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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Auf der Kreuzfahrt
Eingestellt am 06. 03. 2002 15:48


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Lady Darkover
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2001

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Die Geschichte musste ich leider in drei Teile teilen, da sie ĂŒber 64 kb groß ist, aber vielleicht habt ihr ja trotzdem Interesse sie zu lesen. Die anderen Teile zu einem spĂ€teren Zeitpunkt. Viel Spaß beim Lesen.


Der Zeitpunkt der Reise steht endlich fest. In zwei Tagen geht es los und ich weiß noch gar nicht, was ich alles brauchen werde. Ich glaube ich gehe noch einmal einkaufen. Es fehlt mir noch ein Abendkleid und die passenden Accessoires. FĂŒr die Reise habe ich lange sparen mĂŒssen, doch das ist es mir wert. Ich liebe das Meer, die salzige Luft und den rauen Wind. Einiges an Reiseberichten habe ich auch schon gelesen und bin ein wenig aufgeregt, vor allem, wen ich dort alles kennen lernen werde.
Seit der Scheidung vor zwei Jahren habe ich mich zurĂŒck gezogen und musste lernen fĂŒr mich zu leben. Das war sehr schwer, doch die Kreuzfahrt bringt mich sicherlich auf andere Gedanken. Es wird Zeit, dass ich dem Alltag entfliehe. Schluss mit dem TrĂŒbsal blasen, auf ins Abenteuer.
Heute ist Samstag und ich bin vor dem Weckerklingeln wach geworden, denn vor Aufregung konnte ich kein Auge zu machen. Die große Reisetasche ist gepackt und steht im Hausflur bereit. Mein FrĂŒhstĂŒck viel mager aus, denn meine Aufregung ließ nur eine Kleinigkeit zu. FĂŒr den Flug nach Luxor habe ich mir etwas sportliches und bequemes ausgesucht. Eine sandfarbene Hose und eine kurzĂ€rmlige, grĂŒne Bluse, passend dazu Sportschuhe.
Als ich mich vor dem Spiegel im Flur betrachte, stelle ich fest, dass es sich gelohnt hat, zu trainieren. Es ist schon erstaunlich, was ich in so kurzer Zeit alles erreicht habe. Ich greife mir die Reisetasche und das HandgepĂ€ck. Das Taxi, welches ich bestellt habe, wartet bereits auf mich. Ein letzter Blick zurĂŒck und los geht’s. Im Taxi entspanne ich mich ein wenig und genieße die Fahrt zum Flughafen. Es ist noch frĂŒh, so dass wir in keinen Stau geraten. Ich gebe dem Fahrer ein gutes Trinkgeld und suche nach dem Flugschalter. Der Bodenstewardess ĂŒberreiche ich meine Bordkarte, sie ĂŒberprĂŒft die Angaben und wĂŒnscht mir einen guten Flug. An Bord der Maschine, sitze ich am Fenster neben einem jungen Mann. Wir kommen schnell ins GesprĂ€ch und unterhalten uns wĂ€hrend des gesamten Fluges, als auch schon die kommt: „Fasten Seat belt“ ohne Komplikation landen wir und die Gangway wird herangefahren.
Geblendet vom Sonnenlicht steige ich die Gangway herunter. Es ist sehr heiß und ich suche in meiner Tasche nach der Sonnenbrille. In der Halle wartet schon die deutschsprachige Reiseleiterin. Bis sich alle aus der Gruppe eingefunden haben, dauert es ein wenig, doch dann kann es losgehen. Der Reisebus, in den wir steigen, ist vollklimatisiert und wieder sitze ich neben dem jungen Mann. Ist das ein Zufall oder habe ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen? Bevor wir abfahren begrĂŒĂŸt uns die Reiseleiterin und erzĂ€hlt uns ein wenig ĂŒber die Stadt Luxor. Wir bleiben aber nicht lange, denn die MS Nile Rhapsody wartet am Nilufer auf uns. Als wir uns dem Ufer nĂ€hern und die Rhapsody in Sicht kommt, kann ich meine Aufregung kaum zurĂŒckhalten. Stehend im Bus drĂŒcke ich meine Nase an die Glasscheibe und stelle fest, dass sie meinen Vorstellungen entspricht. Der Bus hĂ€lt und wirbelt den Sand auf, der sich ĂŒber die Straße gelegt hat. Ich setze meine Sonnenbrille auf und ziehe mir den Sonnenschutz ins Gesicht. Voller Erwartungen steige ich aus dem Bus. Ich habe mir eine Kabine auf dem Vorderdeck reservieren lassen, denn ich weiß in der NĂ€he der Maschinen, ist an Schlaf nicht zu denken. An Bord angekommen, begrĂŒĂŸt uns der Steward und weist uns die Kabinen zu. Mit Schwung werfe ich die Reisetasche auf das frischgemachte Bett und schaue mich um. Es ist alles wie es sein soll. Das Bad ist klein aber zweckmĂ€ĂŸig und die Matratzen sind auch nicht zu weich, so dass ich wohl gut schlafen werde. Ich mache mich frisch und ziehe mich um, es drĂ€ngt mich die Neugier, an Deck zu gehen. Auf dem Deck ist es Hell erleuchtet. Überall sind an der Fassade Öllampen angezĂŒndet und geben eine beruhigende Stimmung wieder. Es fĂ€ngt bereits an zu dĂ€mmern und ich kann gerade noch die letzte Glut der Sonne im Westen untergehen sehen. Ein fantastisches Panorama, hĂ€tte ich doch jetzt jemanden mit dem ich diesen Anblick teilen könnte. AufgewĂŒhlt von der romantischen Stimmung, suche ich den Speiseraum, hier sollten wir uns alle mit der Reiseleiterin treffen und sie wollte uns etwas ĂŒber den Ablauf der Reise mitteilen. Ich suche mir einen freien Platz aus und setze mich an den Tisch, von dem man alles ĂŒberblicken kann. Wer setzt sich zu mir an den Tisch, wieder dieser junge Mann. Warum ist er nur so aufdringlich? Vorgestellt hatten wir uns schon auf dem Flug. Sein Name ist Umberto und SĂŒdamerikaner, seit Jahren ein ĂŒberzeugter Single. Darum wundert es mich ein wenig, dass er so meine NĂ€he sucht. „Hallo Lorena, ich habe dich schon ĂŒberall gesucht, wo warst du denn“? „Umberto, ich wusste nicht, dass es ohne mich nicht gehen wird, jetzt hast du mich ja gefunden. Habe ich dir den Kopf verdreht oder suchst du nur Gesellschaft, eine Reisebegleiterin, die dich bei Laune halten soll“? „Was denkst du von mir, ich dachte auch du suchst nach Abwechslung und bist abenteuerlustig und aufgeschlossener, entschuldige, wenn ich dich mit meiner Anwesenheit beleidigt haben sollte“. Schon ist er wutentbrannt vom Stuhl aufgesprungen und verlĂ€sst den Tisch. „Umberto, so warte doch“, aber er ist schon außer Sichtweite. Was habe ich mir bloß eingebildet, ich bin doch eine blöde Ziege, mit meinem direkten Angriff, habe ich Umberto bestimmt verletzt. Die Reiseleiterin betritt den Raum und begrĂŒĂŸt nochmals unsere Gruppe, einer fehlt, Umberto.
Am frĂŒhen morgen sollen wir in Theben West ankommen und das heißt zeitig aufzustehen.
Der Steward klopft an meine Kabine und ich schrecke aus dem Schlaf. Orientierungslos gehe ich ins Bad, dusche mit kaltem Wasser und rubble die Wasserperlen mit dem Handtuch trocken. Passend fĂŒr den Ausflug suche ich eine bequeme Hose und ein T-Shirt aus. Umberto spukt in meinem Kopf, hoffentlich hat er ĂŒberhaupt mitbekommen, dass wir zu den Monumenten fahren werden. Vielleicht sollte ich den Steward fragen, welche Kabine er hat und kann mich dann gleich bei ihm entschuldigen, fĂŒr meine KratzbĂŒrstigkeit. Als ich meine Kabine verlasse, finde ich den Steward und erkundige mich nach Umberto. Er ist sehr hilfsbereit und erklĂ€rt mir den Weg zum hinteren Deck, eine Etage tiefer. Ich klopfe an die KabinentĂŒr, es rĂŒhrt sich nichts. Nach einem weiteren klopfen, höre ich ein Rascheln und es öffnet sich die TĂŒr. Umberto steht mit entblĂ¶ĂŸten Oberkörper vor mir, er scheint sichtlich erstaunt zu sein. „Lorena, entschuldige bitte einen Moment, ich ziehe mir etwas ĂŒber. Die TĂŒr ist immer noch weit genug geöffnet, so dass ich meine Augen ĂŒber seinen Oberkörper gleiten lasse und was ich sehe gefĂ€llt mir. Umberto wĂ€hlt ein hellblaues Hemd und bedeckt seine BrĂ€une. „So, jetzt kann ich dich herein bitten, nimm doch Platz“. „Umberto, ich wollte mich bei dir entschuldigen, es ist mir wirklich peinlich. Ich bin oft kratzbĂŒrstig und direkt im Umgang mit MĂ€nnern, ich muss erst wieder lernen mit Menschen umzugehen. Seit zwei Jahren lebe ich allein und ich habe wenig mĂ€nnliche Begleiter gehabt. Ich weiß nicht was ich dir noch alles sagen soll, es ist schon schwer genug mich zu entschuldigen“. „Lorena, es ist gut, ich bin eigentlich nicht so empfindlich, aber irgendwie finde ich dich sympathisch und ehrlich ich hatte keine bösen Absichten. Komm lass uns den gestrigen Abend vergessen und den Ausflug gemeinsam genießen, einverstanden“? Ich nicke und wir gehen zusammen frĂŒhstĂŒcken.




Wir legen in Theben West an und ich freue mich die KönigsgrĂ€ber zu besichtigen. Die Gruppe versammelt sich vor dem gemieteten Reisebus. Wir bekommen noch ein paar Instruktionen von der Reiseleiterin mit auf den Weg, bevor es losgeht. Umberto ĂŒberlĂ€sst mir den Fensterplatz, denn er hat inzwischen mitbekommen, dass ich fasziniert bin von der Umgebung. WĂ€hrend der Fahrt erzĂ€hlt uns die Reiseleiterin alles ĂŒber das Tal der Könige und als es in Sicht kommt, beginnt mein Herz schneller zu schlagen. Wir haben GlĂŒck, wir sind die Ersten. Es hat sich gelohnt um fĂŒnf Uhr aufzustehen. Ich bin beeindruckt von den Ausmaßen und Form des Monuments. ZĂ€rtlich streichle ich ĂŒber die Hieroglyphen auf dem Sandstein und versuche die Stimmung einzufangen, bei der sie gefertigt wurden. Versunken in den Mysterien fahre ich erschreckt hoch, denn Umberto hat seine Hand auf meine Schulter gelegt. „Lorena, entschuldige, dass ich dich erschreckt habe, aber die anderen sind schon wieder zum Bus zurĂŒck gegangen“. „War ich so lange in Gedanken versunken, ich habe das gar nicht bemerkt. Machst du noch ein Bild von mir fĂŒr die Ewigkeit“? Ich gebe Umberto die Digitalkamera und er legt los, dann wird es Zeit, denn die Reiseleiterin winkt bereits. Das Grab des Tut-ench-Amuns und der Besuch der Hatschepsut beeindrucken mich ebenfalls. Die Mittagshitze hat uns inzwischen eingeholt. Im Bus versorgen wir uns mit Mineralwasser und spĂŒlen den trockenen, sandigen Geschmack herunter. Der Bus fĂ€hrt schon zurĂŒck zum Anleger, so dass unsere Gruppe am spĂ€ten Nachmittag wieder eintrifft.
Umberto und ich haben uns die ganze Zeit ĂŒber unterhalten, ĂŒber Architektur, Politik und wie die Menschen hier in der WĂŒste ĂŒberleben. Persönliches hat er noch nicht Preis gegeben und das macht mich nur neugieriger. Vielleicht taut er auf, wenn wir uns auf dem Sonnendeck treffen. In der Kabine werfe ich meine Schuhe von mir, denn meine FĂŒĂŸe fĂŒhlen sich schwer an und sind angeschwollen von der StauwĂ€rme des Sportschuhs. Der WĂŒstensand hat sich ĂŒberall verfangen, sogar in meinem SchlĂŒpfer. Ich dusche und genieße das kĂŒhle Nass. Aus der Reisetasche suche ich etwas leichtes, ein gelbes Top und einen blauen Wickelrock, natĂŒrlich ohne, dass zu viel Haut zu sehen ist.
Auf dem Sonnendeck wartet bereits Umberto, er hat zwei LiegestĂŒhle fĂŒr uns direkt an der Reling reserviert, ein Badelaken liegt auch schon aus. Umberto reicht mir einen kĂŒhlen KrĂ€utertee. „Darf ich dir sagen, dass du gut aussiehst, du strahlst ja richtig“. „Ist ja auch kein Wunder bei diesen EindrĂŒcken und der netten Begleitung“. Er lacht verschmitzt. Wir nehmen Platz und ich genieße die Aussicht. Das Sonnenlicht funkelt auf dem seichten Wasser und ich bewundere die doch ĂŒppigen Palmenhaine. Diese Ruhe und die Gesellschaft von Umberto lassen ihn immer sympathischer werden.
Der spĂ€te Nachmittag geht schnell vorĂŒber und am Abend steht der nĂ€chste Programmpunkt an. Umberto und ich haben uns natĂŒrlich wieder verabredet.
Es klopft an meiner KabinentĂŒr und Umberto steht in einem eleganten Anzug vor mir. „Lorena, mir stockt der Atem, du siehst umwerfend aus. Da bin ich aber stolz dein Begleiter zu sein“. „Ich kann dir das Kompliment zurĂŒck geben, der Anzug kleidet dich sehr gut“. Ich verschließe die Kabine und wir gehen auf das Oberdeck. Im Speiseraum tobt bereits das Leben. Wir finden einen Tisch etwas abseits und nehmen Platz. Der Ober nimmt unsere Bestellung auf und wir prosten uns erst einmal mit einem Aperitif zu.
Die Stimmung scheint ausgelassen zu sein, denn ĂŒberall hört man das Geplauder der Mitreisenden. „Umberto, warum hast du dir ausgerechnet Ägypten als Reiseziel ausgesucht“? Erwartend schaue ich ihm in die Augen, doch ich kann kein reges Interesse finden. „Es war Zufall, dass ich hier gelandet bin, denn ich musste meine eigentlich geplante Reise umbuchen, aus zeitlichen und beruflichen GrĂŒnden, die dich sicherlich langweilen wĂŒrden, wenn ich sie dir nenne. Ich bin jedenfalls froh, dass ich hier bin, denn sonst hĂ€tte ich dich nicht kennen gelernt, Lorena“. Ich lĂ€chle ein wenig verschĂ€mt und trinke ablenkend, von meiner leichten Röte, aus meinem Glas. Der Ober kommt und stellt uns das duftende Essen auf den Tisch. Ich bin schon gespannt, ob sich mein Gaumen an den gefĂŒllten Tauben erfreut. Als Beilage gibt es pikant, gewĂŒrzte GemĂŒse. Umberto hat den passenden Wein dazu ausgesucht. Er fĂŒllt mir und sich das Glas. „Auf die uns noch bevorstehende Reise und Überraschungen, die kommen mögen“. Der Wein ist sĂŒffig und legt sich wie ein Hustensirup um meinen Hals. Das Taubenfleisch ist zart und hat den Geschmack von Wachteln. Das GemĂŒse ist sehr scharf und der Knoblauchgeschmack legt sich um meine Zunge. Leicht luftzufĂ€chelnd lösche ich den kleinen Brand mit Wasser. „Lorena, ist alles in Ordnung mit dir“? „Ja, es ist nur sehr lange her, dass ich so scharf gegessen habe und ganz vergessen, dass es einem den Schweiß auf die Stirn treibt“. Unsere Konversation verlief belanglos und Umberto verhĂ€lt sich immer noch verschlossen. Irgendetwas muss in seinem Leben vorgefallen sein. Das Abendprogramm wird eingelĂ€utet. Auf der kleinen BĂŒhne finden sich Musiker ein und das Licht wird gedĂ€mpft. Der Veranstalter betritt die BĂŒhne und kĂŒndigt den nubischen Stocktanz, den Masri an. Gebannt schaue ich auf sie. Vier TĂ€nzerinnen betreten sie, sie tragen KostĂŒme mit Pailletten und als GĂŒrtel bunte TĂŒcher. Die orientalischen Trommeln unterstĂŒtzen ihre leichtfĂŒĂŸigen Bewegungen. Zu einem Quadrat formiert an langen Stöcken aus Elfenbein werden sie immer schneller, bis die Trommeln abrupt aufhören zu spielen. Das Publikum ist begeistert und auch ich falle in den Beifall mit ein. Umberto ist inzwischen nĂ€her gerĂŒckt und genießt meine NĂ€he, denn als ich ihn anschaue, scheint sich in seinen Augen etwas verĂ€ndert zu haben. Eine weitere Gruppe von TĂ€nzerinnen wird angekĂŒndigt, die Hathordancer. Wieder beginnen Trommeln zu spielen und die drei TĂ€nzerinnen beginnen mit ihren Ă€sthetischen, weichfließenden Bewegungen. Ihre Kleidung besteht aus leicht transparenten Stoffen, der ihre Haut durchscheinen lĂ€sst, wie leuchtend, gelber WĂŒstensand. Ihre Körper fliegen nur so ĂŒber die BĂŒhne und ihre freien BĂ€uche bewegen sich im Rhythmus der Trommelsoli. Auch ich fange schon an unruhig auf dem Stuhl zu wippen, denn der Tanz wirkt erotisierend. Das Programm scheint kein Ende zu nehmen, denn Zeit zum Durchatmen gibt es nicht. Der Schlangenbeschwörer ist als nĂ€chste Attraktion angekĂŒndigt. Es wird gebeten, keine unruhigen Bewegungen zu machen und Ruhe zu bewahren. Das BĂŒhnenbild wechselt und ein Mann mit einem großen Korb betritt die BĂŒhne. Er setzt sich in die Mitte und spielt auf seiner Flöte. Die Melodie wirkt hypnotisierend auf mich und meine Augenlider werden schwer, ich kann mich nicht dagegen wehren. Ich sehe den geschmeidigen Körper der Schlange vor mir und spĂŒre wie ihr Körper von der Melodie erfasst wird. Der Drang sich zu ihr zu bewegen ist groß und so tanzt sie langsam aus dem Korb heraus, bis sie vollstĂ€ndig zu sehen ist. Ein leises Raunen durchströmt den Raum. Das Spiel geht noch einige Zeit weiter, bis die Melodie immer leiser wird und dann vollkommen verstummt.
Ich spĂŒre eine seichte BerĂŒhrung auf meinen Lippen und öffne meine Augen. Umberto hat immer noch einen Finger auf ihnen und fĂ€hrt erschreckt zurĂŒck, als er bemerkt, dass ich ihn beobachte. Das Abendprogramm hat seinen Höhepunkt erreicht und ich möchte nach draußen in die Nachtluft. Umberto begleitet mich. Es ist ein sternenklarer Nachthimmel und Neumond. Die KĂ€lte schlĂ€gt mir ins Gesicht und der unberechenbare Wind zerzaust mein Haar. Leicht fröstelnd drehe ich mich Umberto zu und da sehe ich wieder diese VerĂ€nderung in seinen Augen. Sachte legt er seine Hand um meine Taille und zieht mich vorsichtig an sich heran. Seine Lippen berĂŒhren die meinen, doch ich kann mich ihm nicht öffnen.
„Umberto, bitte, verdirb nicht den schönen Abend, ich kann nicht, das geht mir zu schnell“. Erstaunt schaut er mich an und muss sich wohl ĂŒberlegen, was er dazu sagen will. „Es tut mir leid, ich weiß auch nicht, was ĂŒber mich gekommen ist. Deine Anwesenheit hat mich einfach verfĂŒhrt und ich dachte es wĂ€re der richtige Moment, anscheinend nicht. Komm, ich bringe dich noch zur Kabine, wie es sich fĂŒr einen Gentleman gehört“.
Da wir wieder zeitig aufstehen mĂŒssen verabschieden wir uns vor meiner Kabine. „Lorena ich wĂŒnsche dir eine gute Nacht und ich hoffe, dass wir uns zum FrĂŒhstĂŒck sehen, wenn nicht, weiß ich, dass du mir meine Dreistigkeit nicht verzeihen kannst“. Bevor ich darauf antworten kann, ist Umberto schon aus meinem Blickfeld verschwunden.
MĂŒde lege ich mich in das Bett. Umberto verweilt noch ein wenig in meinen Gedanken, er ist schon ein komischer Kauz. In einer Hinsicht verschlossen, doch dann wieder ohne BerĂŒhrungsĂ€ngste. Die MĂŒdigkeit schlĂ€gt sich auf meine Augenlider nieder und so döse ich langsam ein.
Bevor der Steward an meine TĂŒr klopft, um mich zu wecken, stehe ich schon komplett angekleidet vor dem Spiegel und frisiere meine Haare. Mein Magen fragt vorsichtig nach dem FrĂŒhstĂŒck und ich gebe ihm nach. Am Buffet im Speisesaal ist es noch leer, ich bin wohl doch etwas frĂŒh. Ich suche mir etwas einheimisches Obst und nehme das englische FrĂŒhstĂŒck. Nach und nach strömen die anderen Reisegruppen ein und bedienen sich am Buffet. Da gibt es die Japaner, die ich am interessantesten finde. Sie sind sehr höflich und ihrem Interesse gilt jeder Kleinigkeit, alles wird mit einer Kamera und Digitaltechnik festgehalten. Die italienische Gruppe ist selten getrennt. Sie unterhalten sich meistens ĂŒber die architektonischen Gegebenheiten und jeder will wohl den anderen davon ĂŒberzeugen, dass er mehr von Architektur versteht, als alle anderen.
Umberto kommt mit einem gefĂŒllten Teller und Kaffee an den Tisch. „Guten Morgen Lorena, hast du gut geschlafen“? „Ja, danke der Nachfrage“. Der Ober trĂ€gt eine große Vase, gefĂŒllt mit wundervollem Lotus, an unseren Tisch. *„Schukran“. Umberto gibt ihm Trinkgeld und lĂ€chelt. „Liebe Lorena, wie ich in deinen Augen lesen kann, gefĂ€llt dir das Geschenk. Ich möchte mich noch einmal bei dir entschuldigen“. „Ich bin ĂŒberrascht, woher weißt du, dass ich Lotus liebe“? „Deine Begeisterung fĂŒr dieses Land und die Menschen spiegeln sich in dir wieder, es ist nicht zu ĂŒbersehen und ich mag dich sehr“. Umberto nimmt meine Hand und streichelt sie zĂ€rtlich, seine dunklen Augen strahlen und seine Lippen haben sich zu einem sympathischen LĂ€cheln verformt.
„Du hast mich ĂŒberzeugt, du bist entschuldigt“. Ich lĂ€chle ihn an und wir genießen unser FrĂŒhstĂŒck.
Die Zeit ist knapp, denn heute wird es stressig. Esna und Edfu stehen auf dem Plan. In Esna besuchen wir den Khum-Tempel, jedes Monument ist in seiner Architektur und Einzigartigkeit umwerfend. Meine Freude darĂŒber nimmt keinen Abbruch und der Horus-Tempel in Edfu lĂ€sst mich fast in die Knie gehen. Es ĂŒberrascht mich wie viele Details nach so vielen Jahrhunderten noch zu erkennen sind.
Umberto ist die ganze Zeit an meiner Seite und wir betreten Hand in Hand das Monument, die Götterwohnung des Horus-Falken. Es ist der besterhaltende Tempel Ägyptens. Durch das Pylonentor schreitet man in den Hof, kommt so in die Vorhalle. Nach weiteren Metern gelangen wir zum Sanktuar, hier war das goldene Götterbild verborgen, in einem Schrein geschlagen aus einem einzigen Granitblock. An der Westwand der Vorhalle hießen Könige die Gottheiten Ägyptens willkommen, eingemeißelt als Verzeichnis. Im „Saal des Erscheinens“ trat der Gott zur Prozession hervor und im Laboratorium findet man Rezepte fĂŒr Öle und Salben. Am Neujahrstag brach Horus mit seiner Göttergefolgschaft in einer Prozession zum Dach auf, um aus der Sonne neue Kraft zu schöpfen. Er besiegte Seth, den Mörder von Osiris und Gegner des Sonnengottes.
Manchmal spĂŒre ich die Verbundenheit zwischen dem Falken und mir, ich fĂŒhle mich zu ihm hingezogen und er lĂ€sst mich eintauchen in seine Welt.
Es ist schön Umbertos Hand in der meinen zu halten, ich fĂŒhle mich dann nicht so einsam. In meinem Herzen hat die Trauer und Entbehrungen lange genug Einzug gehalten. Es wird Zeit die TĂŒr zu öffnen, um die wĂ€rmende Sonne herein zulassen.
Wie alte Freunde verbringen Umberto und ich unbeschwert den ganzen Tag. Der Abschluss des Tages ist genau so schön und das Abendprogramm schlĂ€gt Wellen unter den Mitreisenden. In der Nacht liege ich unruhig in meinem Bett. Umberto schleicht sich wieder ein und ich erwische mich dabei, wie ich mir vorstelle, wie er wohl vollkommen entblĂ¶ĂŸt aussehen mag, denn seine gebrĂ€unte Haut hat etwas orientalisches an sich, was meinen Schoß in Erregung versetzt.
Ich versinke in meiner Fantasie und der Gedanke an ihn treibt mich dazu an mich zĂ€rtlich zu streicheln. Was wĂŒrde er an meiner Stelle machen? KĂŒsst er meine BrĂŒste und streichelt meine erregten FrĂŒchte? Liebkost er meinen Bauch und labt sich an meiner Oase? Meine StreifzĂŒge werden immer abenteuerlicher und ich kann nicht anders, als mich bis zum Rand des DĂŒnenkamms zu fĂŒhren, bis ich vollkommen entspannt einschlafe.
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Ich bitte um eure Meinung zum Text.

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