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Leselupe.de > Kurzprosa
Aufopferung...
Eingestellt am 28. 01. 2003 13:14


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katha
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jan 2003

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Koma


Sie lag im Koma. Seit Jahren.
Er pflegte sie. Seit Jahren.

Er wusch sie jeden Tag von Kopf bis Fuss. Spritze ihr das Essen in die Magensonde. Lagerte sie alle vier Stunden auf eine andere Seite, damit sie keine offenen Stellen bekommt. Saugte ihr, wenn sie Grippe hatte, den Schleim aus dem Hals. Lehrte ihren Katheter aus.

Manchmal machte er ihr Lieblingsessen. Spagetti Bolognese. Er p├╝rierte die Mahlzeit und spritzte sie in ihre Sonde. Dann sa├č er da und dachte an fr├╝here Zeiten. Wie sie sich kennen lernten. Sich verliebten. An ihre unz├Ąhligen Urlaube. Nur mit Rucksack durchreisten sie viele L├Ąnder. Als sie sesshaft wurden, bauten sie ein kleines H├Ąuschen. Sie hatten durch seinen guten Job genug Geld um gut ├╝ber die Runden zu kommen und waren einfach gl├╝cklich. Sie hatten einfach in den Tag hinein gelebt und nicht an die Zukunft gedacht. Bis es keine mehr gab. Bis zu dem Tag. Der eine Tag, an dem sie einfach zusammenklappte. Am Anfang dachte er, dass es nicht so schlimm sei, da sie in letzter Zeit h├Ąufiger ├╝ber Schwindelanf├Ąlle geklagt hatte. Er brachte sie ins Krankenhaus. Diagnose: Gehirnblutung. Folge: Koma. F├╝r wie lange war ungewiss, doch da sie nicht mehr so jung war, waren die Chancen minimal, dass sie je wieder aufwachen w├╝rde.

Viele besorgte Menschen versprachen Hilfe. Doch nur anfangs bekam er auch welche. So schaffte er es alleine. Insgeheim machte es ihn fertig, wenn sich ihr Zustand nicht verbesserte. Nicht verschlechterte. Wenn es keine Ver├Ąnderung gab. Alles gleich. Jahr und Tag. Nur manchmal kamen Regungen. Wenn er sich ganz nah an sich kuschelte, vermochte er ein L├Ącheln zu sehen. Diese Momente hielten ihn daran, weiter zu machen. Sie nicht in ein Heim zu geben, wie ihm die meisten Menschen rieten. Auch ├ärzte versuchten immer wieder ihn umzustimmen. Dass sein Leben doch v├Âllig auf der Strecke bleibe und dass die medizinische Versorgung in Heimen besser w├Ąre, waren ihre Argumente. Doch er h├Ârte ihnen nicht zu. Nie. Er wollte es nicht h├Âren.


Eines Tages verschlechterte sich ihr Zustand pl├Âtzlich dramatisch. Wurde viel schlechter. Die ├ärzte wussten nicht warum. Ratlos mussten sie zuschauen wie sie dahin siechte. Er war Tag und Nacht bei ihr am Krankenbett. Bis sie starb. Ganz friedlich. Seine Hand in ihre verschlungen. Seine Wange an ihrer.

Die ├ärzte bedauerten es, doch waren sie auch froh f├╝r ihn, dass ihm die Last, immer f├╝r sie da zu sein, genommen wurde. Sie versicherten ihm, dass ihr Tod auch f├╝r sie gut war, da sie ja nichts mehr vom Leben hatte. Er k├Ânne nun wieder ein eigenes Leben f├╝hren.

Doch f├╝r ihn war es eine Katastrophe. Denn er liebte sie.


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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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hallo katha,

die neue version gef├Ąllt mir ganz gut, aber den titel finde ich zu schw├╝lstig. hie├č der text nicht fr├╝her mal koma? w├╝rde mir besser gefallen. in anbetracht deines alters sehe ich mal ├╝ber den inhalt hinweg, was nicht hei├čen soll, das er schlecht ist, ich finde ihn nur sehr naiv. aber als transportmittel deiner "ideale" nicht schlecht. den grund f├╝r seine "aufopferung" l├Ą├čt du sicher bewu├čt im dunkel; die anf├Ąnglichen erkl├Ąrungsversuche sind dann aber auch ├╝berfl├╝ssig. wenn du ├╝ber die aufopferung schreiben willst, solltest du auch mehr dar├╝ber schreiben (gilt auch, wenn du ├╝ber liebe schreiben willst).
ansonsten gef├Ąllt mir deine schreibe, und ich w├╝nsche dir noch viel gl├╝ck beim "schriftstellern".

gru├č

rainer

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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

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Ein liebes Hall├Âchen dir,

Mir ist der Text bzw. dein Stil zu abgehackt, nicht rund genug, eventuell manchen kurzen S├Ątzen miteinander verbinden. Auf das Thema eingehend finde ich es zu oberfl├Ąchlich geschrieben. Das Thema ist eigentlich ok und aus der Geschichte ist, glaube ich, viel rauszuholen (doch ich bin ja selber furchtbar neu und unerfahren, ist nur so meine Meinung!).


Also bis bald mal wieder

Evchen13

__________________
Tr├Ąume nicht dein Leben, sondern lebe deine Tr├Ąume!

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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nochmal ich, `tschuldigung, habe ├╝berlesen, da├č der text ja noch immer "koma" hei├čt.

zufriedengestellte gr├╝├če

rainer

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katha
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jan 2003

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@rainer

Zum Titel: ich kann mich nicht entscheiden und mal steht das so und mal so... Ich hab wohl den Text auf der Homepage mit Koma und jetzt hab ich Aufopferung geschrieben. Naja, muss mich wohl mal entscheiden....

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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

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hallo katha,

Meine Frau und ich plegen auch meine Mutter zu hause (Alzheimer, Pflegestufe 3).
Dein Text ist naiv, weltfremd
und darum ganz stark.
Du hast ein Ideal hingestellt, das wohl keiner erreichen kann.
Aber genau darum kann deine Message etwas anstossen und ver├Ąndern...
__________________
Was sind das f├╝r Zeiten, wo ein Gespr├Ąch ├╝ber B├Ąume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ├╝ber so viele Untaten einschlie├čt! (Bertold Brecht)

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