╝cklich werden kann. Doch die Furche, die vor drei Jahren in mein Herz und meine Seele gegraben wurde, sie wurde noch gr├Â├čer, ohne das sie einmal die Chance gehabt hatte, sich zu schlie├čen.
Von heute auf Morgen ├Ąndert sich dein Leben. Das Gef├╝hl, dass dir das Gl├╝ck schenkt, geliebt zu werden, es sinkt wie die eiskalte Wirklichkeit, die dich wie ein Schlag trifft und zerst├Ârt. Es muss nur ein Regentropfen sein, der dich ber├╝hrt und dich ver├Ąndert, dir deinen inneren Frieden raubt und deinen K├Ârper verl├Ąsst, indem du eine Tr├Ąne vergie├čt.
Ich sitze noch immer hier. Wie ein Nebelschleier zieht es an meinen Augen vorbei, als sitze ich wie damals in meinem Auto und fahre blind durch die Nacht, durch ein Nebelfeld, dass mir keinen Ausweg zeigt. Kein Stern am Himmel, der leuchtet, kein Zeichen, dass mir sagt, dass ich auf dem richtigen Wege bin.
Langsam wird mir schlecht und ich sp├╝re die M├╝digkeit, die mich bef├Ąllt. Sie versetzt mich in den seltenen Zustand der Zufriedenheit. Das erste Mal seit drei Jahren, dass ich mich gut und frei f├╝hle.
Ich habe alles versucht, doch mein Leben ist nicht das, was ich mir w├╝nsche. Ich habe meinen Frieden jetzt gefunden und ich w├╝nsche mir f├╝r alle anderen, dass sie gl├╝cklich werden m├Âgen. Sie m├╝ssen die Hoffnung greifen, festhalten und an sie glauben. Ich wei├č, es ist eine Gratwanderung zwischen dem sterbenden Frieden und dem der Hoffnung. Aber man kann es schaffen, wenn man es m├Âchte. Ich habe zwar eine wunderbare Wahrheit erfahren, indem ich zweimal in meinem Leben einen Menschen lieben durfte, der mir nahe war, den ich aber verloren habe. Aber das Schicksal ereilte mich, ohne das ich die Wahl hatte, dar├╝ber zu entscheiden. Warum ich mich gerade in diese Frau verlieben musste, die Gott mir wieder wegnehmen w├╝rde, dass wei├č ich nicht. Ich wei├č jetzt, was ich will.

An alle Schiffe auf See und an alle H├Ąfen, an meine Familie, an alle Freunde und alle Fremden, dies ist eine Botschaft und ein Gebet. Die Botschaft ist, dass mich meine Reisen eine wunderbare Wahrheit gelehrt haben.
Unser Leben ist so reich an einfachen und kleinen Sch├Ątzen, die man sich aus eigener Kraft schaffen kann. Ich bete darum, dass jeder Mensch auf der Welt seine Liebe finden m├Âge, um durch sie geheilt werden zu k├Ânnen.
Wenn das Gebet erh├Ârt wird, wird es keine Schuld mehr geben und keine Trauer, und alle Wut wird versiegen.
Darum bitte ich dich Gott.
Man hofft und man tr├Ąumt. Ich sp├╝rte noch das zittern meiner Hand, bevor ich das Zimmer vor meinen Augen verlor. Alles wurde dunkel. Jetzt war es gewiss, dass es soweit war. Das Messer in meiner linken Hand glitt aus meinen Fingern. Ich konnte nicht mehr.

in liebster Erinnerung
J.C.

__________________
cu
M.

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Costner
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

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schade

h├Ątte echt gern ein wenig mit jemandem dar├╝ber geredet!
trotzdem danke.
__________________
cu
M.

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Sansibar
Guest
Registriert: Not Yet

Traurig

Hallo lieber Costner,
ich habe deinen Text gestern schon einmal gelesen, deutlich ist die Verwirrung und der Schmerz zu sp├╝ren, doch vielleicht raffst du das ganze??? noch einmal. Die Aussage am Schlu├č, die sich dem positiven zuwendet gibt mir Hoffnung das du heute jedenfalls nicht verzweifelt bist. Die Botschaft ist klar; Verlust kann auch Gewinn sein, nur das k├Ânnen viele nicht erkennen da sie herzensblind sind. Ich glaube das auch die meisten Menschen das Bed├╝rfins haben geliebt und anerkannt zu werden, das ist legitim. Wenn wir begriffen haben, das selbst wir, nur eine "Leigabe " an die Welt sind - und diese Welt, mit all ihren Schwierigkeiten und Sch├Ânheiten auch nur eine Leigabe f├╝r uns ist, dann bin ich sicher, w├╝rden alle behutsamen mit sich, der Natur, der Kreatur, kurz, der Welt umgehen
Am Schmerz kann man sehr wohl wachsen, das ist der "beste" D├╝nger.
Solch einen Text solltest du aber nicht hier einstellen. Wie w├Ąre es mit der Schreibwerkstatt?
Gru├č Sansibar

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Costner
Schriftsteller-Lehrling
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danke...

...f├╝r deinen beitrag. hab mich gefreut.

leider Gottes ist es so, dass ich das Bed├╝rfniss brauche, dass jemand f├╝r mich da ist. Wenn mich niemand mag, niemand mich akzeptiert oder dergleichen, dann weiss ich einfach nicht, f├╝r was ich leben soll.
Es war alles noch schlimmer, als ich noch vor 2 Monaten keine Freundin hatte. Ich war ziemlich depressiv, habe viel durchgemacht, Entt├Ąuschung reihte sich an Entt├Ąuschung und das machte mich einfach fertig. Nunja, langsam scheint sich doch alles zum guten zu wenden. Ich hoffe, dass es mit jedem Tag ein St├╝ckchen besser wird.
Trotzdem habe ich Angst!

__________________
cu
M.

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Sansibar
Guest
Registriert: Not Yet

Trost

Morgen Costner,
meine Lebensmite sagt immer: Im gro├čen Buch steht alles geschrieben" was wir an Erfahrungen machen m├╝ssen. Eines habe ich f├╝r mein Leben akzeptiert; Probleme bew├Ąltigen! Ohne Jammern und Klagen, denn die nutzen niemanden. Ich wei├č wovon ich spreche, denn es gibt kaum ein Ungl├╝ck das mir noch nicht passiert ist. Es liebt mich geradezu und umklammert mich. Nichtsdesto trotz, haben wir alle die M├Âglichkeit an Problemen zu wachsen. Auch Schreiben ist ein Ventil!!!! und f├╝r manchen gar Therapie.Die Dinge des Lebens die einem widerfahren, das ist das Positive daran, lassen uns reifen und zu verst├Ąndigen Menschen werden. Wie viele Schriftsteller wurden zu au├čergew├Âhnlichen Schreibern, weil ihr Leben nur Kampf, Verlust und wieder Kampf wurde? Fast alle, die einen bedeutenden Namen haben.
Erst im nachhinein werden wir f├Ąhig, uns verletzende Dinge zu analysieren, vern├╝nftig zu bearbeiten und denke immer daran: Nichts, rein nichts bleibt in dem Zustand, in dem es sich jetzt befindet. Alles ist Wandel, auch du! vielleicht steckt in dir noch was ganz besonderes? Wei├čt du es? Du und jeder kann eine Bereicherung f├╝r viele oder alle Menschen werden. Umsonst ist niemand auf der Welt Begreife dich doch als Geschenk an die Welt, wenn du es so sehen lernst, dann werden die anderen das auch erkennen. Das jedenfalls ist meine sehr pers├Ânliche Meinung und eines noch: Schreibe weiter, weil bestimmt noch eine gro├če F├╝lle in dir steckt, das glaube ich
Einen besonderen Tag w├╝nsche ich dir
Sansibar

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Costner
Schriftsteller-Lehrling
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jeden Tag

Jeden Tag versuche ich als ein neue Chance zu sehen. Jeden Tag versuche ich wirklich, einige Dinge anders zu machen, damit sie sich zum besseren wenden. Und wenn es dann wieder nicht gelingt, dann tut es eigentlich umso mehr weh. Und irgendwann einmal ist der Punkt angekommen, wo ich nicht mehr weiss, ob es sich Lohnt, f├╝r eine Sache zu k├Ąmpfen, die wahrscheinlich niemals mehr eintreffen wird.
Jeden Tag hoffe ich, dass alles gut geht. Jeden Tag bete ich darum, dass es heute anders wird.
Gestern war es wieder besonders schlimm. Qu├Ąlende Verlust├Ąngste brachten mir Kopfschmerzen und in meinem Bauch tummelten sich Gef├╝hle, die es mir nur noch schlecht gingen lassen. Ich weiss nicht, wie lange ich noch k├Ąmpfen oder mir das bewahren kann, dass ich noch habe.
Es ist schwer, manchmal habe ich auch das Gef├╝hl, es ist zu schwer!

__________________
cu
M.

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