Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5538
Themen:   94776
Momentan online:
470 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > ErzÀhlungen
Auf eine Tasse Tee
Eingestellt am 15. 04. 2016 00:32


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Aina
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Mar 2016

Werke: 10
Kommentare: 117
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Aina eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Auf eine Tasse Tee
Ein ZwiegesprÀch mit meinem Ich

Es ist höchste Zeit, dass ich dich wieder aufsuche - du, mein Ich.
Lange ist es her, dass wir uns in aller Ruhe gegenĂŒber saßen.
Ich sitze hier, rutsche auf meinem Stuhl hin und her - kann es noch gar nicht glauben, dass wir Zeit fĂŒr einander haben. Jederzeit rechne ich mit einer Unterbrechung, hĂ€nge mit den Gedanken noch an alltĂ€glichem Kleinkram und kann mich nicht so recht auf unser zu-zweit-Sein konzentrieren.
Du bist ganz ruhig und das, obwohl du schon so lange wartest. Ich bewundere deine Geduld, mit der du ertrĂ€gst, wie unstet und wenig zuverlĂ€ssig ich unsere Beziehung pflege. Kein missbilligender, kein beleidigter Blick, der den berechtigten Vorwurf der VernachlĂ€ssigung in sich trĂ€gt. Du scheinst dich einfach nur zu freuen, dass ich da bin. Als hĂ€ttest du gewußt, dass es erst heute passieren wĂŒrde.
GĂŒte liegt in deinem Blick, Zuwendung in deiner Haltung.
Ich bin dankbar fĂŒr deine Vorwurfslosigkeit, lehne mich zurĂŒck, atme tief durch, spĂŒre wie mir die WĂ€rme des Raumes in die Glieder steigt und beginne innerlich anzukommen.
Eine Kerze auf dem Tisch, eine Kanne Tee, zwei Tassen - nur wir beide sind fĂŒr diese Zusammenkunft vorgesehen. Wahrscheinlich ist dir nicht so bewußt, wie gut es mir tut, dass unser Treffen in dieser Ausschließlichkeit vorgesehen ist. Keine Ablenkung, alle Aufmerksamkeit liegt bei uns beiden. Mit einem Grinsen fĂ€llt mir ein, dass du natĂŒrlich weißt, wie gut mir das tut - du bist doch diejenige, die viel nĂ€her an meinen GefĂŒhlen dran ist, die mich besser kennt als ich.
Wie dumm von mir, das zu vergessen!
Du sitzt da, schaust mir zu, wie ich mich zurechtfinde, wie ich versuche die Unruhe abzulegen. Du scheinst ĂŒberhaupt keine Erwartungen an mich zu haben. Ist es, weil du diese unendliche Geduld mit mir hast? Ist es möglich, dass du es vorbehaltlos gut mit mir meinst?

Ich ertappe mich bei ĂŒberflĂŒssigem Tee-GerĂŒhre, erkenne jedoch, dass diese Unsicherheit nichts mit dir, sondern nur mit mir zu tun hat. Ein Nebenschauplatz, um nicht zum Punkt kommen zu mĂŒssen, dem offenen und ehrlichen Gedankenaustausch.
Aus Erfahrung weiß ich, dass du mich so lange rudern lassen wirst, bis ich soweit bin. So lange, bis ich da bin, wo wir uns echt und ungefiltert gegenĂŒbertreten können. Ich kann es mir aussuchen: wieviele NebenschauplĂ€tze will ich aufsuchen, wieviele AusflĂŒchte, wieviele oberflĂ€chliche ErklĂ€rungen, wieviele Tassen Tee will ich verschwenden, bis ich es zulassen kann, dass wir uns ungeschminkt begegnen. Es liegt bei mir - das erzĂ€hlen mir deine Augen. Genauso wie ich den Zeitpunkt der Begegnung bestimmen darf, darf ich ĂŒber die IntensitĂ€t entscheiden.
Du sitzt da, bist da. Ganz und gar.
Ich zwinge mich diesen Löffel, der sowieso nichts in meinen Fingern zu suchen hat, aus der Tasse zu nehmen. Warum hast du ihn mir hingelegt? Du weißt doch, dass ich nie Zucker nehme. Stimmt, aber dass ich den Löffel benötigen wĂŒrde, um meine Unruhe und meine Scheu wegzurĂŒhren, das wußtest du. Warm strahlt es in mir, bei dem Gedanken wie gut du mich kennst und wie gelassen du meine SchwĂ€che annimmst.
Vermutlich wĂŒrdest du es mir nicht einmal ĂŒbelnehmen, wenn ich mich nicht zuerst nach deinem Befinden erkundige, mich fĂŒr Tee und Einladung bedanke. Ich mache es trotzdem. Sage wie schön es ist, dass wir uns sehen, wie schön es ist, so erwartungslos erwartet zu sein. Die WĂ€rme, mit der du mich empfĂ€ngst, ist einfach ĂŒberwĂ€ltigend!
Du freust dich, quittierst meine ersten Gehversuche in unserer Konversation mit einem LĂ€cheln, das mir deutlich zeigt, dass es zwar nett ist, wie ich agiere, aber nicht das ist, wofĂŒr wir hier sitzen.
Die erste Tasse ist fast leer getrunken und ich ergehe mich immernoch in AusflĂŒchten, nervöser Leere und der Suche nach - nach was eigentlich? Ja, ich weiß, es ist das ehrliche Beisammensein ohne Schönreden und ohne das versteckende Gehabe. Nur, es ist so unendlich schwer diese HĂŒlle, die mich draußen so gut schĂŒtzt, abzulegen. An der Garderobe bin ich vorbeigeeilt, um möglichst schnell bei dir in der KĂŒche zu sein. Dort wĂ€re der richtige Platz gewesen dieses dicke Fell abzulegen. Mit einer gemurmelten Entschuldigung gehe ich zurĂŒck in den Flur und werfe kurz einen Blick in den Spiegel. MĂŒde schaue ich mich an. Es kostet Kraft diese Schutzhaut abzulegen, maßgeschneidert klebt sie an mir, scheint sich im Moment des Ausziehens festsaugen zu wollen. Trotzdem: da draußen darf sie ihren Dienst tun, aber hier ist kein Platz fĂŒr sie. Zu warm, zu eng, zu hinderlich und zu dick. Denn wie soll ich dir begegnen können, wenn du nur diese konturlose, angepasste, gut funktionierende HĂŒlle an mir siehst?
Mit diesen Gedanken kann ich das feste Schutz-Gewand abstreifen und an den Haken hĂ€ngen. Im Vorbeigehen streift mich mein Spiegelbild: noch mĂŒder, eingefallener und deutlich weniger aufrecht als zuvor.
Nicht aufgeben, treibe ich mich weiter, nicht lĂ€nger zögern, wo ich es doch endlich hierher geschafft habe. Auf der Schwelle zögere ich noch einmal, lehne mich an den TĂŒrrahmen, sehe, wie du in meine Richtung aufblickst und erkenne in deinen Augen das kleine Glitzern, das mir verrĂ€t, wie gerĂŒhrt du bist.
Jetzt, ja jetzt, ist es richtig hier zu sein.
"Es ist alles zuviel, ich kann einfach nicht mehr!", platzt es aus mir heraus, wĂ€hrend ich mich hinsetze. "Ich muss das alles irgendwie hinbekommen, aber es ist mehr als ich eigentlich kann. Nicht nur, dass ich zu wenig Zeit fĂŒr alle Aufgaben habe, nein, sie ĂŒbersteigen auch noch meine Kraft. Und wĂ€hrend ich eine Aufgabe löse scheinen zwei neue aus dem Boden zu schießen, ganz zu schweigen von all den Unzufriedenen, die zu kurz kommen, weil ich gerade mit etwas anderem beschĂ€ftigt bin. Eigentlich mĂŒsste ich mehrere Personen gleichzeitig sein! Und nichts scheine ich wirklich gut zu machen, zu keiner Zeit kann ich es hundert prozentig richtig lösen. Und dann," schnaube ich wĂŒtend, "dann kommen auch noch diese therapeutischen Oberlehrer-Ermahnungen: ÂŽUnd was tust du fĂŒr dich? Gib auf dich acht!ÂŽ Wie soll das denn Bitteschön gehen?"
AngefĂŒllt mit empörter Energie, entschlossen im Blick, gestikuliere ich wild.
Selbst bei diesem Ausbruch bleibst du ruhig und hörst mir aufmerksam zu. Du begleitest mich still, wĂ€hrend ich mich ĂŒber diesen gesellschaftlichen Irrsinn Ă€rgere und gar nicht bemerke, dass ich mir MaßstĂ€be zu eigen mache, die mir keiner aufzwingt. Erst als die ganze Unzufriedenheit auf „alle da draußen“ raus ist, bin ich bereit meinen Redeschwall zu beenden.

"Wer bist du?", fragst du mich. Ich bin irritiert. „Wie kannst du jetzt fragen wer ich bin? Hier lege ich dir meine Probleme auf den Tisch und du...“ Oh nein, mitten in meinem Anklageversuch merke ich es: noch immer habe ich nicht von mir geredet. Noch immer beschĂ€ftige ich mich mit den vermuteten Feinden da draußen.
Schweigend schenkst du mir einen Tee nach.
Er duftet gut, lĂ€ĂŸt mich die Augen schließen und den Geruch noch intensiver einsaugen. Die Stille ist wohltuend, sie schafft Raum damit sich die vorangegangenen SĂ€tze verziehen können und deine Frage ihren Platz findet.
„Wer ich bin? Ich weiß es nicht. Die Frage ist zu groß - noch. Noch fĂŒhle ich nur. FĂŒhle eine enorme Angst die Kontrolle zu verlieren. Angst, dass ich die Aufgaben nicht bewĂ€ltigen und dass ich den BedĂŒrfnissen anderer nicht gerecht werden könnte. Die panische Angst krank zu werden und ganz auszufallen, begleitet mich permanent. Die Furcht, die Dinge nicht richtig und gut zu machen, raubt mir unendlich viel Kraft. Der Satz: ÂŽDu musst funktionieren!ÂŽ, verfolgt mich als DrohgebĂ€rde. Ich habe grĂ¶ĂŸte Sorge, die Lasten, die mir mitgegeben werden, nicht mehr tragen zu können. Eine beinahe ĂŒberwĂ€ltigende Ängstlichkeit nicht geliebt zu werden, begleitet mich stets. Ich fliehe erfolglos Tag und Nacht vor den Gedanken, die mir zu schwer sind. Mir graust vor jedem Tag der kommt, weil er mir weitere Aufgaben auferlegen könnte, die ich nicht verkrafte.”
Ich atme durch, sammle ein Fazit meiner Gedanken.
„Wer ich bin? Ein BĂŒndel Angst, das sich durch wildes Bewegen am Leben hĂ€lt, das die alte Überlebenstaktik des Funktionierens pflegt, aber eigentlich nicht wirklich lebt.“ Mein Blick wandert vom Tee zu dir. „Aber das, glaube ich, war nicht das, worauf du hinaus wolltest mit deiner Frage, oder?“
Du wiegst den Kopf langsam hin und her.
Falsche Antworten gibt es nicht, ich weiß. Aber ich weiß auch, dass ich eigentlich noch mehr bin, als ein BĂŒndel Angst. Nur dieses „mehr“, ist mir abhandengekommen, muss ich zerknirscht zugeben.

„®Was willst du?ÂŽ, fĂ€nde ich eine schöne Frage. Da wĂŒĂŸte ich vermutlich mehr zu sagen.“
Du schenkst uns Tee nach und möchtest gerne hören, was ich wohl will.
Auch um dieses Talent, dich mir anzupassen, mich einfach nur zu begleiten, beneide ich dich. Obwohl du vermutlich weißt, wohin unser Weg gehen wird, bist du bereit dich ganz auf mich einzustellen und mein Tempo mitzugehen. Etwas was mir mit meinen Mitmenschen so schwer fĂ€llt, was mich immer Kraft und Beherrschung kostet und mir zu oft grĂŒndlich misslingt.
„Also gut“, ich atme tief durch, denn die „Was-ich-will-Liste“ scheint mir unendlich lang.
„Ganz oben steht schlafen, schlafen, schlafen. Ruhig schlafen ohne die Angst im Nacken etwas zu verpassen, etwas zu vergessen oder die Zeit zu vergeuden. Dann will ich lachen. Befreit und völlig sorglos zusammen mit anderen lachen. Ja, sorglos sein. Das vermisse ich am meisten. Diesen schweren Sack voller Selbstzweifel, Sorgen und Ängste möchte ich ganz dringend loswerden. Ich will aufrecht und fröhlich gehen können, nicht nur so tun als wĂŒrde es so sein, ich will es wirklich sein.
Ich will diese Funktionsfassade ablegen und auch mal nicht funktionieren dĂŒrfen. Ich möchte die beklemmende Angst, dass dann keiner fĂŒr mich einspringt und plötzlich nichts mehr geht, ablegen können.
Ich will die FĂ€higkeit erlernen um Hilfe zu bitten ohne mich klein und wertlos zu fĂŒhlen. Und ich möchte lernen, dass ich UnterstĂŒtzung anfragen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder mich in unterwĂŒrfigster Dankbarkeit ergehen zu mĂŒssen.
Ich will mir nicht lĂ€nger selbst im Wege stehen, wenn es darum geht mich anderen Menschen zu öffnen. Ich will es schaffen, eine offene, vorbehaltlose und ehrliche Begegnung mit meinen engsten Mitmenschen zu pflegen, selbst wenn es das Risiko der Ablehnung und der ZurĂŒckweisung mit sich bringt.
Ich möchte, so wie du, ruhig und geduldig, respektvoll und gĂŒtig, offen und warm, sicher und fĂŒrsorglich sein.
Ich will das GefĂŒhl haben, wenigstens ab und zu, getragen zu sein, nicht allein stark sein zu mĂŒssen, ohne mich in eine verpflichtende AbhĂ€ngigkeit zu begeben oder mich aufgeben zu mĂŒssen. Frei und doch gut aufgehoben. Bedingungslos angenommen werden. Das will ich.“
Aufkeimenden Mut im Blick, atme ich tief durch nach dieser Litanei.

Jetzt ist es raus - diese kaum zu erfĂŒllende Forderungs-AufzĂ€hlung. An wen auch immer sich diese Wunschliste richtet. „Ist das der springende Punkt?", frage ich dich. "Die Frage WER fĂŒr die ErfĂŒllung meiner WĂŒnsche zustĂ€ndig ist?"
Du lehnst dich abwartend zurĂŒck und lĂ€ĂŸt diese Frage einfach im Raum stehen. So als wĂŒrdest du sie gar nicht beantworten wollen. Deine Reaktion irritiert mich. Ich nehme den Löffel wieder in die Finger, fixiere ihn, als könnte er mir den nötigen Fingerzeig schenken. Schon wieder reingefallen! Wann lerne ich es endlich? Die Antwort liegt wie immer bei mir. Ich muss fast schon ein wenig ĂŒber meine HartnĂ€ckigkeit grinsen, mit der ich permanent mein Außen fĂŒr zustĂ€ndig erklĂ€re. Dankbar fĂŒr deine helfende ZurĂŒckhaltung, nehme ich den Faden wieder auf.
„Ok, der springende Punkt ist also, WER fĂŒr die ErfĂŒllung meiner BedĂŒrfnisse zustĂ€ndig ist. Und die Antwort darauf ist wie immer die einfachste und zugleich die schwierigste, weil ich es selbst bin, die sich kĂŒmmern muss. Es liegt ganz bei mir, die WĂŒnsche, die ich habe, mir selbst zu erfĂŒllen. So einfach und doch so unendlich schwer!“
Die abwartende Stille legt sich schwer auf meine Schultern.
Die Liste ist so lang, so vollgestopft mit großen Forderungen, dass es mir unmöglich scheint, mich dafĂŒr selbst zustĂ€ndig zu fĂŒhlen.
"Das kann ich nicht!", wehre ich mich.
Bis grade eben war es so schön, hat es sich so gut angefĂŒhlt, weil ich einfach alles auf den Tisch legen durfte. Doch jetzt, jetzt fĂŒhlt es sich wieder schrecklich eng an. Ich merke, wie es mich kaum auf dem Stuhl hĂ€lt, wie aufgebracht ich bin, wie empört, dass ich hier mein Innerstes offenbare und die lapidare Antwort der Hinweis auf mich selbst ist. Wie kannst du das von mir verlangen? Ich bin doch gekommen, gerade weil ich all das nicht kann, gerade weil es mir zuviel ist!
In Gedanken bin ich schon wieder in der Garderobe und nehme meinen schweren Schutzanzug vom Haken. Dann doch lieber dieses unbequeme Ding, wo ich weiß, dass ich einigermaßen damit durchkomme, als... Als was eigentlich?
"Was verlangst du von mir? Was soll ich denn tun?"
Dass ich sitzenbleiben soll, sagst du.
Ich sinke auf meinen Stuhl und bin froh in dem Gedankengewirr eine klare Ansage erhalten zu haben. Das kann ich tun: sitzenbleiben und mich an meiner Tasse festhalten.
Ich hebe den Blick und sehe wie du in dir ruhend auf meine weiteren Gedankenschritte wartest.

Dass du trotz meiner Aufregung so ruhig geblieben bist, hilft mir. Es beruhigt mich und gibt mir das GefĂŒhl, dass alles irgendwie doch eine Ordnung hat. Du scheinst keine Angst zu haben, dass ich das alles nicht schaffen könnte. Du scheinst darauf vertrauen zu können, dass ich mit dem Funktionieren und Nicht-Funktionieren klarkommen kann. FĂŒr dich gibt es offensichtlich keinen Zweifel, dass ich es wert bin geliebt zu werden und dass Selbstzweifel und Sorgen mal sein können, aber keine Existenzbedrohung sind. Bist du deshalb immernoch so ruhig?
Die Ruhe lÀsst die Stille einkehren.
Die Stille schafft den Raum fĂŒr Neues.
Innehalten.
Wir schauen uns an, dein Blick ist offen und ein freundliches Wissen scheint darin zu schweben. Meine Gedanken und GefĂŒhle können sich finden. „Also, ich versuche es nochmal: du fragst mich wer ich bin? Ich bin diejenige, die versuchen kann sich ihre BedĂŒrfnisse und WĂŒnsche zu erfĂŒllen. Du traust mir zu, dass ich das schaffen kann, dass mir die Kraft ausreichen wird und dass ich die Angst vor dem Versagen und der Ablehnung besiegen kann. Du denkst, dass ich es wert bin vorbehaltlos geliebt zu werden. Du, mein Ich – also ich
“
Du lehnst dich zufrieden zurĂŒck, dein Blick ruht anerkennend auf mir und dein LĂ€cheln verzaubert uns beide.
Wir trinken Tee.

„Ich danke dir, dass du Zeit fĂŒr mich hattest, auch wenn ich nicht das GefĂŒhl habe, dass sich durch das Reden so viel Weltbewegendes verĂ€ndert hat.“
Selbst diese Äußerung trĂ€gst du mit Gelassenheit. DafĂŒr kann ich dich gar nicht genug lieben. Mein „Wir sehen uns hoffentlich bald!“ erwiderst du mit einem Nicken, das alles und nichts bedeuten kann. „Ja, gerne.“ oder „Ja, lass dir ruhig Zeit.“ vielleicht auch „Ja, hat mich auch gefreut, bis bald mal.“. Auf jeden Fall gehe ich mit dem GefĂŒhl jeder Zeit wieder willkommen zu sein.
An der Garderobe werde ich stutzig. Waren da vorhin schon so viele verschiedene Jacken und MĂ€ntel? An den TĂŒrrahmen gelehnt beobachtest du mich, wie ich die Vielfalt erstaunt mustere. Ich soll mir was Passendes aussuchen, sagst du, weil sie mir sowieso alle gehören. Der dicke Schutzpanzer bleibt hĂ€ngen, denn der leichte Wollmantel mit den bunten Fransen erscheint mir jetzt passender.

von Aina Prosper



__________________
Carpe diem!

Version vom 15. 04. 2016 00:32
Version vom 15. 04. 2016 18:42

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Hagen
Routinierter Autor
Registriert: May 2011

Werke: 173
Kommentare: 724
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Hagen eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Mit Dir, liebe Aina ist ein neuer Stern am Himmel der Leselupe aufgegangen.

Selten habe ich mit einer derartigen IntensitÀt und Lebenskunst eine 'Reise ins Innere seiner Selbst' gelesen, um nicht zu sagen empfunden.
Bitte mach weiter so, lege Deinen 'Schutzpanzer' ganz ab und gib ihn zur Altkleidersammlung!
irgendjemand wird ihn schon brauchen können (mĂŒssen).

Ich hoffe, wir lesen uns recht bald wieder.

Herzlichst
yours Hagen

__________________
Ich höre, und vergesse.
Ich sehe, und erinnere.
Ich schreibe, und verstehe.

(Sehr frei nach Konfuzius)

Bearbeiten/Löschen    


3 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  ErzĂ€hlungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung