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Leselupe.de > Humor und Satire
Antwort aus der Ferne
Eingestellt am 25. 10. 2006 06:29


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Raniero
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Antwort aus der Ferne

Der betagte Satiriker hatte, obwohl er erst im zarten Alter von f├╝nfundf├╝nfzig Jahren zur Feder griff, so einiges an Erz├Ąhlungen zuwege gebracht, und ab und an mal, wenn ihm danach war, einige dieser Storys ins Internet gestellt, in ein spezielles Literaturforum, um sie auf diesem Wege einer breiteren ├ľffentlichkeit bekannt zu machen.
In diesem Forum ging es, wie all├╝berall in solchen Einrichtungen, kunterbunt zu, und der betagte Satiriker machte die Erfahrung, dass seine Geschichten nicht nur auf Zuspruch, wie er gehofft hatte, stie├čen, sondern auch auf mehr oder minder krasse Ablehnung oder gar auf eisiges Schweigen. Der Mann tr├Âstete sich mit einer einfachen Erkenntnis: So ist halt das Leben, was dem einen gef├Ąllt, missf├Ąllt dem anderen, die Bandbreite des Humors kann doch enorm verschieden sein.
├ťber eine Tatsache jedoch war er nicht gerade erfreut, oder besser gesagt, mit dieser konnte er sich nicht anfreunden; der Beckmesserei. So gab es auch in diesem Forum, wie ├╝berall, wo Menschen auf Menschen treffen, und sei es auch nur in schriftlicher Form, einen selbsternannten Literaturweisen, der, von sich selbst und seiner eigenen literarischen Gestaltungskraft mehr als ├╝berzeugt, in durchaus oberlehrerhafter Art seine schreibenden Mitstreiter herabkanzelte. Hierbei stellte dieses selbstgekr├Ântes Literaturhaupt mehr als einmal unter Beweis, dass es, absolut frei von Humor und Satire, nicht die F├Ąhigkeit besa├č, ├╝ber sich selbst lachen, daf├╝r aber Erbsen in jeder beliebigen Form z├Ąhlen zu k├Ânnen.
Der betagte Satiriker geriet ins Gr├╝beln.
Was macht so ein Erbsenz├Ąhler in einem solchen Forum, das doch gerade den Humor in den Mittelpunkt stellt? Er fand keine Antwort darauf und beschloss, sich fremden Verstand auszuleihen beziehungsweise Rat von anderen einzuholen.
Hierbei schlug er einen in der Tat au├čergew├Âhnlichen Weg ein.
Er hatte irgendwann einmal vernommen, dass kluge Erdenbewohner vor nicht allzu langer Zeit literarisches in allen Sprachen der Welt ins ferne All transportiert hatten und nun seitdem auf eine wie auch immer geartete Resonanz abwarteten, um feststellen zu k├Ânnen, ob au├čerhalb dieses Planeten irgendeine Intelligenz existiere. Warum, so fragte sich der Satiriker, sollte nicht auch ich ein kleines Briefchen nachreichen, um auf diese Weise eine Antwort zu erhalten, die ich von keinem Erdenbewohner je erhalten w├╝rde? Gesagt, getan.
Umgehend fertigte er ein kleines Schreiben, in dem er seinen Unmut ├╝ber die unbefriedigende Situation in dem literarischen Forum ausdr├╝ckte und darum bat, ihm aus dem fernen All die entsprechende Antwort zukommen zu lassen.
Diese Antwort dauerte lie├č gar nicht lange auf sich warten, und sie kam auch nicht aus einem fernen Winkel der Galaxis, sondern aus relativer N├Ąhe, n├Ąmlich vom Erdtrabanten, den man allgemein auch als Mond bezeichnet.
ÔÇ×Wieso ist der denn schon wieder bei Euch, der KnabeÔÇť, hie├č es in der Mondmail, ÔÇ×den hattet Ihr doch vor noch gar nicht so langer Zeit zu uns geschossen? Gebt ihn uns auf dem gleichen Wege zur├╝ck, wir k├╝mmern uns darum.ÔÇť

Seit dieser Zeit ist Ruhe eingetreten, bei allen, im Forum, nur einer findet keine mehr; der Beckmesser ist nun st├Ąndig auf Achse:
De la terre a la lune e retour.

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flammarion
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na,

das is es doch. das nenn ich humor und satire.
aber ich hab noch ne erbse gez├Ąhlt: . . . Antwort dauerte lie├č gar nicht lange auf sich warten - da stimmt was nicht.
lg
ps - die beckmessers werden wahrscheinlich nie aussterben . . .
__________________
Old Icke

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Raniero
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Danke! f├╝r die Erbse!


Gru├č Raniero

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