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Leselupe.de > Gereimtes
Augenblick der Nacht
Eingestellt am 09. 05. 2002 23:44


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Nyxon
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2001

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AUGENBLICK DER NACHT

Der Wind wandert durch das Tal. Es fr├Âstelt dir. Ich decke dich mit meiner Jacke ab. Die Dunkelheit umh├╝llt unsere K├Ârper, doch ich kann dich sehen. Deine Augen glitzern und dein L├Ącheln erf├╝llt die Nacht. Mein Herz klopft mir bis zum Hals und ich muss schlucken. Ich f├╝hle mich geborgen. Mir ist nicht kalt, mir ist warm ums Herz.
Ich sehe dich an und es geht mir gut. Dein Haar weht in der seichten Brise und du zitterst leicht. Sanft nehme ich dich in den Arm und dr├╝cke dich an mich. Dein Zittern l├Ąsst nach und wieder l├Ąchelst du mich an.
Wir sehen in den Himmel. Du zeigst auf einen Stern, der dir ganz besonders gef├Ąllt. Du lachst und das macht mich gl├╝cklich. Du erkl├Ąrst mir, warum du den Stern so gerne hast. Er leuchtet in jeder Nacht nur f├╝r dich, sagst du mit leiser Stimme. Das tun sie doch alle, erwidere ich. Doch ich habe keine Ahnung. Du wei├čt viel besser ├╝ber solche Sachen Bescheid. Es ist unser Stern, fl├╝sterst du mir ins Ohr und jetzt verstehe ich.
Ich dr├╝cke dich noch fester an mich und du grunzt leise. Am liebsten w├╝rde ich dich f├╝r immer hier behalten, doch bald musst du gehen. Das wei├čt du und das wei├č auch ich. Es sind unsere paar Minuten der Zweisamkeit, die diese Nacht zu etwas besonderem machen.
Ich liebe dich, mein Engel, weil du jeden Tag f├╝r mich auf Erden wandelst. Du lebst dein Leben auf eine Art, die mir so lange fremd war. Jetzt kenne ich sie besser und es gef├Ąllt mir. Du bindest dich nicht an die Erde und ihre materiellen Sch├Ątze. Du fliegst davon und zeigst mir eine andere Welt, au├čerhalb der unsrigen. Mir gef├Ąllt diese Welt. Sie gef├Ąllt mir, weil du dort bist. Du bist etwas besonderes und ich m├Âchte dich nicht verlieren.
Du tastest nach meiner Hand und ich schlie├če sie um deine. Obwohl du frierst, hast du warme H├Ąnde. Die Haut ist zart und ich liebe es, dar├╝ber zu streicheln. Ich dr├╝cke sie etwas fester. Ich m├Âchte dich nicht mehr loslassen, nicht hergeben. Du schmeichelst dich an mich und legt deinen Kopf an meine Schulter. Deine Haare flattern mir ins Gesicht und ich kann ihren s├╝├čen Duft vernehmen. Es ist dein Duft, den ich so mag und sch├Ątze.
Ich streichle ├╝ber deinen R├╝cken und fahre dein R├╝ckgrad mit den H├Ąnden ab. Sie machen einen kurzen Halt an deinem Ges├Ą├č. Ich kann f├╝hlen, wie fest es ist. Ich liebe auch das an dir. Meine Reise geht weiter. Deine Beine. Lang und schlank. Zarte Haut und festes Fleisch. Du treibst Sport, das merkt man sofort, wenn man dich ber├╝hrt.
Ich ber├╝hre dich gerne. Du sagtest einmal, dass du es magst, wenn man dich streichelt. Wieder fl├╝sterst du mir etwas ins Ohr. Wir schauen erneut in den Sternenhimmel und tr├Ąumen. Unser Traum war es, f├╝r ewig zusammenzusein, doch er kann nicht wahr werden. Jemand hat etwas dagegen und wir m├╝ssen uns trennen, um nicht den Zorn dieser Person auf uns zu laden.
Gemeinsam sind wir stark. Wir werden es schaffen. Wir lieben uns und uns kann niemand auseinanderbringen. Starke Worte von einem starken Mann. Doch sie haben nichts genutzt. Wir verabschieden uns in dieser Nacht.
Ich liebe dich. Weil du immer stark genug warst, um f├╝r unsere Liebe zu k├Ąmpfen. Ich liebe dich f├╝r dein Verst├Ąndnis und deine Warmherzigkeit. Ab heute willst du nicht mehr k├Ąmpfen, weil du m├╝de geworden bist. Du gibst nicht auf. Du wirst ├╝berleben und ich auch. Und wir werden uns wiedersehen, weil dies alles nur ein Augenblick in einer Nacht ist.
Wir haben noch viele N├Ąchte vor uns und ich werde nicht einfach dastehen und zusehen, wie du weggehst. Ich werde den Kampf weiterf├╝hren, w├Ąhrend du dich erholst und neue Kr├Ąfte sammelst f├╝r die n├Ąchste Runde. Man wird uns nicht auseinanderrei├čen. Wir lieben uns. Wir sind eins. Du bist mein Engel.

Wir bleiben noch einige Minuten aneinandergekuschelt. Wir versprechen uns das, was ich dir bereits versprochen habe. Ich streichle ├╝ber deinen R├╝cken und du schaust zu mir auf. Du hast Tr├Ąnen in den Augen und dein Mund bebt.
Langsam hebe ich den Finger und dr├╝cke ihn auf deine Lippen. Worte sind in dieser Nacht nicht mehr n├Âtig. Wir wissen, was wir voneinander wissen m├╝ssen und nur das z├Ąhlt. Wir lieben uns und ich werde k├Ąmpfen um diese Liebe. Eine Tr├Ąne findet den Weg ├╝ber deine rosigen Wangen, bis hinab in deinen Mundwinkel. Ich beuge mich zu dir hinab und k├╝sse sie fort. Ich kann das Salz auf meinen Lippen schmecken. Ich nehme den angenehmen Duft deiner Haare wahr. Ich kann deine W├Ąrme sp├╝ren. Deine N├Ąhe.
Du schlie├čt die Augen und wieder kullert eine Tr├Ąne ├╝ber deine Wange. Auch ich schlie├če die Augen und versuche, diesen Moment so fest wie m├Âglich in mein Herz zu schlie├čen. Ich kann dich schluchzen h├Âren und ich meinen Augen sammelt sich die Tr├Ąnenfl├╝ssigkeit.
Ich werde dich vermissen, das ist klar.
Ich ├Âffne meine Augen wieder und du siehst mich an. Deine Augen glitzern immer noch, doch du h├Ąltst die Tr├Ąnen zur├╝ck. Dein Blick ist tief und emotional, wie nie zuvor. Er sagt mehr, als jedes gesprochene Wort. Das Sternenlicht spiegelt sich in deinen Pupillen wider.
Langsam stehst du auf. Nun stehen wir engumschlungen auf der Wiese und sehen uns in die Augen und wir lieben uns. Das Leben ist so wundersch├Ân. Du bist so wundersch├Ân. Eine Str├Ąhne f├Ąllt dir ins Gesicht. Ich streiche sie zur├╝ck. Deine Tr├Ąnen kannst du nun nicht mehr zur├╝ckhalten. Sie kullern St├╝ck f├╝r St├╝ck deine Wangen hinab.
Wir k├╝ssen uns lang und innig und pl├Âtzlich ist die Zeit vorbei. Die Kirchturmuhr schl├Ągt zwei und du l├Âst dich langsam aus meiner Umarmung. Wieder ist da dein Blick. Ich sp├╝re deinen Schmerz und nun weine auch ich. Ich halte noch eine Minute deine Hand, dann machst du einen Schritt nach hinten und entgleitest meinem Griff.
Bevor du dich umdrehst, streifst du deinen Silberring vom schlanken Finger und dr├╝ckst ihn mir in die Hand. Fest umschlie├če ich ihn und schaue dich an. Ein letzter Blick, ein letztes Fl├╝stern, dann drehst du dich um und gehst langsam fort.
ÔÇ×Du bekommst ihn zur├╝ckÔÇť, rufe ich dir hinterher. Du drehst dich um und pl├Âtzlich l├Ąchelst du wieder. Du wei├čt Bescheid. Ruh dich nur aus, mein Engel, den ich k├Ąmpfe an deiner Stelle. Und ich werde gewinnen. Nur f├╝r dich. Denn du bist mein Leben, meine Inspiration. Du bist mein Engel und ich liebe dich.
__________________
Nyxon, gefallener Engel aus Leidenschaft

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