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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Augenblick
Eingestellt am 08. 02. 2006 23:07


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sylvanamaria
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2005

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Augenblick (├╝berarbeitet)

Ich wohne in Berlin und einer der sch├Ânsten Pl├Ątze f├╝r mich ist das Schloss Charlottenburg mit seinem ausgedehnten Parkareal. Ich liebe diesen Platz. Aus gesundheitlichen Gr├╝nden musste ich von der Arbeit pausieren und hatte auf einmal mehr Zeit als genug. Ein ungewohnter Zustand f├╝r mich, da ich sonst in der Lage sein muss, 24 Stunden am Tag maximal aus zu nutzen und zu managen zwischen eigenem Job und Studium, zwischen Familie und familieneigenen Unternehmen. Ich beschloss, einen Fr├╝hlingsspaziergang zu unternehmen, denn der Tag war zu sch├Ân, um ihn in der Wohnung zu verbringen. Das Wetter konnte nicht besser sein: fr├╝hlingshaft sonnig und mild. Ich bin die ca. drei Kilometer nach Charlottenburg aus Zeitgr├╝nden noch nie gelaufen. Ich wollte die Schloss - Peripherie hautnah erleben und nahm daher den Weg, der ├╝ber einen alten Teil der K├Ânigsstrecke l├Ąuft. Dieser ist nur zu Fu├č erreichbar, denn der Autoverkehr nimmt einen anderen Weg. Es war unbeschreiblich sch├Ân. Die Alleeb├Ąume der alten Schlossstra├če grenzten den Blick auf die Originalanlage ein und die Sichtachse wurde durch keine st├Ârenden Geb├Ąude beeintr├Ąchtigt. Die Sonne am blauen Aprilhimmel lie├č die goldene Kuppelfigur hell erstrahlen. Die u -f├Ârmige Originalanlage mit den sp├Ąteren l-f├Ârmigen Anbauten breitete sich vor dem Betrachter aus und lie├č die alte Pracht als Residenzschloss erahnen. An einem solch sch├Ânen Tag blitzten und blinkerten die Goldarbeiten in der Sonne und lie├čen Marmor und Sandstein um so heller schimmern.

Der Park selbst entz├╝ckte mit einem Aufgebot an Fr├╝hlingsbl├╝hern. Ich habe noch nie eine so gro├če Anzahl von Anemonen gesehen, die ihre zarten wei├čen Bl├╝tenkelche in der sanften Fr├╝hlingsbrise wiegten. Es m├╝ssen Tausende gewesen sein; ganze Wiesen bedeckten den Waldboden. Zwischendurch wechselten sich Narzissen mit Blausternchen und gelben Sternentalern ab. Hellrote knospenden Haselnussstr├Ąucher harmonierten mit den hellgr├╝nen noch kleinen Bl├Ąttern der Linden. Kastanien reckten ihre klebrigen dunkelbraunen Knospen der Sonne entgegen und auch die gro├čen Eichen machten sich fr├╝hlingsbereit. Es war wie in einem verzauberten Garten. Die Fr├╝hlingssonne sandte ihre lebensspendenden Strahlen zur Erde und ermutigte Blumen, B├Ąume und Str├Ąucher das graue Winterkleid abzustreifen und die bunten Fr├╝hlingsgew├Ąnder an zu legen.

Ich wanderte langsam durch den Park und genoss das s├╝├če faule Nichtstun. Einmal f├╝r nichts verantwortlich sein.Ich traf das Schwanenpaar, das sein Nest baute und sich auf das Br├╝ten vorbereitete. Stockenten f├╝hrten einen Fr├╝hlingstanz auf und die neugierigen Blessh├╝hner glitten die Wasserl├Ąufe rauf und runter. Die sonst so scheuen Eichh├Ârnchen waren beim Gro├čreinemachen ihrer Kobel zu beobachten oder genossen einfach mit wippenden Schw├Ąnzen die Sonnenstrahlen. Bienen und Hummeln summten von Bl├╝te zu Bl├╝te. Das Sonnenlicht traf manch irisierendes Fl├╝gelpaar und verstreute goldene Sonnenreflexe. Die Luft war angef├╝llt mit einem geheimnisvollen Raunen und Wispern, zeugend von der erwachenden Lebenskraft der Natur. Ich konnte die Farben schmecken: die Br├Ąune der frischen Erde, die S├╝├če der bunten Farben der Bl├╝ten, die Klebrigkeit der knospenden B├Ąume, das frische Gr├╝n des ersten Grases gepaart mit der Muffigkeit des alten Herbstlaubes.
Auf der beliebten so beliebte Luiseninsel, sonst ein Tummelplatz f├╝r Jogger und Liebespaare, war es noch ruhig. Ich breitete meine Jacke am Mammutbaum aus, dem Relikt vergangener Zeit und ein Garant f├╝r die Best├Ąndigkeit der Zeit, und genoss die friedvolle Atmosph├Ąre. Es war nicht einmal still, denn die V├Âgel brachten dem Fr├╝hling ihr St├Ąndchen dar.
Ein seltsamer Tag, an dem nichts geschah, aber aufregend genug, um ihn irgendwann zu wiederholen.
__________________
syl

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Henry Lehmann
Guest
Registriert: Not Yet

Sehr sch├Âner Text. Ohne H├Âhepunkte, aber angenehm pl├Ątschernd. Richtige Chill-Out Literatur.

Da freut man sich schon jetzt auf den Fr├╝hling.

LG Henry

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sylvanamaria
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2005

Werke: 18
Kommentare: 15
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Augenblick

Aber so etwas muss in unserer heutigen rasanten Zeit auch einmal sein. Oder? Sylvanamaria
__________________
syl

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Minotaurus
Guest
Registriert: Not Yet

Inhaltlich m├Âchte ich mich der Kritik von Henry Lehmann vorbehaltslos anschlie├čen.
Die Geschichte wirkt wie der Auszug aus einem Tagebuch von einem Tag, an dem wirklich nichts vorgefallen war.

Allerdings denke ich, da├č Du mit einer besseren Gliederung der Geschichte durch einige Abs├Ątze und/oder Leerzeilen doch noch etwas mehr herausholen k├Ânntest.
So wie die Geschichte jetzt dasteht, liest sie sich beinahe wie ein Flie├čtext, genauso dahinpl├Ątschernd wie der Inhalt.
Durch eine bessere Struktur k├Ânnte zumindest die Aufmerksamkeit des Lesers etwas mehr gefesselt werden.
Wer wei├č?

Gr├╝├če vom Minotaurus.

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