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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Anjas Bekehrung
Eingestellt am 08. 05. 2002 10:15


Autor
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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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„Lass es sein!“ vernahm ich im Vorbeigehen aus dem Gespr├Ąch, welches mein Bruder mit meiner Tochter f├╝hrte. Ich wollte mich darin nicht einmischen, er hatte allen Grund ihr dieses zu raten, doch Anja war unschwer davon abzubringen, was f├╝r meinen Begriff auch verst├Ąndlich war. Sie hatte die schlechten Erfahrungen, die er life erlebte, nicht mitbekommen im Gegensatz zu mir, doch war es ein Grund, ihr deswegen alles vorzuenthalten?

„Was soll ich denn dann machen?“ kam zornig ihre Frage „Schlie├člich sind wir mit einer gro├čen Gruppe unterwegs und ich m├╝sste l├╝gen, wenn ich sage, dass es mich nicht interessieren w├╝rde.“

„Schau dir von mir aus alles an!“ riet er ihr. „Sieh dir die Leute genau an, sieh ihnen in die Augen. Was du da entdeckst, wirst du nicht kennen. Es ist nicht bei allen so, aber bei vielen siehst du nur eines und das ist die Sucht, die Gier. Ich will nicht dass du ihr verf├Ąllst, so wie ich vor Jahren!“

„Und nur, weil du diese schlechten Erfahrungen gemacht hast, muss es mir nicht genau so gehen!“ Anja schaute ihn entr├╝stet an. „Mit einem kleinen Einsatz kann ich Gl├╝ck oder Pech haben.“

„Ja, so harmlos f├Ąngt es an!“ Armin gab sich wirklich M├╝he, sie von dem Vorhaben abzubringen.

Ich hatte ihn vor einer Stunde angerufen: „Armin, ich h├Ątte da eine Bitte an dich: Anja will mit einer Gruppe in die Spielbank, was meinst du, hat sie eventuell deine Veranlagung geerbt, muss ich mir da Sorgen machen, dass sie dem Spieltrieb verf├Ąllt?“


„Siehst du, so wie du die Sache siehst kam ich auch ahnungslos und naiv zu meiner Spielsucht. Zuerst gewann ich nur Kleinigkeiten; sie sollten mein neuer Einsatz sein und es dauerte nicht lange, da hatte mich die Sucht ebenso gepackt wie die vielen anderen an den Tischen. Es ist ein Sog, der dich nicht losl├Ąsst. Hat er dich erst in seinen Klauen, bist du ihm hoffnungslos ausgeliefert.“

„Aber sag doch nicht, dass es dir keinen Spa├č gemacht hat!“ Anja schaute ihn ungl├Ąubig an.
„Ja und dieser Spa├č an der Sache nimmt mir noch heute die Entscheidungsfreiheit, wenn ich mich wieder an so einen Tisch setzen w├╝rde. Ich w├╝rde spielen bis zum Ruin!“

„Onkel Armin, ich schw├Âre, ich werde nur einmal versuchen zu spielen. Verliere ich, wird das der einzige Versuch meines Lebens sein, gewinne ich, werde ich das Geld nicht zum Spiel einsetzen, sondern behalten und mir davon etwas Sch├Ânes zum Anziehen kaufen. Bist du damit einverstanden?“

Armin gab sich geschlagen. Musste ich mich jetzt sorgen?

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