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Leselupe.de > Ungereimtes
Angekommen
Eingestellt am 29. 05. 2003 16:03


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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Angekommen

Wenn mitternachts morgens,
und tagsüber Nacht.
Wenn der Körper sich wehrt
gegen Wachsein am Tag und gegen Schlaf in der Nacht.

Wenn die Uhr im Gedärm brummt, rebelliert,
links jetzt rechts und doch wieder links,
die Schrift nicht mehr lesbar,
die Laute bekannt und dennoch fremd.

Wenn die Welt wieder höflich, männlich und doch wieder weiblich,
der Fisch endlich roh, die Gerüche vertraut,
die Bewegungen, Gesten,
rund, weich und mir.

Wenn der Regen warm,
die Stadt labyrinthisch,
voll, fremd, laut, sicher und lächelnd,
alle Rolltreppen in der Richtung vertauscht.

Wenn mein Weg sich unter der Erde verliert,
alle Fahrräder gleich,
ich mich an Sonne, Farben und Häusern,
und den Marken in mir nur noch orientiere.

Wenn sich morgens um fünf in der Lobby
Kassierer höflich und lächelnd
vor mir verbeugen
auf meinem Weg über den Teppich zum Joggen.

Wenn Taxifahrer, weiß behandschuht,
stundenlang nachts Wege suchen,
für mich, verloren, irgendwo
und doch sicher da draußen.

Wenn ich nur noch mich habe und spüre,
reduziert in den Sinnen auf's Erinnern fremder Symbole,
mich fühle wie Major Tom in der Büchse im Orbit,
alleine doch sicher und aufgehoben.

Wenn die Verbindung nach außen
nur spärlichst,
nur über die letzte Frequenz
noch funktioniert.

Dann bin ich zuhause,
in mir,
in Japan.


11.5.2003
__________________
© Jürgen Locke

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silverbird
Manchmal gelesener Autor
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In sich selbst zuhause sein. Wer wünschte dies nicht? Man sollte es auch in seiner gewohnten Umgebung wieder sein, obwohl man erst weit weg davon die nötige Distanz zu den Dingen bekommt, die es einem erschweren, ganz bei sich selber zu sein.
Dein Gedicht ist übrigens super. Irgendwann muss ich auch mal nach Japan reisen. Aber dann bräuchte ich einige tipps von dir.

__________________
es gibt immer Lichter in der Nacht, auch wenn die Augen sie erfinden müssen.
John Steinbeck

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Hallo liebe silverbird,

gerade weil das Land so anders ist, lernt man auch eine ganz andere Seite an sich selbst kennen, wenn man sich darauf eingelassen hat und nicht mehr nur der Tourist ist.

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich dort ankomme und mich selbst wieder treffe. Meine Bewegungen ändern sich, meine Gesten, mein Denken. Die Blicke sind anders, die Perspektiven. Ich lebe eine andere Seite..

Liebe Grüsse
__________________
© Jürgen Locke

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Ort nach Innen

Lieber george,

nachvollziehbar beschrieben, wie Du Deinen Ort nach Innen findest.)))

Wünsche Dir heute in Deutschland auch einen schönen Tag.))))
Liebe Grüße Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 88
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Danke, liebe Vera-Lena,

Auch hier komme ich an. Hat sich nicht viel verändert.
Doch: Meine Kirschen werden langsam reif. Und alle Vögel der Stadt treffen sich zur Kirschfress-Orgie! Es soll ihnen gut gehen.

Liebe Grüsse
__________________
© Jürgen Locke

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