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Leselupe.de > Kindergeschichten
Auf großer Fahrt mit Kapitän Sternhagel
Eingestellt am 30. 10. 2001 23:39


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Carol Klopsch
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2001

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Kommentare: 5
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Die Abenteuer der SUPER-KIDS
3. Geschichte
Julian und Alexander machen mit ihren Eltern Urlaub an der Nordsee. Sie halten sich den ganzen Tag am Strand auf, egal ob es regnet oder die Sonne scheint. Entweder sind sie in Stiefeln oder in Shorts unterwegs.

Beim Bau einer Burg lernen sie auch Max und Doris kennen, zwei Kinder, die gar nicht so weit entfernt von ihnen in der Heimatstadt leben. Sie schließen sofort Freundschaft.

Eines Tages finden sie auf einem Spaziergang am Strand an kleines Schiff, welches auf dem Strand liegt, gesichert von Holzbohlen. Vom Schiffsrumpf blättert die Farbe ab und auf einem kleinen Schild vorne am Bug steht „Seestern“.

„Wem mag wohl das Schiff gehören?“ fragt Alexander und beginnt nach einer Leiter Ausschau zu halten, über die er das Schiff betreten kann.

„Ho, ho,“ hören die Kinder eine tiefe Bassstimme dröhnen. Erschrocken drehen sie sich um. Hinter ihnen steht als Mann mit weißem Bart und einer blauen Seemannsuniform. In seinem Mund steckt eine Pfeife. Heller Qualm steigt von ihr aus in den Himmel. Der Seemann ist nicht groß und hat einen runden Bauch.

„Hallo, Herr Seemann, wissen Sie, wem dieses Schiff gehört,“ fragt Doris.

Der Mann lacht und sagt freundlich: „Ich bin Kapitän Sternhagel, der Besitzer dieses Schiffes.“
„Oh,“ sagt Julian und Alexander fragt sofort: „Dürfen wir einmal mitfahren?“
„Ohja, ohja,“ rufen die anderen Kinder und springen freudig herum.

Der Kapitän lacht und sagt: „Was sagen eure Eltern dazu? Die müssen wir natürlich fragen.“

Die Kinder haben den alten Kapitän sofort in ihr Herz geschlossen. Sie versprechen ihm, die Eltern zu fragen und morgen möchten sie auf große Fahrt gehen.

*

Papatheo und Mamamargarete sind erst nicht sehr erbaut über den Wunsch der Kinder, mit dem seltsamen Kapitän auf Seefahrt zu gehen. Auch Ken und Barbie, die Eltern von Doris und Max sind erst zurückhaltend.
Am anderen Morgen aber treffen sich alle am Strand. Die Eltern wollen sich Kapitän Sternhagel einmal anschauen, und dann eine Entscheidung treffen.
Sie finden Kapitän Sternhagel vor dem Schiff auf einer Kiste sitzend. Er raucht Pfeife und füttert einen Seehund mit Fischen. Dabei pafft er Rauchkringel in den Himmel.

Erfreut erhebt sich der alte Kapitän, als er die Kinder wiedererkennt.
„Hoho,“ ruft er sofort, „geht ihr mit auf große Fahrt?“
Die Eltern unterhalten sich ausführlich mit dem alten Kapitän und Papatheo sagt nach einiger Zeit zu den Kindern:
„Okay, Freunde. Wir haben mit dem Kapitän ausgemacht, dass er mit euch eine Rundfahrt am Strand entlang unternimmt. Und sobald jemandem von euch schlecht wird oder anfängt zu weinen, dreht er um und bringt euch wieder an den Strand. Alles klar?“

Und wie klar die Sache ist. Klar wie Kloßbrühe. Die Kinder klatschen in die Hände und hüpfen vor Freude herum. Der Seehund scheint sich auch zu freuen und beginnt zu bellen und mit den Flossen zu klatschen.
„Seht ihr, Kinder, „ sagt der Kapitän, „mein Seehund Richard freut sich auch auf euch.“

Über eine Strickleiter entern die Kindern das Schiff. Neugierig schauen sie sich sofort um, in den Kajüten, in der Kombüse und natürlich auf der Brücke, dort, wo sich immer der Kapitän aufhält und das Schiff lenkt.

„Und wie kommt das Schiff ins Wasser,“ fragt Max und schaut sich verwundert um. Der Kapitän steckt die Finger seiner rechten Hand in den Mund und pfeift. Plötzlich tauchen am Strand eine Menge Seehunde auf. Der Kapitän geht mit einigen Seilen zu ihnen hin, bindet sie an ihren Hälsen fest und befestigt die Enden der Seile am Bug seines Schiffes. Dann stößt er die Holzklötze fort und steigt auf die Brücke.

„Ho, meine Freunde!“ ruft er und die Seekunde setzen sich ruckend in Bewegung. Die paar Meter zum Wasser ziehen die Seehunde das Schiff über den Sand. Dann taucht der Bug des Schiffes ins Wasser und bald schaukelt das kleine Schiff auf dem Wasser. Der Kapitän jubelt und die Seehunde kläffen vergnügt. Der Kapitän löst die Seile und wirft den Motor des Schiffes an. Tuckernd braust das Schiff über die Wellen.

Sie fahren einige Zeit am Strand entlang und die Kinder beobachten staunend die Wellenkämme auf dem Wasser, die kreischenden Möwen und die Seehunde auf den Sandbänken.

„Kapitän,“ sagt Alexander, „gibt es auch Sturm auf dem Wasser?“
„Oh, ja, kleiner Mann, ganz gewaltige Stürme. Da tobt das Meer. Die Wellen rollen meterhoch über das Wasser und alle Schiffe und Boote auf dem Meer werden durcheinandergewirbelt. Dicke Wolken jagen über das Meer und tiefe Schwärze erfüllt das Himmelszelt...“

Die Kinder hören mit offenen Mündern zu und wünschen sich, dass niemals ein Sturm auftaucht.

Julian und Doris stehen am Bug der „Seestern“, als sie plötzlich Rufe vernehmen.
„Was war das?“ fragt Julian erstaunt und blickt angestrengt auf die See. Doris zuckt mit den Schultern. Sie hat nichts gehört.

„Hilfe!“
„Das wieder!“ ruft Julian und diesmal hat es auch Doris vernommen. Alexander und Max kommen von der Brücke herunter.
„Das braucht jemand Hilfe!“ meint Max besorgt.
„Auf dem Wasser?“ fragt Alexander ungläubig.
„Vielleicht ist ein Boot gesunken und die Besatzung schwimmt im Wasser!“ mutmaßt Doris.
„Nein, schaut!“ ruft da Julian und zeigt mit seinem rechten Arm in Richtung Sandbänke.
Da sehen es die Kinder.

Eine Person steht auf der Sandbank und winkt wild mit den Armen. Der Wind weht leise ein „Hilfe“ herüber.

„Kapitän, Kapitän!“ ruft Alexander und rennt zur Brücke. „Das ist jemand in Seenot!“

Kapitän Sternhagel stoppt sofort alle Maschinen und kommt aus der Kabine. Er hat sein Fernglas dabei und schaut hindurch.

„Tatsächlich. Ein kleiner Mann steht da auf der Sandbank! Wir müssen ihm helfen, bevor der Wind stärker wird und die Wellen die Sandbank überspülen.“

Der Kapitän steigt wieder auf die Brücke und bringt das Schiff wieder in Fahrt- in Richtung Sandbank.

Julian und Max packen den Rettungsring, der mit einem langen Seil mit dem Schiff verbunden ist. Als die „Seestern“ die Sandbank fast erreicht hat und bevor sie auf Grund, das heißt auf Sand, läuft, wirft Julian den Rettungsring mit großem Schwung in Richtung kleiner Mann. Der fängt geschickt den Rettungsring auf.

Das ruft Alexander: „Mensch, Julian. Das ist ja der Sandmann!“
Jetzt hat ihn Julian auch erkannt. Natürlich! Das ist ihr Freund, der des Abends mit seinem fliegenden Schlauchboot über den Himmel braust und den Kindern Schlafsand in die Augen streut, damit sie tief und fest schlafen, bei schönen, angenehmen Träumen.

„Sandmann, halte aus, „ruft Julian, „wir retten dich.“

Der kleine Sandmann stapft durch das Wasser und schwimmt die letzten Meter mit dem Rettungsring am Arm zum Schiff. Der Kapitän lässt die Strickleiter herunter und der Sandmann klettert hinauf. Alexander und Julian umarmen ihn sofort.

„Gemach, gemach, Kinder, „sagt Kapitän Sternhagel, „lasst den Mann doch zur Ruhe kommen. Er ist ja total durchnässt. Sie brauchen neue Kleider und etwas warmes zu trinken!“

Der Kapitän versorgt den Sandmann, so gut er kann. Nach einiger Zeit sitzen alle an Deck des Schiffes und schlürfen grünen Seefahrertee. Er schmeckt bitter, aber da der alte Kapitän und der Sandmann den Tee genussvoll schlürfen, machen es ihnen die Kinder tapfer nach.

Der Sandmann erzählt von seiner Misere.

„Ich flog von Norden her- im kam vom Eispalast des Nikolaus – um mit dem Schlafsand die Kinder der Nordseeküste in den Schlaf zu streuen. Da kam ein gewaltiger Wind auf und ich verlor plötzlich die Kontrolle über mein fliegendes Schlauchboot. Es stürzte ins Wasser und ich wurde über Bord gespült. So landete ich glücklicherweise auf dieser Sandbank. Und ihr habt mich gerettet.“

„Und das Schlauchboot?„ fragt Alexander.
„Ich weiß nicht. Es muss irgendwo draußen auf dem Meer sein oder ist an Land gespült worden...“

„Wir werden es schon finden,“ verspricht der Kapitän. „Wir kehren erst einmal um.“

So fahren die Ausflügler mit dem neuen Gast an Bord zurück. Die Kinder fragen den Sandmann Löcher in den Bauch, aber bald ist der kleine Mann zu müde, um ihnen zu antworten. Er schläft an Deck ein und bald erfüllt sein Schnarchen die Luft.

„Schaut, „ruft Doris und zeigt in Richtung Land.
„Da, das fliegende Schlauchboot,“ ruft Alexander.
Der Kapitän dreht bei und bringt sein Schiff auf neuen Kurs.
Das Schlauchboot des Sandmannes dümpelt in der Nähe des Strandes im Wasser. Die Flut hat es in Richtung Land getrieben.

„Da hat euer Freund aber Glück gehabt,“ meint der Kapitän.

Das Schlauchboot ist noch in Ordnung. Mit einem starken Seil befestigen sie es am Heck der „Seestern“ und schleppen es an Land. Der Sandmann wird wach und als er sein Fluggefährt entdeckt, ist er ganz aus dem Häuschen.

„Danke für die Hilfe,“ sagt der Sandmann zum Kapitän und den Kindern.
„Ich muss nun aber fort. Die Menschen an Land dürfen mich nicht sehen. Niemand hat mich bisher gesehen – außer euch halt. Ich muss wieder fliegen.“

Der Sandmann überprüft sein Fluggefährt und befindet es für flugtauglich. Er wirft den Propeller an und mit einem leisen Surren steigt das fliegende Schlauchboot in den Himmel.
„Ich habe noch viel zu tun, Freunde. Vielleicht sehen wir uns ja bald wieder.“
„Tschüß, Sandmann, „ruft Julian und winkt aufgeregt.
„Grüß den Nikolaus von uns,“ sagt Alexander.
„Ja, und alle seine Rentiere, Sauser, Rudi und wie sie alle heißen,“ verabschieden ihn Max und Doris wie aus einem Mund.

Das Fluggefährt des Sandmanns wird kleiner und kleiner und ist bald zwischen den Wolken verschwunden.

„Wir sind da, Freunde“, sagt der alte Kapitän und legt sein Schiff am Strand an. Mamamargarte, Papatheo, Barbie und Ken warten schon auf ihre Kinder.

Die Wiedersehensfreude ist groß und die Kinder haben viel zu berichten. Nur den Zwischenfall mit dem Sandmann behalten sie für sich und der alte Kapitän zwinkert ihnen ein Auge zu, um ihnen damit zu sagen, dass auch er schweigen wird wie ein Grab.

Nachdem das Schiff des alten Kapitäns wieder fest verankert am Strand steht – die beiden Papas haben dem alten Käpt’n geholfen- verabschieden sie sich von Kapitän Sternhagel.

„Dürfen wir wiederkommen?“ fragt Alexander und fasst den Kapitän an die rechte Hand. Der packt den Kleinen und hebt ihn hoch.

„Klar, doch, du kleiner Seebär. Ihr könnt jederzeit wiederkommen. Ich freue mich auf euren Besuch! Tschüß!“

So geht ein aufregender Tag zuneige und die Kinder erzählen sich noch im Bett von ihrem Abenteuer mit dem gestrandeten Sandmann.

Und nun ist die Geschichte aus und der Sandmann geht nach Haus!
Gute Nacht!

ENDE

Hinweis: Kapitän Sternhagel ist eine Figur aus den PIXI-Büchern des Carlsen-Verlages.

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