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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Aus dem Leben eines Frauenarztes
Eingestellt am 17. 10. 2011 08:14


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DocSchneider
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FrĂŒh aufstehen, Kaffee mit der Ehefrau. Sie hat ihre Tage. Vertrautes Terrain. Aber einfach nur Ă€tzend. Dann Zank mit den drei Töchtern. Von denen hat mindestens eine auch ihre Tage. Lieber Gott, hilf!!! Ab in die Praxis.

Stress mit den beiden Arzthelferinnen. Haben heimlich gequalmt. Jetzt riecht alles nach Rauch. Igitt!

Erste Patientin 8.00 Uhr, zweite Patientin 8.15 Uhr, dritte Patientin 8.35 Uhr ... usw. usf.

Immer dasselbe: Schwangerschaftsvorsorge, dabei Ultraschall von kleinen Wesen, wobei das Ertragen der Anwesenheit von werdenden hibbeligen Omas nicht vergĂŒtet wird. Antibabypillen verschreiben und aufgeregte pickelige mĂ€nnliche Jugendliche beruhigen, die stolz ihren Anteil an VerhĂŒtung durch die Begleitung der Freundin demonstrieren. Hormone bei Wechseljahrsbeschwerden verordnen. Zig Frauen nackt sehen, sie platzieren ihr Geschlecht zentimetergenau vor ihm, die meisten schweigen, einige reden dabei, aber allen ist es unangenehm.

Ihm manchmal auch. Und langweilig! Hast du eine gesehen, hast du alle gesehen, denkt er.

BrĂŒste auf KrebsgeschwĂŒlste abtasten, das ist mitunter schwierig, weil anturnend. Himmel, er ist immer noch ein Mann. Der weiße Kittel ist wie ein Schutzschild. Wirkt nicht immer. Deshalb hat er grundsĂ€tzlich eine der Arzthelferinnen dabei. Ach, ĂŒberhaupt ist er nur von Frauen umgeben.

Anruf der Ehefrau, wann er denn bitteschön zum Essen komme?

Er holt sich lieber etwas aus der BĂ€ckerei. Wenn seine Frau ihre Tage hat, ist sie ungenießbar.

Nachmittags weiter Patientinnen, Patientinnen, Patientinnen. Eine ist interessant. Sagt sie doch glatt zu ihm: "Weshalb sind Sie eigentlich Frauenarzt geworden?"

Er denkt: Jaaaa, das frage ich mich gerade heute wieder!

Er sagt:" Weil ich den Frauen helfen will. Und weshalb gehen Sie zu einem mÀnnlichen GynÀkologen?"

Diese Patientin lacht. Lacht! Tut hier kaum jemand. Sie antwortet: "Ach, die FrauenĂ€rztinnen sagen doch immer, das ist jetzt unangenehm fĂŒr Sie und das ist auch nicht schön fĂŒr eine Frau und das hatte ich auch mal....nein danke. Lieber ein Mann. Der redet sachlich mit mir."

Oh. Jetzt bloß keine Kolleginnenschelte. Vielleicht war seine Berufswahl ja doch nicht falsch?! Nein. Er bittet im Geiste alle Frauen um Verzeihung, denen er wirklich helfen konnte. Oder die er bei schwerer Krankheit begleiten durfte.

Abends zu Hause. Die Töchter verschwinden zugespachtelt in das Nachtleben. (Lieber Gott, warum habe ich nicht wenigstens einen Sohn?) Seine Frau liegt lesend auf der Couch.

"Na, heute schöne Frauen gesehen?", fragt sie gÀhnend.

"Ach, immer dasselbe", antwortet er ebenso mĂŒde. Und morgen wieder: Frauen, Frauen, Frauen....

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Huckleberry Finn
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Hallo Doc,

ich vermisse den Spannungsbogen, und darum plĂ€tschert deine Geschichte (fĂŒr meinen Geschmack) lustlos dahin. Der Anfang (Zitat William Faulkner: "Schreibe den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt den zweiten lesen will!") macht keine Lust aufs Weiterlesen.

quote:
FrĂŒh aufstehen, Kaffee mit der Ehefrau. Sie hat ihre Tage. Vertrautes Terrain. Aber einfach nur Ă€tzend. Dann Zank mit den drei Töchtern. Von denen hat mindestens eine auch ihre Tage. Lieber Gott, hilf!!! Ab in die Praxis.

Stress mit den beiden Arzthelferinnen. Haben heimlich gequalmt. Jetzt riecht alles nach Rauch. Igitt!

Du nutzt nicht die Möglichkeiten, die eine solche spannungsgeladene AtmosphĂ€re bietet. ErwĂ€hnst lediglich, dass die Gattin ihre Tage hat - und das fĂŒr deinen Prot. Ă€tzend ist. Na gut. Aber zeig mir doch mal, wie sie rumĂ€tzt. Lass sie doch einen dummen Spruch machen, der deinen Prot. die halbvolle Kaffeetasse stehen lĂ€sst, weil er schnellstens weg will. Ebenso verhĂ€lt es sich mit den Töchtern. Mit den Arzthelferinnen. Alles tell, kein show!

Wie du anschließend den Ablauf seines Arbeitstages beschreibst, finde ich sehr langweilig. Das geht nicht nur FrauenĂ€rtzen so, dass sie wegen der unvermeidlichen Routine ihren Beruf verfluchen. Ich hĂ€tte lieber ein paar zĂŒnftige Beispiele genannt, anhand derer der Leser haargenau vor Augen hat, wie sehr der Job deinem Prot. auf die Nerven geht. - Klar: Ich meine keine pornographischen Einlagen; ebenso ist mir bewusst, dass gerade bei dieser Thematik die Gefahr besteht, man schliddert in die Geschmacklosigkeit. (Wenn es dir darum ging, dass sich dein Prot. den Beruf schlichtweg anders (erotischer, prickelnder, geiler - wie immer man das nennen will) vorgestellt hast - dann ist dir das nicht gelungen.)

Wirklich schlimm (entschuldige, dass ich es so drastisch benenne) finde ich, dass du in deinem Plot (den ich dir der Einfachheit halber unterstelle, wirklich erkennen kann ich ihn nicht) plötzlich auf einen Kulminationspunkt zusteuerst (die Frage der Patientin, warum er denn Frauenarzt geworden sei) - und das wiederum larifari abtust: "Weil ich Frauen helfen will!" Sicher, ich kann mir vorstellen, im wirklichen Leben ist das die Standardantwort jedes Frauenarztes. Aber um deine Leser zu fesseln, mĂŒsstest du schon mehr bieten.

Ich erdreiste mich mal, die eine Änderung vorzuschlagen:

"Warum ich Frauenarzt geworden bin?", wiederholt er am Rande eines Wutausbruchs. "Damit ich Weibern zwischen den Beinen rumfummeln kann!"
"Wie sich das trifft!" Sie lacht gutmĂŒtig. "Ich gehe zum mĂ€nnlichen Gynokologen, weil ich mich ungern von Frauen befummeln lasse!"
Dann lachen sie beide darĂŒber. Laut und herzlich.

Bitte, das ist nur ein holpriger Versuch, dir anschaulich zu machen, worum es mir geht. Deine Geschichte bleibt konstant auf demselben Level - und das macht sie kaputt.

Ich habe deine Geschichte als Kurzgeschichte kritisiert, wohlgemerkt. Außerdem ist es deine Geschichte, du musst selbst wissen, wen sie erreichen soll. Aber eine andere Rubrik erschiene mir unter UmstĂ€nden geeigneter.

Viele GrĂŒĂŸe

Huck
__________________
Man braucht 2 Jahre, um sprechen zu lernen. Und 50, um schweigen zu lernen. (Ernest Hemingway)

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