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Leselupe.de > Humor und Satire
Angst
Eingestellt am 14. 12. 2000 02:03


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Yossarian
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

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Dies ist die schockierende Geschichte des Edmund Filtzer.
Schon seit seiner Kindheit hatte er viele Ängste.
Nat├╝rlich mit Recht, denn heutzutage kann man an schrecklichen Dingen wie Krebs, Aids oder BSE erkranken, man kann sogar an einer simplen Blindarmentz├╝ndung sterben.
Terroristen und Jungendgangs belagern unsere St├Ądte, Autos und Stra├čenbahnen sind zu jeder Tageszeit eine ernstzunehmende Gefahr.
Selbst Mikrowellen, K├╝chenmesser oder Waschmaschinen sind l├Ąngst als akute Bedrohungen anerkannt.
Um all dem vorzubeugen, traf Edmund Filtzer allerlei verst├Ąndliche Vorsichtsma├čnahmen. Er r├╝hrte beispielsweise nie eine Zigarette an, oder trank Alkohol und ern├Ąhrte sich ausschlie├člich von frischen Gem├╝se und Obst.
Auch hat man ihn nie mit einer Frau gesehen.
├ťberhaupt haben nur wenige per Arztattest als vollkommen gesund eingestufte Menschen Edmund Filtzer je zu Gesicht bekommen. Er arbeitete und lebte in einem sterilen, fensterlosen Raum, frei von jeglichen Staub, mutma├člich bakeritenverseuchten M├Âbeln und Waschmaschinen.
Er war tats├Ąchlich so klinisch sauber und unber├╝hrt von weltlichen Unrat, dass er sich im Grunde nie waschen brauchte.
Obwohl er eigentlich kaum noch etwas zu bef├╝rchten hatte, war sein Raum von Wachposten umstellt und st├╝ndlich schaute ein unbekleideter, zuvor desinfizierter Arzt nach seinem Befinden.
Lange Zeit hatten seine Vorsichtsma├čnahmen Erfolg und es schien, als k├Ânne er ewig leben, doch trotz des weichen Bettes, der schon im Kindesalter abgeschlossenen Rentenversicherung und den Vitamintabletten, plagten Edmund Filtzer gro├če Sorgen ├╝ber m├Âgliche R├╝ckenschmerzen, eine abgesicherte Zukunft und seinem Kreislauf.
Doch wie sich herausstellen sollte, erwartete ihn weit schlimmeres. Sein k├Ârperliches Abwehrsystem erkannte n├Ąmlich irgendwann, dass Edmund Filtzer sehr gut allein auf sich aufpassen konnte und verlie├č ihn in eines Nachts gelangweilt.
Nun w├Ąre das nicht weiter schlimm gewesen, schlie├člich hatte sich das Abwehrsystem nicht ohne Grund verabschiedet. Doch schon am n├Ąchsten Morgen reichten allein die Salatbl├Ątter, damit es ihm schrecklich Elend ging.
Er verkannte in seiner Panik den wahren Grund seiner Erkrankung und a├č keinen Salat mehr, Tomaten, Kartoffel, ├äpfel und Erdbeeren sollten bald folgen.
Schlie├člich nahm er lediglich laborgepr├╝fte Fl├╝ssignahrung zu sich. Als auch dies nicht helfen wollte und er zunehmend schw├Ącher wurde, einmal sogar zusammenbrach, bewegte er sich kaum noch um auch dieser Gefahr vorzubeugen.
Seine Schmerzen aber blieben bestehen und so gab es keine andere M├Âglichkeit als von nun an in einer winzigen Kapsel zu leben, in welcher durchgehend die Luft gewechselt wurde und man ihm Nahrung durch Schl├Ąuche zugef├╝hrte.
Ferner wurde seine Kapsel rund um die Uhr mit diversen Messger├Ąten gepr├╝ft und drei ├ärzte betreuten ihn durchgehend.
Zwar wurde er weiterhin von Ängsten geplagt, doch seine Schmerzen verschwanden.
Heute ist Edmund Filtzer Tod.
Er starb als ein Flugzeug ausgerechnet ├╝ber seiner Kapsel abst├╝rzte, er hatte keine Chance zu entkommen.
Wir alle gedenken seiner Asche.

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Yossarian
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

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jetzt bin ich selbst am schinden,
aber 13 Abrufe ?
da geht noch mehr will ich meinen...

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