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Leselupe.de > Humor und Satire
Aus dem Wörterbuch der Geschlechter (I)
Eingestellt am 23. 08. 2004 00:57


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gareth
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Ich liebe Dich, i.l.d.

Gängige dt. Redensart [ra] unklarer Bedeutung.

Anwendung situationsabh., trad. in häusl. Abgesch., zunehmend aber auch. an öff. Orten. Häufig mit der Wirkung einer refl.art. Wdhlg. durch den/die Adressat/en/in.

Verwendung durch [m] erfahrungsgem. meist zielgerichtet, im Sinne von: -ich würde gern mit dir schlafen- (s. a. Beischlaf, Wohlverhalten vor, ff.), oft auch lobend n. vollzogenem Beischlaf, dort auch als Mittel zur Linderung v. Schuldgefühlen, seltener auch platonisch, od. durch selbst erworbene Überzeugung motiviert.

Verwendung durch [f] davon in der Regel erhebl. abweichend, meist im Sinne von: -ich würde gerne für immer/ mit Dir zusammen sein/ für dich sorgen/ deine Freundin sein-, oder auch zur Hervorrufung nichtsexueller Zärtlichkeitshandlungen des [m] Partners.

Häufigkeit u. Lautst. des Vortrags von i.l.d. variierend mit d. Grad der libid. Erregung des/der Vortragenden. Von [m] häufig verwendet unter dem Gesichtspkt. der Zweckmäßigkt., seltener auch aus Gründen der Barmherzigkeit, meist aber objektiv ohne zwingenden Anlass (s.a. Erfahrung, mangelnde).

Leichter zu widerrufende Formen von i.l.d. sind: - ich mag Dich- (i.m.d.), - Du gefällst mir irgendwie- (d.g.m.i.), -sag mal, was riecht denn hier so gut?- u. dergl. m. (vergl. Bd. II, Die authentische Persönlichkeit, Kptl. 2, die ehrliche Beziehung*)

i.l.d. manchmal auch nach vorangestelltem, verstärkendem: -Oh, Du, mein Schatz-, u. anderen variablen, bereitschaftsfördernden Begriffen oder Floskeln, dann oft in verstärkender Umstellung, wie z.b.: -wie ich dich liebe!- (w.i.d.l.), oder in sog. Unterstellungsformen: -Du glaubst gar nicht w.i.d.l.-, -Du kannst Dir nicht vorstellen w.i.d.l.-, oder auch in Frageform: -hab ich Dir schon gesagt w.s.i.d.l.?-, -weißt du eigentlich w.i.d.l.?-, usw.

Glaubwürdigkeit von i.l.d. üblicher Weise mit abnehmender Lautstärke des Vortrags zunehmend, ebenso mit abnehmender räuml. Distanz des Vortragenden zum Adressaten (s.a. Kasten S. 20, Die Manipulation in der häusl. Gemeinschaft).

Sinngehalt von i.l.d. wenig tonfallabhängig, im Gegensatz zu [ra] wie: -kommst du jetzt?-, oder dem extrem betonungssensitiven: -leck mich- (s. hierzu Ergänzungs- Bd. VI, Umgangsformen und Sexualpraktiken der gehobenen Schichten).

i.l.d., obwohl an sich in moral. eth. Sinne nachweisbar bedeutungslos (Hübner et. al., Zur Wirksamkeit und Rezeption von Reizworten und Trieblenkungsfloskeln, Kap. 3., Ausbildung von Resistenzen; Unser trautes Heim, Bd. 168), führt bei langjährigem Nichtgebrauch erf.gem. zu erhebl. psych. Beeinträchtigungen.

Hörbedürfnis für i.l.d. nimmt aus noch ungekl. Ursache mit abnehmendem Sagedrang zu.

Sonderformen mit ident. Bedeutung sind u.a. die reth. überhöhte Verneinung, wie: -i.l.d. überhaupt nicht mehr-, Verzweiflungsformen wie: -i.? d.l.? d.?-, Hilflosigkeits- und Beschwörungsformen: -jetzt nenn´ mir doch (um Gottes Willen) nur einen einzigen, nur einen klitzekleinen Grund, warum ausgerechnet i.d.l. sollte- usw.

Scherzformen von i.l.d. eher selten, da der Sache i.d.R. nicht angemessen und von daher contraindiziert (s. Frankenfeld P.: -niemand liebt dich, wieso**) ich?-), werden aber häufig zur Tarnung wahrhaft empfundener Gefühle eingesetzt, mit d. Ziel, seelische Verletzungen infolge Zurückweisung zu vermeiden.

i.l.d nimmt insofern eine Sonderstellung unter den [ra] ein, als es sich, sowohl als minderwertige, wenn auch wirksame, aber an sich abzulehnende, Formel zum Gefügigmachen ein/es/er noch unentschlossenen pot. Sexualpartner/s/in eignet, als auch, gleichzeitig, in identischer Form, reifster, einfachster und wahrhaftigster Ausdruck edelsten und tiefsten menschlichen Empfindens sein kann.

*) vergriffen
**) Originalform: niemand liebt dich so wie ich

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