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Leselupe.de > Humor und Satire
Auch die Natur macht Fehler!
Eingestellt am 23. 03. 2003 09:53


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GerdaHaeusler
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2003

Werke: 32
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Auch die Natur macht Fehler !
Wie sonst, meine Damen ließe sich die Existenz von MĂ€nnern auf dieser ansonsten
wunderschönen Welt hieb- und stichfest erklÀren?
Solange man sie in schöner RegelmĂ€ĂŸigkeit (am besten im gleichen Rhythmus wie
die UnterwÀsche ) wechselt, sind sie ja durchaus zu ertragen.
Ja, doch, da war doch mal was, wofĂŒr sie sogar unerlĂ€ĂŸlich sind, erinnern Sie sich ?
Aber seien wir doch mal ehrlich ! Sobald man lÀnger als 9 1/2 Wochen verheiratet
ist, ist es vorbei mit dem Forscherdrang am unbekannten Objekt.
Oder verspĂŒren Sie etwa noch Lust, wenn Sie mal mitansehen mussten, wie Ihr
Mann 16 Stunden seines Lebens daran verschwendet, sein Auto zu putzen?
Ich durfte neulich unfreiwillige Zeugin dieses herzergreifenden Schauspiels
werden. Mein Mann stand mit einem Eimerchen in der Hand und mit einer Hingabe
im Blick vor seinem Wagen, die mir mit einem Schlag bewusst machte: Ich spiele
bestenfalls die zweite Geige in seinem Leben. Ich möchte wetten, vor lauter
RĂŒhrung glitzerten ein paar TrĂ€nchen in seinen himmelblauen Äugelchen.
Wenn ich mich recht erinnere, hat er mich bei seiner ersten und einzigen Liebes-
erklÀrung nicht so verliebt angeschaut.
Ein bißchen sentimental wurde ich doch, als ich sah wie er mit stetig wachsender
und sich unaufhaltsam steigernder Begeisterung alles, was nicht fest mit seinem
Auto verwachsen ist, auseinander nahm und jedes einzelne Bestandteil mit einem
besonders weichen und geschmeidigen LĂ€ppchen wischte, wienerte und
wildlederte. Jedes SchrÀubchen, Steckerchen und Nippelchen wurde von oben,
von unten, von hinten, von vorne, von der Seite und noch mal in umgekehrter
Reihenfolge gesÀubert.
Glauben Sie mir meine Damen, das tat weh. Bei mir zeigte er nÀmlich schon
deutliche Zeichen von Unmut, als er mir ein Mal in 22 Jahren die Haare waschen
mußte, weil ich einen Gipsarm hatte.
Dann klopfte er unendlich behutsam und unendlich sanft die lederbezogenen Sitze
aus.
Ich möchte sehr bezweifeln,dass er mir, selbst wenn ich mich komplett in Lack
und Leder hĂŒllen wĂŒrde, jemals mit einer derartigen ZĂ€rtlichkeit den Hintern
tĂ€tscheln wĂŒrde.
Tief in meinem Herzen spĂŒrte ich einen leichten Anflug von Eifersucht. Just in
diesem Moment kam meine bessere,auf jeden Fall aber ordentlichere HĂ€lfte wie
ein armer Irrer ins Haus gestolpert. Vollkommen hysterisch, nach Luft schnappend
und mit schmerzverzerrtem Gesicht schrie er:\" Hast du schon den Kratzer am Öl-
filter gesehen?\" Bis dato wusste ich nicht einmal,dass unser Auto einen Ölfilter
hat, geschweige denn dass ein Kratzer an demselbigen den Weltuntergang nach
sich ziehen kann. So nah am Wahnsinn habe ich diesen Mann nur ein einziges Mal
gesehen. Das war, als ich wÀhred der Entbindung unseres dritten Kindes einen
halben Tag ausser Gefecht gesetzt war und er sich infogedessen um die anderen
beiden kĂŒmmern mußte.
Sie werden verstehen, dass ich an diesem Punkt aufgehört habe,mit seinem heiß-
geliebten Auto in Konkurrenz treten zu wollen. Ich kann doch nur verlieren.
Also drĂŒckte ich sien verzweifeltes Köpfchen an meine mĂŒtterliche Brust,bis er
sich wieder soweit beruhigt hatte,dass ich ihn zurĂŒck auf die Straße lassen konnte.
Ich muss zugeben,ich hatte ein wenig Angst,unsere Nachbarn könnten bei diesem
bemitleidenswerten und erbarmungswĂŒrdigen Anblick vermuten,ich sei schon
wieder schwanger oder mein Göttergatte hÀtte nur noch 2 Wochen zu leben
oder Àhnliche Katastrophen hÀtten uns heimgesucht.
Nur noch leise wimmernd putzte er die nÀchsten 8 Stunden weiter.
Nach sage und schreibe 16 STUNDEN,meine Damen, stellte er sein Eimerchen
höchst befriedigt beiseite und betrachtete mit stolzgeschwellter Brust sein Meister-
werk.
Ich mag mich ja irren, aber ich meine bei der Abiturfeier unseres Ältesten nicht
dieses Leuchten in seinen Augen registriert zu haben.
In einem Augenblick derartiger VerzĂŒckung und GlĂŒckseligkeit fĂ€llt es mir
natĂŒrlich schwer,an so banale AlltĂ€glichkeiten zu denken,wie
- dass die gesamte Familie die nÀchsten 3 Wochen mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit bei Regenwetter zu Fuß gehen muss,
- dass ich in unabsehbarer Zeit ausschließlich damit beschĂ€ftigt sein werde,unsere
Kinder,die Freunde unserer Kinder, die Nachbarskinder und alle Personen, die
jĂŒnger als 35 sind, zu bitten, einen Mindestabstand von 15 m zu seiner Luxuskarosse
zu halten und
- dass ich alle Zeitungen, Zeitschriften und BĂŒcher, in denen eventuell und unter
gewissen UmstĂ€nden das Wort \"Ölfilter\" vorkommen könnte fĂŒr den Rest seines
Lebens sorgfÀltigst zu verstecken oder zu vernichten habe.

Und wenn Sie mir jetzt noch weismachen wollen, der liebe Gott hÀtte sich allen
Ernstes was dabei gedacht,als er den Mann erschuf, dann mĂŒssen Sie entweder
geistig umnachtet, sturzbesoffen oder frisch verliebt sein.

__________________
Jedes Bild ist nur so bunt,wie die Farben, an die sein Maler sich wagt

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