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Leselupe.de > Horror und Psycho
Auf diesem Weg
Eingestellt am 27. 04. 2003 08:31


Autor
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bluesnote
One-Hit-Wonder-Autor
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In letzter Zeit hatten sie es ├╝bertrieben.
Kai geh├Ârte zu einer Gruppe heimatloser Automarder, er war der letzte auf freiem Fu├č. Alle anderen fa├čte die Polizei vor einer Stunde, als sie ein Auto aufbrachen, um nach Bargeld zu suchen.
Jetzt hastete er ├╝ber den gl├Ąnzenden Asphalt eines Parkplatzes, der zu einer Rastst├Ątte an der Autobahn geh├Ârte.
Er zog den Kragen seiner Jacke enger, sah hinauf zum Mond, als k├Ânne der ihm einen guten Fluchtweg weisen. Die Bullen w├╝rden immer noch hinter ihm her sein; er mu├čte weg von diesem Ort und zwar schnell. Zu Fu├č besa├č er keine Chance, es sei denn, er w├╝rde ├╝ber die Leitplanke hechten und f├╝r die Nacht im nahen Wald ein Versteck suchen. Aber daf├╝r war es zu na├č und zu kalt. – Und der n├Ąchste Tag? Nein, entschied er, auf diesem Weg w├╝rde er es nicht schaffen, einer Verhaftung zu entgehen. Kai wollte jetzt weg. Ganz hinten am Rande des Parkplatzes stand f├╝r sich allein ein staubiger Truck. – Willst du mein F├Ąhrmann sein, pl├Âtzlich fiel ihm dieser Satz ein, er wagte einen Versuch, seine Hand fa├čte an den Griff. Die T├╝r lie├č sich tats├Ąchlich ├Âffnen, also nichts wie hinein und abwarten.

Im Innern des Lkw roch es nach kaltem Zigarettenrauch und muffigen Textil, noch einmal sp├Ąhte er hinaus und erschrak, dann atmete er erleichtert auf, es war sein eigenes Gesicht, das ihm im Au├čenspiegel entgegen blickte. Kai war gerade der Jugend entwachsen, aber schon ein alter Tramp, nichts hielt ihn irgendwo. Im Mittelgang hob er eine schmutzige ├ľljacke auf und warf sie achtlos zur Seite, dann verschwand er hinter dem Vorhang zur Koje.
Einige Minuten sp├Ąter wurde mit einem Ruck die T├╝r ge├Âffnet und der Fahrer stieg ein. Vibrationen folgten, der Motor wurde gestartet und brummelte vor sich her, die Druckluftbremse schnaufte, dann gab sie die R├Ąder frei. Sie rollten. Kai, der Truck, der Fahrer. Kai wu├čte noch nicht, wohin.
Die A1 ist eine verdammt lange Bahn, besonders wenn man von Hamburg im Norden aus startet und dann l├Ąngs des Landes Meter f├╝r Meter den Asphalt fri├čt. An dem eher gequ├Ąlten Motorenger├Ąusch erkannte Kai, das der Wagen schwer beladen und untermotorisiert langsam ├╝ber die Dehnungsfugen der Betonbahn hoppelte. – Die alte Kiste zieht nicht und Dammer Berge geht’s h├╝gelan, fiel Kai ein. F├╝r ihn ein furchtbarer Gedanke, sich ewig verbergen zu m├╝ssen, die Gefahr ganz in der N├Ąhe vor sich. Nicht ein Ton kam vom Fahrer, selbst das Radio blieb stumm.

Neugier ist ein schlechter Ratgeber. Kai wollte wissen, an welchen Ort sie vorbei kamen, ein Hinweisschild ersp├Ąhen und vielleicht einen Blick auf den Fahrer riskieren. Er duckte sich, bis sein Kinn das morsche Laken ber├╝hrte, dann zog er vorsichtig den Vorhang einen Spalt auf.
Im Spiegel auf der Beifahrerseite sah er das grinsende Gesicht seines Chauffeurs. – Himmel, was f├╝r ein Fahrer! Kai war sich sicher, so einen Kerl konnte man nur auf Nachtschicht schicken. Ein riesiger, knorriger Mann sa├č am Lenker, die d├╝nnen Lippen zu einem ewigen Grinsen zur├╝ck gezogen. Und die Augenlider, sie fehlten fast ganz, lie├čen die Aug├Ąpfel hervor springen. Das Geschaukel lie├č den Kopf des Truckers wippen, ja, ja, ja, schien er zu sagen, wir sind auf dem Weg. Kai konnte nichts tun, als abwarten. Er zog sich zur├╝ck in die weiche Dunkelheit seines Verstecks.

Kai wachte auf, das monotone Ger├Ąusch aller Lkw - Motoren dieser Welt macht schl├Ąfrig.. Eine Hand erscheint vor seinem Gesicht, zieht den Vorhang beiseite. > Du kannst aus deinem Versteck kommen, Kai. Auf diesem Weg kommt keine Ausfahrt mehr, keinen Ausweg mehr auf dieser Fahrt, Kai. La├č mich dein F├Ąhrmann sein. Komm, ich nehm dich bei der Hand und dann reisen wir gemeinsam. <
> Nein! <Mitten in seinem Schrei wurde Kai bewu├čt, das sein Leben in Freiheit nun endg├╝ltig vorbei und seine neue Heimat nur die H├Âlle sein konnte.
Der Kutscher warf das Radio an „ Dilemma, Big Leg Emma“ Frank Zappa brachte einen alten Song.



Mit dieser Story habe ich versucht, was kurzes, schnelles zu verfassen. Einen Text, den man als Kurzweil auf dem Weg von einer Bushaltestelle zum Zielort lesen kann.

F├╝r das Lektorat m├Âchte ich mich bedanken bei der Kollegin Morgaine.

Viele Gr├╝sse

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Michael Schmidt
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Hallo Udo!

Bis zum Ende hat es mir gut gefallen, dann kommt es aber abrupt und gnadenlos. Vielleicht doch mehr draus machen? Das langsame Entgleiten aus der Wirklichkeit?

Bis bald,
Michael

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kuschelmuschel
Guest
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Hallo Blusnote,

mir hat es prima gefallen, bis auf den letzten Absatz. Der Schluss ist zu kurz und zu abrupt. Gerade weil sich die Geschichte so gut lesen l├Ą├čt, finde ich das Ende etwas entt├Ąuschend.
So kurz sind Busfahrten doch nun auch nicht. "ggg"

Gr├╝├če

Michael

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Marcus Richter
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Registriert: Jan 2003

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Hi blues,
ich bin nicht unbedingt der Meinung, da├č der Schluss zu kurz ist - finde ihn sogar recht stimmig. Allerdings, wenn der Schluss so bleiben soll, solltest du noch etwas vorneweg setzen, einen Grund, warum Kai (der Automarder!!!) denn flieht - denn schlie├člich wartet dieser H├Âllentruck doch nicht auf jeden Versager,oder? Die H├Âlle hat doch spass daran, sich die zu holen, die die besten sind. Als Alternative w├╝rde ich dir noch anbieten, die Geschichte zur Kindergeschichte umzuschreiben - den H├Âllenpart weglassen und ein witziges Ende finden - denn die Geschichte hat schon von sich her ein spannendes kindgerechtes Potential.
Allein schon die Idee vom Automarder, der immer auf Reisen ist, finde ich klasse.


OK, Gruss Marcus - Bewerte erstmal nach dem Geschriebenen - auf ne Alternative w├Ąr┬┤ ich gespannt

PS: Die Geschichte f├╝r verschiedene Foren zu schreiben w├Ąr ja mal ne witzige Aufgabe
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Gr├╝nbein

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bluesnote
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Da fehlt doch was!

Hallo Freunde

Jetzt, wo ihrs sagt, f├Ąllts mirs selber auf. Und zwar fehlt die Beschreibung der Umgebung, die ist in der Schreibwerkstatt verloren gegangen.
Ich k├Ânnte mir vorstellen, diesen Text f├╝r Jugendliche zu schreiben: So, Richtung Tramp nach New Orleans, das Buch hab ich in meiner fr├╝hen Jugend "lach" selbst gelesen.
Allerdings wollte ich jetzt zwei Rohfassungen zu Ende bringen. Ist eigentlich nichts f├╝rs Interet, zu lang. In der einen Story spielen einige Jugendliche die Hauptrolle.
In der anderen gehts in Kanada zur Sache: Abenteuer am Tac Lahoe, oder so.
Euch w├╝nsche ich nat├╝rlich auch weiterhin viel Erfolg.

Viele Gr├╝sse

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Morgaine
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der Polizist aus dem H├Âllentunnel

Hallo bluesnote,

ich befinde mich zum ersten und bestimmt auch zum letzten Mal in dem Genre Horror brrrr.... Das ist so garnichts f├╝r mich, ich kann mich noch nicht einmal zu E.A.Poe -Geschichten hinrei├čen lassen und der schreibt wirklich gut. (Und der Schrecken meiner Kindheit war der Film Poltergeist, den ich gemeinerweise im Gruppenzwang gesehen habe.) Aber nun gut, Deine Geschichte ist nun hier, also denn...

Ich habe mir noch einmal Deine erste Version durch gelesen. Das Ende dort ist wirklich etwas fl├╝ssiger zu lesen. Das "dunkle Loch eines Tunnes...windschiefes Schild, verrottetes Blech "Keine Ausfahrt" und dann kommt der Ordnungsh├╝ter aus dem H├Âllentunnel. Diese Stelle war doch das, was den Horror nahelegte. Mit dieser Beschreibung kann man sich die Szene richtig gut vorstellen (G├Ąnsehaut ...brrr -ich hasse das).
Vielleicht k├Ânntest Du das ja doch wieder einbauen, jetzt wo es doch ohnehin eine Horrorgeschichte geworden ist (sage bitte nicht, dass ich daran Schuld habe).

Keine Angst, die Geschichte ist dann immer noch kurz genug. Und wenn sie Dir zu lang erscheint, lasse doch einfach die Gedankenstriche am Anfang eines Satzes weg... hihi

LG
__________________
Morgaine

Am besten verteilt auf Erden ist die Intelligenz - jeder ist mit der eigenen zufrieden.

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bluesnote
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Verschlungene Wege

Hallo Morgaine

Nett, das du dich trotzdem meldest.
Ich arbeite gerade daran, Gedankenstriche durch deinen Vorschlag zu ersetzen. Au├čerdem ist mir daran gelegen, zwei l├Ąngere Storys endlich f├╝r die feindliche Welt da drau├čen herzurichten. Ich schwatze schon eine ganze Weile davon, nun mu├č daraus endlich mal was werden. Das Ende von Auf diesem Weg in der Erstfassung ist f├╝r den Leser schwer zu verstehen, wie ich im nachhinein zugeben mu├č. Ich glaube, ich werde mich mit der Figur Kai noch einmal auseinandersetzen m├╝ssen und ihm einen ganz anderen Weg weisen.

Bis dann. Tsch├Â!

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