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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Angst
Eingestellt am 15. 11. 2001 16:55


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Renton
Hobbydichter
Registriert: Aug 2001

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Ich habe Angst. Angst vor der Nacht. Angst einzuschlafen. Angst nicht einschlafen zu k├Ânnen. Ich habe Angst vor jedes Ger├Ąusch. Jedes Knacken. Angst vor den Ger├Ąuschen, die ich selbst mache. Angst vor der Dunkelheit. Angst vor meinen eigenen Gedanken. Angst davor, dass das was in meinen Gedanken vor sich geht, sich bewahrheitet. Ich habe Angst, dass ich beim Eintreffen meiner ÔÇ×VisionÔÇť nicht wei├č, wie ich reagieren soll. Jedenfalls habe ich Angst. Nachts.
Ich liege im Bett und habe Angst. Die wirrsten, abartigsten Gedanken kreisen in meinem Kopf herum. Ich stelle mir vor, wie jemand die Treppe hochkommt, in das Zimmer meiner Schwester geht und ich h├Âre von dort Sch├╝sse. Dann entwickelt sich in mehr das Gef├╝hl, nicht zu wissen, was zu tun w├Ąre, wenn das eintreten w├╝rde. Verstecken k├Ânnte ich mich nicht. Wo auch? Im Bettkasten? Na, ehe ich das gemacht habe, steht die Person schon in meinem Zimmer. Mir wird bewusst, dass die Situation ausweglos sein w├╝rde. Ich w├Ąre dem Tode geweiht. Einem schrecklichen Tod, meiner Meinung nach.
Andere Gedanken, die ich habe, sind, wie schrecklich es w├Ąre, wenn mir jemand mit einer Axt den Kopf abschl├Ągt oder meinen Sch├Ądel spaltet, so wie es mit Dian Fossey gemacht worden war.
An anderen Tagen, ist es die Angst davor, dass mir jemand eine meiner Gliedma├čen mit einer Axt abtrennt. Eine Hand oder ein Bein.
Es ist nicht nur die Angst vor dem Schmerz. Nein. Auch vor der Hilflosigkeit ÔÇô nicht zu wissen, wie ich es verhindern k├Ânnte, was ich tun soll. Ich wei├č ja nicht, warum jemand das macht. Warum mir wer den Sch├Ądel spalten sollte. Wenn ich w├╝sste warum, k├Ânnte ich eventuell was dagegen unternehmen, aber ich kann nicht.
Ich kann nicht sagen, ob ich krank bin oder ob der, der mir mit einer Axt gegen├╝ber tritt, krank ist. Wir beide haben wohl Probleme - der, der sich solche ÔÇ×kranken GedankenÔÇť im Kopf zusammenreimt und der ÔÇ×AktiveÔÇť, der derartige Gedanken hat und sie ausf├╝hrt. Was ist wohl schlimmer? Ich wei├č es nicht. Vielleicht lebt der Aktive besser, weil er wahrscheinlich angstfrei ist, w├Ąhrend der ├ängstliche im Bett liegt und sich nichts sehnlicher w├╝nscht, als nicht allein zu sein. Der Aktive ist vom Trieb getrieben. Er muss sich nicht f├╝rchten. Er macht sich wom├Âglich keine Gedanken dar├╝ber, was w├Ąre, wenn jemand vor ihm mit einer Axt steht. Nein, er versetzt sich in die Situation dessen, der die Axt oder die Waffe h├Ąlt. Vielleicht geht er dem Drang nach, dieses nachzuahmen. Das nenne ich krank, abnormal. Aber ist der nicht auch abnormal oder krank, der Angst hat, mit einer Axt erschlagen zu werden? Der nachts im Bett liegt und jedes Ger├Ąusch aufnimmt und denkt, dass es gleich vorbei ist. Er liegt nachts starr vor Angst im Bett und versucht jedes eigene Ger├Ąusch, jeden Atemzug zu unterdr├╝cken, um nicht geh├Ârt zu werden. Aber sein Herzschlag ist laut. So laut, dass er fast Angst hat, dass der Aktive ihn h├Ârt.
Jede Nacht habe ich Angst vor meinen eigenen Gedanken. Angst davor, dass das was in meinen Gedanken vor sich geht, sich bewahrheitet. Ich habe Angst.

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Charima
???
Registriert: Sep 2001

Werke: 25
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Hallo, Renton!

Deine Geschichte gef├Ąllt mir! Ich kenne solche Gedanken in ├Ąhnlicher Form. Du hast in meinen Augen die Angst gut beschrieben. Die Erz├Ąhlung wirkt auf mich dicht.

Das einzige, was mich etwas st├Ârt, ist die Anspielung darauf, da├č derjenige, der zuschlagen w├╝rde, keine Angst hat. Vielleicht schl├Ągt er aber gerade aus einer Angst heraus zu? Und w├╝rde sich jemand, der Angst hat, dar├╝ber Gedanken machen, ob sein Gegen├╝ber, vor dem er sich f├╝rchtet, ebenfalls Ansgt hat? Wenn die Angst wirklich bestimmend ist, halte ich das f├╝r relativ unwahrscheinlich. Aber ansonsten ist dies ein sehr gelungener Text!

Den Gru├č des hereinbrechenden Morgens,

Charima



__________________

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caspar
Guest
Registriert: Not Yet

habe mir mal die m├╝he gemacht und gez├Ąhlt, wie oft du in deinem text, das wort angst gebrauchst, irgendwann, ich glaube es war bei der zehnten wiederholung, habe ich aufgeh├Ârt. was erfahre ich ├╝ber die angst, deine ganz pers├Ânliche wie mir scheint? absolut nichts... ok, du schreibst was dir furcht macht und versuchst mit bildern, die beklemmend wirken sollten, atmosph├Ąre zu erzeugen, doch das schaffen sie nicht, ihnen fehlt erlebtes und eine pers├Ânliche note. wo ist der schmerz, der strick, der dir die kehle zudr├╝ckt? wo dein grausig erstarrter k├Ârper, welcher nacht f├╝r nacht bebend in deinem vor schwei├č triefenden bett liegt? falls mensch sich wirklich entscheidet einen text angst zu nennen, dann bitte ich um substanz und um keine vergewaltigung dieses, doch so elementaren wortes. shalom!

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SickGirl
Hobbydichter
Registriert: May 2001

Werke: 5
Kommentare: 2
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Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht von caspar
habe mir mal die m├╝he gemacht und gez├Ąhlt, wie oft du in deinem text, das wort angst gebrauchst, irgendwann, ich glaube es war bei der zehnten wiederholung, habe ich aufgeh├Ârt. was erfahre ich ├╝ber die angst, deine ganz pers├Ânliche wie mir scheint? absolut nichts... ok, du schreibst was dir furcht macht und versuchst mit bildern, die beklemmend wirken sollten, atmosph├Ąre zu erzeugen, doch das schaffen sie nicht, ihnen fehlt erlebtes und eine pers├Ânliche note. wo ist der schmerz, der strick, der dir die kehle zudr├╝ckt? wo dein grausig erstarrter k├Ârper, welcher nacht f├╝r nacht bebend in deinem vor schwei├č triefenden bett liegt? falls mensch sich wirklich entscheidet einen text angst zu nennen, dann bitte ich um substanz und um keine vergewaltigung dieses, doch so elementaren wortes. shalom!

--> vielleicht solltest du erst einmal einen text zu ende lesen ehe du ├╝ber ihn urteilst?!
und ich glaube, du hast nicht verstanden, dass die wiederholung des wortes "angst" wohl absicht ist... die geschichte hei├čt bestimmt nicht umsonst auch "angst"


gr├╝├če,
doreen.

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caspar
Guest
Registriert: Not Yet

shalom sickgirl!

und du hast scheinbar nicht verstanden, worauf mein post abzielt. glaube mir, ich besitze die ausdauer einen text bis zum bitteren ende zu lesen, erst recht, wenn ich mir die m├╝he machen, auf den selbigen zu antworten. aber du hast dich mit deinem post schon genug profiliert, um nun vergeblich auf eine ernstzunehmende, literarische auseinandersetzung zu hoffen, sickgirl eben. also wirf mal ein paar xanax mehr ein und fahr dich runter.

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