Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92255
Momentan online:
290 Gäste und 20 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kindergeschichten
Arcanum Quadratus Der Ring des Gladius
Eingestellt am 19. 01. 2008 22:30


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Thosuko
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Feb 2005

Werke: 2
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Thosuko eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Es ist das erste Kapitel eines historischen Krimis für Kinder und Jugendliche zwischen 10 bis 12 Jahren.
Damit ihr wisst, um was es geht, habe ich noch so etwas wie ein Klappentext zugefügt.
Viel Spaß!


Mit seinen drei Freunden gründet der 12- jährigen Vibius den Bund gegen das Verbrechen, Arcanum Quadratus.
Ihr erster, wichtige Fall muss gelöst werden, denn sonst wartet auf die Sklavin Juliana der sichere Tod.
Denn nach einem Saufgelage bei Marcus Saltus vermisst ein Höfling von Kaiser Augustes einen wertvollen Ring. In Verdacht, den Ring gestohlen zuhaben, steht die Sklavin Juliana, die sich um Vibius wie eine Mutter kümmert. Der glaubt kein Wort davon, was man Juliana vorwirft. Zusammen mit seinen drei Freunden versucht er den Diebstahl zu klären, bevor Juliana den Löwen im Zirkus zum Fraß vorgeworfen wird.


Arcanum Quadratus
Der Ring des Gladius

Kapitel 1 Das neue Mitglied

Im Jahre 17 v. Chr. lebten die Bürger Roms in der Blütezeit der riesigen Stadt, deren Legionen der restlichen Welt das Fürchten lehrte. Kaiser Augustus regierte als erster Kaiser das Reich mit eiserener Hand aber auch wie ein väterlicher Freund. Besonders seine treuen Staatsdiener der oberen Klasse überhäufte er mit Gold und Edelsteinen. Marcus Saltus war einer seiner eifrigsten Anhänger und bis zum Beamten für die Stadtentwicklung aufgestiegen.
Er lebte wie die meisten seiner Kollegen, die im goldenen Schoß von Augustus lagen, außerhalb von Rom, in einer Kolonie von neureichen Emporkömmlingen.
Zu seinem Eigentum zählten nicht nur unzählige Sklaven, sondern auch ein Grundbesitz von 30 Hektar Land mit einer Villa, die alleine 25 Zimmer nur für die eigene Familie besaß. Der größte Raum war für pompöse Feiern und Fressorgien aller Art bestimmt gewesen, der kleinste Raum für seinen jüngsten Sohn Vibius.
Im Haus von Marcus Saltus zählten die Festlichkeiten zu den besonderen Ereignissen, die selbst hochrangige Berater von Kaiser Augustus nicht ausließen.
Dem 12-jährigen Vibius gingen die Feiern, die immer bis zum Morgengrauen dauerten, gehörig auf den Geist. Ihm fehlte jeglicher Sinn für die Besäufnisse bis zur Bewusstlosigkeit. Besonders der tosende Lärm, wenn die Gäste glaubten, ihre Stimme zum Gesang zu erheben, hatten ihm den letzten Nerv geraubt.
Als Letztgeborener von sieben Geschwistern hatte er sich sein Zimmer nicht aussuchen können, es waren bis auf die Stube über dem Festraum, alle belegt gewesen. Mit gereizten, übermüdeten Augen blinzelte er in die aufgehende Sonne und dann auf Juliana, die ihn geweckt hatte.
Juliana war eine Sklavin, deren Alter sie nicht mal selbst wusste. Vibius schätzte sie auf zwanzig Jahre. Sie war eine angenehme Erscheinung mit hübschem Gesicht und langen lockigen Haaren, die schwarz wie die Nacht waren. Zu ihren Aufgaben gehörte, ihm zur Seite zu stehen und eigentlich die Rolle der Mutter zu übernehmen. Doch für Vibius war sie eher wie eine große Schwester. Daneben gehörte sie noch der Putzkolonne an, die den Unrat und Schmutz beseitigen mussten, die die Herrschaften bei den Orgien hinterließen.
Noch immer lag ihre Hand auf der Schulter von Vibius.
„Auf Vibius, du musst aufstehen!“
„Aufstehen, wieso?“, sprach er mehr wie in einem Traum.
Er drehte sich, schloss die Augen und zog die Decke bis über die Ohren, so, dass nur noch seine braunen Haare herausschauten.
Ohne Gnade wurde sie wieder von Juliana zurückgezogen.
„Es tut mir leid, aber es muss sein. Auf, raus aus dem Bett!“
Vibius wusste, dass die Aussicht auf Erfolg, einfach weiter zu schlafen, weniger als gering waren. Mühsam richtete er sich auf.
„Was hältst du davon, wenn du zuerst unten die Leute rausschmeißt, den Putzlappen benutzt und dann wiederkommst?“
„Schon geschehen!“, entmutigte sie ihn. „Bis auf Gladius Tilus und deinen Vater habe ich alle mit dem Besen aus dem Haus gejagt.“
„Der dicke Gladius? Der ist so fett, da brauchst du eine Legion von Gladiatoren, um ihn zu bewegen.“
„Pst!“, ermahnte sie Vibius. „Sprich bitte etwas leiser, die Wände haben hier Ohren!“
„Wieso? Gladius ist ein vollgefressenes Wildschwein, der nichts als essen im Kopf hat. Deshalb ist er auch der Berater von Augustus in Sachen Küchenrezepten. Der futtert einen ganzen Ochsen, nur um den Geschmack einer Soße zu testen.“
Juliana verzog ihr Gesicht.
„Bitte höre auf! Die werden nicht dich, sondern mich im Zirkus den Löwen zum Fraß vorwerfen, weil sie denken, du hättest es von mit gelernt, Gladius zu beschimpfen.“
Vibius besänftigte seine Stimme.
„Entschuldigung! Ich hasse den Idioten, dumm wie ein Fass Wein aber grausamer wie ein Barbar in den germanischen Wäldern.“
„Lass es gut sein Vibius. Ziehe dich an und denke daran, dass du nachher den Griechischunterricht nicht verpasst.“
„Och, schon wieder?“, nörgelte er.
„Ja, ab heute findet dein Schreckensschulfach bei deinem Freund Lucius statt.“
Sofort war Vibius hellwach. Lucius war nicht nur sein Freund, er gehörte mit Tertia, ein gleichaltriges Mädchen, zu den besten Freunden, die er hatte.
Als Kaiser Augustus eine neue Einheit bilden ließ, die die Verbrechen der Stadt das Garaus machen sollte, gründete Vibius mit seinen Freunden eine eigene, private Geheimpolizei, von der nicht mal die Eltern wussten. Zusammen hatten sie schon über sieben Diebstähle aufklären können und so manch ein Zeitgenosse vor dem Gefängnis retten können. Zusammen gingen sie durch dick und dünn und es gab kein Abenteuer, dass sie nicht gemeinsam erlebt hätten.
„Ich habe frische Kleider in die Truhe gelegt, die Kanne ist voll mit Wasser und eine Sänfte steht auch bereit“, drängte Julina.
„Du kannst die Sänfte wieder wegschicken, ich gehe zu Fuß. Lucius wohnt hier um die Ecke. Der lacht mich aus, wenn ich wie ein feiner Blödmann anreise.“
„Wie du willst, aber jetzt sieh zu, dass du fertig wirst!“
Juliana verabschiedete sich und ließ Vibius alleine.
Er raffte sich nun endgültig auf und schritt zu der Truhe, in der täglich frische Kleidung gelegt wurde.
Zur Auswahl standen eine weiße und eine rote Tunika, wobei er lieber eine andere Farbe tragen würde. Er griff zur Allerweltsfarbe Weiß, schmiss die Tunika aufs Bett und begann, sich für die Schule fertig zu machen. Nach wenigen Augenblicken war er für den Tritt vor die Haustür gewappnet. In der rechten Hand trug er eine kleine mit Wachs beschichtete Holztafel und einen Metallstift zum Beschreiben des antiken Schulheftes. Mit der linken griff
er sich einen Apfel. Beherzt biss er kräftig zu. Genusvoll kauend verließ er sein Zimmer und lief über eine Treppe in den unteren Bereich des Hauses.
Hier musste er den Raum durchqueren, in dem die Feste seines Vaters stattfanden und der letzte, nächtliche Lärm bis zu ihm gedrungen war.
Kopfschüttelnd konnte Vibius mehrere Sklaven sehen, die wie emsige Ameisen wischten und den hinterlassenden Abfall beseitigten. Auch Juliana war dabei, ihre Arbeit zu leisten. Sie beschäftigte sich mit verstreuten Hühnerknochen, die vor einer Liege in Massen lagen. Auf dieser Kline schlummerte ein Fleischberg seinen Rausch aus.
Gladius Tilus schnarchte, was sein Rachen hergab. Seine Tunika zeigte jedem, der darauf sah, den Speiseplan der letzten Nacht.
Auf Brusthöhe zogen vier rote Streifen einer Himbeersoße ihre Spur. Der Fleck darunter, mit hellen Fleischresten umrandet, stammte von einer in Sülze eingelegten Forelle. Dort, wo der Schwabbelbauch die größte Erhebung hatte und eine riesige Delle den Trichter runter zum Bauchnabel bildete, lag ein angeknabbertes Bein eines Hühnchens. Die linke Hand umfasste immer noch krampfhaft eine halbe Blutwurst, wogegen die rechte nach unten hing und einen Weinkelch umklammerte, dessen Inhalt eine rote Pfütze auf dem Marmorboden hinterlassen hatte. Auf dem Handrücken, als Serviette missbraucht, klebte bis zu den Fettfingern, wo drei protzige Ringe mit himmelblauen Edelsteinen den Abschluss bildeten, eine undefinierte schwarze Masse. Vibius vermutete, dass es der abgeschmierte Teil der Blutwurst sein musste.
Er blickte mitleidig auf Juliana, die die Hand von Gladius leicht anhob, um die Pfütze wegzuwischen.
Seinen Vater konnte er auf keine der zwölf Liegen ausmachen und seine Mutter war in Rom, wie immer um diese frühen Morgenstunden, auf Einkaufstour.
Er hob kurz die Hand zum Abschied und verließ daraufhin das Haus. Um zu Lucius zu gelangen, konnte er den normalen Weg über eine gepflasterte Straße oder eine Abkürzung mitten durch ein Gemüsebeet nehmen, auf dem allerlei Salat und andere Früchte der Natur wuchsen.
Allerdings würden darunter seine Sandalen leiden, weil der feuchte Boden an den Sohlen kleben würde. In den Augen von Lucius Mutter, eine Straftat, schlimmer wie der Mord an Julius Cäsar. Besonders dann, wenn er damit über die teueren Teppiche laufen würde, die sie in Alexandria erworben hatte.
Doch er konnte sich seine Gedanken sparen, denn unter einem kleinen Torbogen, der den Anfang von vielen Säulen bildete, die den Weg zum Haus zierten, winkten ihm drei Personen zu, von denen Vibius zwei nur zu gut kannte.
Etwas verwirrt starrte er auf seine Freunde Tertia und Lucius und auf eine andere Person, die er noch nie gesehen hatte, dessen war er sich sicher.
Zwischen den Beiden lief ein Mädchen mit kurzen schwarzen Haaren und einer braunen Hautfarbe. Wer dieser Mensch war, erfuhr Vibius aus dem Mund von Lucius.
„Ave Vibius, darf ich dir vorstellen – Nefertari!“
Das Mädchen grinste über beide Backen.
„Meine Freunde dürfen mich auch Nefri nennen.“
„Nefri? Freunde?“, fragte Vibius verwirrt.
„Hast du Zeit? Du hast Zeit!“, bemerkte Tertia. „Die Schule fällt heute wegen Krankheit aus.“
„Themistokles ist krank?“
„Ja, er liegt mit Fieber im Bett! Nefri hätte heute ihren ersten Schultag gehabt, dann wären wir jetzt zu viert in der Klasse. Aber bevor ich es vergesse – sie will unserem Geheimbund beitreten.“
Vibius blickte abwechselnd von Lucius über Nefri zu Tertia.
„Heißt es nicht Geheimbund, weil es geheim sein sollte? Weiß jetzt ganz Rom von unserem Geheimnis?“, fragte Vibius verärgert. „Und was ist mit unserem Namen, die geheimen drei Letztgeborenen, alles umsonst?“
Lucius legte Vibius freundschaftlich den Arm um die Schulter.
„Komm, wir gehen ein wenig spazieren und reden im Baumhaus weiter!“
„Übrigens ein tolles Hauptquartier!“, warf Nefri ein.
„Danke ... was, woher kennst du ...?“, stotterte Vibius.
Lucius nahm das Mädchen in Schutz.
„Wir haben auf dem Weg zu dir einen kleinen Umweg gemacht und Nefri vorneweg unser Baumhaus gezeigt.“ Lucius flüsterte die nächsten Worte. „Ihr Vater ist der neue Polizeichef der cohortes urbanae von Rom.“
Für Vibius das Zauberwort! Beim letzten Kommandanten der Stadtpolizei durften sie nicht eine Silbe in den Pergamenten lesen, die von den größten unaufgeklärten Verbrechen berichteten und nicht von Hühnerdiebstahl oder andere kleine Delikte, die er mit seinen Freunden aufgeklärt hatte.
Er änderte seine begonnene Abneigung gegen ein viertes Mitglied und war sofort begeistert.
„Der alte Name klingt doof, jetzt, wo wir zu viert sind, sollten wir uns einen neuen, besseren aussuchen!“
„Arcanum Quadratus!“, kam aus dem Mund von Nefri.
Vibius blies seine Backen auf und die Luft langsam raus.
„Das hört sich klasse an! Arcanum Quadratus!“
„Oder wie wir in Ägypten sagen würden, das Geheime Viereck!“
„Du kommst aus Ägypten?“, fragte Vibius.
„Ja, meine Mutter war eine Priesterin von Kleopatra und hat nach ihrem Tod ihren Eid abgegeschworen. Ein Jahr später hat sie meinen Vater geheiratet, der in Alexandria stationiert war. Vor zwei Wochen sind wir nach Rom gezogen, wo mein Vater eine neue Aufgabe erhalten hat.“
„Sie wohnen im Haus vom alten Servius“, sprach Tertia, „direkt neben uns.“
„Hat der bekloppte Centurio seine Bruchbude verkauft?“, fragte Vibius ungläubig.
„Na ja, verkauft würde ich nicht sagen!“, warf Tertia ein. „Orcus, der Totengott, hat sich ihn geholt. Der war doch schon über neunzig Jahre alt gewesen.“
„Hatte der keine bucklige Verwandtschaft, die seinen Besitz an sich reißen wollte?“
„Mein Vater hat denen den pugio vor die Brust gehalten, entweder das Haus zu einem normalen Preis verkaufen oder er würde ein wenig tiefer in deren Vergangenheit wühlen. Anscheinend war der Dolch spitz genug gewesen, denn darauf hin, durfte er sogar die Sklaven behalten.“
Die Vier verließen den Eingangsbereich und schlenderten in den mit Blumen und Obstbäumen angelegten Garten, der der Stolz von Vibius Mutter war. Dutzende von griechischen Statuen waren extra für sie angefertigt worden, um die Anlage zu verschönern. Ein Springbrunnen aus weißem Marmor spendete das nötige Wasser für die Pflanzen und den Vögeln, die sich dort den Durst stillten.
Etwas Abseits lag der Rest des ursprünglichen Waldes und der Baum, auf dem sie ihr Hauptquartier gebaut hatten. Vibius griff hinter den Stamm und hielt ein Seil in der Hand, an dem er eine Strickleiter nach unten zog.
„Bitte“, sagte er zu Nefri, „du darfst zuerst!“
Ohne zu warten, stieg sie gekonnt an der schwankenden Leiter nach oben. Vibius blickte anerkennend hinterher und machte für Tertia Platz, um sich danach an den Aufstieg zu machen. Lucius folgte als Letzter und zog die Strickleiter des Baumhauses nach oben. Er drehte sich und suchte kopfkratzend nach einem Sitzplatz.
Leider saßen auf den drei ausrangierten Hockern bereits seine Freunde.
Wie alle anderen Sachen, in dem ansonsten schmucken Baumhaus, hatte Vibius das Mobiliar aus einer Kammer, in dem die alten, nicht mehr gebrauchten Einrichtungsgegenstände zu Kleinholz verarbeitet wurden. Darunter waren eine Truhe ohne Deckel, zwei Regale und ein Tisch, wo die Marmorplatte fehlte und nun ein einfaches Brett drauflag.
Für nächtliche Sitzungen spendete eine Öllampe aus gebranntem Ton das nötige Licht. Um mitgebrachten Proviant verzerren zu können, standen auf einem Regal Holzteller bereit, auf denen schon einige Köstlichkeiten lagen und verschlungen wurden. Für ein wohliges Wohngefühl sorgte ein, von Tertia besorgter Teppich mit vielen Löchern.
Auf diesen musste sich Lucius setzen, weil nun ein Hocker fehlte.
„Ich glaube, wir haben ein Problem?“, murrte er.
„Das klären wir später!“, wischte Vibius die Angelegenheit beiseite. „Zuerst müssen wir das Ritual vollziehen, um Nefri bei uns aufnehmen zu können.“
Die ahnte Böses und sah Vibius von der Seite an.
„Wenn ich mir irgendetwas abschneiden muss, bleibe ich lieber zu Hause und spiele mit den Puppen!“
Tertia beruhigte Nefri.
„Hihih, wir sind doch keine Barbaren. Nein, du musst nur etwas trinken.“
Nefri kniff ein Auge zu und fragte vorsichtig in die Runde.
„Nur trinken?“
Lucius machte sich auf dem Boden lang und griff nach einem Tonkrug, der unter dem Regal stand. Lächelnd reichte er ihn an Vibius weiter, der ihn mit beiden Händen umfasste.
„Um dir zu zeigen, dass wir immer zusammenhalten, werden wir alle das Ritual vollziehen. Du musst einen tiefen Schluck nehmen und dann, egal wie es schmeckt, runter damit.“
„Und wenn du kotzen musst, dann bitte den Kopf aus dem Baumhaus halten“, bekam Nefri von Tertia einen gut gemeinten Ratschlag.
Vibius hielt vorsichtig seine Nase über den Krug und verzog das Gesicht. Dann holte er drei Mal tief Luft. Mit geschlossenen Augen ließ er die Flüssigkeit durch seine Kehle laufen. Kalkweiß senkte er seine Arme. Nach wenigen Sekunden lief sein Kopf knallrot an. Nach Atem ringend pumpte er allen Sauerstoff ein, den seine Lungen habhaft werden konnten. Es folgte ein kurzer Schrei und Vibius war wieder geheilt. Erschöpft reichte er den Krug weiter. Danach folgten Lucius und Tertia seinem heldenhaften Beispiel.
Nefri blickte in die abgekämpften, von Schweiß triefenden Gesichter ihrer neuen Freunde, wohlwissend, dass nun sie an der Reihe war.
Sie schnappte sich den Krug aus der Hand von Tertia und setzte ihn an den Mund. Sie wusste nicht, was dort drinnen stank, sie spürte nur eine flüssige Brühe, die ihren Gaumen das Fürchten lehrte. Sie machte alle Gefühle durch, die ihre Freunde hinter sich hatten. Und dann spürte sie, wie der Magen sich weigerte, das Getränk als Nahrung anzusehen. Blitzschnell hielt sie ihren Kopf aus dem Baumhaus und gab dem Drängen des Magens nach.
Vibius stellte sich daneben und klopfte ihr auf die Schulter.
„Gratuliere, du bist jetzt eine von uns. Siehst du, war doch halb so schlimm. Ich musste beim ersten Mal kotzen, da war das Gesöff keine Sekunde in meinem Bauch.“
Abgeschlafft, schweißgebadet und trotzdem frierend, versuchte Nefri zu lächeln.
„Was war das?“, fragte sie zitternd.
„Wein, Bier, Fischöl, Zitronensaft, Ziegenmilch, Fleischbrühe, ein paar Kräuter aus der Küche für die Würze und nicht vergessen, mehrere Zutaten für Arznei gegen Durchfall.“
Nefri wurde in die Mitte genommen und zum Schluss kräftig gedrückt. Ab jetzt gehörte sie zum neu gegründeten Bund, Arcanum Quadratus.


Version vom 19. 01. 2008 22:30
Version vom 20. 01. 2008 00:42

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


1 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Kindergeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!