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Leselupe.de > Humor und Satire
Aus dem Leben eines Rentners
Eingestellt am 15. 02. 2012 09:09


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DocSchneider
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Erwin D. ist ein Rentner. Ein Rentner ist einer, der keine Zeit hat, aber davon zu viel. Kein Wunder, arbeitet er doch bei der Firma "Mach mal", deren Chef seine Ehefrau ist.

An diesem Samstag geben Erwin D. und seine Frau Rosa der senilen Bettflucht noch fr├╝her nach, denn die Sonne lacht vom azurblauen Himmel. "Los, Erwin, hol du Br├Âtchen und Erdbeeren, ich mach uns derweil ein sch├Ânes Fr├╝hst├╝ck auf der Terrasse", befiehlt Rosa. Erwin folgt gehorsam. Aber heute hat er richtig gute Laune, da machen ihm die Auftr├Ąge der Obersten Heeresleitung nichts aus.

Im Supermarkt um die Ecke ist auch eine B├Ąckerei, also dort schnell die Br├Âtchen geordert, dann zu den Erdbeeren, die vor dem anderen Obst und Gem├╝se aufgebaut sind. Erwin schnappt sich zwei Sch├Ąlchen. Aber wo ist die Rolle mit den T├╝ten, um sie etwas einzupacken? Ah, da bei den ├äpfeln, ungef├Ąhr einen Meter entfernt. Das empfindet Erwin aber als eine Zumutung. Die Rolle hat sich griffbereit neben den Erdbeeren zu befinden. "H├Âren Sie mal", herrscht er einen Verk├Ąufer an, "ich muss ja kilometerlang laufen, um an eine T├╝te f├╝r die Erdbeeren zu kommen!" Der Verk├Ąufer, ein junger Mann, denkt an den Spruch seiner Oma: Vor dem Sprechen das Gehirn einschalten. Dann antwortet er: "Ich k├╝mmere mich gleich darum, dass eine Rolle neben den Erdbeeren aufgeh├Ąngt wird!" Erwin nickt brummend. Der Tag f├Ąngt ja gut an!

Zu Hause erwartet ihn der gedeckte Tisch, auf dem heute aber auch gar nichts fehlt, das weiche Ei f├╝r sie, das harte f├╝r ihn, frischgepresster Orangensaft ist auch da, Tomaten, Aufschnitt, K├Ąse, sogar Joghurt (fettarm) hat die Gute nicht vergessen. Und der Sportteil der Zeitung liegt schon aufgeschlagen auf Erwins Platz an der Sonne. Erwin ist ger├╝hrt.

In den n├Ąchsten f├╝nfundvierzig Minuten herrscht Frieden auf Erden, die Stille wird nur von sanftem Teller- und Besteckklappern unterbrochen. Erwin und Rosa fr├╝hst├╝cken ausgiebigst. Ist das herrlich! Aber dann ...

Erwin und Rosa wohnen in einem Reihenhaus, was den unsch├Ątzbaren Vorteil hat, soziale Kontrolle vom Feinsten zu bieten, denn kein Mensch hat eine Chance, ungesehen und unbemerkt etwas zu tun und Erwin selbst hat ein Schild "Aufmerksamer Nachbar" an der T├╝r h├Ąngen. Dieser Vorteil ist gleichzeitig auch der gr├Â├čte Nachteil. Das wird Erwin schmerzhaft bewusst, als pl├Âtzlich ein Kopf ├╝ber der Mauer auftaucht, die Erwins und Rosas Terrasse von der des Nachbarn trennt. Der Kopf geh├Ârt einem Mann, der Erwin und Rosa freundlich einen guten Morgen und einen guten Appetit w├╝nscht und dann den Arm hebt, um mit einer Hilti ein Loch in die Au├čenwand zu bohren.

Der L├Ąrm ist ungeheuer. Die Schallwellen lassen den sch├Ân gedeckten Fr├╝hst├╝ckstisch erzittern, der Kaffee schwappt ├╝ber, noch dazu verst├Ąrkt, dass Erwin vom Tisch aufspringt und alles zus├Ątzlich ins Wanken ger├Ąt. Erwin br├╝llt gegen den L├Ąrm an: "Haben Sie sie noch alle? Wir wollen hier fr├╝hst├╝cken! Am Samstag! Und zwar in Ruhe!!!"

Der Angesprochene sieht nur am verzerrten Gesicht und an den Mundbewegungen Erwins, dass dieser spricht. Er setzt die Maschine ab und sagt unschuldig: "Also ich muss hier heute eine neue Markise anbringen. Das ist mein Auftrag. Und wir haben jetzt neun Uhr und das ist nicht zu fr├╝h und...." Weiter kommt er nicht. Erwin schreit :" Ich bring Sie um, ganz bestimmt", ergreift ein Br├Âtchen und macht Anstalten, dieses nach dem Handwerker zu werfen, aber Rosa ruft vern├╝nftigerweise: "Das Br├Âtchen kann doch nichts daf├╝r!", und der Bohrer erf├╝llt br├╝llend seine Pflicht und ist lauter als Erwin, sowieso.


Rosa bugsiert Erwin ins Haus, deckt schnell drau├čen alles ab und drinnen wieder ein, schlie├čt die Terrassent├╝r und h├Ârt sich geduldig Erwins Verw├╝nschungen an. Dieser beschlie├čt, die Nachbarn ab sofort nicht mehr zu gr├╝├čen. Rosa schlie├čt sich seiner Meinung an. Das Rentnerleben erfodert eben Konsequenzen.


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DocSchneider
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USch: Sch├Ân, dass Dir die Geschichte gef├Ąllt! Denkst Du, ich bin Erwin und Rentner? ;-)
Kissa: Ja, das Ende gef├Ąllt mir auch noch nicht so ganz gut. In der urspr├╝nglichen Version hat Rosa am darauffolgenden Samstag um 8 Uhr morgens die Terrasse mit einem Hochdruckreiniger ges├Ąubert....und die Nachbarn waren alle wach....;-), aber das erschien mir dann doch als ein zu platter Rachefeldzug. Werde nochmal in mich gehen und vielleicht ein nicht so abruptes Ende (er)finden.
Gru├č an alle Rentner! ;-))

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