Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92277
Momentan online:
499 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Angst
Eingestellt am 19. 07. 2002 21:02


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Raskolnikov
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2000

Werke: 80
Kommentare: 73
Die besten Werke
 
Email senden
Profil



Die Nacht blickt hinein mit ihren schwarzen Augen, die TĂŒren fallen zu erloschen die Lichter. NĂ€chtlings tauchend im Bodensatz verhallender Schreie, fĂŒhlt sich ein jeder Raum hier steril und tot an. Auf den weißen Kacheln, der letzten WĂ€rme beraubt, seziert sich der Wahn aus unterdrĂŒckter Hilflosigkeit.
MĂŒhsam versuchend die Risse noch zu kitten, erstarrt EnttĂ€uschung in schmerzender KĂ€lte.

MĂ€rchenhaft nur im Drahtseilakt vermessener Gedanken, schlĂ€gt mit offenem Visier taub das Wort mechanisch ein. Dunkler Fluch versenkt seine Wurzeln, kurzweilig betĂ€ubt wuchert doch Entfremdung. Phantastisches in Bernstein erdrĂŒckt, wartet meist vergeblich, dass die Befreiung glĂŒckt.

Kinder mit leeren Blicken, Lippen die automatisiert die Lieder spucken. KrĂŒppel, ihr Gebrechen zum Schmuck, lassen nur die Körper zurĂŒck. Auf der schĂ€bigen BĂŒhne, HĂ€nde zum Himmel gereckt, Blumen ihrer GrĂ€ber. Existenzen verrotten und die nĂ€chste Haltestelle wartet schon.

Stumme Klagen reisen mit der Flaschenpost, auf das sie einer findet. Jetzt, im Nachhinein, wo doch vieles so klein und nur manches so groß, wirkt Erkenntnis wie ein bitterer Hohn, verweile im Vergessenen und dich begleitet der richtige Ton.



__________________
Raskolnikov

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


lapismont
Foren-Redakteur
HĂ€ufig gelesener Autor

Registriert: Jul 2001

Werke: 215
Kommentare: 7574
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um lapismont eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Oh schwere Schwermut

Hallo Raskolnikow,

zuerst fiel mir da der Spruch der Ärzte ein:

quote:
Wo seid ihr alle?
In der Leichenhalle!
Denn irgendwie nach Sezierraum klingt Dein Text.

Nach mehrmaligem lesen finde ich da immer noch was Neues.
Jede Strophe thematisiert eine andere Form Stille:
verhallende Schreie
Taubheit
gespuckte Lieder
stumme Klagen
Angst nimmt Dir die Sprache:
quote:
Angst stellt ruhig,
Angst hÀlt klein
sang schon Gröny.

Mein Favorit aber ist:
Phantastisches in Bernstein erdrĂŒckt, wartet meist vergeblich, dass die Befreiung glĂŒckt
Da sieht man förmlich den Entsetzensschrei - der nicht mehr geschrien wird. Wie Han Solo in Carbonit.

Deine Form lenkt zudem vom nicht durchgÀngigen Reimschema ab - das hier auch nicht nötig ist.

Ein sehr tiefes Gedicht - toll.

denkt sich zumindest
lap
__________________
Kunst passiert.

Bearbeiten/Löschen    


Raskolnikov
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2000

Werke: 80
Kommentare: 73
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hab Dank fĂŒr deine WĂŒrdigung ich bin geschmeichelt und das mit den Strophen und der verschiedenartigen Thematisierung der Angst siehst du ganz richtig. Nochmals Danke fĂŒr deinen Kommentar. Gruß Raskolnikov
__________________
Raskolnikov

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!