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Leselupe.de > Kurzprosa
Analyse
Eingestellt am 30. 05. 2005 20:08


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nachtfalter
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Analytische Situation

Auf dem Sofa
Die fett gefressenen K├Ąfer sitzen auf der Schreibtischkante und lauschen dem Ger├Ąusch der Grafitspitze des Bleistiftes, Milena liegt auf dem Sofa und assoziiert, monologisiert und Frau Ahavzi h├Ârt zu, vielleicht, kritzelt Strichmenschchen auf den Rezeptblock und setzt einem jeden abschlie├čend eine runde Winterhaube auf. Nat├╝rlich wusste ich, dass K. ein egoistischer Neurotiker ist. Wenn sein Vater nicht so grob zu ihm gewesen w├Ąre, so sadistisch, w├Ąren seine Berichte zur lage der Arbeiter in der Arbeiterunfallversicherung viel trockener ausgefallen und die Nachwelt h├Ątte nichts zu bewundern und die Germanisten m├╝ssten sich ein anderes Terrain suchen zwecks Aus-schlachterei. Aber bitte, K. war immerhin so korrrekt, an diesen Mi├čst├Ąnden zu leiden. Das alles und sein melancholisches Naturell haben ihn inspiriert. Ich habe es ausbaden m├╝ssen. Ich bin in die Geschichte eingegangen als Geliebte von..Ha, da├č ich nicht lache, Geliebte! Projektionsfl├Ąche bin ich gewesen. Ich hatte eine Schw├Ąche f├╝r das Schwache und er hat meine soziale Ader angezapft, naja, r├╝ckblickend mu├č ich sagen, es ist sogar besser gewesen, da├č er so war.

Zirka 100 Jahre vorher, der Zeitbegriff ist ja irrelevant, bin ich eine Vorgabe oder Vorlage wenn Sie so wollen gewesen, sagte Milena, nachdem ich, dieses Werk , dieses Abbild an einem Sommertag im Juli 18...entstanden war fund jetzt nicht ohne die Kante der davor stehenden Glasvitrine als St├╝tze f├╝r meine H├Ąnde und Arme zu benutzen, da sp├╝rte ich die tats├Ąchliche Last meines K├Ârpers; ich hatte Angst, das Glas zu zerbrechen, es war mir peinlich und ich schnitt eine Grimasse. Anderseits war ich nicht unverletzlich. Das Abbild eines K├Ârpers, der mir doch keine Selbstverst├Ąndlichkeit mehr war und unvertraut, jahrhundertelang habe ich in keinen Spiegel geschaut. ich bewohne den seelenlosen K├Ârper als ein Bild, zum Ewigsein bestimmt, ich, als Gefangene in diesem Rahmen, ich richtete mich auf mit meinem konservierten L├Ącheln, pardon, Grimasse.

H├Ąngen bleiben! befahl die Museumsw├Ąrterin, die wievielte war es schon? Ich f├╝gte mich wieder und dachte nach und wartete, bis die S├Ąle abgesperrt wurden. Eine Weile lauschte ich noch ins Dunkel. Vor dem Geb├Ąude stand einer von diesen die Ringstrasse s├Ąumenden B├Ąumen, ich mochte ihn, er warf im Sommer gro├če Schatten. Ich verfolgte die t├Ąglichen Bewegungen der Besucher, die auf und ab-schreitenden W├Ąrter, ich h├Ârte die ah┬┤s und oh┬┤s der Besucher, bis ich mich eines Tages, das Museum befand sich zu dieser Zeit in einem Ger├╝stekorsett und die sich immer wieder einschaltenden Alarmklingeln nahm sowieso niemand mehr ernst, bis ich mich eben, genauer gesagt, in dieser Nacht von Samstag auf Sonntag von einem italienischen Kunstf├Ąlscher rauben und ersetzen lie├č. Man hat es ├╝brigens bis heute nicht bemerkt. Nun h├Ąnge ich in einer s├╝ditalienischen Villa in einem abgedunkelten Raum, den selten jemand betritt. Wie langweilig ist das ! Ich k├Ânnte, sollte mich von einem Verr├╝ckten zerst├Âren lassen, doch es ist noch keiner vorbei gekommen.

So ist es schon besser, sagte Frau Ahavzi, kritzelte etwas in arabischen Buchstaben auf einen Rezeptblock: am Morgen zum Kaffe, 1 mal eine Tablette, auf Wiedersehen!
N├Ąchstes mal erz├Ąhlen sie weiter, freie Assoziation bitte.

Sch.


__________________
MargareteSch.

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nobody
Guest
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Re: Analytische Situation

Franz Kafka und Milena Jesenska, das ist klar. Aber das Gem├Ąlde? Bin wahrscheinlich ein Kunstbanause. Da traue ich mich fast nicht auf die etwas fl├╝chtige Rechtschreibung hinzuweisen.
Der Text macht Lust auf eine Fortsetzung - als Ratespiel und auch, um mehr ├╝ber die Patientin zu erfahren. Oder habe ich nur nicht gemerkt, dass Frau Ahavzi die Hauptperson ist?

Gru├č Franz

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nikita
Guest
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hi
ich hoffe auch es gibt ne fortsetzung
macht lust auf lesen
was du schreibst

lg
nikita

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nachtfalter
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hi
ich hoffe auch es gibt ne fortsetzung
macht lust auf lesen
was du schreibst

lg
nikita


hallo, nikita!
Danke herzlich f├╝r die Antwort, das motiviert nat├╝rlich, ich werde mich bem├╝hen (Fortsetzung)und es macht Mut. Danke

LG
nachtfalter
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MargareteSch.

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sohalt
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Auch wenn einem, wie mir, Milena nichts sagt, liest sich das gut! Ist Analyse, 3. Sitzung die Fortsetzung? Gibt's eine 2. Sitzung?
__________________
.A mesure qu'on a plus d'esprit, on trouve qu'il y a plus d'hommes originaux. Les gens du commun ne trouvent pas de diff├ęrence entre les hommes. (Pascal)

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nachtfalter
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Auch wenn einem, wie mir, Milena nichts sagt, liest sich das gut! Ist Analyse, 3. Sitzung die Fortsetzung? Gibt's eine 2. Sitzung?

Liebe(r) sohalt: Es gibt bis jetzt drei Sitzungen, Fortsetzung folgt. Danke f├╝r Dein Interesse.
LG
nachtflater
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MargareteSch.

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Auch wenn einem, wie mir, Milena nichts sagt, liest sich das gut! Ist Analyse, 3. Sitzung die Fortsetzung? Gibt's eine 2. Sitzung?

Liebe(r) sohalt: Es gibt bis jetzt drei Sitzungen, Fortsetzung folgt. Danke f├╝r Dein Interesse.
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