Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92248
Momentan online:
320 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Anrufe (aus dem Leben des Pech)
Eingestellt am 26. 02. 2003 09:17


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
TheRealCure
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

Werke: 82
Kommentare: 321
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Anrufe (aus dem Leben des Pech)

Anruf I


Gerade ruft mich doch glatt einer an:

"Pech?"
"Ja, auch Hallo. Hier ist ein Freund."
"Ich habe keine Freunde!"
"Doch, doch, Du, ich habe da mal eine Frage."
"Na ja, ok, schieß los."
"Ich habe deine Texte gelesen und wollte mal wissen ..." [Stocken]
"Ja, wie? Was denn?"
"Na ja, wie machst du das mit den Frauen? Du hast doch dauernd was mit irgend welchen Weibern. Wie machst du das?"
"Ich nenne sie nicht 'Weiber'."
"Bitte?"
"Frauen wollen höflich behandelt werden. Frauen wollen, dass man ihnen was vor macht. Du musst gut sein."
"Gut? Was meinst du?"
"Du musst ihnen Komplimente machen, weißt du? Alle Frauen haben Minderwertigkeitsgefühle. Alle denken, sie seien zu dick oder ihre Titten wären zu klein."
"Und ich sage dann: 'Du, deine Titten sind groß genug?'"
"Na ja, schmeichle ihnen: 'Du siehst heute aber wieder toll aus, Schatz.'"
"Das sagen doch viele. Bei mir klappt das nie. Erst mal müssen die mich ja mal ansehen, oder?"
"Klar, du musst schon die Blicke auf dich ziehen."
"Wie mache ich das? Coole Klamotten und Sonnenbrille?"
"Das ist nichts Besonderes. Die meisten Frauen macht das doch schon lange nicht mehr an. Ich habe da eine andere Masche. Ich trage einen alten Trenchcoat, total zerknittert und zerlumpt."
"Columbo?"
"Ja, die Frauen haben zuhause ihre Ordnung und sehnen sich nach einem heruntergekommenen Romantiker."
"Wirklich?"
"Ja und Mitleid muss er erwecken, denn jede Frau ist im Grunde ihres Herzens eine Mutter. Ich habe nur einen Arm. Das erweckt immer Mitleid."
"Quatsch, nur einen Arm?"
"Na klar, wieso nicht?"
"Wieso?"
"Einen habe ich in der Fabrik in eine Maschine gesteckt. Hat nur ein paar Sekunden gedauert und er war weg."
"Scheiße, tut mir echt leid."
"Na ja, ich heiße eben nicht umsonst 'Pech', aber seit dem haben es die Frauen auf mich abgesehen."
"Soll ich mal in diese Fabrik gehen?"
"Klar, mach das, aber denke daran, dass du es schon wirklich selbst wollen musst. Komm nicht nachher an und beschwer dich wegen dem Scheiß Arm."
"Ok, danke für die Tipps."
"Ok, mach's gut."
[Knacken, aufgelegt]
"Trottel!"

Anruf II

"Hallo?"
"Ja? Pech?"
"Ja, ich bin’s. Wer ist da?"
"Na, Sonja hier!"
"Ach Sonja, was gibt’s? Schön, dass du anrufst."
"Ich muss dir was sagen."
"So? Was ist los?"
"Also ich mach’ Schluss."
"Wie? Willst du dir das Leben nehmen?" [Lachen]
"Quatsch. Ich meine, ich mache mit dir Schluss."
"Wie? Heißt das, du willst mich umbringen?" [Lachen]
"Hör’ auf mit dem Quatsch. Du weißt, was ich meine. Mit UNS ist Schluss. Ich kann nicht mehr. Ich habe nachgedacht."
"Nachgedacht? Worüber denn?"
"Du bist ein Arschloch!"
"Wieso das denn auf einmal?"
"Weil du ein Mann bist und alle Männer sind Arschlöcher. Ich hatte doch damals diesen Freund, den Paul, und der war auch ein Arschloch. Du bist ihm verdammt ähnlich."
"Paul? Welcher Paul? Wieso bin ich dem ähnlich? Ich bin niemandem ähnlich. Was soll der Scheiß nun wirklich?"
"Doch, bist du und du wirst mich eines Tages verlassen und mich verletzen und das werde ich nicht ertragen und deshalb ist Schluss."
"Das verstehe ich überhaupt nicht. Paul ist ein Arschloch und ich werde mit dir Schluss machen?"
"Ja, wirst du."
"Warum sollte ich? Was gefällt dir an mir wirklich nicht mehr?"
"Im Grunde liegt es ja an mir. Ich will eben nicht verletzt werden. Ich kann nicht anders. Ich muss mich eben schützen."
"Schützen? Vor mir? Vor etwas, das noch gar nicht geschehen ist?"
"Es wird aber geschehen. Du wirst mich verletzen."
"So ein Blödsinn."
"Nein. Außerdem fickst du nicht gut genug."
"Wie bitte? Was?"
"Na ja, ich muss mich danach noch immer selbst befriedigen."
"Ist mein Ding etwa zu klein oder was?"
"Nein, aber du denkst immer nur an dich."
"Stimmt doch gar nicht."
"Doch, du hast immer nur dein Auto im Kopf. Immer sitzt du nur an deinem Computer und schreibst Geschichten auf."
"Immer? Manchmal habe ich über mein Auto gesprochen. Was ist daran auf einmal schlecht? Es ist ein schönes Auto. Ich sitze auch manchmal am PC, aber da sitzt du bestimmt öfter als ich dran."
"Ok, hör’ auf. Ich kann eben nicht mehr."
"Wie heißt er denn?"
"Wer?"
"Dein Neuer. Der, der so toll ficken kann, kein Auto und keinen Computer hat."
"Da ist kein Neuer. Ich will nie wieder verletzt werden."
"Verdammt, ich habe dich nie verletzt."
"Du schreist mich an. Das verletzt mich."
"Was soll ich denn bitte schön auch sonst machen bei der Scheiße, die du mir hier auftischst?"
"Immer schreist du und du sagst, dass es Scheiße ist, was ich erzähle. Damit meinst du, dass ich Scheiße bin. Du verletzt mich. Ich habe gewusst, dass du mich verletzten wirst. Du bist eben ein Arschloch, ein richtiges Männerarschloch, genau wie Paul."
"Ich weiß nicht, was du willst."
"Du willst eben nicht verstehen. Nie verstehst du mich und das verletzt mich auch."
"Und? Was ist mit mir?"
"Mit dir? Du bist ein Mann."
"Vergiss es. Ich lege jetzt auf."
"Ja, mach das. Lege einfach auf. Du bist eben ein Arschloch, das nur verletzen kann. Du nimmst keine Rücksicht auf meine Gefühle."
"Leck mich!" [Klick]

Ich habe dann doch noch kurz mal bei Sonja angerufen, weil mir das Ganze echt komisch vorgekommen ist:

"Ja?"
"Sonja?"
"Hey, was willst du denn noch? Mich noch mal verletzen?"
"Nein, nein, ich wollte dir nur noch eine kleine Sache erzählen. Ich glaube, du hattest Recht mit dem, was du mir gesagt hast."
"Wie? Ist das dein Ernst?"
"Ja. Ich würde mir ja auch niemals ein Haustier zulegen, weil das ja eh irgend wann mal abnippelt."
[Klick]

Anruf III

Heute Morgen musste ich Anke anrufen.

"Anke? Bist du’s?"
"Ja. Pech?"
"Ja, ich bin’s."
"Was gibt’s so früh am Morgen?"
"Früh?"
"Ja, früh."
"Ich will dir was erzählen, einen Traum."
"Einen Traum?"
"Ja, einen Traum. Ich bin um sechs Uhr ins Bett und bin auch schnell eingeschlafen, aber ich habe übel geträumt."
"Was denn?"
"Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, nur noch an Bruchstücke. Ich hatte plötzlich was im Mund. Ich schob es mit meiner Zunge im Munde herum und habe es dann ausgespuckt. Es war eine Glasscherbe. Es war braunes Glas wie von einer Bierflasche. Ich musste plötzlich wie Sau würgen und da kamen noch mehr Scherben aus meinem Mund und die landeten in meiner Hand, eine ganze Handvoll Glasscherben, alle braun wie von einer Bierflasche."
"Man, du träumst immer eine Scheiße."
"Ja und ich habe mich an den Scherben geschnitten. Meine Hand hat geblutet wie Sau und alles war voll Blut, weil das in Strömen aus meiner Hand floss."
"Und?"
"Ich bin dann aufgewacht und weißt du was? Meine Hand tat wie Sau weh, genau die, die ich mir im Traum zerschnitten hatte. Ich hatte keine echte Wunde, aber meine Hand tat weh wie Sau, als wenn ich mir wirklich alles zerschnitten hätte."
"Irrwitzig."
"Ja, aber was bedeutet das? Du bist doch immer die Traumdeuterin vom Dienst gewesen."
"Na ja, man hat das öfter, dass Wunden aus Träumen anschließend tatsächlich weh tun."
"Ich meine, was der Traum bedeuten könnte."
"Das wird doch bestimmt daher kommen, dass du damals diesen Pakt mit dem Teufel geschlossen hast."
"Ach, Quatsch. Teufel. Das war doch auch nur ein Traum."
"Ja, aber man lebt ja in der Wirklichkeit und im Traum und im Traum entwickelt sich ja auch alles weiter. Ist doch logisch, oder?"
"Ich weiß nicht. Will der Teufel dann jetzt schon meine Seele? Er sollte sie doch erst nach meinem Tod bekommen."
"Wenn du dir deine Hand aufschneidest, verblutest und stirbst, bist du doch tot, oder?"
"Da könnte er doch besser einen Bus schicken, als so eine komplizierte Scheiße verzapfen."
"Vielleicht sagt dir der Traum auch, dass dich deine Sauferei eines Tage umbringen wird, weil es ja Scherben von einer Bierflasche waren."
"Komisch, dass es von Innen nicht geblutet hat. Ich bin ja dann gleich aufgewacht. Meinst du, ich hätte auch noch wie Sau Blut gekotzt?"
"Hast du doch schon oft genug und im Traum ist ja alles möglich. Du müsstest dann aber das Glas geschluckt haben. Trinkst du immer noch aus der Flasche und kaust am Flaschenhals rum?"
"Klar, in meinem Alter ändert man sich ja nicht mehr."
"Dann ist es vielleicht eine Warnung, dass du das lassen sollst."
"Ach, das ist doch alles Quatsch. Ich beiße doch nicht den Flaschenhals ab. Ich beiße schon eher in deinen Hals." [Lachen]
"Hmmmmm, mach doch."
"Soll ich?"
"Ja, bitte, bitte, bitte."
"Soll ich vorbei kommen. Hast du Zeit?"
"Klar. Komm vorbei und wir können über deinen Traum reden."
"Ok, bis gleich." [Klick]

Anrufe IV

So was morgens. Ich war gerade dabei, mir meine Eier zu rasieren, als Sonja anrief.
"Hallo?"
"Ja?"
"Hallo?"
"Ja, Sonja, hier."
"Ach, Sonja, äh schön. Was ist?"
"Komm' vorbei. Schnell!"
"Was ist los?"
"Ich brauch' es jetzt, ganz dringend."
"Was?"
"Na, du weißt schon."
"Was ist denn mit Paul?"
"Paul? Wer ist denn Paul?"
"Dein Freund?"
"Ich kenne keinen Paul. Komm' her, aber ein bisschen plötzlich."
"Du, das ist schlecht jetzt. Ich rasiere mir gerade die Eier."
"Bitte? Was soll das? Ich brauche es jetzt."
"Das hast du schon gesagt."
"Also, was ist?"
"Hmm, na ja, ich kann mir die Eier ja auch später noch fertig rasieren."
"Das will ich meinen. Also?"
"Na, ich weiß aber nicht. Was ist, wenn Paul kommt?"
"Verdammt, was hast du mit diesem Paul? Es gibt keinen Paul. Ich kenne keinen Paul!"
"Wie hieß der denn dann noch gleich?"
"Wen meinst du denn? Du machst mich ja wahnsinnig. Was ist denn nun? Kommst du nun oder kommst du nicht?"
"Ich weiß nicht."
"Was hat das mit Wissen zu tun? Ich habe es jetzt nötig."
"Nee, lass mal, ich trinke gerade so gemütlich eine Dose Bier und habe jetzt echt keinen Bock auf Streß."
"Mensch, was für Streß denn? Du bist ein Arschloch."
"Hey, so aber nicht."
"Leck mich, dann rufe ich eben Paul an."
"Na siehst du, ich wusste es doch." [Klick]
Ich habe mir dann meine Eier fertig rasiert.

__________________
(c) Jürgen Erbe

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1979
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Mir ist zwar unklar, warum der Typ Pech heißt, aber ansonsten kann ich nur sagen : Spitze!
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

Bearbeiten/Löschen    


TheRealCure
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

Werke: 82
Kommentare: 321
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Warum der Pech heißt, ist eine lange Geschichte. ;-)
__________________
(c) Jürgen Erbe

Bearbeiten/Löschen    


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1979
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Solche Geschichten liebe ich!
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

Bearbeiten/Löschen    


Roni
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2003

Werke: 0
Kommentare: 210
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Roni eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
wer ist paul???


also, ich bin neu hier und versuch gerade im dritten versuch, ob die smilies in der vorschau sichtbar sind.
irgendwas mach ich falsch ;-)


fuehl dich gesmiliet.

Bearbeiten/Löschen    


TheRealCure
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

Werke: 82
Kommentare: 321
Die besten Werke
 
Email senden
Profil


__________________
(c) Jürgen Erbe

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Humor und Satire Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!