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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Anima
Eingestellt am 18. 04. 2016 10:15


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Morino
One-Hit-Wonder-Autor
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Das Ereignis liegt etwa f├╝nfzig Jahre zur├╝ck. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob ich es damals nur ertr├Ąumte. Doch war es meinen Tr├Ąumen nahe. Wenn ich heute darauf zur├╝ckkomme, so deshalb, weil ich gestern, in meinem Lieblingscaf├ę, eine Begegnung mit einem Wesen hatte, das jenem zu gleichen schien, dem ich vor einem halben Leben begegnete.

Ich will sie, liebe Fremde, nicht verwirren, wenn ich ihnen von dieser Begegnung erz├Ąhle. Endlich will ich mir selber Klarheit verschaffen. Wir beide kennen einander nicht, denn sonst m├╝├čte ich mich schon sehr t├Ąuschen. Sind sie zum ersten mal in diesem Caf├ę? Jedenfalls habe ich sie noch nie hier gesehen. Jetzt haben sie sich einfach an meinen Tisch gesetzt, ohne mich nach meinem Einverst├Ąndnis zu fragen. Und so werde auch ich sie nicht danach fragen, ob ich ihnen von meiner merkw├╝rdigen Begegegnung berichten darf, Sie nicken zustimmend. Ich betrachte dies als ihr Einverst├Ąndnis. Danke willkommene Fremde.

Vor etwa f├╝nfzig Jahren also sa├č ich hier, hier in diesem meinem Lieblingscaf├ę an diesem Tisch. Ich trank diese gute Wiener Melange, die man hier dem Gast serviert. Das Caf├ę war, einige G├Ąste ausgenommen, noch unbesucht, denn es war fr├╝h am Morgen. Dann und wann sah ich von meiner
Zeitung auf, um einen versteckten Blick auf die G├Ąste zu riskieren. Oder ich schaute durch das gro├če Fenster, wo Passanten noch verp├Ątet zur Arbeit hasten mochten. Die Pl├╝schvorh├Ąnge, die das Fenster mit Messingvorh├Ąngen zusammen hielten, rahmten viellleicht auch einen m├╝den
von der Liebe Durchn├Ąchtigten, der sein Abenteuer vor seiner Frau verbergen wollte, noch ehe sie in ihrem Bett den Betrug entdecken konnte.

Eine ungewisse Langeweile hatte mich befallen, sie kennen das: eine die mit einer vormitt├Ąglichen Schl├Ąfrigkeit einhergeht. Ich hatte schlecht geschlafen, aber niemand schien Ansto├č an meiner Unaufmerksamkeit zu nehmen, die meine Wahrnehmung behinderte.

Dann, mitten in dieser D├Âsigkeit- ich bin mir sicher, da├č ich nicht eingeschlafen war- sp├╝rte ich, wie soll ich es nur ausdr├╝cken, da├č mich etwas " anzuschweben" schien. Sie l├Ącheln, nein nein, es war kein
kein Vogel, der sich im Caf├ę verirrt hatte, kein Engel war das. Doch was immer es war, dem ich damals begegnete, es war mit einer unbeschreiblich angenehmen Empfindung verbunden. Immer, wenn ich es in Augenschein nehmen wollte, schien es fl├╝chtig, zeigte keine Kontur, Farbe, blieb geruchlos, entfernt unwahrnehmbar. Ich hatte das Gef├╝hl, da├č sich etwas f├╝r mich interessierte, denn es kam wieder, ohne da├č es sich mir wirklich zeigte. Und so verbrachte ich den ganzen Tag nur damit auf es zu waren. Hatte ich es verjagt? War ich zu fordernd aufgetreten?

Und obwohl ich nicht wu├čte, mit wem oder was ich es zu tun hatte, f├╝hlte ich mich ihm vollkommen ausgeliefert. Augenblicklich zeigte es sich wieder einmal ├╝berhaupt nicht, blieb nur Erinnerung. Es war weit im Nachmittag, als ich mich endlich wieder einer unfertigen Schreibarbeit zuwendete, zwischen den Pausen die G├Ąste beobachtete, als es heftig zu regnen begann. Ich war zufrieden trocken am Tisch zu sitzen, mich befiel eine leichte Melancholie nach den Anstrengungen ein wenig Rhythmus in den Tagesablauf zu bringen. Sie sch├╝tteln den Kopf Verehrteste, sie scheinen mir nicht zu glauben, da├č ich mich noch so langer Zeit an alle diese belanglosen Kleinigkeiten erinnere? Aber bitte, wenn sie es wollen, dann h├Âren sie.

Gestern, wie aus dem Nichts, war es wieder da. Mein "blauer Atem", so nannte ich es inzwischen f├╝r mich. Da war es wieder in mir und um mich herum. Mich erf├╝llte ein Gl├╝cksgef├╝hl, ich begann zu schluchzen, ich lachte, an den anderen Tischen wurden die G├Ąste auf mich aufmerksam. Aber es war mir nicht im mindesten peinlich. War das nicht alles nur mein ├╝berreizter Geist, meine ├╝berbordende Phantasie, die mit mir spielten. Da schien etwas mit mir zu machen, was es wollte, und es gefiel mir.

Es schien angebracht, da├č ich meine Zeche bezahlte und nachhause ging. In meiner Wohnung angekommen ging ich sogleich ins Bett. Ich schlief traumlos. Doch soll es ja vorkommen, da├č einer seinen Traum beim Aufwachen nicht nur vergessen hat, sondern behauptet, da├č er nicht getr├Ąumt habe.

Das alles ist heute vergangen. V├Âllig sind sie, liebe Unbekannte, an meinen Tisch getreten. Eine mir Fremde also, und doch, etwas mich Beunruhigendes geht von ihnen aus. Nein, sie selbst sollte das nicht beunruhigen, aber was rede ich da, verzeihen sie bitte.Doch etwas von ihnen scheint sich auf geheimnisvolle Weise mit diesem ungreifbaren Wesen verbunden zu haben. Ja, das meine ich, eben diesem Wesen, das mich von Zeit zu Zeit heimsuchte, als wollte es sich in mir einrichten,
sein entg├╝ltiges Zuhause suchen. Sie l├Ącheln und schweigen, ihre Augen sind traurig. Aber vermutlich sind sie gelangweilt - Ich mu├č jetzt ohnehin gehen, sie sind aufgestanden, eine gute L├Âsung f├╝r uns beide. Vergessen sie nicht ihr Buch, das noch auf dem Tisch liegt. Ach es ist f├╝r mich? Aber dann bleiben sie noch einen Augenblick, bitte...

.....................................................................

Das Buch, ein Geschenk an mich, lag auf dem Tisch. Die Fremde war ohne
jedes Wort gegangen. Als ich die erste Seite aufschlug, las ich den Namen der Autorin. Eine O. Jung hatte das Buch geschrieben, das den Titel " Anima" trug und ich las:

" F├╝nfzig Jahre hatte sie diesen Mann in diesem Caf├ę beobachtet. Nicht einmal hatte er sie angesehen. Jahrelang hatten sie dasselbe Caf├ę besucht. Dieses Buch erz├Ąhlt vom Ansehen und dem Nichtansehen zweier Menschen."


So las ich die ersten S├Ątze, schlo├č das Buch, verlie├č das Caf├ę, das ich danach nie mehr betrat.

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Wipfel
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Hi Morino,
das Alter des/der Autors/in ist f├╝r den Leser unerheblich. Luise Rinser hat noch im hohen Alter faszinierende Geschichten geschrieben. Ich habe sie (die Texte) verschlungen, damals. Du willst wissen, wie ich die deinige finde? Dann musst du auch ertragen, dass ich mich meinem Vorredner anschlie├če. Wir kennen uns nicht, daher brauchst du nicht auf Herzlichkeit hoffen. Klare Worte m├╝ssen reichen:

Die Idee des Textes ist gut. Richtig gut. Die Umsetzung eben nicht. Ich nenne den Monolog Geschwafel. Warum muss es denn solch ein selbstverliebtes Gequatsche sein? Dem Text w├╝rde helfen, wenn eine allwissende Erz├Ąhlstimme durch den Text f├╝hrte. Dann k├Ânnte ich das Geschwafel dem Charakter des Prot. zuordnen ohne dass sich mir die Fu├čn├Ągel nach oben biegen w├╝rden.

Und warum muss der Text Anima hei├čen?

Gr├╝├če von wipfel

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Morino
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Lieber Wipfel!

Ohne Frage siehst Du Dich ganz oben. Was wei├čt Du vom Alter? Deine Arroganz, sie ist ein trauriger Trugschlu├č. Ich meine nicht Deine Bewertung meines Textes. Da bist Du eher laienhaft, besserwisserisch. Das sei Dir nachgesehen. Das ist Dein Umgang, Deine Sprache. In einem Gespr├Ąch unter vier Augen, da w├╝rde ich Deine K├Ârpersprache erkennen, Deine Mimik, Gestik. Da w├╝rde Dir Deine Pers├Ânlichkeit im Wege stehen Dich zu verstecken. Ich schlage vor, da├č Du Dich einmal mit dem Kommunikationssystem von Thun auseinandersetzt. Da z.B. geht es auch um die Wirkung, die jemand mit einem Beitrag erzielt. Die bist nach meiner Wahrnehmung verkopft. Aber es gibt K├Âpfe, die so hohl sind, da├č sie als Beh├Ąltnis nichts tragen. Doch mein Kommentar wird einen wie Dich schwer erreichen. Das macht mich nur traurig. Wohin willst Du eigentlich?

Gru├č von einem. der noch liebt und geliebt wird. Ja, ich bin reich.
Anima ist die Seele. Achte sie, achte Deiner Seele. Sie wird es Dir lohnen. Das ist keine Satire, mein Freund im Schatten Deiner selbst.

otto, mit lieben Gr├╝├čen in den Dienstag,ins Allt├Ągliche, abseits vom Buchwissen.

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Wipfel
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Ach Morino,

mach dir nicht so viele Gedanken um mich und hohle K├Âpfe. Um deinen Text geht es, um nichts weiter. Wenn es dir darum geht, nur Zucker in deinen Allerwertesten geblasen zu bekommen, bist du (zumindest bei mir) hier falsch.

Gr├╝├če von wipfel

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