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Leselupe.de > Kurzprosa
Anfang
Eingestellt am 09. 12. 2003 15:01


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Hanna Stern
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2003

Werke: 20
Kommentare: 2
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Schon eigenartig... ganz fr├╝h am Morgen kommen mir die besten Ideen. Solche, von denen ich sonst nur tr├Ąumen kann.
Ich sitze im Bus auf dem Weg zur Arbeit, blicke aus dem Fenster hinein in das Dunkel der noch nicht ganz vergangenen Nacht. Im Grunde sehe ich nichts besonderes. Ich sehe mich. Ich sehe die Sitzreihen neben und vor mir und dazwischen ein paar Leute. Sonst nichts. Ich sehe eine Spiegelung, als w├Ąre ich draussen in der K├Ąlte und nicht hier im Warmen. Die Heizung verstr├Âmt trockene Luft und ein bisschen w├╝nsche ich mich sogar in diese K├Ąlte und in dieses Dunkel hinaus.

Ich habe nie etwas zu schreiben dabei. Und dann kommen mir die Ideen. Gute Ideen. Gro├čartige Ideen. Ideen, die ich noch nie zuvor hatte. Gedanken, die ich zum ersten Mal denke.
Ich denke sie. Ich denke sie zu Ende, denke immer weiter und sogar noch ├╝ber das vermeintliche Ende hinaus. Ich schwebe darin, f├╝hle mich wohl, bin stolz auf mich.
Alles was fehlt ist sind ein Stift und ein Blatt Papier auf dem man alles festhalten k├Ânnte. Die Gro├čartigen Gedanken, die tollen Ideen.

Was ich mich oft frage: Wie findet man den Anfang einer Geschichte? Der Anfang ist das Entscheidende. Der Anfang muss gut sein. Sehr gut. Ich wage zu behaupten, ein schlechter Anfang bedeutet ab da schon das Ende.
Ich finde ihn nie.
Ich beginne irgendwo in der Mitte. Manchmal auch schon am Ende.
Ein Gl├╝ckspilz, wem sich dieses Geheimnis offenbart!
Ich bin es nicht.

Aller Anfang ist schwer, hei├čt da ein Sprichwort.
Auch mein Anfang ist schwer ÔÇô jeden Tag aufs Neue.
Mein Anfang ist Routine.
Aufstehen
Waschen
Anziehen
Losmarschieren
Einsteigen
Tr├Ąumen

Die Realit├Ąt beginnt mit dem Aufsetzen des Fu├čes auf dem Boden der Tatsachen ÔÇô meistens erst in der Arbeit.
Der Weg dahin ist reine Phantasie.
Etwas, das ich nicht festhalten kann, das aber immer wiederkehrt.
Es besucht mich jeden Tag aufs Neue.

Heute morgen wurde ich mit einer Entscheidung konfrontiert. Kurz nach dem Aufstehen ist so etwas das schlimmste, das einem passieren kann.
Soll ich mein Leben ├Ąndern und noch einmal ganz von vorne beginnen? Zur├╝ck zum Anfang, sozusagen.
W├╝rde ich es wagen und selbst in den schwierigen Zeiten nicht daran zweifeln?
W├╝rde ich alles f├╝r eine Liebe aufgeben, die ich nicht kenne, von der ich aber wei├č das es sie gibt?

Ich habe festgestellt das ich zu schwach f├╝r so etwas bin.
Habe festgestellt das ich nicht k├Ąmpfen kann.
Im Traum lohnt es sich mehr zu k├Ąmpfen...
das ist falsch, ich wei├č.
Routine kann bequem sein. Routine nimmt die Angst vor dem was kommen k├Ânnte wenn man dieses und jenes versuchen w├╝rde...
Man versucht es ja doch nicht.
Man l├Ąsst es.
Man schweigt mich sich selbst.

Die Gedanken ber├╝hren dich nicht mehr oder nur in einer Weise in der sich nicht schaden k├Ânnen.
Man l├Ąsst sie vorbeiziehen wie ein Schwarm junger V├Âgel auf ihrer ersten gro├čen Reise.

Anfang.
Zur├╝ck zum Anfang.
Nochmal.
Von Vorne.
Und Angst haben vor dem Ende.





__________________
Trage dein Herz mit Verstand

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