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Leselupe.de > Ungereimtes
Arbeitslos
Eingestellt am 13. 04. 2004 22:26


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Tartan
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Arbeitslos


"Heute", sagt traurig die Mama,
"Hab ich keine Geschenke da."
Ungl├Ąubig schaut das kleinste Kind,
ob's wirklich kein Geschenk vorfind.

Die Mama, ernsthaft betroffen,
h├Ątt sich gern Stimmung angesoffen,
nur wie es zu erwarten war,
ist nun aber kein Schnaps mehr da.

Sie wei├č nicht was sie sagen soll,
umarmt ihr Kind ganz liebevoll.
Ruhiger Stimme m├Âcht sie's erkl├Ąren,
kann sich der Tr├Ąnen nicht erwehren.

Fest dr├╝ckend sagt's verst├Ąndige Kind:
"Wichtig ist, dass wir zusammen sind!"
Schnell gibt's f├╝r Mama noch 'nen Kuss,
die sich, aus Not, verkaufen muss.

__________________
__________________
(C) Carolyn Macmillan Coir MhicMhaolain air a Chnap Fhad

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Mirko Kussin
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Registriert: Jun 2002

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hallo tartan,
also dein text haut mich weder inhaltlich, noch formal vom hocker.
die geschichte die du erz├Ąhlst bedient sich aller klischees die es so gibt: die arme arbeitslose, die ihrem kind nichts schenken kann, auf den strich geht und auch noch s├Ąuft. das sind mir zu viele thematiken/probleme/aspekte in einem gedicht. da k├Ânntest du drei texte draus machen und w├Ąrst damit dann auch viel treffender. so ist es zu verw├Ąssert.
jetzt zu den formalen sachen. der rhythmus holpert hier und da ein wenig. das versuchst du teilweise durch verk├╝rzungen wie "ob┬┤s", "gibt┬┤s", usw hinzubiegen, aber das liest sich nicht so sch├Ân. hier w├╝rde ich mal schauen, ob du es ohne diese umgangssprachlichen ausdr├╝cke hinbekommst (zumal du "sagt das" in der vierten strophe nicht einfach in "sagt`s" umwandeln kannst, denn das steht f├╝r "sagt es")...
in der ersten strophe ist der zweite reim (kind-vorfind) auch sehr hingebogen. ach ja und "stimmung angesoffen" passt auch nicht so ganz, weil dieses ansaufen ein stark wertender ausdruck ist und nicht zu der ansonsten eher beschreibenden stimmung deines textes passt.
also mein tipp: such dir einen aspekt heraus (entweder das mutter-tochter verh├Ąltnis, oder die trinkerei, oder die arbeitslosigkeit) und versuche diesen st├Ąrker herauszuarbeiten, lass die anderen ganz weg. man mu├č nicht die probleme der welt in 16 zeilen packen, die sind schon f├╝r ein einzelnes problem knapp genug bemessen. und dann versuch es doch mal ohne reim und daf├╝r in einer dichteren sprache... die thematik an sich h├Ątte eine kraftvollere, st├Ąrkere darstellung verdient.
auch wenn der kommentar jetzt wie der totale verriss klingt, soll er dich doch ermutigen an dem text zu arbeiten, denn die anderen sachen von dir sind um einiges besser.
ach ja und zum schluss noch eine ganz fiese assoziation zur logik des textes, die ich beim lesen hatte (und wahrscheinlich nur in meiner zynischen pers├Ânlichkeit begr├╝ndet liegt)"wieso arbeitslos? mama hat doch jetzt ne neue stelle"
klingt jetzt wahrscheinlich superhart, aber vielleicht verstehst du worauf ich hinaus will.
liebe gr├╝├če und nichts f├╝r ungut, mirko

__________________
"I am only what you made me - I am a reflection of you"
Charles Manson

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Tartan
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Lieber Mirko,

ich bin selber ein Verfechter von guter Kritik, also muss ich sie auch nehmen k├Ânnen. Au├čerdem finde ich auch, dass du in fast allem was du schreibst, vollkommen Recht hast.
Du wei├čt worauf es bei Qualit├Ąt ankommt, das ist gut, doch ich denke nicht, dass jeder eine solche Hornhaut hat wie ich und das ist schlecht. Man will ja schlie├člich nicht einen kommentar, der viel Zeit in Anspruch nimmt einfach umsonst schreiben, oder?
Man m├Âchte doch damit bezwecken, dass die Person, die den Kommentar bekommt ihn auch aufmerksam lie├čt "und" ihn sich dann auch gleichfalls zu Herzen nimmt, damit es dann auch fruchtet. Deshalb finde ich die Art wie du es schreibst, also den geschriebenen Ton sozusagen, schlecht.
Sorry, aber auch wenn das jetzt wenig mit Textarbeit zu tun hat, ist dies doch eine wichtige Sache, die f├╝r das menschliche Miteinander wichtig ist. Also eine Kritik, die man f├╝r das wirkliche Leben umsetzen kann und deshalb noch wertvoller ist. Eine diplomatischere Umsetzung f├╝hrt deshalb zu mehr Einsicht und du wirst respektiert und nicht gef├╝rchtet.

Jetzt noch kurz zu meinem Gedicht:

Ich will ja was lernen, also werde ich zu jedem Klischee ein Gedicht schreiben, denn wenn ich dieses Gedicht ├╝berarbeite, steigert sich die Qualit├Ąt ja nicht, weil es dann immer noch zu klischeebeladen ist.

Aber noch kurz zu den Klischees:
Ich finde es generell nicht schlimm, wenn man ├╝ber Klischees schreibt, nur vielleicht nicht ├╝ber ganz so Viele wie ich es getan habe. Da gebe ich dir nachdem doch einiges an Zeit verstrichen ist, seit ich dieses Gedicht schrieb Recht, dass das billig ist. Aber wenn man gar nicht ├╝ber sie schreibt, wird ein Klischee zum Mythos, weil bestimmte gesellschaftliche Probleme, die sich tats├Ąchlich auch so abspielen, abgewertet, verharmlost oder als gar nicht mehr aktuell angesehen werden. Glaub mir, ich habe beide Seiten der Gesellschaft betrachten d├╝rfen. Es gibt erdr├╝ckend wahre Klischeegeschichten und es gibt Leute die sie nicht f├╝r wahr erachten und einfach nur f├╝r Klischees halten, weil sie kein Teil ihrer eigenen Realit├Ąt sind.

Zur├╝ck zum Gedicht:
Ich finde zwar nicht, dass es sonderlich holpert, doch meine
(umgangssprachlichen) Verk├╝rzungen, finde ich selber nicht gut. Daran werde ich arbeiten.

"Stimmung angesoffen", ja, das ist ein Perspektivwechsel, aber keinesfalls wertend. Nur Saufen ist kein sch├Ânes Wort. Allerdings ein derbes Thema und daher passt es. "Sie wei├č nicht was sie sagen soll" ist auch keine beschreibende Perspektive und auch nicht werten , weil da kein "saufen" dabei ist nicht wahr? Das ist allerdings sehr unbegr├╝ndet von dir dahergeschrieben, denn woher w├╝rde man sonst so genau wissen k├Ânnen, was diese Frau gerne gemacht h├Ątte oder was sie empfindet? Wie geht das ohne die Perspektive der Frau? Wenn es also die Perspektive der Frau ist, dann kann sie doch nicht wertend sein, oder?
Ich als Person, denke darf solche Sachen in Gedichten schreiben, denn ich nenne keine Namen, die werten w├╝rden und
schreibe ebenfalls nicht, dass alle Menschen oder alle Frauen so reagieren.
Was w├Ąre denn mit der M├Âglichkeit, man wei├č es ja schlie├člich nie, wenn der Dichter da ├╝ber sich selbst schreibt. Ist er dann deiner Meinung nach wertend, weil er sich selbst eine negative Eigenschaft anh├Ąngt?
Ja, er wertet ├╝ber sich selbst, doch dass war in unserer Gesellschaft noch nie verp├Ânt, also kannst du nur das andere Werten meinen. N├Ąmlich das Werten ├╝ber andere Menschen. Aber dazu muss doch erst einmal jemand erkennbar sein, ├╝ber den man m├Âglicher Weise werten kann, um wertend zu sein.

Du hast den Titel wohl auch nicht auf meine Weise verstanden, so wie ich ihn gesetzt habe. Sie ist nicht arbeitslos. Nein, das stimmt. Doch mann muss unterscheiden, ob ein Titel beschreiben oder begr├╝nden soll. Meine Wahl war definitiv als Begr├╝ndung der Umst├Ąnde und nicht als blo├če Schilderung dieser gedacht. Da ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Aber alles in allem werde ich Besserung geloben und weiter auf deine interessante Kritik hoffen, falls dir meine Antwort jetzt nicht zu viel war.

Lieben Gru├č,
Tartan

( Es ist sp├Ąt. Rechtschreibung ohne Gew├Ąhr.)







__________________
(C) Carolyn Macmillan Coir MhicMhaolain air a Chnap Fhad

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