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Leselupe.de > Humor und Satire
Arriba, Arriba!
Eingestellt am 14. 08. 2005 05:52


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Marius Speermann
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Ein kleiner Bub aus Wien kommt herum in der Welt und beschreibt, was ihm dabei so auffĂ€llt. Gemeinsam mit seiner kleinen Freundin Natasha, die aus Russland stammt und scheinbar alles weiss, versucht er die Situationen und WidersprĂŒchlichkeiten zu verstehen. Dabei bleibt zuerst Mal der Ernst auf der Strecke...

Wir haben Mexikaner gesehen. Aber nicht in Mexiko, sondern in Amerika. Dort leben die nĂ€mlich auch. Bis auf die, die in Mexiko leben. Und wenn die Mexikaner fröhlich sind, dann machen sie eine grosse Party und tanzen sich was vor. Zu den Parties sagen die Mexikaner Fiestas, nicht so wie bei uns „Clubbing“ oder „Party“, aber die Mexikaner sind da stur. Damit sie auch lange viel tanzen können, machen die Mexikaner nachmittags Siesta, was soviel wie MittagsschlĂ€fchen heisst, hat Papa gesagt.
Mit Mama, Papa und meiner Freundin Natasha sind wir dorthin gegangen. NatĂŒrlich nicht zur Siesta. Das wĂ€re ja nĂ€mlich fad fĂŒr uns, den Mexikanern beim Schlafen zuzusehen. Wir waren bei der Fiesta und haben den Mexikanern dabei zugeschaut.

Genau wie der Speedy Gonzales tragen die Mexikaner MexikanerhĂŒte. Die sind viel grösser als unsere HĂŒte. Papa sagt, die HĂŒte heissen Sombrero, die MĂ€nner Hombres und die MĂ€dchen Muchachas. Das glaube ich aber nicht, das klingt alles wie scharfes mexikanisches Essen. Die MexikanermĂ€dchen tragen keine HĂŒte, sondern bunte BĂ€nder oder Blumen im Haar. Die Hombres haben immer ganz enge Hosen und zu kurze Jacken an. Man mĂŒsste denen mal sagen, dass sie die WĂ€sche nicht immer so heiss waschen sollen. Die Muchachas dagegen sind kunterbunt gekleidet und die Röcke sind ganz ganz weit, also wirklich echt ganz weit. Damit können sie herumwacheln und sie soweit hochheben, dass man immer noch nicht unter den Rock schauen kann. Natasha hat immer Röcke an, unter die man schauen kann, wenn sie beim TempelhĂŒpfen hochspringt.

Damit die Mexikaner viel stampfen können, tragen die Hombres Cowboystiefel und die Muchachas Eislaufschuhe ohne Metallkufen. So schauen die Schuhe nÀmlich aus. Und die Mexikaner stampfen viel. Und schnell. Es ist ein einziges Geknattere, so wie bei unserem alten VW-KÀfer, mit dem Papa einmal auf dem Weg in die Arbeit auf der Strasse kaputt liegen geblieben ist.
Zu den TĂ€nzen hat Trompetenmusik gespielt. Die war aber ganz anders, als es bei uns beim FrĂŒhschoppen gespielt wird. Die Mexikanertrompetenmusik klingt, als ob jemand zu viele Stiegen gestiegen ist und nun ganz ausser Atem und kurzatmig in die Trompete blĂ€st. Aber es gibt auch Geigen dabei, in die muss man nicht reinblasen, da ist es egal, wie viele Stiegen man vorher gestiegen ist.

Die Mexikaner im Publikum waren jedenfalls ganz begeistert und haben gekreischt, geklatscht und geschrien, egal ob jemand auf der BĂŒhne war oder nicht. Nur in der Pause war es ruhig, weil alle nach draussen zum Burritostand und der Taqueria gestĂŒrmt sind. Die Mexikaner sind halt eigen, bei uns wĂŒrde man das nicht machen. Das ist ja so, als ob wir in den Konzert- oder Opernpausen zu Hause in Wien zum WĂŒrschtelstand gehen wĂŒrden. Aber das machen wir nur wenn wir Hunger haben.

Wie wir von der Pause zurĂŒck gekommen sind, kamen ganz andere Mexikaner zum Tanzen. Das waren die Apotheken. Natasha sagt, das stimmt nicht, die heissen Azotheker. Aber man darf ihr nicht glauben, die Natasha will nur angeben, weil sie in so einer Azotheke im Winter immer mit ihrer Mama Hustensaft kaufen geht. Papa sagt Azteken, aber dem hat die Zunge von irgendeiner scharfen mexikanischen Sosse gebrannt, da darf man ihm nicht alles glauben. Jedenfalls waren dieser Apotheken ganz cool angezogen. Sie haben furchtbare lange Federn am Kopf getragen, mindestens zwölfzig Mal lĂ€nger als bei den Indianern. Aber noch toller waren die vielen Holzglockerln, die sie um die Knöcheln und Waden gebunden haben. Damit machen sie bei jedem Schritt einen furchtbaren LĂ€rm. Mit den Schuhen selbst können sie keinen LĂ€rm machen, wie die echten Mexikaner, weil sie keine anhaben.

Das einzige was mir nicht gefallen hat, war, dass bei denen nicht nur die MĂ€dchen Röcke anhatten, sondern auch die Buben. Das ist wie bei den Schotterern, die auch Röcke tragen. Aber die mĂŒssen Röcke tragen, damit beim Dudlsackspielen die Luft ordentlich durchziehen kann, sagt Papa. Und die MĂ€dchen mĂŒssen Röcke tragen, damit ihnen beim vielen Schnattern die Luft nicht ausgeht, hat er noch hinzugefĂŒgt, aber da hat ihn die Mama böse angeschaut und aufs Schienbein getreten.

Die Musik war nur eine Trommel und ein Uuuuhuuuuu-Horn, wo wir den echten Namen nicht wissen. DafĂŒr haben die TĂ€nzer Rasseln mitgebracht und natĂŒrlich die Glockerln um die FĂŒsse. Und dann sind sie hereingehopst, und im Kreis gelaufen. Und dann wieder gingen die Apotheker in einen Spagat und legten sich auf den Boden und wischten mit den riesigen Federn am Kopf den Boden ab, damit sie sich die nackten FĂŒsse nicht schmutzig machen. Wie sie dann genug abgewischt hatten, sind sie wieder aufgestanden und hinausgehopst. Ich muss das unserer Hausmeisterin, der Frau Pospischil erzĂ€hlen, damit sie das bei uns zu Hause auch macht.

Am Ende haben dann TĂ€nzer in hölzernen Badeschlapfen und mit Fischernetzen getanzt. Trotzdem sie so arm waren und keine Stiefel kaufen konnten, haben sie ganz viel schneller mit den FĂŒssen gestampft, als alle anderen davor. Weil die MĂ€nner alle Masken aufhatten und es heiss war, wollten sie wahrscheinlich schnell mit dem Tanz fertig werden und haben deshalb so rasch gestampft. Fische aber haben sie auf der BĂŒhne keine gefangen. Kein Wunder bei all dem Getrampel und Wirbel...

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flammarion
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einfach

entzĂŒckend. sag mal, wird das n buch?
lg
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Old Icke

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Marius Speermann
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Re: einfach

quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von flammarion
entzĂŒckend. sag mal, wird das n buch?
lg


Jooo, ist mein Plan.
Mario

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flammarion
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na,

da werden wir ja noch ne menge spaß haben.
lg
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Old Icke

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