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Leselupe.de > Kindergeschichten
Auf der Suche nach dem Licht
Eingestellt am 06. 11. 2010 14:31


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fynn
AutorenanwÀrter
Registriert: Dec 2006

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Dort hinten wo die Sonne im Wasser aufgeht, kann man, wenn man genau hinschaut, mitten im großen weiten Ozean, das kleine Land Gluckmanien entdecken.
NatĂŒrlich kommt ein Land nicht ohne seine Bewohner aus.
Da gibt es die mollige Seekuh Mutschemuh, sie ist die Nachbarin der kleinen frechen Sprotte Upsala. Schaut man etwas tiefer, sieht man den ĂŒberaus weisen Rochen Albertius und den kleinen Kugelfisch Leopold. Fleißige Fischer haben als durchreisende GĂ€ste in Gluckmanien auch schon oft die Bekanntschaft der lustigen Wasserschildkröte Mathilda und dem flinken Seepferdchen Schwuppdiwupp machen können.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht was die Bewohner Gluckmaniens den lieben langen Tag so treiben?

Da es seit eh und je genug zu essen gibt in diesem wunderbaren Land, können die Einwohner tun und lassen was sie wollen. So erkunden sie oft gemeinsam die vielen geheimnisvollen Unterwasserhöhlen, spielen Verstecken in den nahe gelegenen Korallenriffen, reiten wild auf den Wellen und wenn gelegentlich ein Sturm aufzieht, kuscheln sie sich eng aneinander und lauschen dem weisen Rochen Albertius der ihnen spannende Geschichten ĂŒber lĂ€ngst vergangene Unwetter erzĂ€hlt.

Vor nicht allzu langer Zeit tobte wieder einmal so ein ungeheuerlicher drei Tage wĂ€hrender Sturm durch das Land und peitschte die Wellen zu meterhohen Bergen auf. Über dem langanhaltenden Getöse des Windes und dem Blitzen und Donnergrollen im Himmel sind unsere kleinen Freunde einschließlich des alten Rochen Albertius letztendlich eingeschlafen.
Ein Sonnenstrahl, der die kleine Sprotte Upsala in der Nase kitzelte und sie zum Niesen brachte, weckte schließlich alle nach drei laaaangen Tagen und NĂ€chten auf.
Aber etwas war anders als sonst.
Das Meer glitzerte in den schönsten und unglaublichsten Farben, die man sich nur vorstellen kann.
Rot, Gelb, GrĂŒn, Lila, Blau, Orange, TĂŒrkis

Fragend blickten sie alle in die Runde und schließlich war es das sonst so aufgeweckte Seepferdchen Schwuppdiwupp das ganz leise und ehrfurchtsvoll fragte: „ Was ist das?“
Alle Augen richteten sich auf Albertius, den weisen Rochen, von dem man annahm, das er am ehesten wissen könnte, wie dieses kleine Wunder zustande kommt.
Und Albertius, der schon alle Meere durchquert hatte, Freunde auf sĂ€mtlichen Inseln im Atlantik und Pazifik hatte, öfters mit den Pinguinen am Nordpol frĂŒhstĂŒckte und gelegentlich auch mal nach Feuerland schwamm um seine alte Freundin, die Rochendame Albertina zu besuchen, erklĂ€rte mit einem vertrĂ€umten Schmunzeln auf dem Gesicht:
„ Das meine lieben Freunde, das ist ein Regenbogen.“
„Ein Regenbogen?“, „Ohhhh!“, „ Aaah“ „Unglaublich schön“ so hallte es von allen Seiten. Und immer noch blickten sich alle staunend um und waren begeistert von dieser schier unglaublichen Farbenpracht um sich herum.
Langsam allerdings nahm das Meer wieder sein gewohntes Blau und GrĂŒn an und die Augen aller wurden immer trauriger. Keiner brachte mehr ein Wort heraus und leise schauten sie alle den letzten bunten Strahlen im Wasser hinterher, die schließlich ganz verschwanden.

Es war schließlich Mutschemuh, die mollige Seekuh, die nach der langen Stille den Einfall hatte, dass man sich doch gemeinsam auf den Weg machen könnte, den Regenbogen zu suchen.
„Oh ja, was fĂŒr eine ĂŒberaus gute Idee“ sagte Upsala, „ dann können wir uns gleich fĂŒr unser wunderschönes Erwachen bedanken.“
„ Ja!“ rief Mathilda ganz aufgeregt „ und auch gleich mal fragen, wann er denn mal wieder zu Besuch bei uns hier in Gluckmanien ist?“
Ein bisschen bekĂŒmmert, aber auch angesteckt von der ĂŒberschĂ€umenden Freude der anderen in der Runde, sagte der weise Roche Albertius:
„ Aber ihr könnt den Regenbogen nicht finden. Er ist wie ein Schmetterling, genauso bunt und heiter, doch lĂ€sst er sich niemals fangen. Man kommt immer nur so nah, dass man ihn in Ruhe anschauen kann und an diesem prĂ€chtigen Farbwunder teilhaben darf, aber ihn berĂŒhren, nein das geht nicht.“
Doch seine Worte hörte niemand so recht, war man doch viel zu aufgeregt wegen der bevorstehenden Reise. Was musste da nicht alles bedacht werden.
Proviant wurde gesammelt, Algen, Muscheln, Wasserfliegen, Seetang wurden in großen Taschen verpackt, die sich ein jeder um den Körper binden konnte. Eigentlich war es nicht notwendig, dass die sechs Reiselustigen etwas zu Essen mitnahmen, denn gab es doch ĂŒberall im ganzen weiten Ozean genug Nahrung. Doch man konnte ja nie wissen, in welche Ecke der weiten Welt die Reise gehen wĂŒrde.
In diesen großen Taschen fĂŒr unterwegs fanden auch ein Kompass, eine Wasserstraßenkarte des großen Ozeans und ein kleines Notizbuch Platz. Denn spĂ€ter wollte man ja berichten ĂŒber den Besuch beim Regenbogen.
Vor allem Mathilda, die lustige Wasserschildkröte hatte wegen ihrer TĂ€tigkeit als Lokalreporterin beim „Glucksanzeiger“ großes Interesse ihre Erlebnisse aufzuschreiben.

Es war ein strahlender Sommermorgen als endlich der große Tag gekommen war. Aufgeregt versammelten sich sĂ€mtliche Bewohner Gluckmaniens am blauen Riff, dem Startpunkt der Reise zum Regenbogen. Sie alle wollten die sechs Reisenden verabschieden und mit ein bisschen Sehnsucht blickten dann auch viele hundert Augenpaare auf Mutschemuh, Upsala, Albertius, Leopold, Mathilda und Schwuppdiwupp, denn ein jeder hĂ€tte doch gerne den Regenbogen besucht.
Aber das ging nicht. Jemand musste ja in Gluckmanien bleiben, denn was wĂ€re ein Land ohne seine Bewohner? Und die Reisenden versprachen denen die dablieben, dass sie den Regenbogen auf jeden Fall bitten wĂŒrden, sie noch einmal mit einem so zauberhaften Erwachen zu ĂŒberraschen. So war der Abschied dann doch nicht so schwer und ihr könnt euch sicher den LĂ€rm und das Chaos vorstellen, unter dem unsere sechs kleinen Freunde schließlich in Richtung Osten aufbrachen.
Letzte RatschlĂ€ge wurden erteilt. Einer steckte der molligen Seekuh Mutschemuh noch etwas extra Proviant zu, jener gab dem weisen Rochen Albertius noch einen Brief mit, den der dem Regenbogen ĂŒberbringen sollte. Doch dann war es soweit. Das Abenteuer begann. Die Sonne glitzerte in den Wellen und fröhliche Delphine beobachteten neugierig die kleine Reisegruppe.
Und weil ihnen gefiel was sie sahen, begleiteten sie die Reisenden ein StĂŒck in Richtung Osten. Ausgelassen sprangen sie durchs Wasser und das Seepferchen Schwuppdiwupp und die kleine Sprotte Upsala mit ihnen. Leopold stimmte dazu in den tiefsten Tönen die er hervorbrachte ein lustiges Lied an und so war es eine wirkliche Freude diese Gruppe zu sehen.
Doch langsam wurde es Abend und die Delphine mussten sich mit Bedauern verabschieden, denn sie nĂ€herten sich StĂŒck fĂŒr StĂŒck einem Teil des großen Ozeans, den sie nicht kannten.
So wĂŒnschten sie den Weitereisenden viel GlĂŒck und schwammen flink wieder zurĂŒck in Richtung Westen.
Unsere kleinen Freunde schwammen gutgelaunt weiter und schauten sich fasziniert den Sonnenuntergang in ihrem geliebten Ozean an. So schön rot und orange und gelb leuchtete das Wasser. Doch kein Vergleich zu dem Zauber, den der Regenbogen ausgelöst hatte.
Von diesem Gedanken beschwingt, schwammen die Gluckmanier immer schneller weiter und merkten gar nicht wie es immer dunkler und dunkler um sie herum wurde.
Das Meer das noch eben so wunderbar rot, gelb und orange geleuchtet hatte, wurde erst blau, dann tĂŒrkis, dann dunkelblau und nahm schließlich eine tiefe schwarze Farbe an.
Erst dann bemerkte der kleine Kugelfisch Leopold leise: „ Oh das ist aber sehr dunkel hier und gar nicht schön. Nein hier gefĂ€llt es mir nicht, hier werden wir den Regenbogen nie finden.“
Auch die anderen, der weise Rochen, die lustige Wasserschildkröte, das flinke Seepferdchen, die mollige Seekuh und die kleine freche Sprotte fĂŒhlten sich so gar nicht wohl in dieser Unterwasserwelt. Dunkel und bedrohlich sah alles aus, so dass sie ganz ganz nah aneinanderrĂŒckten um sich gegenseitig Schutz zu geben.
Ängstlich sahen sie sich um. Doch da es so dunkel war, konnten sie nicht viel entdecken. Mutig fragte die kleine Sprotte Upsala in die Stille hinein: „ Wo sind wir hier? Was ist hier geschehen, das alles so schwarz und unheimlich ist und nicht so schön hell und freundlich wie bei uns in Gluckmanien? “
Vorsichtig holte Albertius, der weise Rochen die Wasserstraßenkarte und den Kompass aus der großen Tasche und versuchte in dem dĂŒsteren Licht etwas zu erkennen.
Er suchte und suchte, schaute zweifelnd auf den Kompass, drehte sich hin und her, schaute noch einmal auf die Karte und runzelte schließlich sorgenvoll die Stirn: „ Oh meine lieben Freunde, fast möchte ich euch gar nicht verraten wohin wir uns auf unserer Reise verirrt haben.
Es sollte doch ein Abenteuer werden fĂŒr euch an dem ihr viel Freude haben könnt. Und nun, nun sind wir hier im finsteren schwarzen Land des Tintenfisches Rufius – Tintania.“
„Tintania? Tintenfisch Rufius? “ fragten alle gleichzeitig ganz verwirrt wegen dieser Nachrichten.
Und schließlich fragte Mutschemuh, die mollige Seekuh noch „ Nur ein einziger Bewohner lebt hier in diesem schrecklichen Land? “ Albertius, der ja schon etwas lĂ€nger in Gluckmanien lebte als alle anderen, deshalb auch den Namen der weise Rochen inne hatte, konnte immer Auskunft geben ĂŒber alles was in dem großen Ozean so vor sich ging.
So begann er zu erzĂ€hlen, wĂ€hrend sich alle noch ein bisschen enger aneinander kuschelten und Proviant aus der großen Tasche aßen. Denn es war sehr kalt in Tintania und so weit man sehen konnte, gab es auch nichts zu essen.
„ Ja Rufius, der Tintenfisch lebt alleine hier in seinem dunklen kalten Land, Tintania genannt „ begann Albertius zu berichten „ doch das, das war nicht immer so. Vor langen Jahren lebte er genauso wie wir in einem hellen freundlichen Teil des Meeres, wo es immer genug zu essen gab und jeder eine Aufgabe hatte. Es wurde viel gelacht und gefeiert und Rufius war ein sehr verspielter und Fremden sehr aufgeschlossener Tintenfisch. So wuchs er heran in seinem Land und wurde immer grĂ¶ĂŸer. Und eines Tages bekam er wieder einmal Besuch.
Ein wunderschönes TintenfischmĂ€dchen war auf der Durchreise an seinem Land vorbeigekommen und weil sie schon viel ĂŒber den freundlichen Tintenfisch Rufius gehört hatte, beschloss sie kurzerhand ihn zu besuchen. Und wenn man so sagen darf – es war Liebe auf den ersten Blick bei den Beiden. Die Tage flogen nur so dahin, das Meer war noch heller und freundlicher, Rufius noch vergnĂŒgter und das TintenfischmĂ€dchen noch strahlender und schöner, als sie es ohnehin schon war. Ihr könnt euch vorstellen wie glĂŒcklich die beiden in dieser Zeit waren. Doch eines nachts, wĂ€hrend eines ungeheuerlichen Sturm geschah dann das große UnglĂŒck. Das TintenfischmĂ€dchen verirrte sich in den Tiefen des weiten Ozeans und da sie ja nur auf Besuch war und sich nicht so gut auskannte in diesem Teil des Meeres, wusste sie auch nicht, das manchmal Fischer ihre Netze hier aushĂ€ngten um kleinere Fische und Muscheln zu fischen. Und so kam es, das sie sich in einem dieser Fischernetze verfing und bald darauf starb. Ich erinnere mich noch gut an diese Zeit, das war eine lange Zeit der Trauer ĂŒberall im weiten Ozean. Denn jeder hatte von der unbĂ€ndigen und glĂŒcklichen Liebe des Tintenfischpaares gehört. Doch diese Trauer war nicht damit zu vergleichen, was Rufius fĂŒhlte. Er war so traurig, dass er sich seitdem vor anderen versteckt und keinen Besuch mehr haben wollte. Und er war auch furchtbar wĂŒtend auf die Fischer und ihre Netze und am Ende auf jeden und alle, so dass er in seiner Wut immer schwarze Tinte ausspie sobald sich ihm auch nur jemand nĂ€herte. Der Ort an dem er lebte, war bald nicht mehr hell und freundlich, weshalb die Besucher nach einiger Zeit ausblieben. Und durch all die Wut und die schwarze Tinte ist dieser einst so friedliche und helle Platz im weiten Ozean solch ein dĂŒsterer einsamer kalter und dunkler Ort geworden.“
Erschöpft wegen dieser langen Ansprache blickte Albertius in die Runde und sah die nun teilweise mitleidigen Gesichter seiner Freunde. „Der arme, arme Rufius „ rief Mutschemuh die mollige Seekuh ganz kummervoll. Und auch die anderen empfanden Ă€hnlich. „Wir mĂŒssen ihm helfen, dem armen Tintenfisch“ sagte da plötzlich Mathilda, die sonst so lustige Wasserschildkröte.
„Jaaaa!“ schallte es von allen Seiten „wir werden ihm helfen, damit es hier nicht mehr so finster und kalt ist.“ Doch wie sollte das gehen? Sie ĂŒberlegten, hatten viele Ideen, doch keine schien so richtig durchfĂŒhrbar. „ Aber Freunde„ bemerkte da Mutschemuh „ wisst ihr denn noch wohin uns unsere Reise eigentlich fĂŒhrt und warum wir ĂŒberhaupt in die unendliche Weite des großen Ozeans losgezogen sind? Wir wollten doch den Regenbogen besuchen. Wie wĂ€re es, wenn wir Rufius ein StĂŒck des wunderbaren Farbenschimmer des Regenbogens mitbringen? Dann ist es hier nicht mehr so dunkel, sondern leuchtend und hell, so dass auch andere Meeresbewohner wieder hier vorbeikommen werden und Rufius wird nicht mehr so einsam sein.“
„Oh Mutschemuh, was fĂŒr eine schöne Idee“ staunte Leopold. Auch die anderen fanden diesen Einfall gut, so dass man beschloss nach einer kurzen Pause weiterzureisen und auf dem RĂŒckweg neuerlich hier in Tintania vorbeizukommen. Beschwerlich war er, der Weg durch das finstere und kalte Tintania, doch beflĂŒgelt durch ihr Vorhaben, schafften sie es noch vor Morgengrauen diesen dĂŒsteren Teil des Ozeans zu verlassen. Die Farbe des Meeres nahm wieder das gewohnte freundliche TĂŒrkis und leuchtende Blau an und es wurde wĂ€rmer.
Hier und da konnte man auch wieder ein paar Meeresbewohner entdecken und je mehr die kleine Gruppe in Richtung Osten unterwegs zog, desto zahlreicher wurden die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Geschöpfen des Ozeans. Einige von ihnen, wie den großen Blauwal Waldo und seine Blauwaldame Wally hatten sie noch nie vorher gesehen. Denn bei ihnen in Gluckmanien gab es solche riesigen Meeresbewohner nicht, dafĂŒr war das Land zu klein. Neugierig schlossen sie Bekanntschaft mit ihnen und weil Wale von Natur aus sehr liebenswerte und hilfsbereite Wesen sind, durften sie sogar alle zusammen einen Tag ganz schnell reisen. Sie setzen sich einfach auf den riesigen RĂŒcken von Waldo und Wally und die beiden glitten nur so durch das Wasser, so schnell, dass sie ohne die Hilfe der beiden sicher drei Tage gebraucht hĂ€tten dieselbe Strecke zurĂŒckzulegen. Doch schließlich mussten sich auch diese beiden verabschieden und die kleine Truppe reiste wieder alleine weiter. Unverzagt durchstreiften sie in den folgenden Tagen das Meer, wandten sich mal nach Osten, mal nach Westen, mal nach SĂŒden und mal nach Norden. Doch nirgends konnte man auch nur einen kleinen Teil des Regenbogens erspĂ€hen. Mutlos nahmen sie ihre Wasserstraßenkarte zur Hilfe und stellten fest, dass auch auf dieser kein Wohnort des wunderschönen Regenbogens verzeichnet war. Erschöpft und auch ein wenig enttĂ€uscht legten sie sich an diesem Abend in einer alten Unterwassergrotte schlafen. Die VorrĂ€te waren fast aufgebraucht und das stĂ€ndige Umherirren im riesigen Ozean hatte sie alle mehr angestrengt als man so allgemein zugeben wollte. Vor allem Albertius, der weise Rochen, der ja auch schon ein wenig Ă€lter war als die anderen Gluckmanier, war schon sehr sehr mĂŒde von dieser Reise. Deshalb machte er an diesem Abend den Vorschlag wieder zurĂŒckzukehren in ihr geliebtes Gluckmanien, denn dort sei es ja schließlich auch ohne Regenbogen ganz schön. Mutschemuh, die mollige Seekuh nickte zustimmend mit dem Kopf und auch Leopold, der Kugelfisch fand diesen Vorschlag gut. Es war Upsala, die kleine freche Sprotte, die dann aber sagte „ Wir sind jetzt so weit gekommen, so viele Tage und NĂ€chte gereist, haben eine große Suche hinter uns, viele viele neue Wesen kennen gelernt, Freunde gewonnen und ein riesiges StĂŒck vom Ozean gesehen. Der Regenbogen kann nun wirklich nicht mehr weit sein. Und denkt an den armen Rufius, wenn wir jetzt einfach aufgeben, dann wird er fĂŒr immer in diesem finsteren kalten Tintania leben mĂŒssen. Wir sollten uns ein paar Tage ausruhen und Kraft sammeln und dann weitersuchen. Wir werden ihn finden den Regenbogen!“
Angespornt durch diese Rede beschloss man schließlich doch weiter zu suchen. Denn Upsala hatte ja Recht, so einfach durfte man nicht. Die kleine Gruppe kuschelte sich also eng zusammen und schlief ein und in ihrer Erschöpfung bemerkten sie nicht einmal, was sich fĂŒr ein sagenhafter Sturm ĂŒber dem Wasser zusammenbraute. Die Wellen tĂŒrmten sich meterhoch auf, Blitze erhellten den nĂ€chtlichen Himmel und lauter Donner erschreckte all die Meeresbewohner die sich noch draußen aufhielten. Doch unsere kleinen Freunde merkten in der Sicherheit ihrer Unterwassergrotte nichts davon.
Am nĂ€chsten Morgen, ihr ahnt es schon, schimmerte das Meer in den zauberhaftesten Farben die man sich nur vorstellen kann. Jeder Winkel das Wassers glitzerte in roten, blauen, gelben, orangenen, tĂŒrkisen, lilanen und grĂŒnen Tönen und begeistert wagten sich all die kleinen und großen Bewohner des riesigen Ozeans wieder an die WasseroberflĂ€che. Vergessen war der Sturm und das wĂŒtende Tosen des Windes.

Und unsere kleine Reisegruppe ? Es war ein altbekanntes Niesen der kleinen frechen Sprotte Upsala das alle aus dem tiefen erholsamen Schlaf erweckte. Etwas verwirrt blickten sie sich um und schon im nĂ€chsten Moment rief Schwuppdiwupp, das flinke Seepferdchen „ Der Regenbogen, der Regenbogen, wir haben endlich den Regenbogen gefunden. Juchhuuuu ! „ Schwuppdiwupp jubelte ganz laut und die anderen stimmten schnell in seine Freudenrufe ein.
Sie strahlten ĂŒber das ganze Gesicht und selbst Albertius, der doch gar nicht daran geglaubt hatte, dass man den Regenbogen besuchen konnte, lachte und war sehr glĂŒcklich. Schnell schwammen sie alle zur WasseroberflĂ€che um sich den Regenbogen nĂ€her anzuschauen und blickten voll tiefer Ehrfurcht auf dieses Farbenwunder, denn ĂŒber dem Wasser sah dieser noch viel prachtvoller und unglaublicher aus, als ohnehin schon.
„ Huuuuuhuuuuuuu Regenbogen“ rief Mathilda dann ganz aufgeregt „ sagen sie, gestatten sie eine Frage? „
„ Aber ja, doch beeilt euch. Ich muss gleich weiterziehen, denn bald sind die Regenwolken verschwunden. „ brummte der Regenbogen unwirsch.
Etwas verwirrt schauten sich die kleinen Gluckmanier an, wie konnte etwas so zauberhaftes und elegantes wie ein Regenbogen so ungnĂ€dig sein? Und ĂŒberhaupt, was hatte es denn mit den Regenwolken auf sich? Upsala, die freche Sprotte, die ja noch nie auf den Mund gefallen war, fragte mutig den Regenbogen danach und sagte auch gleich :
„ Wir wĂŒrden uns sehr freuen lieber Herr Regenbogen, wenn sie uns doch bald mal wieder in Gluckmanien besuchen kommen wĂŒrden. Und auch in Tintania könnten sie bei Gelegenheit einmal vorbeischauen, dort lebt der arme Tintenfisch Rufius in einer so dunklen und dĂŒsteren Welt. Er könnte etwas Farbe gut gebrauchen.“
„ Ja, ja „ murmelte der Regenbogen „ ich werde sehen was sich machen lĂ€sst. Doch ist das nicht so einfach wie ihr euch das vorstellt. Denn ich kann nur dort sein, wo es Sonnenschein gibt und ein paar Regenwolken. Erst dann kann ich meine ganzen Farben ausstrahlen. Aber ich habe bereits von Rufius und seinem Leid gehört und werde bald eine Reise dorthin unternehmen. „ Vorlaut fragte Upsala dazwischen „ Und Gluckmanien? „ doch da begann der Regenbogen schon langsam zu verblassen und konnte ihnen keine Antwort mehr geben.
Langsam nahm das Wasser wieder seine gewohnte tĂŒrkise und blaue Farbe an und die kleine Gruppe schaute sich verblĂŒfft an. „ Da haben wir es also doch geschafft, den Regenbogen zu finden „ seufzte Mutschemuh die mollige Seekuh vertrĂ€umt.
„ Ach nein, liebe Mutschemuh „ berichtigte Albertius sie leise „ der Regenbogen hat uns gefunden und wir sollten dankbar sein fĂŒr soviel GlĂŒck. Nicht jeder trifft zweimal in so kurzer Zeit einen Regenbogen, in manchen Teilen des großen Ozeans, war er bestimmt noch nie zu Besuch.“
Die anderen gaben dem weisen Rochen recht und beschlossen sich voll Freude ĂŒber dieses zweite Zusammentreffen auf den Heimweg in ihr geliebtes Gluckmanien zu begeben. Denn auch die anderen, die sich nicht mit auf diese lange und teilweise sehr beschwerliche Reise begeben hatten, sollten alles ĂŒber das Wesen des Regenbogens erfahren. Und soviel mehr gab es natĂŒrlich zu erzĂ€hlen, Mathilda machte sich schon eifrig Notizen in ihr Notizbuch, um gleich nach ihrer RĂŒckkehr eine große Extraausgabe des „Glucksanzeiger“ herauszubringen. Da sollte die Bekanntschaft mit den lustigen Delphinen, die schnellste Reise aller Zeiten auf den RĂŒcken Waldos und Wallys, des liebenswerten WalpĂ€rchens und die traurige Geschichte von Rufius, dem armen Tintenfisch Platz finden.

Und wenn ihr noch einmal nachlesen wollt, wie das alles genau war mit der langen Reise der kleinen Gluckmanier zum Regenbogen und ihren zahlreichen Abenteuern unterwegs, dann kauft euch doch einfach diese Extraausgabe des „Glucksanzeiger“ und genießt den spannenden Bericht von Mathilda, der lustigen Wasserschildkröte.
Ich wĂŒnsche euch viel Spaß beim Lesen.

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