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Leselupe.de > Ungereimtes
Aufgeschlitzt
Eingestellt am 25. 07. 2003 15:27


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Ironic
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Aufgeschlitzt

...Rote Tr├Ąnen f├Ąrben meine Decke.
Stumm weint meine Seele.
Ungl├╝ckliche Liebe, grausames Schicksal.
Bitte, lass mich sterben, Gott.
Ich will nicht mehr...

- Du willst nicht mehr?
So sprich, was willst du, Mensch?
Ich gab dir Licht und W├Ąrme,
du aber liebst die Dunkelheit.
Dir gab ich gen├╝gend Nahrung,
du aber hast einen Schlankheitswahn.
Doch sterben m├╝ssen die Tiere
auch ohne deinen Hunger,
Denn du t├Âtest sie zum Spa├č!

...Auch ich bin innerlich schon tot.
Get├Âtet von Mangel an Gef├╝hlen.
Geborgenheit, Mitgef├╝hl, Liebe,
allein das ist mein Begehr...

- Und drum willst du nicht mehr?
Ich gab euch mehr Gef├╝hl als jedem Tier.
Und was bringt es? Neid, Kummer, Gier!
Immerzu verlangt nur ihr!
Nicht nur wollen - geben!
Wie viele von euch mindern fremdes Leid?

...Was soll ich denn noch geben,
wenn ich das Beste schon verschenkte?
Meine Liebe hat ein anderer.
Und selbst der wirft sie achtlos weg.
Das Leben ist nicht fair...

- Und drum willst du nicht mehr?
Kleines Menschlein schau dich nur an.
Wei├čt du nicht weiter, so schlitzt du dich auf.
Verletzt dich selbst - zerst├Ârst all meine Gaben.
Verstand gab ich euch. Ihr t├Âtet mit ihm.
Willen gab ich euch. Ihr fordert nur damit.
Ein Ged├Ąchtnis habt ihr. Und denkt nur an euch selbst.
Und nun willst du Mitgef├╝hl haben.
Und Liebe. F├╝r dich.
Wirst du sie weitergeben
oder dich selbst verbrennen
an den entfachten Gef├╝hlen?
Wirst wieder mit dem Feuer spielen,
anstatt Frierende zu w├Ąrmen?


...Auch ich erfriere. An eiskalten Herzen.
Die Schmerzen sind unertr├Ąglich...

- Die du dir selbst zuf├╝gst.
Dein Kummer soll entflie├čen,
indem du ihn verst├Ąrkst?
Ich will, ich will, ich will.
Liebe? Nur Befriedigung der Triebe!
Ja, sterben. Aufgeben. So viel leichter.
Alle einsamen Waisenkinder der Welt,
alle Kriegsleidenden, alle Kranken, gebt auf!
Bringt euch um. Wie viel weniger Probleme g├Ąbe es.
Auch du w├╝rdest dann endlich ernst genommen.
Von den W├╝rmern im Boden.
Die dich auffressen und deinen K├Ârper zerst├Âren.
So, wie du es wolltest.

__________________
Um nicht vom Leben selbst erdr├╝ckt zu werden, sollte man ihm mit seinen Tr├Ąumen Fl├╝gel verleihen.

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Jongleur
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aufgeschlitzt

Hallo Ironic,
Ironic - steht dr├╝ber. Der Nick. Aber was f├╝r ein Thema! Ganz am Ende - da ist es dann: sarkastisch.
Mir ist diese dialogische Auseinandersetzung mit Gott zu umfangreich, enth├Ąlt sehr viele Einzelthemen, dadurch verliert das einzelne an Durchschlagkraft. Auch wird es streckenweise sehr prosaisch f├╝r mein Gef├╝hl. Es f├Ąngt so stark an, lyrische, metrisch klopfende Zeilen (Puls?). Nur die begr├╝ndende Zeile in der Mitte - die nach hinten verschieben:
Rote Tr├Ąnen f├Ąrben meine Decke.
Stumm weint meine Seele.
Bitte, lass mich sterben, Gott.
Ich will nicht mehr ...
Das ist sehr eindringlich und schildert gro├če Not.
Die Begr├╝ndung (ungl├╝ckliche Liebe, hartes Schicksal) k├Ânnte danach "aufgedr├Âselt" werden - oder eine Zwiesprache mit dem aufrechnenden und am Ende nicht barmherzigen, sondern r├Ąchenden Gott. - Wobei mir *eins* als Thema reichte, um dieselbe Eindringlichkeit zu erreichen wie zu Beginn. Dieser Gott hat zu viel (berechtigte) Vorw├╝rfe an den Menschen auf Lager. Aus den anderen lieber weitere Gedichte machen.
Aber noch zum Inhalt: Das scheint mir eine verzweifelte Aussprache, ein einseitiger Dialog. In dem der hilfesuchende Mensch sich mit diesem personifizierenden Gott noch einmal und von h├Âchster Stelle all den Vorw├╝rfen aussetzt, die er sich selbst sowieso macht. Wie er sich wohl selbst anklagt und aus dem Unverm├Âgen, der Not, nicht aus der seelisch hilfeschreienden Situation herauszufinden, sich ritzt und ├╝ber das Sp├╝ren des Schmerzes irgendwie lebendig sp├╝ren will. -
Man w├╝nscht einem so Leidenden kompetente therapeutische Hilfe und gute Freunde! Ach, und den *barmherzigen* Gott.
Gr├╝├če vom Jongleur


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lapismont
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Hallo Ironic,

auch ich habe mir Gedanken zu Deinem Text gemacht.
Zun├Ąchst fiel mir auf, das der Gott doch recht ung├Âttlich und unprofessionell auf Liebeskummer reagiert, n├Ąmlich erstmal mit Wut. Schon recht dumm, wenn die eigene Sch├Âpfung so danebenger├Ąt
Erst wird der Mensch verh├Ątschelt, er muss sich die Nahrung nicht einmal selbst erarbeiten und dann droht der Gott noch damit, die Tiere auch dann zu t├Âten, wenn der Mensch es nicht tun mag.
Unverst├Ąndlich bleibt hier das:
Denn du t├Âtest zum Spa├č!
T├Âtet der Mensch Tiere zum Spass? Oder sich selbst? Oder das Ziel seiner Liebe?
Es steht im Widerspruch zu meiner Interpretation der Zeilen davor. Also gibt Gott ihm K├Ârner, der Mensch aber lehnt dankend ab und geht auf die Jagd? Tja Gott dann hast Du da eine saftige Rebellion und eher wird Dir der Spass verg├Ąllt, als das der Mensch spasseshalber t├Âtet.

Die dritte Strophe beginnt mit einem "Auch" das ich nicht zuordnen kann. Wen meint der Mensch hier?

Bei den mangelnden Gef├╝hlen fehlt mir das W├Ârtchen "an"
Du meinst ja, das der Mangel an Gef├╝hlen get├Âtet hat.
Die Gef├╝hle drehen ja keine W├Ąsche durch die Mangel, sondern sie fehlen.
Get├Âtet von einem Mangel an Gef├╝hlen.
k├Ânnte das besser verdeutlichen.

Ein Ged├Ąchtnis habt ihr. Und denkt nur an euch selbst.
F├╝r das "denkt" k├Ânnte man auch "erinnert euch" w├Ąhlen, es passt besser zum Ged├Ąchtnis, auch wird mir nicht ganz klar, warum der Gott hier vom Du zum Ihr wechselt.
F├╝r drei Zeilen und schon gehts wieder zur├╝ck zum DU.

An eiskaltem Herzen
Ich glaube, das es mit "m" richtig ist.

In der Zeile:
Ja, sterben. Aufgeben. So viel leichter.
k├Ânnte mit einem "ist" der Stil der Strafpredigt weiterverfolgt werden.

Die "einsamen Waisenkinder" sind etwas ├╝berladen, dem Wort Waisenkind h├Ąngt die Einsamkeit eigentlich schon an, oder wolltest Du bewusst die nicht einsamen Waisenkinder hier ausschliessen?

Ich finde es schade, das dem Text ein Ende fehlt.
Die beiden reden aneinander vorbei und es bleibt die Frage: Wozu das ganze?

cu
lap


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Ironic
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Hallo Jongleur,
dass der Text ziemlich prosaisch wirkt, ist mir auch schon aufgefallen...naja, man kann ihn gern ins Prosalyrik-Forum verschieben.
Ich verstehe schon den Einwand, dass zu viele Themen in dem Gedicht sind, aber der "sarkastische Gott" will dem Menschen klar machen, wieviele andere ernsthaftere Probleme es auf der Welt gibt, bei denen man auch nicht gleich aufgeben sollte, und dazu finde ich es angemessen, den Mensch mit Vorw├╝rfen zu ├╝berh├Ąufen. Hm, welche Themen/ Vorw├╝rfe sollten denn deiner Meinung nach zum Wohle der Eindringlichkeit konkret heraus gelassen werden?
Liebe Gr├╝├če,
Marco
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Ironic
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Hallo lapismont,
wenn ich an die Bibel denke, muss ich feststellen, dass Wut leider nicht so wahnsinnig ung├Âttlich ist.;-)
Anscheinend hast du einen Teil meines Textes falsch verstanden. Mit der Nahrung, die Gott schenkte, sind u.a. die Tiere gemeint, die der Mensch jedoch auch zum Spa├č t├Âtet...kommt das so schlecht r├╝ber? Habe jedenfalls noch ein "sie" eingebaut, in der Hoffnung so ists eher logisch.

Darum beginnt die dritte Strophe mit "auch" als eine Ankn├╝pfung zur vorangegangenen Strophe, weil sich der Mensch f├╝r genauso tot h├Ąlt, wie die Tiere...

...das mit dem Mangel hab ich ge├Ąndert, danke...die Sache mit den eiskalten Herzen stimmt jedoch so, denn der Mensch erfriert an den kalten Herzen der anderen...am eigenen kalten Herz zu erfrieren w├Ąre ja unlogisch....

...die drei Zeilen mit dem "ihr" sind wohl aus dem Gef├╝hl heraus entstanden...ich finde schon, dass das so ganz gut passt bzw nicht weiter st├Ârt, aber ich werde noch einmal dar├╝ber nachdenken...

...es gibt sicher Waisenkinder, die nicht einsam sind und gl├╝cklich mit ihrem Leben...dann hab ich die damit auch bewusst ausgeschlossen, weil man ja keine gl├╝cklichen Menschen aufz├Ąhlen sollte, um die Sache zu verdeutlichen, die auch der Sinn des ganzen ist...dem Menschen klar zu machen, das vieles schlimm ist, aber es noch weit mehr Probleme gibt und es in jedem Fall falsch ist aufzugeben, auch wenn alles noch so sinnlos erscheint...Selbstmitleid ist nicht richtig, da man das Ungl├╝ck oft selbst mit verschuldet...aber hatte eigentlich gehofft, dies wird durch den g├Âttlichen Sarkasmus n├Ąhergebracht...
Liebe Gr├╝├če,
Marco
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