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Leselupe.de > Kurzprosa
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Eingestellt am 26. 02. 2006 16:28


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volker
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2006

Werke: 13
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Die Stille umgab mich, nichts als die Stille. Ich erhob meine Augen, sah noch die Spuren seiner Existenz, die noch von einer Zeit vor der jetzigen stammt. Nun, ein paar Augenblicke spĂ€ter, erfĂŒllt mich nur noch die Erinnerung. Wie ein Film, den man im Kino an einer großen Leinwand sieht, ziehen all diese Stunden und Minuten vor mir vorbei.

Ich wusste nicht, das Erinnerungen so frisch sein können. Gibt es ĂŒberhaupt ein Verfalldatum fĂŒr alte Erlebnisse? So klein ist die Spanne eines Lebens, wenn man es von außen betrachtet. Aber wir befinden uns mitten in diesem kleinen Leben und denken, wie lang das Leben ist. Sind wir nicht so wie eine kleine Ameise, fĂŒr der ein Weg, der uns kurz erscheint, mehr als lang sein kann.

Aber ich lasse mich von solchen Gedanken in der Regel nicht einholen. Was bleibt? Ich öffne meine Augen und sitze immer noch da, starre so durch den Raum, starre auf den Aschenbecher, in dem noch die Reste seiner gerauchten Zigaretten stinken. Das konnte er nicht lassen, obwohl er wusste, das sie ihn vergiften und sein Ende bedeuten.

Wieder schweife ich in die Ferne der Vergangenheit, sehe mich neben ihm am Nordseestrand gehen. Um uns die salzige frische Luft eines warmen Sommertags an der Nordsee. Es waren Tage von denen, die ich so liebe. Tage an denen der Himmel mit all seiner GrĂ¶ĂŸe Einzug in das Herz hĂ€lt. Man fĂŒhlt sich federleicht. So muss ein Gang auf Wolken sein. Heute schon geschwebt? Damals war mir, als konnte ich die ganze Welt umarmen. Die Möwen kreisten um unsere Köpfe, immer auf der Suchen nach Futter. Wirklich, es war ein schöner Tag.

Das Licht der Gegenwart drĂ€ngt sich wieder vor meinen Augen. Um wie viel schöner können TrĂ€ume sein! In TagtrĂ€umen ist es kein Problem durch die Zeit zu reisen. Es ist das schier unmögliche, was Ihn wieder in meine NĂ€he rĂŒckt, mich nochmal Vergangenes erleben lĂ€sst.

Wieder öffnen sich meine Augen und ich starre die kahlen kalten WĂ€nde an und jede Zelle meines Körpers spĂŒrt, das es nun Zeit ist zu gehen. Vorsichtig schließe ich die Erinnerungen wieder ein, erhebe mich und blicke mich noch ein letztes mal um bevor ich schweren Herzens das Licht lösche.


__________________
Volker Knest

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