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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Angst
Eingestellt am 15. 12. 2003 18:35


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mye
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Angst


„Was soll das, hm, warum tust du mir das immer an?" Habe ich dir was getan? Ganz ehrlich sag`s mir?"

Ich sehe in diese bekannten Augen und doch erscheinen sie mir entfernt, wie eine Schneeflocke auf dem h├Âchsten Berg der Welt. Meine Gedanken irren herum in den Labyrinthen meines Verstandes, verlaufen sich, treffen sich wieder und streiten miteinander. Alles scheint zu rasen. Und die Kraft dar├╝ber, die Oberhand habe ich wieder einmal verloren. Ein jedes Mal verliere ich sie, wenn es wieder soweit ist... und eben diese Auslieferung ist es, die mich verdammt nochmal um den Verstand bringt.

Es gen├╝gt ja ein einfacher Impuls, ein simples Ereignis, nach einigen Sekunden im Grunde nicht mehr von Bedeutung, doch das ist eben nur der Normalfall; und normal nenne ich das, was in meiner Gedankenwelt dann und wann so alles abl├Ąuft, nun wirklich nicht. Dann wandelt sich dieser Impuls meist heimlich in einen unerw├╝nschten Fremden, der schlie├člich seelenruhig durch das Tor in meine Gedankenwelt schlendert. Wann habe ich eigentlich den Schl├╝ssel verloren? Es muss schon einige Zeit her sein. Allein der Gedanke an das offen stehende Tor, an diese unversandte Einladung zu meinem pers├Ânlichen Reich und der damit zusammenh├Ąngende Verlust der Selbstkontrolle, ist be├Ąngstigend. Zwar bemerke ich es, doch kann leider nichts dagegen machen. Denn genau das ist dann der Moment, in dem sich die Sache mit der Oberhand vollzieht. Wie ein unbeteiligter Feigling sehe ich dann aus der Ferne zu und unternehme einfach nichts. Und warum nicht? Nein, im ernst das ist jetzt keine rhetorische Frage, ich wei├č es wirklich nicht.

Ach ja, der Fremde. Irgendwie sieht er es als seine Aufgabe, in meinem Verstand Unruhe zu stiften. Manchmal in einer so extremen Art und Weise, dass ich schreien k├Ânnte vor Verzweiflung und mich daf├╝r hasse, es wieder zugelassen zu haben.

„Also, warum antwortest du nicht? Hast selber keine Antwort darauf oder? Dann lass mich doch endlich in Ruhe".

Dann trete ich von dem Spiegel weg, mit der Erkenntnis, wieder einmal eine aussichtslose Diskussion gef├╝hrt zu haben. Und dennoch ist da wieder, klein und gedrungen, aber sanft sp├╝rbar wie ein leichter Windhauch, ein geringer Hoffnungsfunke. Ob der Wind wieder vergeht? Oder kann ich ihn diesmal einfangen und f├╝r alle Ewigkeit, als ein abgeschlossenes Kapitel meines Lebens, in Verwahrung lassen?
__________________
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AndreasGaertner
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Hallo Mye,
ich denke die Oberhand, oder die Kontrolle zu verlieren
ist die Angst selbst und es geht jedem Menschen so, der
nur weit genug ins Fassungslose,und ins Unbegreifliche
hineindenkt. Es brauch nicht mal was schlimmes geschehen
zu sein.
Doch ist es nicht genau das Gespr├Ąch mit anderen Menschen,
die einem dann in die Banalit├Ąt, in den Abstand zur├╝ckhelfen??
Meiner Meinung nach ist das Gespr├Ąch und der Kontakt mit einem Gegen├╝ber das einzige Heilmittel.
Nur sollte es nicht immer ein unbekannter, abstrakter Fremder sein, sondern eher ein guter Bekannter, oder gar
ein realer Freund, oder?

Gr├╝sse Andreas

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mye
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hallo,

ich danke dir f├╝r deinen kommentar und ja, es ist sicherlich das gespr├Ąch mit einer nahe stehenden person, das einem hilft... wenn man sich traut, dar├╝ber zu reden und nicht den fehler macht, es als wirklich beendet anzusehen nur weil ein "schub" (mir f├Ąllt jetzt nichts besseres ein) vorbei ist. ich danke dir f├╝r die worte und w├╝nsche eine angenehme adventszeit!

lieben gru├č

andr├ę
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Enza ost
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber mye!!!

Habe jetzt mal ein bisschen in Deinen Werken rumgeschn├╝ffelt und ich m├Âchte sagen, Deine St├Ąrke ist absolut die Prosa, Du schreibst sehr sch├Âne Texte, gef├Ąllt mir und ist total mein Stil!!!
In diesem Text f├╝hlt man mit, kann sich identifizieren und mitleiden...
Du bist ja noch recht jung, was beim Schreiben ein Handicap sein kann, bei Dir aber nicht, da sind schon gro├če Gef├╝hle vorhanden, toll!!!

Lieber Gru├č von Enza ost

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mye
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ich danke dir sehr, denn auch ich freue mich nat├╝rlich ├╝ber zustimmung sch├Ân, dass es dir gef├Ąllt!

lieben gru├č

andr├ę
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