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Leselupe.de > Ungereimtes
Anna
Eingestellt am 10. 07. 2004 23:21


Autor
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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
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Ein kleines Kreuz aus Holz steht an dem Ort,
an den man Dich zur letzten Ruhe brachte,
und um es her da weht ein Wind ganz sachte
die BlÀtter, wenn sie fallen, leise fort

Er weht sie von den Kreuzen und den Steinen,
die hier fĂŒr viele andÂŽre Kinder stehen,
dass wir, die leben, ihre Namen sehen
und Sonne, Mond und Sterne sie bescheinen

Und manch ein Spielzeug kĂŒndet noch vom Lachen,
von zarten HĂ€nden, die es einst gehalten,
von Liebe, Hoffnung und des Todes Walten,
von der Vergeblichkeit der PlÀne, die wir machen

Auf Deinem Grab steht bunt und ganz alleine
ein BÀr aus Ton mit fröhlich rotem Hut.
Still wacht er ĂŒber jene, die da ruht
und sieht in unsÂŽre Welt, wie auch in Deine

Matt glÀnzt dies schlichte Kreuz, das Deinen Namen
uns Menschen zeigt, nur 'Anna' und sonst nichts,
es harrt mit dir der Wiederkunft des Lichts,
das Dich und uns erlösen möge. Amen.

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Gareth,
zuerst habe ich es nur bewertet, aber dieses Gedicht
ist so zart, so liebevoll und so voller Trauer und Melancholie, daß es mich drĂ€ngt, dieses wenigstens zu schreiben. Es geht mir sehr nahe, auch wenn ich nicht weiß, ob Du ein Betroffener bist, oder nur ein FriedhofsspaziergĂ€nger, der sich seine Gedanken zum Thema "frĂŒher Tod" macht.
Was mir besonders gefĂ€llt ist, daß dieses Gedicht nie
ins Gejammer abrutscht - irgendwie schaffst Du die Kurve,
daß richtige Maß zu erwischen.
Trotz aller Traurigkeit, hast Du es geschafft auch Hoffnung
einzubauen - und all dieses mit solch einer leichten
SelbstverstĂ€ndlichkeit geschrieben, daß ich begeistert bin
von diesem Gedicht. Und selbst die Reime gehören, wie selbstverstÀndlich dazu - obwohl Reime bei zu ernsten
Sachen auch ins Peinliche abrutschen können, ist hier das Gegenteil der Fall.
Alles in allem ein Ă€ußerst gelungenes Werk!!!!

LG Klopfstock

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
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Liebe Klopfstock,

deine Worte haben mich sehr gefreut.
Es sind ja genau die formalen Probleme, die du ansprichst, die es so schwierig machen, ĂŒber bewegende Dinge zu schreiben.
Ich bin ein SpaziergĂ€nger in dem Sinne, dass ich oft an einer kleinen Abteilung mit KindergrĂ€bern vorbei komme, wenn ich das Grab meines Vaters besuche. Eines davon ist das, ĂŒber das ich stellvertretend fĂŒr alle geschrieben habe.

Liebe GrĂŒĂŸe
gareth

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An gareth

Leben und Tod, Gottlosigkeit oder Anklage an den gnadenlosen ungerĂŒhrten Schöpfer, der Mensch in seinen Grenzen und seiner Hilflosigkeit - das sind die Themen, gareth, die du immer wieder aufgreifst.

Und immer tust du es in einer leisen, unsentimentalen und doch berĂŒhrenden Sprache.

In diesem Gedicht hat mich die letzte Strophe, die es zum Gebet werden lÀsst, am meisten beeindruckt.

Lotte Werther

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Sanddorn
AutorenanwÀrter
Registriert: Jun 2004

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Lieber gareth!
Ich muss sagen: Mir gefÀllt dein Gedicht auch sehr gut. Es erinnert mich an ein Buch, das ich vor ungefÀhr 3 Jahren las: "Hallo Mister Gott, hier spricht Anna" von einem Autor, der sich Fynn nennt.

“Der Unterschied von einem Mensch und einem Engel ist leicht. Das meiste von einem Engel ist innen, und das meiste von einem Menschen ist außen“
Anna war secht Jahre alt. Manchmal hieß sie Fratz. Mit fĂŒnf Jahren kannte sie den Sinn des Lebens und wußte, was Liebe ist. Dazu war sie eine persönliche Freundin und auch Beraterin von Gott. Mister Gott eigentlich. Da die Engel selbstverstĂ€ndlich englisch sprechen, war anzunehmen, daß ihr oberster Herr das auch tat. Mister Gott also.
Anna war sehr gebildet. Theologie, Mathematik, Philosophie, Dichtkunst und GÀrtnerei - nichts war ihr fremd. Fragte man sie etwas, bekam man unter allen UmstÀnden eine Antwort. Manchmal verzögerte sich die Antwort, aber nach ein paar Wochen oder gar Monaten kriegte man sie - manche Dinge brauchen ihre Zeit.
Sie feierte ihren achten Geburtstag nicht hier; sie starb vorher bei einem Unfall. Sie starb mit einem LĂ€cheln auf ihrem Gesicht. Ihr letzter Satz war: “Wetten, daß mich Mister Gott dafĂŒr in sein Himmel reinlĂ€ĂŸt.“ Und ich wette nicht dagegen. Er tat es sicher.

Ein sehr bewegendes Buch und zur VollstĂ€ndigkeit mĂŒsste dein Gedicht noch hinzugefĂŒgt werden.
Wirklich sehr gut.

WĂŒnsche dir noch einen schönen Abend,
Sanddorn

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
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Liebe Sanddorn,

gerade bin ich wieder einmal hier vorbei gekommen und habe gesehen, dass ich Dir nicht auf Deinen Kommentar geantwortet habe. Dabei hat mich Deine Zustimmung besonders gefreut. Ich habe Dein Profil und Dein Alter angesehen und bin mir darĂŒber klar geworden, dass ich ohne meine Kinder dieses Gedicht niemals geschrieben hĂ€tte.

Das Buch ĂŒber Anna und Mr. Gott habe ich gelesen bevor meine Kinder auf der Welt waren. Ich sollte es heute noch einmal lesen, denke ich. Es muss noch irgendwo sein :o)

Liebe GrĂŒĂŸe
gareth

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