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Leselupe.de > Humor und Satire
An einem stillen Sommernachmittag
Eingestellt am 16. 03. 2002 14:01


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Helmut D.
???
Registriert: Jan 2002

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An einem stillen Sommernachmittag

Vor vielen Jahren kam ich einmal bei einem Spaziergang an einer alten Turnhalle vorbei. Schon von weiten hörte ich ein komisches Geräusch, das ich nicht näher zu definieren vermochte. Deswegen begab ich mich zu einem kleinen Fenster, um hineinzusehen. Dazu muß noch gesagt werden, daß sich besagte Turnhalle in einer alten Gasse unserer Stadt befindet, in die sich kaum jemand verirrt. Ich stellte mich also auf den Sims vor dem Fenster, um hineinsehen zu können. Und was sah ich da? Keiner, dem ich das erzähle wird es mir glauben: Da saßen auf langen Bänken in schwarzen Turnhosen lauter große Generaldirektoren und heulten!
Und wie sie alle flennten und jammerten! Es war schrecklich mitanzuh√∂ren. All die hohen Herren, alle diese seri√∂sen M√§nner sa√üen da und heulten. Eiskalt lief es mir den R√ľcken herunter. Unheimlich war dieses Geschehen. Was kann so schrecklich sein, da√ü so viele Generaldirektoren auf einmal weinen?
Noch ehe ich l√§nger dar√ľber nachdenken konnte, wechselte √ľberraschend die Stimmung. Der ganze Saal voller weinender Generaldirektoren hob pl√∂tzlich zu einem atemberaubenden Gel√§chter an. Und wie sie alle lachten! Hauten sich vor Freude immer wieder auf die Schenkel und fingen gar zu br√ľllen an. Manche lachten so sehr, da√ü sie das Gleichgewicht verloren und r√ľcklings von den B√§nken fielen. R√ľcklings! Die ganze Turnhalle bebte vor Geschrei. Und ich wurde immer ratloser. Weshalb lachten die vormals so traurigen Konzernbosse jetzt pl√∂tzlich? Was war geschehen?
Doch bevor ich mich n√§her mit der L√∂sung dieser Frage besch√§ftigen konnte, wechselte die Stimmung erneut. Nun hob ein gro√ües St√∂hnen an! Sie keuchten und r√∂hrten , als wenn die furchtbarsten Schmerzen sie qu√§len w√ľrden. Allesamt. Mir ging das Ger√§usch durch Mark und Bein und ich werde es bestimmt mein Lebtag nicht mehr vergessen. War das ein Jammer und Ge√§chze! Ich mu√üte tief durchatmen, um die Situation zu √ľberstehen. Das geht einen bis ins Innerste. Lauter hohe, ausgepuffte Generaldirektoren in Turnhosen keuchen zu seh'n!
Bis zu diesem Augenblick war mir immer noch nicht klar, was diese Herren so au√üer Fassung brachte. Doch schon bald sollte ich die L√∂sung dieser einzigartigen Situation erfahren. Es gelang mir n√§mlich mich etwas nach oben zu hangeln, so da√ü ich einen gr√∂√üeren Einblick in den Raum hatte. Und da sah ich doch- mittlerweile war das St√∂hnen wieder in ein Geheule √ľbergegangen- also, da sah ich zu meiner gr√∂√üten Verbl√ľffung, aber ich schw√∂re bei meinem und meiner Tante Ullas Leben, da√ü dies die reine Wahrheit ist, da sah ich also, weit vorne den Grund f√ľr ihr au√üergew√∂hnliches Verhalten: Ein Kasperletheater! Jawohl! Mit Seppl, Kasperl und dem Krokodil!
Und wer mir das alles, trotz meines Schwures nicht glaubt, der möge doch selbst einmal an jener alten Turnhalle in dieser menschenleeren Gasse unserer Stadt, die fast jeder kennt, vorbeigehen. An einem stillen Sommernachmittag, wohlgemerkt!


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