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Leselupe.de > Humor und Satire
Aus Trotz, Wut und Starrköpfigkeit.
Eingestellt am 26. 03. 2003 19:01


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pleistoneun
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Was er dieses Monat noch zu erledigen hatte, war die Reparatur der vierten Klaviertaste. Er spielte schon seit Jahren nicht mehr auf seinem Klavier, aber da sein Streichmesser anderwertig zweckentfremdet wurde, musste er eben aus Trotz, Wut und Starrköpfigkeit irgendeine Klaviertaste als Ersatz hernehmen. War ja naheliegend, dies mit einer Klaviertaste zu tun. Es war gar nicht leicht, ein Streichmesser zu ersetzen. Infolge einer heftigen Auseinandersetzung mit seinem Hauskranich allerdings war das Messer im dicken Federkleid steckengeblieben und nicht mehr zu entfernen. Der Kranich? Der Kranich war eigentlich nur ein trotziger, wütender und starrköpfiger Ersatz für den Hund, den Wachhund, mit dessen Tod die Geschichte eigentlich ihren Anfang nahm.

Denn da trug es sich zu, dass das Pferd des Nachbarn, "Nereide", eines schönen Tages beim Spielen in der Scheune ein Bild aufstöberte. Darauf war ein totes Pferd mit ein paar Leuten zu erkennen, die es offensichtlich geschlachtet hatten. Aufgrund der Ähnlichkeit zum toten Pferd und des Alters der Fotografie folgerte Nereide, es handle sich um seine alleinerziehende Mutter. Todunglücklich über das Schicksal seiner Pferdemutter warf sich Nereide in selbstmörderischer Absicht vor den Zug und machte seinem Leben ein Ende.

Der Besitzer sah das und fiel aus Trotz, Wut und Starrköpfigkeit in den Glauben, sein böser Nachbar hätte den Tod seines Pferdes auf dem Gewissen.

Da sich nach schier endlosen Streitigkeiten keiner vom Standpunkt des anderen überzeugen lassen wollte, zahlte der Besitzer Nereides es seinem Nachbarn kurzerhand heim, indem er eines Nachts dessen Wachhund vor Wut in Stücke biss. Aus Trotz, Wut und Starrköpfigkeit schaffte sich dieser jedoch ein neues Wachtier an, zuerst ein Rind, zur Absicherung zwei Ziegen und später noch einen Wachsalamander. Doch alle wurden sie totgebissen. Dieser Bisswütigkeit war kaum beizukommen, doch die Idee eines Vogels als Wachorgan, der bei Gefahr davonfliegen könnte, hatte etwas Überlegenes. Voller Trotz, Wut und Starrköpfigkeit wurde das Getier bestellt und eingeflogen. Nur eignete sich der Vogel besser zu ausgedehnten Spazierflügen und gemütlichen Mittagsschläfchen als zur Hauswache. Der Vorteil des Fliegens verkehrte sich in einen lästigen Nachteil, woraufhin das Federkleid leiden musste. Ohne Federn, kein Fliegen. Jetzt kam das Streichmesser ins Spiel. Mit solch einem Messer kann man niemanden verletzen. Doch bei dieser Rasur war der Kranich gar ungezähmt und schlug mit seinen Flügeln wie wild um sich, sodass das Messer schließlich ungewollt im Brustbereich des Vogels fest zu stecken kam. Der Vogel war tot. Das Messer weg. Was blieb war der Trotz, die Wut und seine Starrköpfigkeit sowie ein Klavier mit einer Taste weniger.

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aboreas
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2002

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Hallo pleistoneun.

Ja, Trotz, Wut und Starrköpfigkeit schaffen auf Dauer Zusammenhänge, die nur noch Eingeweihte verstehen können.

Finde ich zwar ein bisschen verwirrend, die Geschichte. Würde mich trotzdem interessieren, wie es weitergeht. Wenn es wirklich so aussichtslos wäre, das Messer herauszuziehen, dann könnte man den Vogel ja ganz einfach irgendwelchen Aasfresser vorwerfen. Das Messer würde überbleiben.

Es sei denn, es käme ein Messerfresser...

Gruß. aboreas

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