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Leselupe.de > Kurzprosa
Analyse,3.Sitzung
Eingestellt am 23. 06. 2005 21:57


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nachtfalter
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Unl├Ąngst hatte ich mich verflogen.Das steinerne Bett des Wiental-Flusses f├Ąllt mir da ein, es ist weit und breit f├╝r den Fall, dass...Es rinnt aber meistens wenig Wasser darin, die Zeiten der grossen ├ťberschwemmungen in diesen Gegenden sind vorbei.Ein Auto kommt gefahren, bleibt stehen, unten im Flussbett.Ein Mann steigt aus, setzt sich auf einen Stein, wickelt ein Brot aus und i├čt.Dann nimmt er ein Telefon aus der Jackentasche, h├Ąlt es ans Ohr und telefoniert. Er ist ein Angestellter des Magistrat, der Stadtgemeinde, was durch das Wappen auf der Autot├╝re ersichtlich ist.Der Mann bleibt sitzen, dann geht er weiter bis zum n├Ąchsten gro├čen Stein, er schreibt etwas auf, setzt sich wieder nieder und schaut. Er wirft einen Kieselstein ins Wasser, noch einen.

Oben, an der stark befahrenen ehemaligen Prachtstra├če, die den Flu├č s├Ąumt, stehen alte B├Ąume. Sie ├╝berleben scheinbar alle Abgase.Die Fronten mancher H├Ąuser sind noch reichlich verziert, teilweise Jugendstil, doch renovierungsbed├╝rftig, voller L├Âcher und defekter Dachb├Âden, was aber g├╝nstig f├╝r die Tauben ist. Vis a vis von der stark befahrenen Strasse steht das Schlo├č Sch├Ânbrunn. In einem dieser ehemaligen B├╝rgerh├Ąuser im zweiten Stock befindet sich die Wohnung eines Politikers.Ich rastete auf dem Fenstersims, die Fenster waren trotz des L├Ąrmes offen.Der Politiker hatte Besuch von einem Mann mit einem Koffer.Der Mann stellte den Koffer auf den Tisch, der sich in der Mitte des Zimmers befand und ├Âffnete ihn. Er war voller Geldscheine. "Die Baugenehmigung, Sie wissen schon und den Auftrag. Wie vereinbart. Es ist eilig."
Dann drehte sich der Mann um und schloss hinter sich die hohe, weisse Fl├╝gelt├╝re. Der Politiker trat ans Fenster, Schwei├čperlen standen auf seiner Stirne, er schaute hin├╝ber zum Schloss, dann sah er pl├Âtzlich mich an und seufzte: Mein Gott, eine Schwalbe mitten in dieser Stadt!" Er sah mich noch einmal an, seine Augen gl├Ąnzten feucht und er murmelte zu sich: "Warum ist es nur so weit mit mir gekommen?" Dann schlo├č er die Fensterfl├╝gel.
Ich flog, weil ich durstig war, ans Ufer des Wienflusses zur├╝ck und trank einen Schluck aus dem ruhig pl├Ątschernden Wasser. Der Mann vom magistrat war um einige Steine weiter gegangen, jetzt sa├č er wieder, sein Telefon l├Ąutete, er ging zum Auto und setzte sich hinter den Fahrersitz.

Bei der Haltestelle oben am Kai stand eine Frau mit einem Kleinkind und weil die Stra├čenbahn nicht kam, wand sich das Kind an der Hand seiner Mutter und weinte. Da schlug ihm die Frau mit der anderen Hand, mit der sie eine Tasche hielt, auf den Kopf. Da weinte es erst recht.

Ich beschleunigte meine Fluggeschwindigkeit Richtung Wienerwald.Es ist nicht weit und die Luft ist auch besser.

Ich glaube, wir k├Ânnen so weitermachen, sagte Frau Ahavzi. Guten Flug.

Sch.
__________________
MargareteSch.

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